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Foto: Oliver Haja  / pixelio.de

Hundgestützt: Hunde in der sozialen, pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Arbeit

[ 1 ] 5. September 2011

Dass Tiere und insbesondere Hunde außergewöhnlich gute Kommunikatoren sind, dürfte den meisten Hundehaltern klar sein: Die Direktheit ihrer Interaktion mit dem Menschen, ihre Menschenbezogenheit, ihre Unvoreingenommenheit, ihre Anpassungsfähigkeit und nicht zuletzt ihre Lernfähigkeit machen sie zu idealen „Brückenbauern”. Und nicht nur das: Sie verbessern auch nachweislich unser Wohlbefinden! So steigt der Spiegel des „Wohlfühl-Hormons“ Oxytocin im Blut bereits durch längeren Blickkontakt zum Hund und umso mehr durch ausgiebige Streicheleinheiten, die gleichzeitig den Stresshormonspiegel und den Blutdruck senken.

Diese Eigenschaften und Fähigkeiten werden auch zunehmend gezielt in der sozialen, pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Arbeit eingesetzt, um Menschen zu helfen.

Foto: Oliver Haja / pixelio.de

Studien belegen die positiven Effekte, die tiergestützte Arbeit auf die Gesundheit des Menschen hat. So wiesen etwa Andrea Beetz und Henri Julius, Psychologen der Universität Rostock, gemeinsam mit Kurt Kotrschal, Biologe an der Universität Wien, in einer Untersuchung den positiven Einfluss von Hunden auf Kinder anhand der Konzentration des Stresshormons Kortisol nach.

Auch in den Medien liest, sieht und hört man immer häufiger von Therapie-, Schul-, Besuchshunden & Co. Und das Interesse der Hundehalter an sozialem Engagement mit ihrem vierbeinigen Begleiter steigt: Doch was ist eigentlich ein Therapiehund? Was genau macht ein Besuchshund? Was muss ein Schulhund alles können? Und wie kann ich mich mit meinem Hund sozial engagieren?

In den kommenden Wochen stellen wir euch verschiedene Organisationen und Initiativen im Bereich der tiergestützen Arbeit in München und Umgebung vor. Als Auftakt möchten wir euch einen Einblick in die Hintergründe, Formen und Möglichkeiten tiergestützter Arbeit geben.

Entwicklung der tiergestützten Arbeit

Berichte, dass Tiere für therapeutische Zwecke eingesetzt wurden, gibt es bereits aus dem achten Jahrhundert. Auch Quellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeugen von Versuchen einer tiergestützten Therapie im psychiatrischen Bereich.

Foto: steve prinz / pixelio.de

Tiergestützte Therapie und tiergestützte Pädagogik wurde ab den 1960er Jahren zunächst in den angelsächsichen Ländern erprobt, erforscht und angewandt. Vorreiter war der Kinderpsychotherapeut Boris M. Levinson, der Anfang der 1960er über seine ersten positiven Erfahrungen mit Tieren als Co-Therapeuten berichtete: Ein Zufall führte zum Zusammentreffen seines Hundes Jingles mit einem seiner Patienten, ein Junge, der Menschen gegenüber sehr verschlossen war. Jingles hingegen gelang es, wie ein sozialer Katalysator auf den Jungen einzuwirken und ihn zum Reden zu bringen – ein Durchbruch für die weitere therapeutische Arbeit mit ihm.

Zu Bekanntheit verhalf der tiergestützten Therapie die Delta Society,  die 1977 in den USA gegründet wurde. Sie beschäftigte sich mit der Erforschung und therapeutischen Nutzung der Mensch-Tier-Beziehung. Vor allem die Delphin-Therapie, deren Anfänge bis in die 1970er Jahre zurückreicht, ist vielen Leuten ein Begriff: Sie war die erste Form einer tiergestützten Therapie, die großes Aufsehen erregte, als von den enormen Erfolgen in der Arbeit mit behinderten Kindern berichtet wurde.

