Wandern im Herbst – eine Hassliebe

Der Herbst ist die wohl mit Abstand schönste Jahreszeit zum Wandern. Zugegeben: Ich kann auch, bis auf den Hochsommer, jeder anderen Saison etwas abgewinnen: den unberührten, in der Sonne glitzernden Schneedecken im Winter, dem zarten Grün im Frühjahr und den Sommerblumenwiesen im Sommer. Aber der Herbst mit seinem Farbenspiel, seiner frischen, klaren Luft und seinem goldenen Licht bleibt einfach etwas ganz Besonderes. Noch dazu sind ab Ende September die Kühe meist von den Almen runter, sodass auch die von mir liebevoll „behufte Mörder“ genannten Wiederkäuer einer schönen Bergrunde im wahrsten Sinne des Wortes nicht im Wege stehen.

Der Herbst mit seinem bunten Laub macht jede Umgebung noch viel schöner – wie hier am Hackensee

Wenn nicht … ja, wenn da nicht diese Dinge wären, die Menschen wie mir das Wandern durch die bunten Herbstlandschaften erschweren würden. Da wären zum einen die unzähligen Menschen, die den Herbst ganz genauso wie ich am liebsten draußen in der Natur genießen. Kaum ist stabiles, gutes Wetter angesagt, strömen die Menschen in Scharen in Richtung der schönsten Ausflugsziele, um sich zu bewegen und die schönen Aussichten zu genießen. Manchmal, so hat man den Eindruck, bestehen diese Aussichten dann hauptsächlich aus in funktionale Kleidung gewandeten Zweibeinern, die sich die Wanderwege hinauf- und hinabschlängeln.

Und dann ist da noch dieser Faktor, der das ganze Wanderunterfangen zusätzlich erschwert: es wird auf einmal so früh dunkel! Spätestens nach der Zeitumstellung ist der Tag im gefühlten Nu wieder zu Ende. Ein Graus für Langschläfer wie mich, die gerne erst gegen Mittag am gewählten Wanderort aufschlagen, wenn alle anderen schon längst auf den Hütten angekommen sind und ihre Brotzeit machen, denn ab Mittag sind im Herbst nur noch kurze Runden möglich, bis zur letzten Talfahrt schafft man es womöglich auch nicht mehr rauf zur Seilbahn und überhaupt hat im dümmsten Fall auch schon die für die kulinarische Belohnung nach oder während der Tour ausgewählte Hütte bis zur Ankunft schon den Ausschank geschlossen – oder man wäre noch rechtzeitig, um etwas zu essen, hat aber keine Ruhe dafür, weil man ja vor Einbruch der Dunkelheit auch irgendwie wieder vom Berg herunter muss.

Die spektakulärsten Sonnenuntergänge im Herbst muss man nicht vom Berg aus beobachten – die sieht man auch im Tal (wie hier bei Reit im Winkl)

Für alle, die wie ich lieber einmal mehr den Snooze-Knopf drücken als sich in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett zu quälen, aber trotzdem nicht auf schöne Herbstausflüge verzichten wollen, habe ich ein paar Tipps und Gedanken gesammelt:

Urlaub in den Bergen machen

Wer kann, sollte sich am besten für ein paar Tage direkt in der Nähe des favorisierten Wandergebiets einquartieren – so spart man sich die lästige, und oft äußerst zeitraubende Anfahrt und kann sich auf das konzentrieren, was am meisten Spaß macht: das Wandern!

Weiterer Pluspunkt: Wenn man mehrere Tage in einer Region verbringt, wagt man sich eher von den allseits bekannten und beliebten Pfaden weg und lernst so lohnenswerte und weniger überlaufene Routen kennen, die man sich dann auch für Tagesausflüge merken kann.

Im Herbst heißt es auch: auf die Witterung achten! Oft kann man tagsüber noch im T-Shirt laufen, gegen Abend kühlt es jedoch schnell ab, da macht es sich gut, ein Fleece oder ähnliches dabei zu haben.

Langschläferziele auswählen

Kurze Touren müssen nicht langweilig sein. Es gibt ganze Bücher, die mit Inspirationen für Langschläfertouren (http://bruckmann.de/suchergebnis.cfm?quicksearch=langschl%C3%A4fer&x=0&y=0 ) gefüllt sind. Neben der Dauer der Tour sollte man bei der Auswahl auch auf die Anfahrt achten: empfehlenswert sind beispielsweise Ziele, die recht nah bei den Autobahnzubringern liegen, damit man nicht noch ewig über Land fahren muss.

Alles so schön bunt hier: Mika genießt den Herbst weniger wegen der vielen Farben als wegen der angenehmen Temperaturen.

Spontan sein und asynchron fahren

Wer einen Arbeitsgeber hat, der auch mal kurzfristig eingereichte Urlaubstage erlaubt, sollte unbedingt ein Auge auf die Wettervorhersage halten und sich mal einen spontanen Wandertag unter der Woche gönnen. Der große Vorteil neben den vermutlich deutlich leereren Wanderwegen: die Anfahrt dürfte deutlich schneller vonstattengehen, wenn man sich nicht gleichzeitig mit allen anderen Ausflugswilligen über A8, A95 oder A96 quält.

Wundervolle Wolkenformationen, Regen, Sonne und ein bisschen Magie – schon ist er da, der herbstliche Regenbogen (hier über dem Achensee in Tirol)

Es müssen nicht immer die Berge sein

Man muss nicht immer 100+ km fahren und zig Höhenmeter abreißen, um beeindruckende Naturschauspiele zu sehen. Auch in der näheren Umgebung finden sich Touren mit spektakulären Aussichten – sei es im Isartal, rund um Aying oder bei Fürstenfeldbruck, mal mit Blick auf die Alpen, mal ganz mit Blick auf die direkte Umgebung.

Um das Herbstwetter zu genießen, muss man nicht immer weit fahren – auch München und die direkte Umgebung bieten tolle Natur!

Routen mit einfachem Abstieg suchen

Natürlich möchte man möglichst bei Tageslicht wandern. Im Herbst dauert die Dämmerung aber verhältnismäßig lange. Sicherlich keine perfekten Sichtbedingungen für technisch schwierige Abstiege, aber ein Forstweg dürfte in der Dämmerung oder Dunkelheit, eventuell mit Unterstützung einer Stirnlampe, kein größeres Problem sein. Wenn man also gezielt Ausschau hält nach Touren mit leicht zu bewältigendem Abstieg, verlängert sich automatisch die Zeit, die man potenziell für seine Wanderung zu Verfügung hat.

