Wandern im Herbst – eine Hassliebe

Der Herbst ist die wohl mit Abstand schönste Jahreszeit zum Wandern. Zugegeben: Ich kann auch, bis auf den Hochsommer, jeder anderen Saison etwas abgewinnen: den unberührten, in der Sonne glitzernden Schneedecken im Winter, dem zarten Grün im Frühjahr und den Sommerblumenwiesen im Sommer. Aber der Herbst mit seinem Farbenspiel, seiner frischen, klaren Luft und seinem goldenen Licht bleibt einfach etwas ganz Besonderes. Noch dazu sind ab Ende September die Kühe meist von den Almen runter, sodass auch die von mir liebevoll „behufte Mörder“ genannten Wiederkäuer einer schönen Bergrunde im wahrsten Sinne des Wortes nicht im Wege stehen.

Der Herbst mit seinem bunten Laub macht jede Umgebung noch viel schöner – wie hier am Hackensee

Wenn nicht … ja, wenn da nicht diese Dinge wären, die Menschen wie mir das Wandern durch die bunten Herbstlandschaften erschweren würden. Da wären zum einen die unzähligen Menschen, die den Herbst ganz genauso wie ich am liebsten draußen in der Natur genießen. Kaum ist stabiles, gutes Wetter angesagt, strömen die Menschen in Scharen in Richtung der schönsten Ausflugsziele, um sich zu bewegen und die schönen Aussichten zu genießen. Manchmal, so hat man den Eindruck, bestehen diese Aussichten dann hauptsächlich aus in funktionale Kleidung gewandeten Zweibeinern, die sich die Wanderwege hinauf- und hinabschlängeln.

Und dann ist da noch dieser Faktor, der das ganze Wanderunterfangen zusätzlich erschwert: es wird auf einmal so früh dunkel! Spätestens nach der Zeitumstellung ist der Tag im gefühlten Nu wieder zu Ende. Ein Graus für Langschläfer wie mich, die gerne erst gegen Mittag am gewählten Wanderort aufschlagen, wenn alle anderen schon längst auf den Hütten angekommen sind und ihre Brotzeit machen, denn ab Mittag sind im Herbst nur noch kurze Runden möglich, bis zur letzten Talfahrt schafft man es womöglich auch nicht mehr rauf zur Seilbahn und überhaupt hat im dümmsten Fall auch schon die für die kulinarische Belohnung nach oder während der Tour ausgewählte Hütte bis zur Ankunft schon den Ausschank geschlossen – oder man wäre noch rechtzeitig, um etwas zu essen, hat aber keine Ruhe dafür, weil man ja vor Einbruch der Dunkelheit auch irgendwie wieder vom Berg herunter muss.

Die spektakulärsten Sonnenuntergänge im Herbst muss man nicht vom Berg aus beobachten – die sieht man auch im Tal (wie hier bei Reit im Winkl)

Für alle, die wie ich lieber einmal mehr den Snooze-Knopf drücken als sich in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett zu quälen, aber trotzdem nicht auf schöne Herbstausflüge verzichten wollen, habe ich ein paar Tipps und Gedanken gesammelt:

Urlaub in den Bergen machen

Wer kann, sollte sich am besten für ein paar Tage direkt in der Nähe des favorisierten Wandergebiets einquartieren – so spart man sich die lästige, und oft äußerst zeitraubende Anfahrt und kann sich auf das konzentrieren, was am meisten Spaß macht: das Wandern!

Weiterer Pluspunkt: Wenn man mehrere Tage in einer Region verbringt, wagt man sich eher von den allseits bekannten und beliebten Pfaden weg und lernst so lohnenswerte und weniger überlaufene Routen kennen, die man sich dann auch für Tagesausflüge merken kann.

Im Herbst heißt es auch: auf die Witterung achten! Oft kann man tagsüber noch im T-Shirt laufen, gegen Abend kühlt es jedoch schnell ab, da macht es sich gut, ein Fleece oder ähnliches dabei zu haben.

Langschläferziele auswählen

Kurze Touren müssen nicht langweilig sein. Es gibt ganze Bücher, die mit Inspirationen für Langschläfertouren (http://bruckmann.de/suchergebnis.cfm?quicksearch=langschl%C3%A4fer&x=0&y=0 ) gefüllt sind. Neben der Dauer der Tour sollte man bei der Auswahl auch auf die Anfahrt achten: empfehlenswert sind beispielsweise Ziele, die recht nah bei den Autobahnzubringern liegen, damit man nicht noch ewig über Land fahren muss.

Alles so schön bunt hier: Mika genießt den Herbst weniger wegen der vielen Farben als wegen der angenehmen Temperaturen.

Spontan sein und asynchron fahren

Wer einen Arbeitsgeber hat, der auch mal kurzfristig eingereichte Urlaubstage erlaubt, sollte unbedingt ein Auge auf die Wettervorhersage halten und sich mal einen spontanen Wandertag unter der Woche gönnen. Der große Vorteil neben den vermutlich deutlich leereren Wanderwegen: die Anfahrt dürfte deutlich schneller vonstattengehen, wenn man sich nicht gleichzeitig mit allen anderen Ausflugswilligen über A8, A95 oder A96 quält.

Wundervolle Wolkenformationen, Regen, Sonne und ein bisschen Magie – schon ist er da, der herbstliche Regenbogen (hier über dem Achensee in Tirol)

Es müssen nicht immer die Berge sein

Man muss nicht immer 100+ km fahren und zig Höhenmeter abreißen, um beeindruckende Naturschauspiele zu sehen. Auch in der näheren Umgebung finden sich Touren mit spektakulären Aussichten – sei es im Isartal, rund um Aying oder bei Fürstenfeldbruck, mal mit Blick auf die Alpen, mal ganz mit Blick auf die direkte Umgebung.

Um das Herbstwetter zu genießen, muss man nicht immer weit fahren – auch München und die direkte Umgebung bieten tolle Natur!