Der Verein „Tiere helfen Menschen e. V.“ war der erste, der in Deutschland tiergestützte Aktivitäten anbot und in größerem Umfang organisierte. Er wurde 1987 von der Schweizer Tierärztin Dr. Brigitte von Rechenberg in Würzburg gegründet und baute unter seinem Vorsitzenden Graham Ford ein bundesweites Netzwerk aus. Mittlerweile besuchen mehr als 1.000 Mitglieder in über 70 Regionalgruppen in ganz Deutschland  mit ihren Hunden regelmäßig Heime und andere Einrichtungen.

Nur wenig später gründete 1988 PD Dr. Christian Große-Siestrup von der Charité in Berlin den Verein „Leben mit Tieren e. V.“, der ebenfalls auf gemeinnütziger Basis die Begegnung von Mensch und Tier in Kindergärten, Kinderheimen und Schulen organisiert. Seit 1994 bietet der Verein einen regelmäßigen Besuchsdienst mit Hunden für Senioren- und Pflegeheime oder Krankenhäuser, seit 2002 auch in verschiedenen Kindereinrichtungen. Über „Leben mit Tieren e. V.“ besuchen heute ca. 60 ehrenamtliche Helfer regelmäßig Einrichtungen in Berlin und Umgebung.

Mittlerweile gibt es in Deutschland viele Vereine, die vor allem im Bereich Besuchshunde aktiv sind. Auch findet bei immer mehr Heimen ein Umdenken bezüglich der Möglichkeit zur Haltung eigener Tiere oder von „Stationstieren“ statt: Die positiven Einflüsse der Tiere werden dabei immer sorgfältig gegen mögliche hygienische Vorbehalte abgewägt. Ebenso steigt die Zahl der Pädagogen, die ihre Haustiere zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mitbringen und unterstützend einsetzen. Und nicht zuletzt besuchen viele Menschen mit ihrem Hund ganz einfach privat hilfsbedürftige Menschen und schenken ihnen damit ein Stück Lebensfreude.

Zu Hundgestützt Teil 2: Eine Frage der Begrifflichkeit

Zu Hundgestützt Teil 3: Voraussetzungen für die tiergestütze Arbeit

Eine wunderbare Spritztour für den Sommer: Mika liebt es, durch den Bachlauf im Pasinger Stadtpark zu spazieren

Isarhunderunde 9: Pasinger Stadtpark und Paul-Diehl-Park

[ 0 ] 6. August 2011

Eine perfekte Spritz-Tour für alle Wasserratten: Im Pasinger Stadtpark ist ausgiebiges Planschen angesagt – schließlich ist die Würm stetiger Begleiter auf diesem Spaziergang! Sorry, liebe Zweibeiner: Der Badespaß ist hier euren Fellnasen vorbehalten. Aber vielleicht mag der ein oder andere zumindest seine Füße im Bachlauf abkühlen…

Eine wunderbare Spritztour für den Sommer: Mika liebt es, durch den Bachlauf im Pasinger Stadtpark zu spazieren

Der Stadtteil Pasing wird von vielen Münchnern etwas „stiefmütterlich” behandelt: Klar, Pasing ist nicht „hip” und wirkt ein wenig wie eine Kleinstadt innerhalb der Großstadt. Genau dieser Faktor macht Pasing aber für Hundehalter erst richtig interessant, geht es hier doch eine Nummer ruhiger zu als in der hektischen Innenstadt!

Pasing ist sehr gut an die Öffentlichen Verkehrsmittel angebunden: Am Bahnhof machen sowohl Regional- als auch Fernzüge halt, außerdem die S-Bahnlinien 3, 4, 8 und 20 sowie verschiedene Busse. Mit der Tram 19 kann man außerdem zum Pasinger Marienplatz fahren. Wir starten unsere Tour vom Bahnhof aus. Wer möchte, kann sich hier noch mit Wegzehrung eindecken: Im Park selbst gibt es keine Einkehr- oder Imbissmöglichkeit.