Hinweis: In der Dämmerung und Dunkelheit ist mit deutlich mehr Wildaktivität zu rechnen. Das bedeutet zum einen, dass euer Hund auf den Wegen bleiben bzw. an der Leine geführt werden sollte. Außerdem solltet auch ihr als Zweibeiner Rücksicht nehmen und euch möglichst leise verhalten.

„Der Herbst steht auf der Leiter / und malt die Blätter an“, wusste schon Peter Hacks. Hier bei der Markbachjochkapelle.

Rosinen rauspicken

Seilbahnwandern geht gegen die Bergsteigerehre? Dann bleibt für die höheren Lagen nur: zeitig raus aus den Federn. Wer es mit der Ehre nicht so eng sieht, kann auch einige schöne Panorama-/Höhenwege mit Hilfe von Bergbahnen erwandern. Wichtig ist dabei nur: unbedingt vorher checken, ob die Bahn noch fährt (im November sind beispielsweise viele Bahnen in Revision) und zu welchen Uhrzeiten – im Zweifel kurz zum Hörer greifen und telefonisch anfragen!

Sich überwinden

Einfach mal den Wecker richtig früh stellen und die Überwindung beim Aufstehen mit einem grandiosen Sonnenaufgang in aufsteigenden Nebelschwaden vor Bergkulisse belohnen – ist natürlich auch eine Möglichkeit!

Leckerchen, 1/2017

Wow, gab es lange keine Leckerchen mehr hier im Blog… Naja, zugegeben: allzu viel zu lesen gab es die letzten Wochen – Monate hier sowieso nicht ;-). Dementsprechend verabschiede ich mich auch einstweilen von der Bezeichnung „Leckerchen der Woche“, denn wenn schon werden in dieser Kategorie doch eher mehrere Wochen auf einmal verbloggt :-).

In den letzten Wochen ist auf jeden Fall einiges an Liebenswertem in mein Leben eingezogen – nicht zuletzt im Dezember, wo neben Weihnachten ja auch noch mein Geburtstag war…

Ganster sein: Ich liebe Papeterie, nicht nur, aber ganz besonders Notizbücher und -hefte. In einem Geschäft an einem schönen Exemplar vorbeizugehen, fällt mir dementsprechend schwer. Aber jetzt kann ich das getrost tun, denn ein lieber Mensch hat mich zum Papergangster gemacht! Die Mitgliedschaft in der Papergang von Ohh Deer bringt mir einmal im Monat eine Überraschungsbox mit wunderhübschem Papierkram ins Haus. Große Liebe ❤!

Reminder: Braucht man ab und an einfach. In diesem Fall nicht zuletzt, weil ich in diesem Jahr gerne wieder auf Wanderschaft gehen würde mit Mika. Wenn der Reminder dann auch noch so praktisch (zum Beispiel als Stifte- oder Kosmetiktasche) einsetzbar ist wie dieser – umso besser! Gefunden bei Nature & Découvertes.

Reißverschluss-Tasche "Keep Exploring"
Reißverschluss-Tasche „Keep Exploring“

Gedanken wandern lassen: Zur Vorbereitung auf die Wandersaison sind zwei neue Bücher bei uns eingezogen. Klar, dass die schon mal in Ruhe durchgeblättert und die geeigneten Strecken markiert werden wollen. Irgendwie muss man sich ja auch die langen Abendstunden im Winter vertreiben ;-). Und auch wenn die Bücher nicht speziell auf Hunderunden ausgerichtet sind, hoffe ich doch, das ein oder andere Tourchen für uns zu finden!

Wanderbücher von Rother
Wanderbücher von Rother

Wandgestaltung: Mal wieder einen Pinsel schwingen und eine neue „Pinnwand“ zaubern – kreativ werden kann so einfach sein und es macht einfach zufrieden, wenn in der Wohnung wieder etwas vorangeht ❤ Gestaltet mit Kork-Topfuntersetzern von Ikea, etwas Malerkrepp und Plakafarben in Gold, Silber und Kupfer. Fehlen nur noch passende Pins… 😉

DIY Kork-PInnwand
DIY Kork-PInnwand

Bekanntes neu entdecken: In Bayern hat der Winter uns ein richtiges Wunderland gezaubert. Wunderschön, auf Lieblings-Strecken durch die flauschig-weiße Schneedecke zu laufen und die Landschaft ganz neu wahrzunehmen. So geschehen im Januar im Murnauer Moos und an den Osterseen.

Waschbärchi: Socken. Sie sind einfach meine große Leidenschaft 😀 Diese hier fand ich ganz besonders putzig, mit kleinen Waschbäröhrchen und einer Anti-Rutsch-Gummierung an der Sohle. Gefunden bei Reserved.

Waschbär-Socken
Waschbär-Socken

Fotofieber: Der Weihnachtsmann hatte es besonders gut mit mir gemeint und ein kleinen „Fotostudio“ für mich eingepackt. Selbiges hat mittlerweile auch seinen Platz in der Wohnung gefunden und wurde natürlich auch eingeweiht – beim Fotografieren der „Leckerchen“ :-)! Es braucht auf jeden Fall noch etwas Übung meinerseits, aber ich freue mich schon total darauf, diesen Bereich der Fotografie weiter zu verfolgen!

Mein kleines Fotostudio
Mein kleines Fotostudio

TierBlogger Adventskalender Türchen 1: Mit dem Hund durch die Jahreszeiten

Es ist wieder soweit: die stade Zeit hat begonnen! Und damit ist auch der Startschuss zum diesjährigen TierBlogger-Adventskalender gefallen: Dazu haben sich wieder Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefunden, um Tierfreunden mit informativen Artikeln und tollen Verlosungen das Warten auf das Christkind ein wenig zu verkürzen.

Doch nicht nur Weihnachten rückt gerade unaufhaltsam näher, sondern auch der Winteranfang und kurz darauf der Jahreswechsel. Für viele die Zeit zurückzublicken und natürlich auch Pläne für das kommende Jahr zu schmieden. Wir starten daher im ersten Türchen des TierBlogger Adventskalenders mit ein paar Inspirationen, wie ihr mit eurem Hund die Jahreszeiten verbringen könnt.

