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Mi: 17 - 19 Uhr, Fr : 16 - 19 Uhr, Sa 11 - 17 Uhr und nach Vereinbarung

Scheitern ist auch eine Kunst

– oder warum Aufgeben manchmal die bessere Option ist

Alles begann mit einer Chance: Als wir im vergangenen Jahr das Angebot bekamen, einen Laden zu übernehmen, mussten wir einfach zuschlagen. Natürlich gab es Bedenken: Wie soll das klappen, mit bereits vorhandenem Haupt- und Nebenjob? Aber es war schnell klar: Wenn wir das nicht wenigstens probieren, werden wir es ganz sicher bereuen. Ein Wagnis? Ganz sicher! Von vornherein eine Schnapsidee? Vielleicht. Aber zumindest eine, die die schiere Möglichkeit eröffnete, lange gehegte Träume einfach in die Tat umzusetzen.

Entsprechend beschwingt ging es los: Etwas Startkapital auftreiben, Farbe an die Wand, Ware aussuchen und einkaufen, öffnen und auf Kunden warten – ganz einfach, oder? Und es lief auch ganz vielversprechend an. Erste Dämpfer (wie lange kann es dauern, bis man eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erhält und damit endlich auch EC-Karten als Zahlungsmittel annehmen kann?) konnten noch lächelnd weggesteckt werden. Und die ersten lieben Kunden, die ersten Verkäufe haben auch über einiges hinweggetröstet.

Dann aber kamen April und Mai und mit ihnen die DSGVO, die nicht nur jede Menge Arbeit auf der eigenen Seite, sondern auch auf Seiten langjähriger Kunden im anderen Nebenjob mit sich brachte und nebenbei für eine wahnsinnige Verunsicherung und Frustration sorgte. Zeitgleich stiegen die Anforderungen im “Brotjob” (der übrigens nicht nur die Miete zahlt, sondern auch Spaß macht): auch hier gab es durch die DSGVO jede Menge zu tun, außerdem stand ein sehr wichtiger Produktlaunch an, der extrem viel Zeit und Kraft in Anspruch nahm und für wenig Schlaf sorgte. Woher sollte da noch die Energie kommen, sich um das Bekanntwerden des Ladens zu kümmern, wenn es zeitlich kaum noch möglich war, überhaupt dort hin zu kommen? Nebenher natürlich die ganz normalen organisatorischen Dinge eines Unternehmens am Laufen halten: Steuer, Einkauf, Rechnungen, Warenbestand, Deko, … Dazu Pendelei zwischen drei Standorten, ein Haushalt, der zumindest rudimentär geführt werden will, Hochzeitsvorbereitungen und ab und zu wollten ja auch noch Sozialkontakte gepflegt werden.
Und, Moment mal, irgendwo war da doch auch noch ein Hund, der ein bisschen Zeit und Aufmerksamkeit braucht …?

Man kann sich denken, dass da keine Zeit mehr blieb, Energie zu tanken bei den Dingen, die man wirklich genießt: in die Berge fahren, lange Spaziergänge, am See liegen, Fotografieren … das alles und noch mehr blieb in diesem Jahr auf der Strecke. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Körper und Geist unter dieser (Über-)Forderung leiden. Man gibt nicht einfach so seinen Traum, das eigene unternehmerische “Baby” auf. Aber auch dieses Baby hat natürlich unter der Mehrfachbelastung gelitten – einfach tolle Waren haben, den Laden aufsperren und auf Besucher hoffen, ist eben keine nachhaltige Strategie, um genügend zu verkaufen, damit wenigstens die Grundkosten halbwegs gedeckt sind. Zu mehr war aber einfach kein Schwung mehr da.

Einfach mal mit der Kamera losziehen? War in diesem Jahr wirklich schwierig. Im September haben wir’s dann aber doch einmal geschafft.

Und irgendwann kam der Moment, wo die einzige Option war, die Reißleine zu ziehen. Wir mussten uns eingestehen, dass die Kraft einfach nicht ausreicht. Und dass wir auch lieber noch etwas das Leben genießen wollen, statt uns zwischen insgesamt vier Jobs aufzureiben, denen man allen nicht gerecht werden konnte. Diese Entscheidung ist uns ganz sicher nicht leicht gefallen. Spätestens ein Krankenhausaufenthalt im August, in dem der ganze Stress der Vormonate kumuliert ist, hat uns aber gezeigt, dass sie richtig ist: Wir schließen den Isarhunde-Laden Ende Oktober.

Wer uns noch nicht dort besucht hat, sollte also unbedingt noch vorbeischauen – es winkt auch ein wirklich lohnenswerter Rausverkaufs-Rabatt von 40 % auf beinahe alles (preisgebundene Waren sind ausgenommen!)!
Wenn ihr es nicht zu den normalen Öffnungszeiten in den Laden schafft, meldet euch gerne bei uns, dann schauen wir, dass wir einen alternativen Termin finden, zu dem ihr stöbern und shoppen könnt.

Mika sagt “Hello, Goodbye” – und hoffentlich bis bald!

An dieser Stelle möchten wir noch “Dankeschön!” sagen: an alle, die uns auf unserem Weg unterstützt und begleitet haben, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen, die ihre Zeit für uns eingesetzt haben, die uns besucht und die bei uns eingekauft haben. Wir hatten wahnsinnig viele tolle Begegnungen und Gespräche im Laden, die unser Leben bereichert haben und die wir furchtbar vermissen werden. Wir hoffen, euch alle bei anderer Gelegenheit wiederzutreffen!

Und was kommt jetzt? Mika wird im kommenden Monat 12, wir feiern dann unser 10-jähriges – eine ganze Dekade Hundeliebe <3! Wir haben uns alle ein bisschen Ruhe verdient, ein wenig Zeit, um Wunden zu lecken, Revue passieren zu lassen und neue Kraft zu tanken, ein bisschen Selbstfürsorge, ein bisschen (Höhen-)Luft und Licht, ein bisschen Freude, ein bisschen Füreinander-da-Sein und Miteinander-Genießen. Und wer weiß, vielleicht kommt es dann wieder, dieses Kitzeln, die Begeisterung, die einen zu Neuem treibt. Oder vielleicht zumindest zurück zum Alten, zum Bloggen. Wir halten euch bestimmt auf dem Laufenden!

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