Zunächst geht es ein Stück die Kaflerstraße entlang Richtung Westen. Am besten wechselt man gleich vor dem Bahnhof an der Ampelanlage auf die gegenüberliegende Straßenseite. Gleich nachdem man den Manzingerweg überquert hat, geht man über eine kleine Brücke. Direkt dahinter biegen wir links ab und folgt erst einmal ein kleines Stück dem Bachlauf, vorbei am Spielplatz. In dieser Sackgasse fahren hin und wieder Autos, es empfiehlt sich, den Hund noch eine Weile an der Leine zu halten, bis man im Hauptteil des Parks gelangt.

Die nächste Möglichkeit biegen wir rechts ab und dann gleich wieder links auf den Fußgänger- und Radweg. Der Weg führt uns durch eine kleine Unterführung und zu einer Straßenkreuzung. Wir halten uns ein Stück links und überqueren die Institutsstraße am Zebrastreifen: Auf der anderen Seite erwartet uns schon der Pasinger Stadtpark!

Wasserratte Mika ist kaum vom Sprung ins kühle Nass abzuhalten. Am kanalisierten Teil der Würm sollte man jedoch wegen der Strömung gut aufpassen und mit dem Bad lieber bis zum Nebenlauf warten.

Rechter Hand begleitet uns die Würm. Auch wenn das kühle Nass den ein oder anderen Hund schon hier locken mag, sollte man seinen Vierbeiner noch nicht schwimmen lassen: Die Strömung ist hier teils sehr stark und durch die Kanal-Einfassung ist es schwierig, wieder aus dem Wasser heraus zu kommen.

Der erste Teil der Strecke im Park führt über den asphaltierten Hauptweg, der auch viel von Radlern befahren wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet noch ein bisschen mit dem Kommando “Leinen los!”, bis wir über eine kleine Brücke nach rechts auf den Fußgängerweg abgebogen sind. Hier läuft man jetzt zwischen dem Kanal und einem kleinen Nebenlauf der Würm, der sich munter durch den Stadtpark schlängelt.

Der Bachlauf ist an vielen Stellen seicht und hat nur wenig Strömung, sodass eine Abkühlung der nassen Art für die Hunde kein Problem ist.

Wasserbegeisterte Hunde dürfen sich ab hier auf ausgiebige “Kneippkuren” freuen: Mika hält sich bei fast jeder Temperatur die halbe Strecke im Wasser auf und läuft einfach durch den Bach! Achtet aber auf jeden Fall darauf, ob der Wasserstand und die Strömung für euren Hund geeignet ist – es gibt immer einige seichte Stellen, die auch gut für kleine Hunde geeignet sind, an anderen Stellen kann es zum Beispiel nach starken Regenfällen oder zur Schneeschmelze schon “wilder” zugehen.

Wir halten uns auf dem weiteren Weg meist in der Nähe des Bachlaufs und meiden die Haupt-/Fahrradwege, bewegen uns also im westlichen Bereich des schmalen Parkgürtels. Zwischendurch kann man, wenn man möchte, auch auf die andere Seite des Bachs wechseln und dem Fußweg dort folgen. Durch den Baumbestand ist der Weg größtenteils schattig und dementsprechend auch im Sommer angenehm zu gehen.

Die Runde durch den Pasinger Stadtpark verläuft über schattige und gut ausgebaute Wege, sodass sich die Tour ideal für warme Sommertage eignet.

Nach einer Weile überqueren wir wieder eine kleine Brücke und biegen gleich danach links ab. So gelangen wir zu einer großen Wiesenfläche, bei der wir wieder rechts abbiegen. Fast alle Wiesen im Gebiet des Pasinger Stadtparks sind für Hunde verboten (erkennbar an den grünen Pollern), aber es bestehen genug Ausweichmöglichkeiten (und wird auch meines Erachtens nicht so eng gesehen, da es eher Wild- als Liegewiesen sind).