Winter

Natürlich kennen und lieben wir sie alle: die Wintertage, an denen die Sonne von Abertausenden von Schneekristallen gespiegelt über die idyllische Landschaft scheint, an denen der Atem gefriert und man mit einer Thermoskanne Tee bewaffnet durch den Wald spaziert, die Hände tief in den Taschen vergraben, während der Vierbeiner munter umherlaufend seine Spuren durch die noch unberührte Schneedecke zieht…

Die Realität sieht im Winter aber leider oft anders aus: Die Tage sind kurz und kalt, das Wetter oft trübe, gerade im Dezember gibt es eine Menge für die Feiertage vorzubereiten, der Hund mag seinen Wintermantel nicht, friert aber ohne ganz furchtbar, im dümmsten Fall hat man sich zu allem Unglück auch noch eine Erkältung zugezogen… Kurzum: Es kann durchaus passieren, dass die Gassirunde im Winter hin und wieder kürzer ausfällt. Da sollte man sich auf jeden Fall ein Indoor-Alternativprogramm zurechtlegen, um den Vierbeiner auch bei weniger Bewegung beschäftigen zu können.

Traum-Wintertage wie diesen hier gibt es leider viel zu selten.
Traum-Wintertage wie diesen hier gibt es leider viel zu selten.

Schnüffel mal wieder

Gerade im Winter liegen die verschiedensten Gerüche in der Luft: Zimt, Anis, der Duft von frischen Tannennadeln, Plätzchen oder Mandarinen… Es gibt vieles zu erschnüffeln, natürlich auch für den Vierbeiner! Wie wäre es da zum Beispiel mal mit einem Schnüffelparcours im Wohnzimmer? Nehmt einfach verschiedene (natürliche) Duftstoffe, die euer Hund vielleicht sogar noch nicht kennt. Ihr könnt sie beispielsweise in Dosen oder kleine Schüsseln füllen und mit Alufolie abdecken, in die ihr dann noch ein paar kleine Löcher schneidet, oder ein Küchenhandtuch mit einem Haushaltsgummi über die Öffnung spannen.

Die Behälter verteilt ihr mit einigem Abstand voneinander im Raum. Dann könnt ihr euren Hund an die lange Leine nehmen und mit ihm gemeinsam auf Schnüffel- und Erkundungstour gehen. Lasst euch dabei Zeit und achtet darauf, welche Gerüche euer Hund besonders interessant findet – denn diese könnt ihr vielleicht später einmal zum Training von Geruchsunterscheidung verwenden, als besondere Zutat von Hundeleckerli (bitte dabei aber nicht vergessen, dass einige Dinge für Menschen lecker, für Hunde aber Gift sind – Stichwort: Schokolade) einsetzen oder als olfaktorisches Entspannungssignal aufbauen!

Klingt langweilig? Für uns Menschen vielleicht – schließlich bleibt uns der größte Teil der Welt der Gerüche, wie Hunde sie wahrnehmen, leider verschlossen. Das sogenannte Riechhirn des Hundes, das sich ausschließlich dieser Welt widmet, ist etwa zehnmal so groß wie das entsprechende Hirnareal beim Menschen. Dazu verfügen Hunde über 125 bis etwa 220 Millionen Geruchsrezeptoren – der Mensch hingegen hat nur magere 5 Millionen. Dementsprechend beschäftigt ist das Hundehirn auch, wenn es die für ihn so wichtigen Düfte wahrnimmt und analysiert. Gerade jüngere Hunde lernen bei einem kleinen Schnüffelparcours viel Neues kennen, das Gehirn verarbeitet die Informationen – und das verbraucht natürlich eine Menge Energie! Und aufgeregte Hunde können durch solche ganz bewusst ruhig gehaltenen Aktivitäten auch lernen einmal herunterzufahren. In der reinen Erkundungsvariante sollte deshalb auch auf Leckerlis oder Spielzeug zur Motivation verzichtet werden – das Entdecken der (neuen) Gerüche sollte selbstbelohnend sein.

Frühling

Der Frühling ist die Zeit des Aufbruchs: alles regt sich und streckt sich der Sonne entgegen, die sich endlich wieder länger blicken lässt. Nach den (hoffentlich) gemütlichen Wintermonaten bricht jetzt nicht nur die Zeit des Fellwechsels an. Körper und Geist sehnen sich auch nach Licht, Luft, Bewegung und – Abwechslung!

Das Frühjahr ist die beste Zeit, um einfach mal Neues auszuprobieren. Und dabei im besten Falle vielleicht auch noch das ein oder andere Gramm Weihnachtsspeck loszuwerden, das sich gerne mal häuslich auf den Rippen von Zwei- und Vierbeinern einrichtet. Und während Herrchen und Frauchen möglicherweise schon mal auf die perfekte Badefigur hintrainieren, freut Bello sich einfach über mehr Bewegung und (wider-)erstarkende Muskeln – nicht zuletzt halten diese ja auch die Bewegungsabläufe rund und können etwa diverse Gelenkbeschwerden verhindern oder abmildern.

Während der eine noch frühjahrsmüde ist, arbeitet der nächste schon an der Sommerfigur.
Während der eine noch frühjahrsmüde ist, arbeitet der nächste schon an der Sommerfigur.

Komm in Bewegung

Das wichtigste ist, die körperliche Auslastung des Hundes passend zu seiner allgemeinen Konstitution zu wählen. Während jüngere, gesunde Hunde Spaß an rasanten Agility-Runden haben, ist für Senioren das gelenkschonende Degility sicher die bessere Wahl! Für viele Hundehalter die perfekte Lösung: einfach einen Sport gemeinsam mit ihrem Vierbeiner ausüben! Klassischerweise geht es hier um Ausdauer, etwa beim Joggen oder Fahrradfahren.