Routen mit einfachem Abstieg suchen

Natürlich möchte man möglichst bei Tageslicht wandern. Im Herbst dauert die Dämmerung aber verhältnismäßig lange. Sicherlich keine perfekten Sichtbedingungen für technisch schwierige Abstiege, aber ein Forstweg dürfte in der Dämmerung oder Dunkelheit, eventuell mit Unterstützung einer Stirnlampe, kein größeres Problem sein. Wenn man also gezielt Ausschau hält nach Touren mit leicht zu bewältigendem Abstieg, verlängert sich automatisch die Zeit, die man potenziell für seine Wanderung zu Verfügung hat.

Hinweis: In der Dämmerung und Dunkelheit ist mit deutlich mehr Wildaktivität zu rechnen. Das bedeutet zum einen, dass euer Hund auf den Wegen bleiben bzw. an der Leine geführt werden sollte. Außerdem solltet auch ihr als Zweibeiner Rücksicht nehmen und euch möglichst leise verhalten.

„Der Herbst steht auf der Leiter / und malt die Blätter an“, wusste schon Peter Hacks. Hier bei der Markbachjochkapelle.

Rosinen rauspicken

Seilbahnwandern geht gegen die Bergsteigerehre? Dann bleibt für die höheren Lagen nur: zeitig raus aus den Federn. Wer es mit der Ehre nicht so eng sieht, kann auch einige schöne Panorama-/Höhenwege mit Hilfe von Bergbahnen erwandern. Wichtig ist dabei nur: unbedingt vorher checken, ob die Bahn noch fährt (im November sind beispielsweise viele Bahnen in Revision) und zu welchen Uhrzeiten – im Zweifel kurz zum Hörer greifen und telefonisch anfragen!

Sich überwinden

Einfach mal den Wecker richtig früh stellen und die Überwindung beim Aufstehen mit einem grandiosen Sonnenaufgang in aufsteigenden Nebelschwaden vor Bergkulisse belohnen – ist natürlich auch eine Möglichkeit!

Isarhunderunde 20: Strecke machen rund ums Manthal

Unser "Umweg" über Farchach und Mörlbach führt uns noch über Feldwege...

Christi Himmelfahrt, vielen besser bekannt als Vatertag, und schönes Wetter: eine der Gelegenheiten, bei denen man sich als ruhesuchender Hundemensch gerne mal fragt, wieso man überhaupt die Stadt verlässt angesichts von (gerne auch mal mehr, mal weniger alkoholisierten) Ausflüglermassen. Dementsprechend skeptisch starteten wir zu unserer Tour – aber unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich zum Glück nicht!

Aber von vorne: Am Vatertag sind wir gegen Mittag in Richtung Starnberg aufgebrochen. Unser Ziel: Manthal, ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Berg. In der Nähe der Gaststätte Manthaler suchen wir uns einen Parkplatz und los geht’s! Etwas verwirrt von den Radlern, die hier die (ansonsten wenig befahrene) Straße ‚unsicher machen‘, laufen wir schnell in den Wald rein – und damit gleich mal in die falsche Richtung… Zum Glück kam uns bald jemand entgegen und konnte uns auf den richtigen Weg lotsen.

Bei strahlendem Wetter ging es auf Tour rund ums Manthal
Bei strahlendem Wetter ging es auf Tour rund ums Manthal
Hoch über dem Starnberger See drehen sie ihre Runden, die Windräder
Hoch über dem Starnberger See drehen sie ihre Runden, die Windräder

Also zurück zur Straße und erst noch ein Stück die Harkirchner Straße weiter laufen, dann geht’s auf dem Bachjägerweg weiter (hier wäre auch eine letztlich sinnvollere Parkmöglichkeit, die ich euch auch in die Karte eingezeichnet habe). Hier gibt’s gleich mal einen kleinen Tümpel, an dem sich unsere vierbeinigen Jungs gleich mal eine Abkühlung gönnen – sollen sie auch haben, ist ja schließlich Herrentag 😉 !

Etwas weiter unten plätschert rechts von uns der Lüßbach vor sich hin, der drittgrößte Zufluss in den Starnberger See: An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab, überqueren selbigen und halten uns dann auf dem Manthalhammerweg, der halblinks weiterführt und uns, den Bachlauf begleitend, langsam ‚in höhere Lagen‘ führt. Ab hier treffen wir auf dem ganzen restlichen Weg kaum noch Leute – eine wirklich angenehme Überraschung für uns!

Unser Weg mündet an einer T-Kreuzung, an der wir rechts abbiegen und ein kurzes Stück auf der Kempfenhauser Straße laufen. Es geht aber gleich wieder links, ein kurzes Stück am Feld entlang und weiter in Richtung Waldrand.

Dabei schrauben wir uns ganz sanft nach und nach höher und haben schon bald einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Ortschaften Farchach und Aufkirchen. Im Hintergrund sieht man die Silhouetten des Karwendels über der sanft-hügeligen Landschaft hervorblitzen – eine wunderbare Gelegenheit für eine Rast, die wir auch gleich nutzen.

Nachdem wir uns am Panorama sattgesehen und die Hunde ihre Knabber aufgefuttert haben, raffen wir uns wieder auf und halten uns einfach weiter am Waldrand, wobei wir einmal rechts abbiegen, dann wieder links. Wir haben dann einen Schlenker über Farchach und Mörlbach eingelegt, den ich euch aber nicht empfehlen kann: man muss an einigen Stellen an bzw. auf der (Land-)Straße laufen und es gibt wirklich nichts zu sehen, was diese weniger schöne Laufsituation rechtfertigen würde. Am besten lauft ihr also einfach weiter am Waldrand entlang bis zum nördlichen Ortsrand von Mörlbach (als Alternativroute grün auf der Karte eingezeichnet).

