Boli Munich – Made in Munich: Hunde-UnternehmerInnen aus München im Porträt

Made in Munich: Boli Munich

Münchens Wirtschaft verbindet man eher mit Laptop und Lederhosen als mit Leberwurstkeksen und Leinenmanufaktur. Doch auch die Tierbranche boomt in der bayerischen Landeshauptstadt und ihrem Umland – und bringt einige faszinierende Geschäftsideen, Produkte und Persönlichkeiten hervor. Grund genug, mal einen Blick auf Hundeunternehmen aus der Region und die Köpfe dahinter zu werfen.

Made in Munich: Boli Munich

 

1. Wer bist du und was ist dein Hundeunternehmen? Stell dich, deinen vierbeinigen Begleiter und deine Produkte oder deinen Service vor.

Mein Name ist Sidriti, kurz Sissi, und ich habe eine modische und sehr funktionale Softshelljacke für den modernen Hundehalter von heute entworfen. Inspiriert wurde ich von meinem, nun nicht mehr so kleinen Boli, einem Labrador-Mischling, daher auch der Name Boli Munich.

Sidriti und Boli von Boli Munich. Foto: Boli Munich
Sidriti und Boli von Boli Munich. Foto: Boli Munich

2. Wie bist du auf die tierische Geschäftsidee gekommen?

Die Jacke ist der klassische Fall, die Lösung für mein eigenes Problem zu finden. Zum einen habe ich den Bedarf gesehen, welchen Hundehalter – meiner Erfahrung nach – sehr oft haben: Immer vergisst man etwas für den Hund oder für einen selbst, wenn man endlich mit dem Hund eine schöne Runde laufen möchte. Leckerlies, Spielzeug, für eine plötzlich dunkel werdende Abendrunde das Licht, Wasser für beide, die Pfeife, dann natürlich die Schlüssel, Kopfhörer, Sonnenbrille, einen kleinen Snack usw. Und deshalb habe ich eine Jacke entworfen, die für all die erwähnten Dinge eine vorgesehene Tasche hat. Es gab schon Versuche auf dem Markt, dem Hundehalter das Leben einfacher zu machen, doch nichts in dem Maße, wie ich es jetzt getan habe.

Besonderen Wert legte ich allerdings auch auf das Design. Da ich aus der Modebranche komme, musste diese Jacke super modern, schön geschnitten und auch elegant aussehen. Neben den coolen Taschen-Gimmicks soll sie auch so hervorstechen. Als Stoff wählte ich Softshell, den man in der Regel während drei Jahreszeiten tragen kann und der auch sehr trendy ist. Das war quasi die Geburt meines Vorhabens.

Ohne es laut zu sagen, sogar ohne meinen Hund super zu tragen 😉

3. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich und deinen Hund aus?

Wenn man so ein Geschäft in der Bekleidungsindustrie starten möchte, dann benötigt man für den Start schon eine Menge Exemplare, da die Produktion natürlich wirtschaftlich sein muss. Verschiedene Farben, Größen und Modelle fordern schon etwas Kapitaleinsatz.

Darum werde ich mit einer Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter beginnen, um mir so zum einen das erforderliche Geld zu besorgen, sprich die Produktion vorzufinanzieren, aber auch andererseits um wertvolles Feedback von Interessenten zu bekommen. Jetzt bin ich abgewichen 🙂 . Worauf ich eigentlich hinauswollte, ist der Punkt, dass ich oder wir noch kein wirkliches Tagesgeschäft oder typischen Arbeitstag haben und somit jeder Tag anders ist. Momentan müssen wir auf unser Produkt aufmerksam machen, darum wird viel Zeit in den sozialen Medien verbracht, PR Texte werden geschrieben und möglichst viele Meinungsbildner angefragt, die uns helfen können.
Was nutzt dir das beste Produkt, wenn keiner davon weiß…

Der Hund darf dabei nicht zu kurz kommen, und so sind wir jeden Tag noch lang genug draußen. Großer Pluspunkt ist dabei natürlich der direkte Kontakt mit unserer Zielgruppe, wobei einige Tipps sofort umgesetzt wurden. Klassische Win-Win-Situationen.

Teilweise ist es schon sehr, sehr anstrengend, aber ein Blick von Boli und ich weiß wieder, wofür es gut ist. Eine super Motivation.

Funktional und modern werden die Jacken von Boli Munich. Foto: Boli Munich
Funktional und modern werden die Jacken von Boli Munich. Foto: Boli Munich

4. Was macht München zu einem guten Standort für ein Hunde-Start-Up?

München ist eine super Stadt für Hunde. Ich wohne seit 2009 hier und muss sagen, dass in all den vorherigen Städten, den Hunden und Besitzern nicht annähernd so viel geboten wurde wie hier. Wundervolle Grünanlagen, immer nur wenige Minuten entfernt, die herrliche Isar besonders im Sommer und auch fast nur nette und tolerante Leute. Wirklich ein Traum, den man nicht mehr missen möchte.