Aber warum nicht einmal etwas ganz Neues ausprobieren? Wälzt einfach einmal das Angebot der Hundeschulen und -vereine in eurer Umgebung oder sucht in Hundeforen nach Gleichgesinnten oder bestehenden Trainingsgruppen. Denn auszuprobieren gibt es vieles! Wie wäre es zum Beispiel mit…

  • THS/Turnierhundsport: Im THS, der „Leichtathletik mit Hund“ können verschiedene Disziplinen bewältigt werden. Egal ob Geländelauf, Hindernislauf oder Combination Speed Cup – hier ist in jedem Fall Geschwindigkeit gefragt!
  • Scent Hurdle Racing/Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung: Das Scent Hurdle Racing ist eine Variante des bekannteren Hunde-Teamsports Flyball. Zwei Teams treten gegeneinander an, die Hunde müssen in diesem ‚Staffellauf‘ nicht nur jeweils 4 Hürden überwinden, sondern auch noch das richtige Apportel anhand des Geruchs identifizieren und ihrem Halter apportieren.
  • Rally-Obedience: Ein Parcours, ein ganzer bunter Blumenstrauß an Herausforderungen, die zu bewältigen sind – das ist Rally-Obedience! Hier kommt es nicht nur auf die schnelle, sondern vor allem auch auf die genaue Bewältigung der Übungen an. Von Abrufen über Slalomlaufen bis zu klassischen Sitz-Platz-Steh-Aufgaben ist hier alles dabei, was den vollen Einsatz von Körper und Geist fordert!
  • JAD-Dogs/Jump and Dance: JAD-Dogs kombiniert Dogdance, Longierarbeit und Agility zu einer neuen Disziplin. Hier wird auf Distanz im Longierkreis mit Bewegungswechseln und Geräten gearbeitet, außerdem dürfen Hund und Halter jede Menge Tricks zeigen.

Sommer

Gut vorgesorgt hat, wer bis zum Anbruch des Hochsommers seinen Körper in Form gebracht hat. Denn ab jetzt ist eher Chillen im Schatten als Schwitzen beim Sport angesagt, Hitze und physische Verausgabung sind nämlich nicht gerade die beste Kombination für den Körper. Aber immer nur unterm Sonnenschirm liegen ist auf Dauer natürlich auch langweilig. Zum Glück gibt es aber auch bei hohen Temperaturen noch genügend Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen – man muss nur das ein oder andere Mal ein kleines Stückchen um die Ecke denken!

Es muss ja nicht immer gleich das Meer sein. Spiele am und im Wasser machen auch an Seen, Bächen oder dem Planschbecken im Garten Spaß.
Es muss ja nicht immer gleich das Meer sein. Spiele am und im Wasser machen auch an Seen, Bächen oder dem Planschbecken im Garten Spaß.

Bewahr einen kühlen Kopf

Die einfachste Variante, auch im Sommer zu genügend zu Bewegung zu kommen, ist selbige in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Dann steht auch einer Runde Joggen zumeist nichts im Wege. Das A und O dabei ist natürlich, auf seinen vierbeinigen Begleiter zu achten und die Belastung auf dessen Fitness und Wärmetoleranz anzupassen.

Im Sommer außerdem für die meisten Hunde toll sind alle Arten von Wasserspielen! Euer Hund kann apportieren? Dann führt in doch mit passendem schwimmfähigen Spielzeug langsam an den Wasserapport heran: Dazu am Anfang auf jeden Fall stehende Gewässer aufsuchen, in Ufernähe arbeiten und in kleinen Schritten die Herausforderung steigern. Euer Hund liebt Leckerlis? Dann lasst ihn diese doch einfach mal aus einer Schüssel mit Wasser oder aus einem Planschbecken fischen. Viele Hunde lieben es auch ganz schlicht durch Wasser zu waten. Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe ja einen kleinen Bachlauf, der einen feucht-fröhlichen Kneipp-Spaziergang erlaubt?

Wenn es doch einmal zu warm oder kein Wasser in der Nähe ist, könnt ihr eurem Hund mit einem gefrorenen Kong (oder ähnlichem befüllbaren Spielzeug) Beschäftigung und Abkühlung gleichzeitig bieten.

Übrigens: Es gibt auch mobile Hundeduschen, die zwischendurch für Abkühlung sorgen (oder natürlich den Hund von Dreck befreien 😉 ) können. Gerade für Hundehalter ohne Garten und ohne Bademöglichkeit in freier Natur kann das eine ‚coole‘ Alternative im Sommer sein.

Herbst

Die Tage werden schon wieder kürzer, aber dafür sinken die Temperaturen auf angenehme Grade und die sich langsam in den schönsten Schattierungen färbenden Blätter lassen auch bekannte Landschaften in völlig neuem Glanz erstrahlen. Der goldene Herbst lockt in jedem Fall nach draußen in die Natur, die man nun auf sechs Beinen ausgiebig erkunden kann.

Das Finderglück bei Suchspielen im Herbstlaub ist besonders groß.
Das Finderglück bei Suchspielen im Herbstlaub ist besonders groß.

Geh neue Wege

Herbstzeit ist Wanderzeit – keine andere Jahreszeit bietet so viele Gelegenheiten, den Rucksack zu packen und sich mit dem Hund auf Tour durch die nähere oder fernere Umgebung zu begeben. Es muss dabei nicht immer die Bergbesteigung oder Langstreckenwanderung sein, um Abwechslung zu haben. Auch rund um die Stamm-Gassistrecke lässt sich sicher einiges noch Unbekanntes entdecken: Biegt doch einfach einmal in eine andere Richtung ab und lernt so euer Umfeld neu oder besser kennen. Bei so einem Streifzug durch euren Ort solltet ihr Extra-Schnüffelzeit einplanen: die meisten Hunde mögen es, in unbekannten Umgebungen erst einmal ausgiebig ‚Hundezeitung zu lesen‘ und alles in ihrem eigenen Tempo zu erkunden.

Doch auch auf gewohnten Strecken gibt es im Herbst viel zu entdecken – verändern sich diese doch sozusagen auf natürliche Weise fast täglich! Da wären zum Beispiel die Laubhaufen am Wegesrand, die man perfekt für (Leckerli-)Suchspiele nutzen kann. Oder herabgefallene Kastanien, die man apportieren lassen kann. Oder die kleinen Pilzkolonien, die an schattigen Stellen im Wald gewachsen sind, und abgeschnüffelt werden können. Nicht zu vergessen das Fallobst, das sich jetzt auf der ein oder anderen Wiese oder am Wegesrand findet und vielen Hunden Freude bereitet – sei es als kleiner Snack zwischendurch oder als ‚Wurfgeschoss‘!

Aber natürlich wollen die meisten nicht immer nur auf denselben Pfaden wandeln. Wer noch auf der Suche nach schönen neuen Wandertouren für ‚Sechsbeiner‘ ist, kann sich zum Beispiel bei Mein-Wanderhund.de, BergWauWau.de oder natürlich auch bei uns inspirieren lassen.

Verlosung

Damit ihr mit eurem Hund und/oder anderen Vierbeinern gut durch das Jahr 2017 kommt, verlose ich den Wandkalender „Dogs“ mit 12 Fotografien des renommierten Tierfotografen Andrew Grant (Format: 51 x 45 cm) aus dem Kunth Verlag. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist mir bis zum 04.12.2016 in den Kommentaren verraten, welches eure tierische Lieblings-Jahreszeit ist.*
Viel Glück!