Unser "Umweg" über Farchach und Mörlbach führt uns noch über Feldwege...
Unser „Umweg“ über Farchach und Mörlbach führt uns noch über Feldwege…
...und entlang von Rapsfeldern
…und entlang von Rapsfeldern

Dort an der kleinen Kreuzung mit der begrünten Mittelinsel (inklusive Sitzbank, falls ihr – wie wir – noch mal eine kleine Getränkepause einlegen wollt 😉 ) biegt ihr dann links ab auf die Forststraße. Kurz darauf trefft ihr, wenn ihr Glück habt, auch schon die etwas exotischeren Einwohner dieser Voralpenidylle: nämlich die Isartal Alpakas! Die putzigen Südamerikaner standen ganz friedlich und neugierig schauend nebst einigen Pferden auf der Weide – immer wieder ein witziger Anblick, den man in Bayern mittlerweile durchaus öfter sieht.

Die Isartal-Alpakas
Die Isartal-Alpakas

Kurze Zeit später führt uns unser Weg wieder in den Wald – was uns und den Hunden an diesem sonnig-warmen Tag äußerst willkommen ist. Wir folgen hier einfach weiter der Forststraße, indem wir uns an den Kreuzungen immer halblinks halten. Durch die Regenfällen in den vorangegangenen Tagen sind hier immer mal wieder größere Pfützen zu finden, aus denen die Hunde ein bisschen Wasser schlabbern können. Davon abgesehen ist die Runde bis auf den Anfang am Lüßbach eher wasserarm – also packt lieber ein bisschen was zu Trinken mit ein für eure Fellnasen!

In einem Bogen geht es schließlich auf die Neufahrner Straße wieder in Richtung Harkirchen und nach Manthal. Dort können die Vierbeiner noch mal eine Runde in den Lüßbach hüpfen und die Zweibeiner bei einem kühlen Getränk im Biergarten des Manthaler die Runde gemütlich ausklingen lassen – zumindest wenn die Hunde nichts gegen freilaufende Hühner in der direkten Nachbarschaft einzuwenden haben 😉 .

Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt
Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt
Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt
Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt

Insgesamt haben wir auf der Tour gut 13km zurückgelegt und waren etwa 3,5 Stunden unterwegs. Ohne den Bogen durch die beiden Ortschaften spart man natürlich etwas Strecke und kann dafür bei Bedarf zum Beispiel noch etwas länger durch den Wald streifen. Unterwegs ist natürlich mit Wild, aber auch mit Reitern zu rechnen. Die Wege an sich sind völlig problemlos zu begehen. Die Runde ist zwar nicht direkt spektakulär oder abenteuerlich, aber die Aussicht in Richtung Alpen ist wirklich schön und der Erfahrung an diesem vorsommerlichen Feiertag nach zu urteilen ist die Strecke nicht überlaufen. Nach dazu ist man schnell dort, sodass man hier auch einfach mal eine ausgedehnte Spazierrunde unter der Woche drehen kann.

Isarhunderunde 19: Alpenpanorama auf dem Zwiesel

Mika genießt den Ausblick am Zwiesel.

Die erste Bergtour des Jahres ist ja immer etwas speziell – umso mehr, wenn die Winterwanderpause gesundheitsbedingt etwas länger ausgefallen ist… Fast hätte ich mich ja auch darum drücken wollen, bergwärts zu gehen, aber Mika und ich stehen ein bisschen unter Zugzwang, da wir uns auf unseren anstehenden Wanderurlaub noch etwas vorbereiten müssen. Also habe ich mich an einem schönen Samstag im April zusammengerissen, den Rucksack gepackt, mir Mika geschnappt und wir sind los in Richtung Bad Tölz.

Wenn man beim Wandern ein bisschen seine Ruhe haben will, ist es natürlich ein gewisses ‚Risiko‘ in eine so nah gelegene und beliebte Gegend zu fahren. Doch während sich der dortige Blomberg dank seiner Seilbahn und der Rodelmöglichkeiten größter Bekannt- und Beliebtheit erfreut, ist sein sogar noch einen Ticken höherer Nachbar, der Zwieselberg, schon deutlich weniger überlaufen – und da wollten wir hin!

Unser Ausgangspunkt, die Waldherr-Alm, liegt auf der Ostseite des Berges. Von dort geht es erstmal – na klar – zu einem kurzen Bad in den Steinbach, der uns das erste Stück unseres Weges begleitet.

Durch den Wald und auf einem breiten Fahrweg, auf dem einen auch schon mal eine Kutsche entgegenkommen kann, geht es aufwärts. Mika hüpft immer mal wieder in den Bach, während ich mich an der Natur erfreue. Da wir erst am frühen Nachmittag nach oben starten, ist kaum noch jemand nach oben unterwegs, nur vereinzelte Absteiger kommen uns noch entgegen.

Nach einer Weile gelangen wir an eine Kreuzung, an der am rechten Abzweig schon eine kleine Brücke zu sehen ist: dort müssen wir rüber und ab da geht es auf einem schmaleren Wanderpfad weiter aufwärts. Achtung: Die Brücke ist ein Metallgitter-Modell – wenn der Hund nicht über offene Gitter gehen mag, kann er eventuell durch den Fluss ausweichen oder er muss getragen werden. Mika hatte hier zum Glück keine Probleme, die Brücke ist auch nur recht kurz.

Ab hier kann man sich praktisch gar nicht mehr verlaufen: der Pfad führt uns mit schlafwandlerischer Sicherheit Richtung Gipfel! Allerdings geht es jetzt, in einigen Serpentinen, ganz schön zügig bergan – für die erste Tour des Jahres schon ganz schön anstrengend. Immerhin hatte es einen Riesen-Vorteil diese Tour so früh im Jahr zu gehen: auf den Almen, die wir passieren, steht noch kein Vieh…! Je höher wir steigen, desto schöner wird schon der Blick zurück – das motiviert auf jeden Fall für den weiteren Aufstieg!

