Humboldtstr. 5, 81543 München

089 52032721

Mi & Do: 17 - 20 Uhr, Fr : 16 - 20 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr

Kleiner Ratgeber Wintersport mit Hund – Teil 1: Die Vorbereitung

In Bayern beginnen die Faschingsferien in diesem Jahr frostig-verschneit: beste Voraussetzungen für Wintersportler, um ein paar schöne Urlaubstage zu verbringen. Damit man auch den Hund fürs Wintersporteln begeistern und sich gemeinsam sicher und aktiv durch den Firn bewegen kann, sollte man ein paar Dinge beachten.

Vorbereitung

Gute Vorbereitung ist das A und O für Unternehmungen insbesondere in alpinen Lagen. Der Winter bringt aber noch einige zusätzliche Herausforderungen mit sich, auf die man achten sollte.

Fitness

Jeder, der schon einmal die Skier angeschnallt und einen Tag im Skigebiet verbracht hat, weiß: Wintersport ist enorm anstrengend. Das gilt natürlich nicht nur für Abfahrten, sondern für jegliche Form von Bewegung im Schnee: durch die nachgebende Oberfläche braucht es mehr Energie für die Fortbewegung, außerdem verbrennt der Körper fleißig, um sich warmzuhalten. Auch sind die Bewegungsabläufe anders als etwa beim Gehen auf festem Untergrund: so müssen etwa die Beine höher angehoben werden, wodurch andere Muskelgruppen verstärkt angesprochen werden.

Wer sich also sportlich im Schnee betätigen will, sollte zeitig Kondition, Kraft und Koordination aufbauen. Und das gilt auch für den Vierbeiner! Durch regelmäßiges Ausdauertraining in Form von Joggen, Radeln oder ausgedehnten Wanderungen schafft man eine gute Grundfitness. Zusätzlich kann man Koordination und Kraft gezielt trainieren, beispielsweise mit Cavaletti-Training oder Übungen mit einem Balancekissen. Anregungen für sinnvolle Trainingseinheiten zum Muskelaufbau und zur Steigerung der Beweglichkeit findet ihr etwa in dem Buch “Gymnastricks – Gezieltes Muskeltraining für Hunde” (Kynos Verlag, 2013) von Carmen Mayer, in den Online-Kursen von Imke Niewöhner oder auch im Blog von Doggy Fitness.

Am Beginn eurer wintersportlichen Unternehmung sollte dann in jedem Fall ein kleines Warmup stehen, um Kreislauf, Muskulatur und Gelenke auf die Belastung vorzubereiten und auch das Verletzungsrisiko zu verringern.

Wichtig ist auch und vor allem die realistische Einschätzung eurer Fitness und der Fitness eures Vierbeiners: Wer die Aktivität passend zur eigenen Konstitution aussucht, den allgemeinen Gesundheitszustand, Alter und rassespezifische Merkmale des Hundes beachtet, ist immer am besten beraten! Wer etwa mit einem kleinen Hund eine ausgedehnte Wanderung durch den Schnee machen möchte, kann sicherheitshalber einen Tragerucksack, ein Tragetuch oder ähnliches mitnehmen, falls es für den Vierbeiner doch auf Dauer zu anstrengen wird, durch den Schnee zu pflügen. Bei Hunden, die zu groß zum Tragen (über längere Strecken) sind, hilft dann nur noch eine Pause – je nach Witterung nicht immer die angenehmste Option.

Ernährung

Wie bereits erwähnt, benötigt der Körper bei niedrigen Temperaturen mehr Energie, um nicht zu unterkühlen und insbesondere die Extremitäten warm zu halten. Bei menschlichen Sportlern, die im Winter draußen aktiv sind, rät man daher, bewusst mehr zu essen, um diesen erhöhten Energiebedarf auszugleichen. Das gilt natürlich auch für Hunde: dementsprechend solltet ihr die Futterrationen an den Verbrauch eurer Fellnase anpassen. Je nachdem kann dabei auch ein speziell für Sporthunde zugeschnittenes Futter (High-energy Futter) sinnvoll sein.

In jedem Fall solltet ihr nicht “auf leeren Magen” durchstarten, aber nach dem Frühstück genügend Zeit einplanen, zum Verdauen – nicht zuletzt für den Hund, um eine Magendrehung zu vermeiden!

Um die Energiereserven unterwegs wieder aufzufüllen, sollten für Mensch und Hund Snacks eingepackt werden, etwa Energieriegel für die Zweibeiner und Trockenfleisch oder -fisch für die Vierbeiner.

Übrigens: auch Wasser / Getränke gehören in den Rucksack! Denn auch wenn Schnee liegt und manch Fellnase nichts lieber tut, als diesen zu verspeisen, ist dies nicht unbedingt die beste Idee, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen: es kann nämlich durch die Kälte und Verunreinigungen des Schnees zu einer sogenannten Schneegastritis kommen, einer akuten Entzündung der Magenschleimhaut. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt Trinkwasser in Zimmertemperatur oder leicht erwärmt in einer Thermoskanne mit, damit es nicht unterwegs einfriert.

Örtliche Gegebenheiten

Der Frage, wo die Reise hinführt, sollte man sich im Winter besonders intensiv widmen: niemand möchte sich mit Hund in der überfüllten Skiarena wiederfinden – im schlimmsten Fall noch versehentlich mitten auf der Piste!

Während Skipisten in der Regel leicht identifizierbar und damit zu meiden sind, wird es schon etwas schwieriger, nicht versehentlich durch gespurte Loipen oder eine Rodelpiste entlang zu laufen. Hier ist definitiv gute Recherche angesagt: viele Loipenverläufe lassen sich unter www.loipenportal.de oder unter www.bayern.by/langlaufgebiete-bayern einsehen, ansonsten finden sich Informationen zu Rodel- und Langlaufgebieten meist auch auf den Seiten der jeweiligen Tourismusverbände.

Auch Einkehrmöglichkeiten sollten vor dem Start einer Tour abgeklärt werden – am besten einfach vorher kurz beim angepeilten Ziel anrufen und fragen, ob geöffnet ist und natürlich ob Hunde willkommen sind.

Wetter

Neben der Orientierung in Bezug auf Lage und Route will natürlich auch das Wetter vor einem Wintersport-Ausflug genauestens studiert werden: wie ist die Lawinenlage? Droht vielleicht ein Schneesturm, der im schlimmsten Fall unterwegs dafür sorgen kann, dass jegliche Orientierung verlorengeht? Läuft oder fährt man auf Alt- oder Neuschnee? Ist es windig und damit durch den sogenannten Windchill kälter, als es die Temperaturen vermuten lassen würden? Alles Faktoren, die über das Wohl und Wehe einer Schneetour entscheiden – oder auch dafür sorgen sollten, sich ein anderes Ziel auszusuchen oder die Unternehmung zu vertagen, denn es passieren leider noch viel zu häufig schwere Unfälle durch eine falsche Einschätzung der Wetterlage!

Eine gute Anlaufstelle, um sich über die aktuelle Wetterlage in den und die Vorhersage für die Alpen zu informieren, ist die Bergwetter-Seite des Deutschen Alpenvereins. Über die aktuelle Lawinenlage und die Schneeverhältnisse informiert der Lawinenwarndienst Bayern. Für Ziele in Österreich kann man sich über lawinen.at zu Informationen über die angepeilte Region klicken, in der Schweiz über das Lawinenbulletin des WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF.

Im nächsten Teil verraten wir euch, welche Ausrüstung ihr für maximalen Schneespaß braucht!

No Comments

Leave a reply