Warum ein guter Standort? Nun ja, da es hier nun mal überdurchschnittlich viele Hundehalter gibt, kann man sehr gutes und auch bayerisch-ehrliches Feedback bekommen und man hat auch selbstverständlich eine sehr große, interessante und potente Käuferschicht direkt vor Ort. Aber da ich mit meinem „Unternehmen“ erst jetzt starte, kann ich noch keine großen Erfahrungen weitergeben. Werde aber in Zukunft gern Auskunft geben.

Die Boli Munich wird es in einer Version für Herren und in einer taillierteren Version für Damen geben. Foto: Boli Munich
Die Boli Munich wird es in einer Version für Herren und in einer taillierteren Version für Damen geben. Foto: Boli Munich

5. Wo trifft man dich und deinen Hund, wenn ihr gerade nicht am Schreibtisch sitzt?

Am liebsten fahre ich wenige Stationen mit der Bahn bis zur Fraunhofer Str. und gehe mit Boli flussaufwärts. Da der Kleine allerdings ziemlich neugierig ist und wirklich jedem Hallo sagen möchte, kann es im Sommer bei viel Betrieb schon nervig werden. Darum könnte der Stop auch Thalkirchen heißen. Außerdem sehr gern im nördlichen Englischen Garten.

Wenn es mal schnell gehen soll, Olympiapark oder Luitpoldpark. Dort findet Boli in der Regel immer Spielkameraden.

Mit Boli unterwegs in München. Foto: Boli Munich
Mit Boli unterwegs in München. Foto: Boli Munich

6. Und zum Abschluss: Hast du einen Tipp für alle, die sich gerne in der Hundebranche selbständig machen wollen?

Wie gesagt, ich bin selbst Neuling. Aber die Liebe zum Tier und zur Mode gab mir quasi den Weg vor. Abgedroschener Spruch, aber mach einfach, was dir Spaß macht, der Erfolg kommt irgendwann von selbst. Und was gibt es schöneres, als während eines herrlichen Spaziergangs mit seinem Hund andere Leute für sein Produkt zu begeistern.

Die besten Ideen entstammen tatsächlich aus eigenen Problemen. Und glaubt mir, diese Probleme haben viele andere auch, das habe ich selbst festgestellt.

Wildsterne – Made in Munich: Hunde-UnternehmerInnen aus München im Porträt

Wildsterne - Made in Munich

Münchens Wirtschaft verbindet man eher mit Laptop und Lederhosen als mit Leberwurstkeksen und Leinenmanufaktur. Doch auch die Tierbranche boomt in der bayerischen Landeshauptstadt und ihrem Umland – und bringt einige faszinierende Geschäftsideen, Produkte und Persönlichkeiten hervor. Grund genug, mal einen Blick auf Hundeunternehmen aus der Region und die Köpfe dahinter zu werfen.

Wildsterne - Made in Munich 

Matina Morber und ihre Weiße Schäferhündin Kio. Foto: privat
Matina Morber und ihre Weiße Schäferhündin Kio. Foto: privat
1. Wer bist du und was ist dein Hundeunternehmen? Stell dich, deinen vierbeinigen Begleiter und deine Produkte oder deinen Service vor.

Ich bin Tierärztin und seit 2013 bei Wildsterne für alle veterinärmedizinischen Bereich verantwortlich – angefangen von der Kundenberatung bis hin zur Produktentwicklung und Qualitätskontrolle.

Wir sind ein junges Unternehmen mit Sitz in München und haben uns zum Ziel gemacht, Hunden ein gesundes Futter zu bieten, das optimal auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden einzelnen Tieres abgestimmt ist. Bekannt wurde Wildsterne daher auch für das erste, wirklich individuelle Hundefutter auf dem Markt, bei dem nicht nur die Zutaten selbst zusammengestellt werden können, sondern auch die Nährstoffe genau auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt sind. Unser neustes Produkt ist Wildsterne Breed Selection – ein getreidefreies Hundefutter für bestimmte Rassehunde. Daneben umfasst unser Sortiment ergänzende Produkte wie Leckerchen, Kauartikel und Bio-Nassfutter.