Zähne zusammenbeißen lohnt sich: nach dem flotten Aufstieg zeigt sich schon bald unser Ziel, der Gipfel des Zwieselbergs! Zu Mikas großem Glück finden wir hier oben auch noch einiges an Schnee – was kann es besseres geben? Und zu meinem großen Glück leuchtet uns die Sonne den Weg zum Ziel und lässt die Alpen rundherum erstrahlen!

An der Zwieselalm vorbei geht es nun noch zu einem letzten Aufstieg über den Bergrücken bis zum Gipfelkreuz. Der Ausblick, den man vom Zwiesel aus hat, ist einfach unglaublich toll: von dem 1348m hohen Berg sieht man bei gutem Wetter wunderbar auf das Isartal, die Benediktenwand, den Herzogstand und den Heimgarten sowie hinüber zur Dreitorspitze und zur Zugspitze – bestes Alpenpanorama für einen insgesamt recht kurzen Aufstieg also!

Bei einer Rast am Gipfel lässt sich die Aussicht am besten genießen. Da der Wind dort aber recht frisch wehte, machten wir uns bald wieder an den Abstieg. Wir steigen zur Südseite vom Gipfel hinab, erst weglos und recht steil über den Grashang, anschließend geht es weiter über einen von schneebedeckten Wiesen gesäumten Weg, den man schon vom Gipfel aus sehr gut erkennen kann.

Auf dem Weg geht es nun erst einmal gemütlich weiter, vorbei an der Gassenhofer Alm und nur leicht bergab zwischen Wiesen entlang. Nur eine kleine Schwierigkeit ist zu meistern, nämlich die Überquerung eines Viehgitters. Mika und ich sind einfach nebenan durch eine Lücke im Zaun gegangen, es kann aber durchaus sein, dass dieses geschlossen wird, wenn das Vieh auf der Alm steht. Ansonsten kann man hier noch mal richtig schön die Aussicht auf die rundum gelegene Bergwelt genießen.

Bald nach der Gassenhofer Alm biegen wir in den Wald ein. Ab hier führt der Weg wirklich abwärts und wir müssen uns durch schmelzende Schneereste den steinigen Pfad hinab schlängeln – das dürfte etwas später im Jahr bzw. ohne Schnee einfacher sein, ging aber auch unter den gegebenen Umständen ohne größere Probleme.

Der restliche Weg zeigt sich dann aber wieder ganz zahm und erlaubt uns noch ein paar letzte Aussichten in die (Vor-)Alpenwelt.

Ein letzter wehmütiger Blick zurück – und schon sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen.

Ein letzter Blick zurück.
Ein letzter Blick zurück.

Die Tour auf den Zwiesel hat uns richtig gut gefallen, auch wenn sie für reichlich Muskelkater am nächsten Tag gesorgt hat. Insgesamt sind etwa 620 Höhenmeter im Auf- und Abstieg verteilt auf knapp 10km Strecke zu bewältigen (nicht wundern, dass in der Karte etwas mehr drin steht, mein GPS hatte ein paar Aussetzer und meinte, dass wir 720 Hm zurückgelegt hätten). Technisch ist die Wanderung nicht schwierig, ein bisschen Kondition für den recht stark anziehenden Aufstieg sollte man aber mitbringen. Wir waren inklusive Foto-, Ess- und Trinkpausen insgesamt 4 Stunden unterwegs, als Gehzeit sollte man etwa 3 – 3,5 Stunden einplanen.

Für uns hat es sich gelohnt, erst spät Richtung Gipfel aufzubrechen, da wir unterwegs so kaum Leute getroffen haben und auch am Gipfel kaum noch etwas los war. Es ist aber durchaus möglich, dass zum Sommer hin auch Nachmittags dort mehr Betrieb herrscht.

Auf dieser Runde gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, man kann aber bestens nach der Tour in der Waldherralm einkehren. Alternativ kann man natürlich vom Gipfel des Zwieselbergs einen Abstecher zum Blomberg mit dem Blomberghaus unternehmen.

Wasser für den Hund findet sich nur im unteren Bereich der Wanderung, für die Gipfelrast solltet ihr also auf jeden Fall etwas Trinkbares für euren Hund mit einpacken.

Isarhund goes Nordsee: Ein actionreicher Tag – #texel4dogs

Unterwegs am Strand bei De Koog

Tag 3 auf Texel! Wer zeitig ins Bett geht und friedlich schläft (kein Wunder bei der ruhigen Umgebung!), kann natürlich auch früh aufstehen: Eine gute Gelegenheit, die Sonne über dem Meer aufgehen zu sehen! Also ging es morgens schnell mit Mika einmal über die Straße, den Deich hoch und – schon war er da, der wunderbare Ausblick!

Guten-Morgen-Stimmung auf Texel
Guten-Morgen-Stimmung auf Texel

Der Start in den Tag war also schon mal vielversprechend. Und ich kann schon einmal verraten: Der Rest des Tages löste dieses Versprechen definitiv ein! Nach einem leckeren Frühstück im Hotel Prins Hendrik ging es nämlich schon los in Richtung De Koog. Dort sollte uns neben einer Strandwanderung noch eine besondere Überraschung erwarten. Und überhaupt hatte es dieser Tag so richtig in sich!

Tipp: De Koog liegt am Westufer von Texel. Nur zwei Dünenketten trennen den Ort von der Nordsee. Hier prägen breite Sandstrände das Landschaftsbild – perfekt für alle Meerliebhaber und Badefreunde. Der Ort ist deutlich touristisch geprägt: Hier kann man wunderbar shoppen, findet einiges an gastronomischer Auswahl und an Ausgehmöglichkeiten.