Das nächste Türchen wird sich übrigens morgen bei The Swiss Cats öffnen – schaut mal vorbei!


* Mitmachen könnt ihr, wenn ihr in Deutschland oder Österreich lebt. Über den Gewinner entscheidet das Los, Mehrfachteilnahmen gelten nicht. Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass ihr Name (Vorname und Initital des Nachnamens) im Gewinnfall hier auf dem Blog und bei Facebook veröffentlicht wird. Der Gewinnner wird außerdem per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Gut zu Fuß (und zu Pfote)

Etwa 1.500 Schritte legt ein ein durchschnittlicher Büroangestellter, der mit dem Auto zur Arbeit fährt und ansonsten eher zur Gattung Couch-Potato zählt, pro Tag zurück. Klingt viel? Ist aber weit entfernt von den 10.000 Schritten, die in der Regel für ein gesünderes Leben empfohlen werden. Da dürfte der durchschnittliche Hundemensch schon deutlich näher dran sein. Und unsere Hunde übertreffen dieses Ziel sicher locker (wobei sich die Frage stellt: wird da jede Pfote gezählt, um auf 10.000 Schritte zu kommen…? 😉 ).

So weit uns die Füße tragen…

Ob nun mehr oder weniger als 10.000 Schritte täglich – fest steht, dass uns unsere Füße und Pfoten Tag für Tag durchs Leben und damit ganz schön viel Verantwortung tragen. Ganz besonders natürlich, wenn man (wie wir gerade) zum Beispiel auf große Wanderschaft gehen will. Damit man sich dann auch sicher darauf verlassen kann, per pedes am Ziel anzukommen, sollte man den Füßen und Pfoten natürlich besondere Aufmerksamkeit schenken. Ein paar Tipps dazu haben wir für euch zusammengestellt!

Gut zu Fuß (und zu Pfote)

Vierbein

Krallenpflege

Krallenpflege ist immer wichtig, aber natürlich ganz besonders vor längeren Wanderungen: Die Krallen sollten nicht zu lang sein, zum einen damit der Hund besseren Halt auch auf glatteren Untergründen hat, zum anderen damit die Krallen nicht schmerzhaft ins Krallenbett drücken, und zu guter Letzt um das Risiko von splitternden und brechenden Krallen zu verringern. Hunde, die längere Zeit mit zu langen Krallen herumlaufen, können im schlimmsten Falle Haltungs- und Gelenkschäden davontragen, da sie automatisch eine Schonhaltung annehmen, um dem Druck auszuweichen.

Nicht jedem Hund müssen die Krallen gekürzt werden, wenn der Hund öfter auf harten Untergründen läuft oder etwas viel buddelt, kann es gut sein, dass sie sich von alleine in der richtigen Länge halten. Ob die Krallen zu lang

Sollte es aber doch nötig sein, die Krallen zu kürzen, muss man dabei vorsichtig vorgehen, um nicht versehentlich den durchbluteten, von Nerven durchzogenen Teil der Kralle zu verletzen. Ausführliche Anleitungen zu verschiedenen Methoden dazu finden sich hier. Wer sich unsicher ist, kann die Krallen natürlich auch von einem Profi kürzen lassen!

Wenn die Krallen die richtige Länge haben, kann man außerdem noch für etwas mehr Geschmeidigkeit sorgen, indem man sie ‚einfettet‘, zum Beispiel mit ein wenig Kokosöl (wichtig ist, ein Öl/Fett zu nehmen, was auch im Magen des Hundes landen darf, da es natürlich leicht abgeschleckt werden kann). Zur generellen Stärkung der Krallen bietet sich Biotin oder Kieselerde als Nahrungsergänzung an.

Hundepfoten Krallenpflege

Ballenpflege

Die Ballenzwischenräume unserer Vierbeiner sind oft im wahrsten Sinne des Wortes eine haarige Angelegenheit: Gerade im Winter knubbelt sich da im Fell schnell so einiges zusammen. Deshalb und auch um (bei langhaarigen Hunden) die Krallenlänge besser erkennen zu können, kann es sinnvoll sein, das Fell zwischen den Ballen zu kürzen. Mika ist da zum Glück sehr pflegeleicht, er kommt immer ohne Schneeböppel an den Pfoten durch den Winter… 😉

Nach einer Wanderung sollte man auf jeden Fall die Ballen und -zwischenräume einmal inspizieren, um sicherzustellen, dass sich der Hund keinen Fremdkörper eingetreten hat – selbst eine einzelne Tannennadel kann da nämlich schon fies pieksen.

Um die Ballen elastisch zu halten und Rissbildung vorzubeugen, kann man die Pfoten außerdem mit speziellen Pflegeprodukten (Balsam, Creme, Öl/Fett, …) behandeln oder auch hier etwas Kokosöl verwenden. Das ist besonders im Winter sinnvoll, wenn zusätzlich zu Kälte und Eis auch noch Streusalz die Hundepfote angreift – und natürlich immer dann, wenn man mal wieder auf etwas herausfordernden Untergründen unterwegs ist… ;-).

Wir nehmen unterwegs gerne einen Pfotenpflege-Fettstift von Lunderland mit, um im Falle des Falles auch zwischendurch eine Pflegeschicht auflegen zu können. Für Zuhause probieren wir es seit neuestem mit dem Pfotenschutz-Spray von Anibio – Mika ist allerdings generell von Sprays gar nicht begeistert. Bewährt haben sich auch einfache Ringelblumencreme aus der Drogerie sowie Vaseline/Melkfett oder Hirschtalg.

Pfotenschutz

In besonders herausforderndem Gelände oder für Hunde mit besonders empfindlichen Pfoten sowie bei kleineren Verletzungen an den Ballen empfehlen sich Pfotenschuhe. Diese gibt es in verschiedensten Ausführungen, von einfachen „Gummiüberziehern“ bis hin zu wasserabweisenden Softshell-Modellen mit Profilsohle. Für Wanderungen kann ein rutschfestes Profil definitiv nicht schaden, außerdem sollten die Schuhe natürlich rutschfest sitzen. Wichtig ist, dass ihr das Anziehen der Schuhe sowie das Laufen damit vorher übt, damit euer Hund nicht wie auf rohen Eiern läuft.