2. Wie bist du auf die tierische Geschäftsidee gekommen?

Die Idee für unser Konzept stammt eigentlich gar nicht direkt von uns, sondern von den vielen Hundebesitzern, die sich immer wieder die Frage stellen: „Welches Hundefutter soll ich nur kaufen?“. Und ja – diese Frage ist auch gar nicht so leicht zu beantworten bei der enormen Auswahl auf dem Markt. Also machten wir uns daran, das erste, wirklich individuelle Hundefutter auf dem Markt zu entwickeln. Unter www.wildsterne.de kann jeder Besitzer aus verschiedenen Zutaten auswählen und so sein eigenes Futter zusammenstellen. Der von unseren Tierärzten entwickelte Futteralgorithmus errechnet dann automatisch aus allen Zutaten die optimale Rezeptur für jeden einzelnen Hund. Und damit der Hund auch wirklich genau die Nährstoffe bekommt, die er benötigt, werden Alter, Ernährungszustand, Gewicht und Aktivitätsniveau des Hundes einbezogen.

Der Futter Mixer von Wildsterne. Bild: Wildsterne
Der Futter Mixer von Wildsterne. Bild: Wildsterne

Mit der Zeit kamen zusätzliche Produkte in unser Sortiment, doch unseren Mixer konnten wir leider nicht so weiter entwickeln, wie wir wollten. Viele Rohstoffe, die wir gerne zur Optimierung unseres Futters anbieten wollten, ließen sich – meist aus technologischen Gründen – gar nicht im Futter-Mixer verwenden. Auch wollten unsere Kunden das Wildsterne-Futter gerne im Laden um die Ecke oder in anderen Online-Shops kaufen, was aber bei unseren Futter-Mixen einfach nicht möglich ist.

Also stellten wir uns die Frage: Wäre es nicht viel besser, für die einzelnen Hunde ein wirklich neues Futter zu entwickeln, statt nur die verschiedenen Basisfutter mit Extras zu ergänzen? Gedacht, getan. Die neue Idee gefiel uns gut und wir entwickelten ein einzigartiges neues Hundefutter exakt nach unseren Vorstellungen. Seit Anfang 2016 ist nun Wildsterne Breed Selection auf dem Markt – ein Trockenfutter, das optimal auf die einzelnen Rassen abgestimmt ist, mit hochwertigen Zutaten, funktionalen Inhaltsstoffen, ohne Getreide, mit nur einer tierischen Proteinquelle, reich an Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren und regional produziert. Breed Selection überzeugt uns wirklich – und unsere Kunden auch.

3. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich und deinen Hund aus?

Auf jeden Fall anders, als bei klinisch arbeitenden Tierärzten in der Tierarztpraxis! Unter der Woche stehe ich früh auf und fahre zusammen mit meiner weißen Schäferhündin Kio ins Büro. Kio freut sich jeden Tag richtig ins Büro zu kommen, denn dort trifft sie ihren Freund Hugo, den Australian Shepherd Rüden einer Kollegin. Ich kümmere mich dann im Büro um die Kundenbetreuung und um die vielen Projekte, die anstehen. Ohne Multi-Tasking geht dabei gar nichts, denn die Kundenbetreuung ist uns sehr wichtig. Da kommt dann gerne auch mal ein längeres Telefonat zur Beratung eines Kunden dazwischen, während ich gerade total in meine Exceltabellen vertieft bin oder über neuen Studien brüte. Ein sehr wichtiger Bestandteil meiner Arbeit bei Wildsterne ist also die tierärztliche Beratung zu Produkteigenschaften, Futterumstellung oder zur Hundeernährung – insbesondere wenn es um Hunde mit Übergewicht oder mit Vorerkrankungen geht. Und mir macht natürlich auch gerade die Beratung großen Spaß, denn so bin ich auch ein bisschen „am Tier“.

Die Hauptaufgabe ist jedoch die Produktentwicklung und die Betreuung des gesamten Sortiments. Bei der Entwicklung der einzelnen Rezepturen beschäftige ich mich natürlich mit unzähligen Studien. Gerade zu den verschiedenen Rassen gibt es mehr wissenschaftliche Untersuchungen, als man denkt. Erst vor kurzen publizierten Raffan et al. eine Studie über die genetische Veranlagung zu Übergewicht und mangelndem Sättigungsgefühl von Labrador Retrievern. Auch gibt es zu allen funktionalen Inhaltsstoffen, die wir verwenden, viele Studien. Wir möchten wirklich wissenschaftlich fundierte Produkte entwickeln, und da bringt es nichts, wenn z.B. Glykosaminoglykane zur Unterstützung der Gelenkfunktion im Futter enthalten sind, die Menge aber nicht für einen wirklich positiven Effekt auf die Gesundheit ausreicht. Daher möchten wir, dass in unserem Hundefutter genau das drin ist, was sich in Studien auch als positiv erwiesen hat. Nur so können wir alle zu 100% hinter unseren Produkten stehen.