Kaum angekommen, ging es auch schon Richtung Strand. Mit dabei war wieder Hundetrainer Jos Oosting, dazu eine weitere Hundegruppe mit ihren niederländischen Halterinnen und Haltern und – Drohnen! Unsere Strandrunde wurde nämlich filmisch eingefangen – sozusagen zu Lande und aus der Luft! Der VVV Texel nutzte die Gelegenheit und natürlich das fantastische Wetter, um Filmmaterial für ein Image-Video zu sammeln. So kamen wir uns fast ein bisschen wie Prominente auf dem roten Teppich statt wie einfache Hundemenschen am Strand vor… ;-). In jedem Fall haben Zwei- und Vierbeiner die Runde sehr genossen, die einen mit ausgiebigen Badestopps im salzigen Meerwasser, die anderen mit Spiel- und Wühlspaß im Sand. Mika fand das Meer eher ein bisschen unheimlich und blieb deshalb lieber mit allen vier Pfoten an Land.

Unterwegs am Strand bei De Koog
Unterwegs am Strand bei De Koog

So ein Strandspaziergang macht natürlich hungrig und wir hatten das große Glück, zu Mittag im Grand Hotel Opduin in De Koog einkehren zu dürfen. Das Hotel hat eine fantastische Lage direkt an den Dünen und beeindruckte uns durch das stilvolle Ambiente – fast fühlten wir uns ein wenig deplatziert mit unseren sandigen Fellnasen und gemütlichen Wanderklamotten. Aber auch hier wurden wir und vor allem unsere Hunde sehr freundlich empfangen: Wir hatten einen Bereich ganz für uns und nicht nur wir Zweibeiner wurden mit einem Büffet kulinarisch verwöhnt, sondern auch für die Vierbeiner war mit frei im Raum verteilten Hundebetten und Kauknochen bestens gesorgt.

Tipp: Im Grand Hotel Opduin kann man wunderbar Wellness- und Strand-Urlaub verbinden. Hunde sind gegen einen Aufpreis pro Nacht herzlich willkommen, das Hotel stellt Hundekissen sowie Wassernapf.

Außer für Käse sind die Niederlande außerdem noch bekannt für… richtig, Fahrräder! Die Radel-Kultur bei unseren westlichen Nachbarn ist wirklich schon sehr lange sehr viel stärker ausgeprägt als das hierzulande (noch) der Fall ist. Und natürlich bildet Texel da keine Ausnahme. So lag es nahe, bei unserem Trip auf die Insel auch einen Fahrradverleih zu besuchen. Unser nächster Stop in De Koog war also das Fiets Inn.

Dort durften wir das Zweirad-Angebot nicht nur begutachten, sondern auch gleich ausprobieren. Das FietsInn hat dabei praktischerweise nicht nur an die Menschen, sondern auch an die Hunde gedacht: Ihr Angebot umfasst verschiedene Fahrradanhänger sowie Fahrradkörbe für Hunde – da steht ausgiebigen Touren nichts mehr im Weg!

Mika war leider nicht sehr begeistert vom Fahrradanhänger, für ihn wäre vielleicht ein Lastenfahrrad, bei dem er vorne mitfahren kann, besser geeignet. Kein Problem, wir wollten an diesem Tag auch gar keine Tour machen, also haben wir es dabei belassen, mal kurz Anhängerluft zu schnuppern ;-).

Mika war nicht ganz so begeistert vom Fahrradanhänger... ;-)
Mika war nicht ganz so begeistert vom Fahrradanhänger… 😉

Tipp: Wenn euer Hund das Mitfahren im Anhänger nicht kennt, übt dieses bitte erst einmal mit eurem Hund. Dazu zunächst im Stand das Ein- und Aussteigen in den Hänger und das ruhige Sitzen- oder Liegenbleiben belohnen. Wenn das gut klappt könnt ihr (am besten mit einem Helfer) das Fahrrad langsam schieben und wieder das ruhige Sitzen- oder Liegenbleiben belohnen. Langsam die Anforderungen steigern (Tempo erhöhen, um Kurzen schieben). Erst wenn das alles gut funktioniert und euer Hund gelassen bleibt, solltet ihr selber in die Pedale treten.

Texel ist von ca. 140 Kilometern Fahrradwegen durchzogen. Damit man sich nicht verfährt und möglichst schöne Runden drehen kann, gibt es das Fahrradroutennetzwerk: Es gibt 57 Knotenpunkte zwischen den Fahrradwegen, auf Schildern entlang der Routen kann man die Abstände zwischen den Knotenpunkte ablesen und so seine Wunsch-Strecke zusammenstellen. Die Stiftung Landelijk Fietsplatform hat das Texelsche Radwegenetz übrigens mit 5 Sternen ausgezeichnet.

Tipp: Fahrräder und -Anhänger könnt ihr ganz bequem online reservieren unter FietsenOpTexel.nl. Dort habt ihr verschiedene Verleihstandorte und natürlich unterschiedliche Rad-Modelle zur Auswahl.

Und schon ging es weiter zum nächsten Programmpunkt – und zwar mit einem Cabrio-Bus! Da waren auf einmal auch die Vierbeiner, die vorher dem Busfahren etwas skeptisch gegenüberstanden, ganz begeistert, konnten sie doch nach Herzenslust ihre Nasen in den Wind halten und die Aussicht auf die Landschaft genießen!

Unterwegs im Cabrio-Bus
Unterwegs im Cabrio-Bus

Der Cabrio-Bus brachte uns flugs zum Ferienpark De Krim in De Cocksdorp ganz im Norden der Insel. Hier erwartete uns dann das, was ich mir schon so manches Mal im Sommer, wenn die Schafe mal wieder den Englischen Garten in München durchwandern, am Ausgang desselbigen gewünscht hätte: eine Hundewaschanlage!

Die Digit Dogwash-Hundewaschstraße steht seit etwa zwei Jahren den Gästen des Ferienparks genauso wie Besuchern zur Verfügung. Hier kann der Vierbeiner wunderbar von Sand und Schmodder befreit werden, ohne das Bad unter Wasser zu setzen – eine super Sache! Die Bedienung ist einfach: Die Maschine funktioniert über Münzeinwurf, man kann dann über ein großes Menü ganz leicht zwischen verschiedenen Modi wie Abbrausen, Shampoonieren oder Föhnen wechseln. Ein wirklich tolles Service-Angebot für Hundehalter (wie ich als Besitzerin eines Hundes, der sich für sein Leben gern, nunja, ‚einparfümiert‘ nur betonen kann)!