Herausfordernder Untergrund

Zweibein

Fußpflege (und kleine Helferlein)

Wie beim Vierbeiner sind hier natürlich auch sorgsam gestutzte Nägel höchstes Gebot – Nägel aber keinesfalls rund schneiden, damit sie nicht einwachsen! Um Blasenbildung vorzubeugen, solltet ihr für trockene Füße sorgen. Für mich wirkt Babypuder da Wunder, wenn es warm ist – eine sinnvolle Alternative zum Fußdeo, wenn ihr mich fragt.

Abends dürfen die Füße dann gerne ein belebendes Fußbad genießen, mit Hirschtalg- oder einer ähnlichen Creme gepflegt und hochgelagert werden. Ich persönlich schwöre außerdem auf Venen-Aktiv-Cremes mit Rosskastanie – man kommt sich zwar beim Kauf im Drogeriemarkt unendlich alt vor, dafür hilft es einfach super gegen schwere Beine nach einem langen Wandertag (oder auch wenn es einfach nur heiß ist 😉 ).

Sollten sich doch einmal Blasen bilden, haben sich für mich Blasenpflaster von Markenanbietern bisher als deutlich besser als ihre günstigeren Alternativen herausgestellt. Auf jeden Fall sollte man nicht zu lange warten mit dem Blasenpflaster, sondern dieses am besten schon drauf machen, wenn man bemerkt, dass es an einer Stelle besonders reibt.

Gegen verspannte Fußsohlen hilft eine ausgiebige Fußmassage – am besten natürlich vom jeweiligen Lieblingsmenschen, aber wenn der- oder diejenige nicht verfügbar ist, ist ein Blackball oder eine kleine Blackroll eine super Alternative: einfach mit der Fußsohle unter konstantem Druck darüber rollen, das freut die Faszien. (Und sowieso ist Blackroll oder -ball kein schlechter Begleiter auf Wanderreisen, da man damit ja auch noch andere Körperpartien bearbeiten kann. Hier findet ihr einige Übungen.).

Socken

Die Wanderschuhe können noch so gut, die Füße noch so gepflegt sein: wenn die Socken nichts taugen, hilft das alles nichts. Richtige Wandersocken sind zwar nicht günstig, die Investition lohnt sich aber in der Regel: Vernünftige Wandersocken sorgen im Idealfall nicht nur für ein gutes Fußklima, sondern haben keine oder zumindest nur flache Nähte. Außerdem sind sie an den nötigen Stellen extra gepolstert, um die Gefahr von Druckstellen zu minimieren.

Wandersocken und Wanderschuhe7

Wichtig: Die Socken sollten eng anliegen, damit sie keine Falten werfen – sonst sind Blasen quasi vorprogrammiert! Gute Wandersocken sind daher auch daran zu erkennen, dass es pro Paar einen linken und einen rechten Socken gibt: die Socken sind entsprechend unterschiedlich geschnitten, was für einen idealen Sitz am Fuß sorgt. Da ich persönlich sowieso einen kleinen Sockenfetisch habe, nicht nur wenn es ums Wandern geht, besitze ich auch verschiedene Wandersocken, die ich je nach Außentemperatur und Schuhen, die ich trage, einsetze. Gerade im Sommer wird mir nämlich schnell zu warm, wenn ich in Merino-Socken unterwegs bin (ja, das Phänomen „kalte Füße = frierende Frau“ scheint auch umgekehrt zu gelten… 😉 ). Bei Material und Dicke macht also Versuch kluch. Einige Hersteller zeichnen auch aus, für welche Temperaturen ihre Wandersocken gedacht sind.

Schuhe

Das A und O für längere Strecken zu Fuß: der richtige Schuh! Welcher das ist, hängt natürlich ganz vom Einsatzort und -zweck sowie vom Fuß ab! Bei Wanderungen in bergigem Gelände sollte die Sohle stabil sein und der Schaft wirklich Halt geben, damit man nicht umknicken kann. Und natürlich sollten sie so gut wie möglich passen. Da ein guter Wanderschuh eine Investition ist, an der man im besten Fall ein paar Jahre seine Freude haben soll, kann ich nur empfehlen sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen, wo man die Schuhe idealerweise in einem kleinen Parcours mit unterschiedlichen Untergründen gleich probelaufen kann.

Dass die Schuhe vor einer größeren Wanderung erst einmal eingelaufen werden sollten, damit sie sich an den Fuß anpassen, versteht sich von selbst. Um lange etwas von euren Wanderschuhen zu haben, solltet ihr sie außerdem pflegen: wie das genau abläuft, hängt natürlich vom Material ab (Leder oder Kunstfaser), generell sollte man aber gleich im Anschluss an eine Wanderung den Dreck mit Bürste und / oder Wasser entfernen und die Schuhe gut trocknen und auslüften lassen. Zum Trocknen empfiehlt es sich, die Einlegesohle, die eigentlich immer herausnehmbar ist, einfach hochkant in den Schaft zu stellen, damit der Schuh wirklich komplett durchtrocknen kann.

Nasse Wanderschuhe

Kommt gut an

Schon Goethe wusste: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Ich liebe dieses langsame Reisen und um es genießen zu können, versuche ich bestmöglich auf Mikas und mein Hand- ähhh… Fußwerkszeug zu achten. Habt ihr noch Tipps, wie man als Zwei- oder Vierbeiner gut zu Fuß unterwegs ist? Dann immer her damit – man lernt schließlich nie aus 🙂

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. - Goethe

Isarhunderunde 20: Strecke machen rund ums Manthal

Unser "Umweg" über Farchach und Mörlbach führt uns noch über Feldwege...

Christi Himmelfahrt, vielen besser bekannt als Vatertag, und schönes Wetter: eine der Gelegenheiten, bei denen man sich als ruhesuchender Hundemensch gerne mal fragt, wieso man überhaupt die Stadt verlässt angesichts von (gerne auch mal mehr, mal weniger alkoholisierten) Ausflüglermassen. Dementsprechend skeptisch starteten wir zu unserer Tour – aber unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich zum Glück nicht!

Aber von vorne: Am Vatertag sind wir gegen Mittag in Richtung Starnberg aufgebrochen. Unser Ziel: Manthal, ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Berg. In der Nähe der Gaststätte Manthaler suchen wir uns einen Parkplatz und los geht’s! Etwas verwirrt von den Radlern, die hier die (ansonsten wenig befahrene) Straße ‚unsicher machen‘, laufen wir schnell in den Wald rein – und damit gleich mal in die falsche Richtung… Zum Glück kam uns bald jemand entgegen und konnte uns auf den richtigen Weg lotsen.