Matina sorgt bei Wildsterne dafür, dass es den Hunden nicht nur schmeckt, sondern sie auch optimal versorgt werden. Foto: Wildsterne
Matina sorgt bei Wildsterne dafür, dass es den Hunden nicht nur schmeckt, sondern sie auch optimal versorgt werden. Foto: Wildsterne

4. Was macht München zu einem guten Standort für ein Hunde-Start-Up?

Ich selbst bin gebürtige Münchnerin und liebe München und die Isar. Für mich gäbe es keinen besseren Standort für unser Hunde-Start-Up! München ist ja auch allgemein eine enorm hundefreundliche Stadt. Wenn man durch den Englischen Garten spazieren geht oder an der Isar sitzt – da ist eigentlich jeder Hund gut erzogen und darf frei laufen. In München gibt es sogar einen extrem hundefreundlichen Biergarten, wo Hunde explizit erwünscht sind und ebenfalls alle frei laufen dürfen. So etwas kenne ich von anderen Städten gar nicht. Insgesamt merkt man da schon, wie wichtig den Münchnern ein artgerechtes Hundeleben ist. Und zur artgerechten Hundehaltung gehört natürlich auch ein hohes Bewusstsein für Gesundheit und Fütterung des Hundes.

5. Wo trifft man dich und deinen Hund, wenn ihr gerade nicht am Schreibtisch sitzt?

Fast egal bei welchem Wetter – an der Isar! Im Sommer kann man da wunderbar zusammen mit dem Hund schwimmen und auch im Winter lockt mich die Isar zu ausgedehnten Spaziergängen. Ansonsten gehe ich allgemein gerne in die Natur, bin sehr gerne beim Zelten oder natürlich in den Bergen.

6. Und zum Abschluss: Hast du einen Tipp für alle, die sich gerne in der Hundebranche selbständig machen wollen?

When it doesn’t feel right, go left!

Wildsterne-Futter im Napf. Foto: Wildsterne
Wildsterne-Futter im Napf. Foto: Wildsterne

Treusinn – Made in Munich: Hunde-UnternehmerInnen aus München im Porträt

Treusinn - Made in Munich

Münchens Wirtschaft verbindet man eher mit Laptop und Lederhosen als mit Leberwurstkeksen und Leinenmanufaktur. Doch auch die Tierbranche boomt in der bayerischen Landeshauptstadt und ihrem Umland – und bringt einige faszinierende Geschäftsideen, Produkte und Persönlichkeiten hervor. Grund genug, mal einen Blick auf Hundeunternehmen aus der Region und die Köpfe dahinter zu werfen.

Treusinn - Made in Munich
 

1. Wer bist du und was ist dein Hundeunternehmen? Stell dich und deine Produkte oder deinen Service vor.

Simone Rosner, Gründerin und Inhaberin von TREUSINN. Foto: Ⓒ TREUSINN
Simone Rosner, Gründerin und Inhaberin von TREUSINN. Foto: Ⓒ TREUSINN
TREUSINN ist ein junges Label aus München, das nachhaltige und hochwertige Produkte für Tier und Mensch entwickelt und vertreibt, die ausschließlich in Werkstätten für Menschen mit Handicap in Deutschland gefertigt werden. Langlebige und ökologisch durchdachte Produkte für Tierliebhaber, die bewusst und fair einkaufen wollen, ohne auf stilvolles Design zu verzichten. Ein Konzept mit einem hohen sozialen Mehrwert. Ich liefere die Ideen für die Produkte, Menschen in Behindertenwerkstätten setzen diese handwerklich um. Jeder Artikel von TREUSINN wird so in sorgfältiger Handarbeit hergestellt und dadurch zu einem besonderen Produkt von außerordentlicher Qualität und Wertigkeit.

Mit meiner Idee möchte ich ein verantwortungsvolles Konsumverhalten fördern. TREUSINN ist das erste Unternehmen der Branche, das die Herstellung von Tieraccessoires mit sozialem Engagement verbindet und damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration von Menschen mit Handicap leistet.

2. Wie bist du auf die tierische Geschäftsidee gekommen?

Durch meinen Hund Otto. Ich war selbst immer wieder auf der Suche nach schönen und nachhaltigen Produkten für das Zusammenleben mit meinem Vierbeiner. Leider musste ich oft feststellen, dass die meisten Artikel im Heimtierbereich „made in China“ sind. Was mir „nicht in die Tüte“ kommt. Als kreativer Geist – ich bin eigentlich TV-Regisseurin – setzte ich mich irgendwann selbst an den Tisch und entwickelte mein erstes TREUSINN-Produkt: die Napfstation für Hunde, bis heute mein absolutes Lieblingsstück der TREUSINN-Kollektion. Auf der Suche nach geeigneten Fertigungsstätten kam die Idee zur Zusammenarbeit mit sozialen Manufakturen. Die Menschen in den TREUSINN-Werkstätten sind bis heute das Herzstück unserer Produktion und waren der „Auslöser“ für mich, ein „etwas anderes“ Unternehmen zu gründen.

3. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Den absolut typischen Arbeitstag gibt es für mich eigentlich nicht. Jeder Tag ist anders. An manchen Tagen mache ich zu 100% einen Bürojob mit Buchhaltung, Ablage, Mails beantworten und was sonst noch so dazu gehört. Am nächsten Tag muss ich vielleicht eine neue Werkstatt finden für ein neues TREUSINN-Produkt. Dazu die Lieferanten für die Materialien, die bei TREUSINN fast ausschließlich von heimischen Zulieferern stammen. Dann wird ein Prototyp gefertigt und wir können sehen, ob das Produkt auch in einer sozialen Einrichtung umsetzbar ist.

Am schönsten sind die Werkstatt-Besuche, weil man hier einfach ganz nah dran ist an den Produkten und den Menschen. Ich arbeite mit derzeit 12 Werkstätten für Menschen mit Handicap aus ganz Deutschland zusammen. Der Aufwand und die Logistik, die gesamte Fertigung zu managen, ist enorm. Da TREUSINN eine One-Woman-Show ist, bin ich die Fachfrau für fast alles: Design, Marketing, Vertrieb und Produktion. Die komplette Warenlagerung sowie den Versand habe ich in die vertrauensvollen Hände von Avanta Lettershop gegeben, einem Integrationsbetrieb der Stadt München, der benachteiligten Frauen die Chance bietet, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Das würde ich nicht auch noch schaffen. 🙂

4. Was macht München zu einem guten Standort für ein Hunde-Start-Up?

München zählt zusammen mit Essen und Hamburg zu den hundefreundlichsten Standorten in Deutschland. Hier leben viele Hunde und die Hundehalter geben gemessen an ihrem Einkommen auch mehr Geld für ihre Vierbeiner aus als vielleicht in anderen Regionen Deutschlands. Was jedoch auch die Folge hat, dass es bereits viel Hunde-Business in München gibt. Mich betrifft dies weniger. TREUSINN ist nicht standortgebunden, denn unsere Produkte werden ja deutschlandweit und auch ins Ausland verkauft. Wir erreichen unsere Kunden also national, nicht nur in und um München.

5. Welchen Ort sollte man als München-Besucher oder Münchner mit Hund unbedingt einmal besucht haben?

Das Mini-Hofbräuhaus im Englischen Garten und die Isarauen vom Tierpark aus auswärts Richtung Pullach. Ein wunderschöner Ort für lange Spaziergänge.

Ein tolles Accessoire für Spaziergänge (nicht nur) an der Isar: das Spiely. Foto: Ⓒ TREUSINN
Ein tolles Accessoire für Spaziergänge (nicht nur) an der Isar: das Spiely. Foto: Ⓒ TREUSINN

6. Und zum Abschluss: Hast du einen Tipp für alle, die sich gerne in der Hundebranche selbständig machen wollen?

Im Hundebusiness läuft es, denke ich, kaum anders als in anderen Branchen, wenn man ein eigenes Geschäft betreiben möchte. Als Selbständiger braucht man viel Idealismus, eine gute Geschäftsidee und vor allem eines: Durchhaltevermögen. Wichtig ist, dass man zu 100% an seine Idee glaubt und diese auch lebt und mit den Menschen um sich herum ehrlich ist.

Terra Canis – Made in Munich: Hunde-UnternehmerInnen aus München im Porträt

Münchens Wirtschaft verbindet man eher mit Laptop und Lederhosen als mit Leberwurstkeksen und Leinenmanufaktur. Doch auch die Tierbranche boomt in der bayerischen Landeshauptstadt und ihrem Umland – und bringt einige faszinierende Geschäftsideen, Produkte und Persönlichkeiten hervor. Grund genug, mal einen Blick auf Hundeunternehmen aus der Region und die Köpfe dahinter zu werfen.

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1. Wer bist du und was ist dein Hundeunternehmen? Stell dich, deinen vierbeinigen Begleiter und deine Produkte oder deinen Service vor.