Hundewaschanlage in De Krim
Hundewaschanlage in De Krim

Da unser Tag für Mika auch so schon aufregend genug war, habe ich auf einen aktiven Test der Hundewaschanlage verzichtet. Ich kann aber sagen, dass die (mehr oder weniger freiwilligen 😉 ) Test-Kandidaten alle wunderbar sauber geworden sind ;-).

Tipp: Auch in De Krim sind Hunde herzlich willkommen! Neben der Hundewaschanlage gibt es auf dem Gelände Kotbeutelspender sowie spezielle Hundewiesen. Die Lage des Ferienparks ist ebenfalls sehr hundefreundlich, da auch hier der Strand nur einen Katzensprung entfernt ist. Zur Wahl für den Urlaub mit Hund in De Krim stehen dabei neben Camping auch Chalets, Ferienhäuser oder Bungalows, teils mit großem, umzäuntem Garten.

Der offizielle Teil unserer Texel-Reise war damit auch schon vorbei und der Cabrio-Bus lieferte uns wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Hotel Prins Hendrik ab. Der Tag hingegen war noch lange nicht vorbei und immer noch herrlich sonnig. Also schnappten sich Claudia und ich unsere Fellnasen und machten uns auf eigene Faust auf den Weg zum Vuurtoren, dem großen Leuchtturm an Texels Nordspitze.

Zwar besichtigten wir den Leuchtturm sozusagen nur aus der Ferne, aber der kleine Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt, um noch ein bisschen den Ausblick auf das Meer zu genießen und ein paar Fotos zu schießen! Mika und Mailo fanden’s auf jeden Fall super!

Tipp: Der Leuchtturm wurde 1864 in Betrieb genommen. Er steht auf ‚Eierland‘, einer ehemals eigenständigen Insel, die zur Landgewinnung an Texel angeschlossen wurde. Für 4 Euro kann man den Leuchtturm auch von innen besichtigen.

Mika und Mailo beim Vuurtoren
Mika und Mailo beim Vuurtoren

Unsere ‚Presse- und Bloggertruppe‘ trennte sich nun so langsam: Einige siedelten über ins Grand Hotel Opduin, um dort die letzte Nacht zu verbringen, einige reisten bereits ab, Mika und ich blieben im Hotel Prins Hendrik (dem ich an dieser Stelle ganz besonders für die spontane Verlängerungsmöglichkeit danken möchte). Den letzten gemeinsamen Tag ließen Martina, Claudia, Sabine und Enric bei einem Abendessen im Restaurant des Grand Hotel Opduin ausklingen – dieses Mal aber ohne unsere Vierbeiner. Lecker war’s und in so netter Begleitung schmeckt’s sowieso gleich nochmal doppelt so gut! So ging ein langer, ereignisreicher Tag voller neuer Eindrücke zu Ende – Mika und ich sind danach nur noch todmüde, aber glücklich ins Bett gefallen….

*** In Erinnerung an Gaston – RIP ***

Mittlerweile ist übrigens das besagte Video von unserem tierisch tollen Tag auf Texel fertig – schaut mal rein!

Mika und ich sind auch kurz im Bild. Habt ihr uns gefunden?
 


Hier geht es zum ersten Teil des Rückblicks auf die Reise nach Texel

Hier geht es zum zweiten Teil des Rückblicks auf die Reise nach Texel

Vielen Dank an den VVV Texel für die Einladung zu dieser Pressereise „mit Hund“.

Isarhund goes Nordsee: Von Hundesprache und Dünenwandern – #texel4dogs

Denyo bewacht die Küstenlinie

Unser zweiter Tag auf Texel stand ganz im Zeichen der Kommunikation: Mit dem Bus machte sich die „Meute“ auf den Weg in den kleinen, sehr pittoresken Ort De Waal im Inselinneren. Dort angekommen, blitzten die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken und ließen erahnen, dass dort die ein oder andere kleine „Erleuchtung“ auf uns warten würde.

Tipp: Wer in De Waal ist und sich für Geschichte interessiert, sollte dort dem Cultuurhistorisch Museum einen Besuch abstatten.

Impressionen aus De Waal
Impressionen aus De Waal

In De Waal hatte der VVV Texel nämlich einen Vortrag mit dem bekannten niederländischen Hundetrainer Jos Oosting für uns organisiert. Ein in flottem Englisch gehaltenes, abwechslungsreiches Seminar, basierend auf Oostings Buch „Door de ogen van de hond“ („Durch die Augen des Hundes“) erwartete uns: Da gab es eine Menge zu sehen und zu hören über Aggression und Beschwichtigung, Dominanzgesten und Unterwerfung, Manipulation, soziales Spiel, harte und weiche Augen, gebogene und gerade Körperhaltungen und viele weitere Zwischentöne in der feinen Sprache der Hunde.

Natürlich wurden dabei auch gängige Verständnisprobleme angesprochen: So bekamen wir den ein oder anderen Tipp, wie wir es unseren Hunden leichter machen können, uns zu verstehen, indem wir versuchen, ein bisschen mehr „in ihrer Sprache“ mit ihnen zu sprechen – ganz besonders, wenn es um aus Hundesicht höfliche Kommunikation geht. Bei den 5Reicherts findet ihr noch weitere Details über die Inhalte des Vortrags – und jede Menge wunderschöne Bilder von Texel.