Bei strahlendem Wetter ging es auf Tour rund ums Manthal
Bei strahlendem Wetter ging es auf Tour rund ums Manthal
Hoch über dem Starnberger See drehen sie ihre Runden, die Windräder
Hoch über dem Starnberger See drehen sie ihre Runden, die Windräder

Also zurück zur Straße und erst noch ein Stück die Harkirchner Straße weiter laufen, dann geht’s auf dem Bachjägerweg weiter (hier wäre auch eine letztlich sinnvollere Parkmöglichkeit, die ich euch auch in die Karte eingezeichnet habe). Hier gibt’s gleich mal einen kleinen Tümpel, an dem sich unsere vierbeinigen Jungs gleich mal eine Abkühlung gönnen – sollen sie auch haben, ist ja schließlich Herrentag 😉 !

Etwas weiter unten plätschert rechts von uns der Lüßbach vor sich hin, der drittgrößte Zufluss in den Starnberger See: An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab, überqueren selbigen und halten uns dann auf dem Manthalhammerweg, der halblinks weiterführt und uns, den Bachlauf begleitend, langsam ‚in höhere Lagen‘ führt. Ab hier treffen wir auf dem ganzen restlichen Weg kaum noch Leute – eine wirklich angenehme Überraschung für uns!

Unser Weg mündet an einer T-Kreuzung, an der wir rechts abbiegen und ein kurzes Stück auf der Kempfenhauser Straße laufen. Es geht aber gleich wieder links, ein kurzes Stück am Feld entlang und weiter in Richtung Waldrand.

Dabei schrauben wir uns ganz sanft nach und nach höher und haben schon bald einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Ortschaften Farchach und Aufkirchen. Im Hintergrund sieht man die Silhouetten des Karwendels über der sanft-hügeligen Landschaft hervorblitzen – eine wunderbare Gelegenheit für eine Rast, die wir auch gleich nutzen.

Nachdem wir uns am Panorama sattgesehen und die Hunde ihre Knabber aufgefuttert haben, raffen wir uns wieder auf und halten uns einfach weiter am Waldrand, wobei wir einmal rechts abbiegen, dann wieder links. Wir haben dann einen Schlenker über Farchach und Mörlbach eingelegt, den ich euch aber nicht empfehlen kann: man muss an einigen Stellen an bzw. auf der (Land-)Straße laufen und es gibt wirklich nichts zu sehen, was diese weniger schöne Laufsituation rechtfertigen würde. Am besten lauft ihr also einfach weiter am Waldrand entlang bis zum nördlichen Ortsrand von Mörlbach (als Alternativroute grün auf der Karte eingezeichnet).

Unser "Umweg" über Farchach und Mörlbach führt uns noch über Feldwege...
Unser „Umweg“ über Farchach und Mörlbach führt uns noch über Feldwege…
...und entlang von Rapsfeldern
…und entlang von Rapsfeldern

Dort an der kleinen Kreuzung mit der begrünten Mittelinsel (inklusive Sitzbank, falls ihr – wie wir – noch mal eine kleine Getränkepause einlegen wollt 😉 ) biegt ihr dann links ab auf die Forststraße. Kurz darauf trefft ihr, wenn ihr Glück habt, auch schon die etwas exotischeren Einwohner dieser Voralpenidylle: nämlich die Isartal Alpakas! Die putzigen Südamerikaner standen ganz friedlich und neugierig schauend nebst einigen Pferden auf der Weide – immer wieder ein witziger Anblick, den man in Bayern mittlerweile durchaus öfter sieht.

Die Isartal-Alpakas
Die Isartal-Alpakas

Kurze Zeit später führt uns unser Weg wieder in den Wald – was uns und den Hunden an diesem sonnig-warmen Tag äußerst willkommen ist. Wir folgen hier einfach weiter der Forststraße, indem wir uns an den Kreuzungen immer halblinks halten. Durch die Regenfällen in den vorangegangenen Tagen sind hier immer mal wieder größere Pfützen zu finden, aus denen die Hunde ein bisschen Wasser schlabbern können. Davon abgesehen ist die Runde bis auf den Anfang am Lüßbach eher wasserarm – also packt lieber ein bisschen was zu Trinken mit ein für eure Fellnasen!

In einem Bogen geht es schließlich auf die Neufahrner Straße wieder in Richtung Harkirchen und nach Manthal. Dort können die Vierbeiner noch mal eine Runde in den Lüßbach hüpfen und die Zweibeiner bei einem kühlen Getränk im Biergarten des Manthaler die Runde gemütlich ausklingen lassen – zumindest wenn die Hunde nichts gegen freilaufende Hühner in der direkten Nachbarschaft einzuwenden haben 😉 .

Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt
Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt
Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt
Zum Abschluss der Wanderung wird noch ein kräftiger Schluck aus dem Lüßbach getankt

Insgesamt haben wir auf der Tour gut 13km zurückgelegt und waren etwa 3,5 Stunden unterwegs. Ohne den Bogen durch die beiden Ortschaften spart man natürlich etwas Strecke und kann dafür bei Bedarf zum Beispiel noch etwas länger durch den Wald streifen. Unterwegs ist natürlich mit Wild, aber auch mit Reitern zu rechnen. Die Wege an sich sind völlig problemlos zu begehen. Die Runde ist zwar nicht direkt spektakulär oder abenteuerlich, aber die Aussicht in Richtung Alpen ist wirklich schön und der Erfahrung an diesem vorsommerlichen Feiertag nach zu urteilen ist die Strecke nicht überlaufen. Nach dazu ist man schnell dort, sodass man hier auch einfach mal eine ausgedehnte Spazierrunde unter der Woche drehen kann.

Isarhunderunde 19: Alpenpanorama auf dem Zwiesel

Mika genießt den Ausblick am Zwiesel.

Die erste Bergtour des Jahres ist ja immer etwas speziell – umso mehr, wenn die Winterwanderpause gesundheitsbedingt etwas länger ausgefallen ist… Fast hätte ich mich ja auch darum drücken wollen, bergwärts zu gehen, aber Mika und ich stehen ein bisschen unter Zugzwang, da wir uns auf unseren anstehenden Wanderurlaub noch etwas vorbereiten müssen. Also habe ich mich an einem schönen Samstag im April zusammengerissen, den Rucksack gepackt, mir Mika geschnappt und wir sind los in Richtung Bad Tölz.