Birgitta Ornau, Gründerin und Geschäftsführerin der Terra Canis GmbH. Foto: Terra Canis
Birgitta Ornau, Gründerin und Geschäftsführerin der Terra Canis GmbH. Foto: Terra Canis
Birgitta Ornau, Gründerin und Geschäftsführerin der Terra Canis GmbH. Foto: Terra Canis[/caption]Birgitta Ornau, Gründerin und Geschäftsführerin der Terra Canis GmbH. Foto: Terra Canis[/caption]Mein Name ist Birgitta Ornau. Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin der Terra Canis GmbH in München. Terra Canis ist die erste Marke im Futtermittelmarkt, die Hunde- und Katzennahrung auf echter Lebensmittelbasis herstellt. Das bedeutet, es werden nur Rohstoffe verwendet, die zum Zeitpunkt der Verarbeitung offiziell und nachweislich Lebensmittelqualität besitzen und ebenso für den Humannahrungsbereich verwendet werden dürften. Dies war vor 11 Jahre, als Terra Canis gegründet wurde, ein absolutes Novum. Tiernahrung wird normalerweise auf Basis von K3 Material (Rohstoffe, die zum Beispiel mangels Frische, Verlassen der Kühlkette oder aufgrund zu hoher Keimzahlen nicht mehr für den Humanbereich zugelassen sind) in einem Futtermittelbetrieb hergestellt. Terra Canis hingegen wird in einem echten Lebensmittelbetrieb, der Münchner Metzgerei Schäbitz, produziert.

2. Wie bist du auf die tierische Geschäftsidee gekommen?

Entstanden ist die Idee über meinen eigenen Hund. Dieser stammt aus einem spanischen Tierheim und war sehr krank. Dadurch habe ich mich intensiv mit der naturnahen, evolutionären Ernährung des Hundes und des Wolfes auseinandergesetzt. Ebenso aber auch mit der Futtermittelindustrie und der dahinter stehenden Futtermittelverordnung. Ich konnte kein Produkt auf dem gesamten deutschen Futtermittelmarkt finden, welches den Anforderungen einer wirklich naturnahen, artgerechten Ernährung des Hundes zum einen in Bezug auf die Qualität der Rohstoffe zum anderen auf die korrekte Zusammensetzung der Nahrungsbestandteile entspricht. Damit war die Idee für Terra Canis geboren. Eine Nahrung für Hunde aus 100% Rohstoffen in echter Lebensmittelqualität, einer Qualität wie sie vergleichbar ist mit der, die das Tier in der Natur in Form von frisch erlegten Beutetieren und zahlreichen frischen pflanzlichen Bestandteilen vorfindet, fernab von Synthetik, Chemie und K3 Material. Eine Ernährung wie selbst gekocht.

3. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich und deinen Hund aus?

Minou und ich stehen meist sehr früh auf. Gegen 8 Uhr gehen wir immer für zirka eine Stunde in den Englischen Garten und direkt im Anschluss in unser Terra Canis Büro in München Schwabing. Während ich meistens bis zum Abend durcharbeite wird Minou über den Mittag von einer Dogwalkerin abgeholt. Hier geht es meist für 1,5 Stunden raus aus der Stadt ins Grüne. Ich selber habe immer 1-2 Termine am Tag. Die restliche Zeit arbeite ich zusammen mit Kollegen an Projekten und kümmere mich verstärkt um die Bereiche Vertrieb, e-Commerce, Produktentwicklung, Marketing, Design und Pressearbeit. Gegen 19 Uhr ist Feierabend und es geht wieder direkt in den Englischen Garten. 🙂

Produkttests gehören nicht zu den alltäglichen Aufgaben von Birgitta Ornau, wären aber aufgrund der hohen Qualität bei Zutaten und Verarbeitung bei Terra Canis durchaus möglich. Foto: Terra Canis
Produkttests gehören nicht zu den alltäglichen Aufgaben von Birgitta Ornau, wären aber aufgrund der hohen Qualität bei Zutaten und Verarbeitung bei Terra Canis durchaus möglich. Foto: Terra Canis

4. Was macht München zu einem guten Standort für ein Hunde-Start-Up?

München ist eine unheimlich hundefreundliche Stadt. Es ist sehr grün und auch in der Innenstadt gibt es neben dem Englischen Garten und der Isar unzählige andere Parks, in denen sich Hunde austoben können und in einer natürlichen, grünen Umgebung sind. Hunde sind überall gerne gesehen. Auch in Restaurants und Geschäften sind sie meist herzlich willkommen. Die Hundehalter in München legen großen Wert darauf, ihrem Hund ein artgerechtes Leben mit viel Auslauf und einer guten Ernährung zu bieten. Sie sind aufgeklärt und haben einen hohen Qualitätsanspruch. Terra Canis hatte in München aus diesen Gründen eine sehr gute Startposition, da wir von Beginn an viele für die außergewöhnliche Produktqualität und unsere Philosophie begeistern konnten. Unser Hersteller für die Menüs ist ebenfalls in München ansässig und eine vielfach ausgezeichnete Münchner Metzgerei. Dies hat sicher zusätzlich Vertrauen geschaffen.