Tipp: Bei Jos Oosting können auch spezielle Hundetrainings-Arrangements auf Texel gebucht werden. Die „Durchweh“-Wochen stehen jeweils unter einem anderen Schwerpunktthema wie Aggression, Feuerwerks-/Silvestertraining, Rückruf oder Freilauf.
Wie immer empfehle ich, sich vorher über Trainer, Methoden und genauere Inhalte zu informieren, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Mika hört natürlich gaaaanz aufmerksam zu
Mika hört natürlich gaaaanz aufmerksam zu

Nach dem leckeren Mittagsbüffet in De Waal und abschließenden Worten von Jos Oosting packten wir unsere Siebensachen Hunde und machten uns auf den Weg in den Süden der Insel zu dem Programmpunkt, auf den sich die Vierbeiner sicher am meisten gefreut haben, nämlich die Hundewanderung – schließlich hatten sie am Vormittag so brav ausgeharrt und wollten sich nun endlich ausgiebig die Pfoten vertreten.

Unsere Wanderung, die auch von Jos Oosting begleitet wurde, der uns die ganze Zeit für Fragen rund um Hundethemen zu Verfügung stand, führe uns in den Nationalpark Dünen von Texel, genauer in das Gebiet De Hors. Der Nationalpark umfasst sage und schreibe 43 km2 – also einen ziemlich großen Bereich der Insel. Im Süden, wo uns unsere Wanderung hinführte, ist der Dünengürtel am breitesten. Wie es sich für einen Nationalpark gehört, kommen Naturliebhaber hier voll und ganz auf ihre Kosten: Die typische Flora und Fauna von Dünengebieten zeigen sich hier in ihrer ganzen Pracht.

Tipp: Etwa 180 km Wanderwege durchziehen Texel. Etwa 10% dieser Wege sind während der Brutsaison gesperrt, um die nötige Ruhe für die Brutvögel zu gewährleisten. Eine grüne Markierung kennzeichnet diese Wege.

Impressionen aus dem Nationalpark Dünen von Texel
Impressionen aus dem Nationalpark Dünen von Texel

Für Hunde gilt im Naturschutzgebiet natürlich Leinenpflicht. Am Strand hieß es dann aber: Leinen los und abgeflitzt! Wir waren alle ein wenig aufgeregt, ob die gemeinsame Wanderung gutgehen würde, schließlich waren lauter vierbeinige Individualisten dabei… Wie sich zeigte, waren unsere Sorgen aber unbegründet und unsere Fellnasen genossen einfach den schier endlos scheinenden (und abgesehen von uns: menschenleeren!) Strand.

Tipp: Die Broschüre „Texel entdecken mit Ihrem Hund“ (PDF) zeigt euch ganz genau, wo ihr zu welchen Zeiten eure Hunde ohne Leine laufen lassen dürft.

Ein Stabyhoun - sooooo niedlich!
Ein Stabyhoun – sooooo niedlich!

Mika fraß einen besonderen Narren an Claudias Mailo (der auch wirklich ein sehr charmanter Zeitgenosse ist!) – praktisch, dass die beiden quasi ganz in der Nähe wohnen und somit einem Wiedersehen mit den beiden nichts im Wege steht!

Mika mag Spielen
Mika mag Spielen

Und wie es der Zufall so will, gab’s am Strand sogar eine Flaschenpost – quasi wie für uns bestellt, um die perfekte Nordseeromantikstimmung zu zaubern! Fee, die unsere Reise betreute, hat die Flasche tapfer mitgeschleppt, am nächsten Tag hat Claudia dann endlich (und unter Einsatz von Leib und Leben) den darin enthaltenen, reizenden Brief einer kleinen Niederländerin daraus befreit.

Der Rückweg unseres Rundwegs führte uns noch an den „Horsmeertjes“ vorbei: Diese zwei kleinen Seen sind ein wahres Paradies für Vögel, von denen man im ganzen Nationalparkgebiet natürlich reichlich beobachten kann. Das Schilfgebiet um die Seen gibt auf jeden Fall ein hübsches Motiv ab, genauso wie der Sanddorn, der am Wegesrand wächst.

Tipp: Sowohl das Ecomare als auch der Staatsbosbeheer bieten geführte Wanderexkursionen in verschiedenen Gebieten auf Texel an.

Horsmeertjes
Horsmeertjes

Nach der Wanderung waren alle glücklich und erschöpft. Für die Vierbeiner gab es dann noch wohlverdiente Kekse, für uns noch die schöne Aussicht Richtung Den Horn.

Tipp: Wenn ihr im Urlaun auf Texel gerne wandern möchtet, besorgt euch am besten die Broschüre „Inselrouten. Geheime Orte mit besonderen Geschichten„, die 10 Wander- und 4 Fahrradtouren umfasst. Orientierung bieten euch auch die Markierungen durch farbige Pfähle im Nationalpark Dünen von Texe (gelb = durchgehende Route / blau = Rundwanderung / grün = nur außerhalb der Brutsaison / rot = Naturpfad).

Aussicht nach Den Hoorn
Aussicht nach Den Hoorn

Mika musste noch mal ran, damit ich noch ein paar schöne Bilder von ihm schießen konnte. So langsam hat er ja Erfahrung beim ‚Modeln‘ für mich, aber er war doch ziemlich k.o. nach diesem aufregenden Tag… 😉

Mika 'modelt'
Mika ‚modelt‘
Mika 'modelt'
Mika ‚modelt‘
Mika 'modelt'
Mika ‚modelt‘

Am Abend gab es für uns noch ein typisch niederländisches „Borrel“ im Prins Hendrik, also einen gemeinsamen Umtrunk, um den Abend einzuläuten. Danach ging es zum Abendessen in den Strandpavillon Kaap Noord, wo es uns ganz hervorragend gefallen hat und wir sehr gut versorgt wurden. Auch hier waren Hunde höchst willkommen und nicht mal unsere Truppe mit über 10 Hunden sorgte für Irritationen. Daumen hoch!


Hier geht es zum ersten Teil des Rückblicks auf die Reise nach Texel

Vielen Dank an den VVV Texel für die Einladung zu dieser Pressereise „mit Hund“.