Wenn man beim Wandern ein bisschen seine Ruhe haben will, ist es natürlich ein gewisses ‚Risiko‘ in eine so nah gelegene und beliebte Gegend zu fahren. Doch während sich der dortige Blomberg dank seiner Seilbahn und der Rodelmöglichkeiten größter Bekannt- und Beliebtheit erfreut, ist sein sogar noch einen Ticken höherer Nachbar, der Zwieselberg, schon deutlich weniger überlaufen – und da wollten wir hin!

Unser Ausgangspunkt, die Waldherr-Alm, liegt auf der Ostseite des Berges. Von dort geht es erstmal – na klar – zu einem kurzen Bad in den Steinbach, der uns das erste Stück unseres Weges begleitet.

Durch den Wald und auf einem breiten Fahrweg, auf dem einen auch schon mal eine Kutsche entgegenkommen kann, geht es aufwärts. Mika hüpft immer mal wieder in den Bach, während ich mich an der Natur erfreue. Da wir erst am frühen Nachmittag nach oben starten, ist kaum noch jemand nach oben unterwegs, nur vereinzelte Absteiger kommen uns noch entgegen.

Nach einer Weile gelangen wir an eine Kreuzung, an der am rechten Abzweig schon eine kleine Brücke zu sehen ist: dort müssen wir rüber und ab da geht es auf einem schmaleren Wanderpfad weiter aufwärts. Achtung: Die Brücke ist ein Metallgitter-Modell – wenn der Hund nicht über offene Gitter gehen mag, kann er eventuell durch den Fluss ausweichen oder er muss getragen werden. Mika hatte hier zum Glück keine Probleme, die Brücke ist auch nur recht kurz.

Ab hier kann man sich praktisch gar nicht mehr verlaufen: der Pfad führt uns mit schlafwandlerischer Sicherheit Richtung Gipfel! Allerdings geht es jetzt, in einigen Serpentinen, ganz schön zügig bergan – für die erste Tour des Jahres schon ganz schön anstrengend. Immerhin hatte es einen Riesen-Vorteil diese Tour so früh im Jahr zu gehen: auf den Almen, die wir passieren, steht noch kein Vieh…! Je höher wir steigen, desto schöner wird schon der Blick zurück – das motiviert auf jeden Fall für den weiteren Aufstieg!

Zähne zusammenbeißen lohnt sich: nach dem flotten Aufstieg zeigt sich schon bald unser Ziel, der Gipfel des Zwieselbergs! Zu Mikas großem Glück finden wir hier oben auch noch einiges an Schnee – was kann es besseres geben? Und zu meinem großen Glück leuchtet uns die Sonne den Weg zum Ziel und lässt die Alpen rundherum erstrahlen!

An der Zwieselalm vorbei geht es nun noch zu einem letzten Aufstieg über den Bergrücken bis zum Gipfelkreuz. Der Ausblick, den man vom Zwiesel aus hat, ist einfach unglaublich toll: von dem 1348m hohen Berg sieht man bei gutem Wetter wunderbar auf das Isartal, die Benediktenwand, den Herzogstand und den Heimgarten sowie hinüber zur Dreitorspitze und zur Zugspitze – bestes Alpenpanorama für einen insgesamt recht kurzen Aufstieg also!

Bei einer Rast am Gipfel lässt sich die Aussicht am besten genießen. Da der Wind dort aber recht frisch wehte, machten wir uns bald wieder an den Abstieg. Wir steigen zur Südseite vom Gipfel hinab, erst weglos und recht steil über den Grashang, anschließend geht es weiter über einen von schneebedeckten Wiesen gesäumten Weg, den man schon vom Gipfel aus sehr gut erkennen kann.

Auf dem Weg geht es nun erst einmal gemütlich weiter, vorbei an der Gassenhofer Alm und nur leicht bergab zwischen Wiesen entlang. Nur eine kleine Schwierigkeit ist zu meistern, nämlich die Überquerung eines Viehgitters. Mika und ich sind einfach nebenan durch eine Lücke im Zaun gegangen, es kann aber durchaus sein, dass dieses geschlossen wird, wenn das Vieh auf der Alm steht. Ansonsten kann man hier noch mal richtig schön die Aussicht auf die rundum gelegene Bergwelt genießen.

Bald nach der Gassenhofer Alm biegen wir in den Wald ein. Ab hier führt der Weg wirklich abwärts und wir müssen uns durch schmelzende Schneereste den steinigen Pfad hinab schlängeln – das dürfte etwas später im Jahr bzw. ohne Schnee einfacher sein, ging aber auch unter den gegebenen Umständen ohne größere Probleme.

Der restliche Weg zeigt sich dann aber wieder ganz zahm und erlaubt uns noch ein paar letzte Aussichten in die (Vor-)Alpenwelt.

Ein letzter wehmütiger Blick zurück – und schon sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen.

Ein letzter Blick zurück.
Ein letzter Blick zurück.

Die Tour auf den Zwiesel hat uns richtig gut gefallen, auch wenn sie für reichlich Muskelkater am nächsten Tag gesorgt hat. Insgesamt sind etwa 620 Höhenmeter im Auf- und Abstieg verteilt auf knapp 10km Strecke zu bewältigen (nicht wundern, dass in der Karte etwas mehr drin steht, mein GPS hatte ein paar Aussetzer und meinte, dass wir 720 Hm zurückgelegt hätten). Technisch ist die Wanderung nicht schwierig, ein bisschen Kondition für den recht stark anziehenden Aufstieg sollte man aber mitbringen. Wir waren inklusive Foto-, Ess- und Trinkpausen insgesamt 4 Stunden unterwegs, als Gehzeit sollte man etwa 3 – 3,5 Stunden einplanen.

Für uns hat es sich gelohnt, erst spät Richtung Gipfel aufzubrechen, da wir unterwegs so kaum Leute getroffen haben und auch am Gipfel kaum noch etwas los war. Es ist aber durchaus möglich, dass zum Sommer hin auch Nachmittags dort mehr Betrieb herrscht.

Auf dieser Runde gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, man kann aber bestens nach der Tour in der Waldherralm einkehren. Alternativ kann man natürlich vom Gipfel des Zwieselbergs einen Abstecher zum Blomberg mit dem Blomberghaus unternehmen.

Wasser für den Hund findet sich nur im unteren Bereich der Wanderung, für die Gipfelrast solltet ihr also auf jeden Fall etwas Trinkbares für euren Hund mit einpacken.