Vorbei am Fischteich geht es zu einer großen Wiese.

Wenn wir an den Wiesen vorbei sind, erwartet uns auch schon das Highlight der Tour: die Hundebadebucht! Natürlich ist es nicht wirklich eine Hundebadebucht, sondern eine Art Flutbecken des Kanals. Trotzdem findet man hier immer jede Menge “Seehunde”, die fleißig Stöckchen aus dem Wasser holen oder einfach so eine Runde schwimmen. Die ufernahen Bereiche dieser Bucht sind flach abfallend. Aber Achtung: Zur Mitte hin fließt der Kanal in seiner Einfriedung durch den kleinen See und es geht steil abwärts. Die Strömung ist oben allerdings nur schwach, sodass die meisten Hunde kein Problem haben. Wer sich unsicher ist, sollte ein Auge darauf haben, dass sein Hund nicht zu weit zur Mitte hin läuft!

In der "Badebucht" kommen Seehunde voll auf ihre Kosten. Durch die Mitte des kleinen Sees fließt der Kanal, da sind Schwimmkünste gefragt. An den Rändern fällt der Grund langsam ab, sodass ungeübte Hunde einfach eine Runde Wassertreten können.

Nach dieser Abkühlung kann es dann in den Südteil gehen: Der Pasinger Stadtpark wird hier zum Paul-Diehl-Park, der im Osten durch die Würm begrenzt wird. In diesem Teil dominieren große Wiesenflächen, auf denen der Hund nach Belieben herumtollen darf (außer natürlich im Bereich des Bolzplatz!). Hier hat man beste Chancen, auf andere Gassigänger und ihre vierbeinigen Begleiter zu treffen – und der Renneinlage über die Wiese steht nichts im Wege! Der Park an sich ist nicht sehr groß, man kann hier aber sehr gut seine Runden querfeldein drehen.

Im Paul-Diehl-Park bestimmen weitläufige Wildwiesen das Bild - Platz um sich richtig auszutoben.

Wir umrunden den Paul-Diehl-Park großflächig, vorbei am Rodelhügel, der bei Schnee stets gut besucht ist, und gelangen so wieder zum Stadtpark, in den wir beim Bolzplatz über eine Brücke zurückwechseln. Fellnasen, die sich im Paul-Diehl-Park mit Artgenossen ausgetobt haben, freuen sich jetzt sicher wieder über eine Abkühlung im Bach!

Im südlichen Teil der Runde trifft man meist auf kontaktfreudige Vierbeiner.

Zeit für den Rückweg: Wir variierien die Strecke ein wenig, damit keine Langeweile aufkommt, und bewegen uns wiederum hauptsächlich über Fußgängerwege nach Norden Richtung Institutsstraße. Von dort geht es wieder durch die Unterführung. Retour möchten wir den Bahnhof über den hinteren Eingang erreichen: Dazu gehen wir einfach weiter geradeaus an der Ernsbergerstraße entlang bis zur Kaflerstraße. Dort biegen wir rechts ab und überqueren die Kaflerstraße an der Fußgängerinsel. Dort kann man geradeaus einfach wieder der Würm folgen und unterquert dabei die Bahngleise. Danach biegen wir rechts ab und gehen ein Stück entlang der Theodor-Storm-Straße.

Von dort geht es halb rechts auf den Hellihofweg. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann hier noch eine Pause am schönen Spielplatz einlegen. Und wer von der Runde hungrig ist, kehrt einfach in der “Storchenburg” in der Pasinger Fabrik ein – bei schönem Wetter auch mit Sonnenterasse! Nur ein paar Meter weiter geht es auch schon in den Bahnhof, von wo aus man bequem wieder in Richtung Innenstadt gelangt.

Die Tour durch den Pasinger Stadtpark und den Paul-Diehl-Park ist für Groß und Klein, Jung und Alt und natürlich ganz besonders für vierbeinige Wasserliebhaber geeignet.