Isarhunderunde 17: Ammerrundweg

Mika wartet, dass es weitergeht

Im Spätsommer – oder Frühherbst – wandert es sich ja bekanntlich am schönsten. Und umso schöner, wenn a) Feiertag und b) allerbestes Strahlewetter ist. Also ging’s am Tag der Deutschen Einheit in Richtung Ammergau, um mal wieder die Ammerschlucht zu erkunden.

Bestes Wanderwetter lockte uns in den Ammergau
Bestes Wanderwetter lockte uns in den Ammergau

Los geht’s beim Kraftwerk Kammerl, ganz in der Nähe des Wirtshaus Acheleschwaig in Saulgrub. Hier kann man das Auto abstellen und gleich an der Ammer loslaufen. Zuerst überqueren wir die Ammer und dann geht’s auch schon aufwärts – wegen einer Baustelle werden wir etwas außen am Kraftwerk entlanggeführt, aber es ist alles gut beschildert.

Gleich zu Anfang winken auch schon die ersten Herausforderungen, die ich noch gut von unserem ersten Ausflug hierher, der schon ein paar Jahre zurückliegt, in Erinnerung habe: Es gilt, zwei Gitterbrücken mit teils ziemlich großen Löchern zu überqueren. Challenge accepted! Die erste nehmen Mika und Nico, der uns mit seinem Frauchen begleitet, mit Bravours. Die zweite wurde Mika bei unserem früheren Besuch hinübergetragen – dieses Mal haben wir die beiden Hunde aber einfach durch den Bach, über den die Brücke führt, gelotst.

Einige abenteuerliche Stellen wollen unterwegs überwunden werden
Einige abenteuerliche Stellen wollen unterwegs überwunden werden

Und weiter geht es hinauf, bis man auf dem Plateau westlich oberhalb der Ammerschlucht angekommen ist. Nach dem schon etwas anstrengenden Anstieg führt der Weg nun erst mal gemütlich über Waldpfade und entlang Weideflächen. Als Orientierung dienen die Schilder in Richtung Schleierfälle.

Weiter geht es in Richtung Schleierfälle – und das bedeutet vor allem: wieder abwärts in die Ammerschlucht. wir lassen die Schleierfälle selber aus, dafür dürfen sich die Hunde eine kleine Plantschpause in der Ammer genehmigen. Im Bereich um die Schleierfälle ist einiges los, was sich vor allem am jetzt wieder folgenden Aufstieg über einen Treppensteig bemerkbar macht: viel Gegenverkehr, alle bemüht, auf den unregelmäßigen Holzstufen nicht auszurutschen. Aber ich bin nicht traurig um die Gelegenheiten, beim Aufstieg ein paar kurze Pausen einzulegen, um die entgegenkommenden Leute durchzulassen.

Wir halten uns weiter in Richtung Soyer Mühle / Bad Bayersoyen. Zwei Auf- und Abstiege sind natürlich noch nicht genug, also geht es wieder hinab ins Tal, dieses Mal folgt man aber dem Flusslauf ein wenig länger als an den Schleierfällen. Zeit für die Fellnasen, ein kurzes Bad einzulegen.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Soyer Mühle, an der wir über eine Holzbrücke die Ammer wieder überqueren. Viel zu sehen gibt es unterwegs auf jeden Fall!

Immer schön der Reihe nach: unterwegs Richtung Soyer Mühle
Immer schön der Reihe nach: unterwegs Richtung Soyer Mühle
Zwar nicht die Schleierfälle, aber auch nett anzusehen
Zwar nicht die Schleierfälle, aber auch nett anzusehen

Es folgt ein letzter Aufstieg aus der Ammerschlucht, dieses Mal zum Ostufer, der uns auf die ‚Sonnenseite‘ dieser Wanderung bringt. Führte der erst Teil hauptsächlich durch Wald, laufen wir nun erst einmal durch Weideland – da war kräftig Sonne tanken angesagt!

Der Weg ist nun bequem zu gehen und wiederum sehr gut ausgeschildert (Ammerrundweg). Bald kommen wir wieder näher an die Schlucht und können noch ein paar wunderbare Aussicht auf die Ammer erhaschen, die etwa 150 Höhenmeter unter uns liegt.

Endspurt Richtung Gasthof: Auf der Ostseite bleibt der Weg angenehm zu gehen, führt mal auf schattigeren Abschnitten, zum Großteil aber über Weideland, also schattenlos. Unterwegs begegnen wir noch dem ein oder anderen ‚Landbewohner‘, bevor wir uns auf der Terrasse des Wirtshauses Acheleschwaig (geöffnet: an Wochenenden, Feiertagen und montags) niederlassen und eine wohlverdiente Stärkung zu uns nehmen. Von dort aus ist es dann auch nicht mehr weit bis zum Parkplatz, von wo aus es im Ausflüglerrückreiseverkehr wieder in Richtung München geht.

Für die etwa 11 Kilometer Strecke haben wir gut 5 Stunden gebraucht – Pausen inbegriffen. Als reine Gehzeit würde ich etwa 3,5 Stunden schätzen. Auch wenn der Weg zu den Schleierfällen eine beliebte Familienwanderung ist: Etwas Trittsicherheit sollte Mensch und Hund schon mitbringen, da die Auf- und Abstiege recht ’steil‘ sind und je nach Witterung auch sehr rutschig sein können. Man kann die Tour natürlich auch in die andere Richtung laufen, hat dann aber das anstrengend Auf und Ab am Westufer als Schlussetappe vor sich.

Landschaftlich lohnt sich der Ausflug auf jeden Fall, es gibt vieles zu sehen und auch die Hunde hatten ihren Spaß. Nicht vergessen Wasser für die Hunde einzupacken: Leider geht man immer nur kurze Zeit direkt am Fluss entlang und gerade nach den Aufstiegen oder den schattenlosen Strecken am Ostufer könnten die Fellnasen Durst haben.