5. Wo trifft man dich und deinen Hund, wenn ihr gerade nicht im Büro sitzt?

Im Englischen Garten, im Perlacher Forst, irgendwo in den Bergen oder in Minous Lieblingsrestaurant „Restaurant Pardi“.

Birgitta Ornau und Minou sind besonders gerne im Englischen Garten unterwegs. Foto: Terra Canis
Birgitta Ornau und Minou sind besonders gerne im Englischen Garten unterwegs. Foto: Terra Canis

6. Und zum Abschluss: Hast du einen Tipp für alle, die sich gerne in der Hundebranche selbständig machen wollen?

Ich denke, dass sich nur noch wirklich neue, gute Ideen etablieren werden langfristig. Leider wird viel kopiert. Meines Erachtens kommt man damit aber nicht sehr weit. Erfolgreich werden neue, kreative Produkte sein, keine Kopien.

Der Hundumblick: 6 Fragen an Julia von miDoggy

Der Hundumblick: 6 Fragen an Julia von miDoggy

Stadtköter, Landtöle, Fellnase von Welt, Stubenwauwau… Die Hundeszene ist groß und bunt, ganz besonders in den Weiten des WWW. Um ein bisschen über den Münchner Tellerrand zu schauen, stellen in der Reihe „Der Hundumblick“ Hundeblogger sich und ihre Stadt vor – da lohnt nicht nur ein virtueller Besuch!

Julia und ihre Lola von miDoggy sind ganz besonders umtriebige Blogger ‚auf sechs Beinen‘: Nicht nur, dass sie selber fleißig schreiben, sondern sie kümmern sich auch noch um die von ihnen gegründete Hundeblogger-Community. Viel zu tun in der virtuellen Welt also, aber das hält die beiden nicht davon ab, gemeinsam durch München und das Umland zu streifen. Wohin es die beiden dabei verschlägt und was sie außer Wandern noch lieben, verrät uns Julia im Interview!

Der Hundumblick: 6 Fragen an Julia von miDoggy
1. Wer bist du, wer sind deine Vierbeiner und wo bloggst du? Stelle dich, deinen Hund und dein Blog vor.

Mein Name ist Julia, ich bin begeisterte Hundebloggerin und Inhaberin der Hunde-Community miDoggy. Meine große Leidenschaft ist mein Italienisches Windspiel Lola, mit der ich durch’s Leben düse.

Lola liebt Kuscheln, Ihre Ballis, die neuesten Hundeprodukte testen und natürlich als Model vor der Kamera stehen. Ich liebe es mit Lola zu kuscheln, unsere Inneneinrichtung immer wieder zu optimieren, die neuesten gesunden Essenhypes zu testen und Lola vor der Linse zu haben. Wir beide lieben es zusammen mit Herrchen in den nahen Alpen Wandern zu gehen.

Auf meinem Hundeblog miDoggy sowie in der Community findet Ihr von großartigen Hundebloggern strukturierte und unabhängige Informationen zu allen Themen rund um den Hund.

Julia und Lola von miDoggy. Foto: miDoggy
Julia und Lola von miDoggy. Foto: miDoggy

2. Stadt, Land, Hund: Lebst du städtisch oder ländlich mit deiner Fellnase? Würdest du das Umfeld gerne ändern oder passt es perfekt für dich und deine Hunde?

Wir wohnen in der schönen Weltstadt mit Herz München. Da sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass Lola ein überzeugter Stadthund ist. Dem ist aber nicht ganz so. Wir wohnen an der südlichen Stadtgrenze mit theoretischem Blick auf die Berge und manchmal ist es schon fast dörflicher als auf dem Land mit Feld neben dem Haus, dem Maibaum nicht weit und der Wald ist fußläufig (joggend) zu erreichen. Für uns passt es perfekt, so wie es ist.

3. Wie hundefreundlich ist der Ort, wo du lebst? Gibt es Auslaufmöglichkeiten, Trainingsmöglichkeiten / Vereine, Kotbeutelstationen? Sind die Leute aufgeschlossen gegenüber Hunden?

Meinem Empfinden nach ist München eine sehr hundefreundliche Stadt. Es gibt viele verschiedene Auslaufmöglichkeiten (in der Zamperl-Map von Isarhunde findet Ihr einen klasse Überblick über alle Hunde-Hotspots) und auch die Isar sowie der Eisbach laden im Sommer zum Baden mit Hunden ein. Auch Trainingsmöglichkeiten gibt es wie Sand am Meer, da ist wohl eher das Problem, die/den passenden Trainer/in zu finden. Ich erlebe es in München eher selten, dass es Menschen gibt, welche ein Problem mit Lola haben.