Die gesamte Tour verläuft über gut ausgebaute Wege und ohne nennenswerte Steigungen. Sie ist dadurch für Jedermann und -hund geeignet. Die Strecke für den Rundweg inklusive Paul-Diehl-Park beläuft sich auf etwa 7 Kilometer und kann in gemütlichem Tempo sowie mit Spiel- und Badestopps in etwa 2,5 Stunden bewältigt werden. Wer den Weg nicht wieder zurücklaufen mag, kann vom Paul-Diehl-Park auch zum S-Bahnhof Lochham gehen und von dort die Rückreise antreten.

Weitere Impressionen aus dem Pasinger Stadtpark und Paul-Diehl-Park:

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Die Karte zur Tour:


Pasinger Stadtpark- und Paul-Diehl-Park-Runde auf einer größeren Karte anzeigen

Isarhunde lesen: Auf den Hund gekommen

Isarhunde lesen: Auf den Hund gekommen

[ 0 ] 20. Juli 2011

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, das weiß jedes Kind. Und Kinderbuchmacher wissen sich die Faszination, die von den schnüffelnden Vierbeinern ausgeht, zu Nutze zu machen: So weit das Auge reicht, tummeln sich Hunde in Kinder- und Bilderbüchern.

Welches Kind wünscht sich nicht irgendwann einmal ein Haustier. Bei den meisten stehen dabei Hunde ganz oben auf der Wunschliste. Und so gibt es zahlreiche Kinderbücher, die den jungen Hundefan beziehungsweise den potentiellen Hundehalter mit Sachinformationen versorgen, etwa „Der Hund“ von Claudia Toll und Ilka Sokolowski. Wer es aber lieber etwas verspielter und weniger sachlich mag, dem sei das „Hunde-WARUM?“ von Lila Prap empfohlen. Dieses Sach- und Spaßbuch ist ein humorvoll und ansprechend gestalteter Einstieg in die Welt der Hunde und Hunderassen.

Das Who’s Who der Hunderassen

Mit sprühendem Sprachwitz setzt sich das Künstlerpaar Ernst Kahl und Eva Muggenthaler in seinem Bilderbuch „Papa, ich will einen Hund!“ mit den unterschiedlichen Hunderassen und deren Eigenarten auseinander. „Papa, ich will einen Hund!/Du kriegst einen Zierfisch, und Ruhe ist am Biertisch.“ Mit diesen Sätzen nimmt das fröhliche und nicht ganz ernst zunehmende Reimspiel seinen Lauf: „Der Labrador steht hinterm Tor. Der Shibainu pupst und macht die Augen zu.“ Mit liebevoller Hingabe porträtiert Muggenthaler in unterschiedlichsten Zeichen- und Malstilen bekannte und weniger bekannte Hunderassen. „Flecken ziern den Dalmatiner. Fässer schleppt der Bernadiner. Er ist bekannt als Lebensretter. Trends der Mode setzt der Setter.“ Die Hunde, die Muggenthaler zu den Versen malt, sind ein absoluter Augenschmaus für Hundeliebhaber. Und wer jetzt wissen will, ob das Mädchen am Ende einen Hund oder doch einen Zierfisch von seinem Papa bekommt, darf gespannt sein.

Der Hund als Held

Abgesehen von Büchern, die auf informative oder witzige Weise (Fakten-)Wissen über die geliebten Fellnasen vermitteln wollen, gibt es eine große Anzahl Kinder- und Bilderbücher mit tierischen Protagonisten. Hunde haben – und das wissen wir nicht erst seit Lassie – das Zeug zum Helden. Sie sind dank ihrer Spürnasen perfekte Detektive, sind Retter in der Not, geben ihren kindlichen Freunden und Begleiterinnen Kraft, Selbstbewusstsein und Mut. Nicht zu vergessen jene Bücher, die sich mit der kindlichen Angst vor Hunden (und deren Überwindung) beschäftigen. So auch das Wendebuch von Gudrun Likar und Manuela Olten „Keine Angst vor gar nichts“. Hier wird die Angst von zwei Standpunkten aus beleuchtet: Auf der einen Seite steht der Junge, der sich vor Hunden fürchtet. Auf der anderen der Hund, dem Jungs schreckliche Angst machen. Unterhaltsam und charmant erzählen Wort und Bild von der gegenseitigen Annäherung und davon, dass es gut tut, seine Vorurteile in Frage zu stellen: Wer seine Angst überwindet, wird belohnt.