Lola mag Münchner Hunde-Hotspots, schätzt aber auch die Ruhe im Münchner Süden. Foto: miDoggy
Lola mag Münchner Hunde-Hotspots, schätzt aber auch die Ruhe im Münchner Süden. Foto: miDoggy

4. Das leidige Thema Leine: Herrscht in deinem Ort Leinenpflicht? Gibt es vielleicht ausgewiesene Hundefreilaufflächen? Oder haben Hunde den Luxus, größtenteils frei laufen zu dürfen?

Soweit ich weiß, besteht in der Innenstadt für große Hunde Leinenpflicht und sonst müssen Hunde in städtischen Grünanlagen in Bereichen, welche mit einem „grünen Poller“ markiert sind, an der Leine geführt werden. Ansonsten dürfen Hunde frei laufen. Da es für mich selbstverständlich ist, Lola an den o. g. Orten und auch in der Innenstadt an der Leine zu führen, schränken uns diese Vorschriften nicht wirklich ein.

5. Zu Besuch in deiner Gegend: Was sollten Menschen mit Hund in deinem Ort oder deiner Umgebung unbedingt gesehen haben?

Menschen mit großen Hunden, welche den Kontakt zu vielen anderen Hunden mögen, sollten auf jeden Fall den Nordteil des Englischen Gartens gesehen haben. Die landschaftlich wunderschöne grüne Lunge von München lädt zu ausschweifenden Spaziergängen mit den lieben Fellnasen ein. Leider sind für Lola dort einfach zu viele Hunde unterwegs, so dass wir diesen Gassi-Hotspot Münchens eher meiden.

6. Hast du eine Lieblings-Gassi-Route in deiner Umgebung und verrätst du sie uns?

Wir gehen sehr gerne mit Lola’s bestem Freund Gustl eine Runde im naheliegenden Perlacher Forst spazieren.

Lola geht mit Frauchen und Herrchen gerne in die nahen Berge zum Wandern. Foto: miDoggy
Lola geht mit Frauchen und Herrchen gerne in die nahen Berge zum Wandern. Foto: miDoggy

 


Die Reihe Der Hundumblick wird in unregelmäßigen Abständen weitergeführt, es warten viele spannende Blogs und Orte auf euch!

Leckerchen der Woche, 7/2015

So langsam ist wieder etwas Ruhe eingekehrt im Hause Isarhund, was (wie der ein oder andere vielleicht bemerkt hat 😉 ) auch dazu führt, dass ich wieder mehr Zeit und Muße habe, hier etwas zu schreiben. Klar, dass da meine Highlights der Woche nicht fehlen dürfen 🙂

leckerchen-der-woche

Einrichten: Ich habe jetzt ein Regal – juchu! So langsam wird es was mit dem Stauraum. Und auch Mikas Kudde durfte mittlerweile einziehen, sodass der Bub wieder weich gebettet schlafen kann.

Klar, dass Mika auch ein Plätzchen im Regal hat
Klar, dass Mika auch ein Plätzchen im Regal hat
Häuslich werden: Der Herbst ist ja die schönste Zeit, um es sich Zuhause gemütlich zu machen. Ein bisschen Deko gehört auch dazu, zum Beispiel hübsche Häuschen aus Beton, die ich im Sale bei Depot ergattert habe und die in meinem Fall als Buchstützen (für meinen extrem ausgedünnten SuB) dienen.

Beton-Häuschen als Buchstützen
Beton-Häuschen als Buchstützen
Freundlichkeit: Von wildfremden freundlich lächelnd gegrüßt werden – darüber darf man sich sicher freuen!

Doppelter Gassispaß: Das erste Mal alleine mit Mika und Buxi unterwegs, hat super geklappt – schön!

Mit Mika und Buxi unterwegs
Mit Mika und Buxi unterwegs
Wandern: Die möglicherweise letzten warmen Tage in diesem Jahr in der Natur verbringen, ein bisschen Berge gucken, frische Luft schnappen, Sonne tanken – Balsam für die Seele! Beschreibung der Wandertour folgt 🙂

Gammeltag: Muss einfach auch mal sein, so gar nichts machen. Und dann eben doch was schaffen, zum Beispiel diesen Beitrag hier 😉

Shopping: Rumstöbern im OEZ und mit neuem Poncho und neuer Strickjacke die Herbstgarderobe etwas aufpolieren. 

Tee: Ja, die Thermoskanne ist jetzt wieder im Einsatz und ich muss sagen, ich genieße das Teetrinken sehr. Wenn noch jemand Teeempfehlung hat: immer gerne her damit!