Wie Hund und Katz

Schreiben Mutmachbücher wie „Keine Angst vor gar nichts“ gegen das Vorurteil vom bösen Hund an, spielen Bücher wie „Hund & Hase“ (Rotraut Susanne Berner), „Hund & Katze“ (Constanze Spengler) oder das in diesem Frühjahr erschienene „Saß ein Ungeheuer auf dem Dach“ mit dem Klischee, dass sich bestimmte Tierpaare einfach nicht verstehen (können).

Bei Spengler streiten Hund und Katze zwar nicht, dennoch wird gleich auf der ersten Doppelseite klar: Die beiden haben nicht viel gemeinsam. „Der Hund mag Streifen. Die Katze mag Punkte.” Doppelseite für Doppelseite werden nach diesem Schema in liebevoll verschmitzten Bildern und mit wohltuendem Augenzwinkern Eigenarten von Hund und Katze aufgegriffen. Dabei wird gezeigt, dass sich Gegensätze auch anziehen können.

Dorothea Lachner und Stefanie Harjes gehen in ihrem Bilderbuch „Saß ein Ungeheuer auf dem Dach“ noch einen großen Schritt weiter. Hier streiten Hund und Katz verbittert miteinander: Der Hund knurrt und kläfft die Katze an, die Katze zerkratzt die Schnauze des Hundes. Keiner kann es dem anderen Recht machen, die beiden sind sich spinnefeind – und mit jeder Auseinandersetzung wächst das schwarze Ungeheuer auf dem Dach des gemeinsamen Hauses. Die bedrohte Freundschaft von Hund und Katz findet in ihm seine düstere und bedrohliche Visualisierung. Erst, als sich die beiden wieder vertragen, verschwindet auch das Ungeheuer vom Dach. So macht dieses Buch deutlich, dass sich Streiten einfach nicht lohnt und dass eine friedliche Versöhnung und ein harmonisches Miteinander definitiv die bessere Wahl sind. Und so viel steht am Ende fest: Hunde sind wirklich gute Freunde, die ihr Lesepublikum durch Dick und Dünn des Bücherwalds begleiten.

Lila Prap
Das Hunde-WARUM*
Bajazzo, 2011
ISBN: 978-3-905871-25-8
40 Seiten, Hardcover
14,90 Euro (D)

Ernst Kahl
Papa, ich will einen Hund!*
Illustriert von Eva Muggenthaler
Kein & Aber, 2008
ISBN: 978-3-0369-5251-2
96 Seiten, Hardcover
16,90 Euro (D)

Gudrun Likar
Keine Angst vor gar nichts*
Illustriert von Manuela Olten
Tulipan, 2009
ISBN:978-3-939944-26-3
32 Seiten, Hardcover
12,90 Euro (D)

Rotraut Susanne Berner
Hund & Hase*
Jacoby & Stuart, 2009
ISBN: 978-3-941087-42-2
80 Seiten, Hardcover
14,95 Euro (D)

Dorothea Lachner
Saß ein Ungeheuer auf dem Dach*
Nilpferd in Residenz, 2011
ISBN: 9783701720804
32 Seiten, Hardcover
14,90 Euro (D)

Constanze Spengler
Hund und Katze*
Hinstorff, 2010
ISBN:  978-3-356-01357-3
32 Seiten, Hardcover
12,90 Euro (D)

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