TierBlogger Adventskalender Türchen 1: Mit dem Hund durch die Jahreszeiten

Es ist wieder soweit: die stade Zeit hat begonnen! Und damit ist auch der Startschuss zum diesjährigen TierBlogger-Adventskalender gefallen: Dazu haben sich wieder Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefunden, um Tierfreunden mit informativen Artikeln und tollen Verlosungen das Warten auf das Christkind ein wenig zu verkürzen.

Doch nicht nur Weihnachten rückt gerade unaufhaltsam näher, sondern auch der Winteranfang und kurz darauf der Jahreswechsel. Für viele die Zeit zurückzublicken und natürlich auch Pläne für das kommende Jahr zu schmieden. Wir starten daher im ersten Türchen des TierBlogger Adventskalenders mit ein paar Inspirationen, wie ihr mit eurem Hund die Jahreszeiten verbringen könnt.

Winter

Natürlich kennen und lieben wir sie alle: die Wintertage, an denen die Sonne von Abertausenden von Schneekristallen gespiegelt über die idyllische Landschaft scheint, an denen der Atem gefriert und man mit einer Thermoskanne Tee bewaffnet durch den Wald spaziert, die Hände tief in den Taschen vergraben, während der Vierbeiner munter umherlaufend seine Spuren durch die noch unberührte Schneedecke zieht…

Die Realität sieht im Winter aber leider oft anders aus: Die Tage sind kurz und kalt, das Wetter oft trübe, gerade im Dezember gibt es eine Menge für die Feiertage vorzubereiten, der Hund mag seinen Wintermantel nicht, friert aber ohne ganz furchtbar, im dümmsten Fall hat man sich zu allem Unglück auch noch eine Erkältung zugezogen… Kurzum: Es kann durchaus passieren, dass die Gassirunde im Winter hin und wieder kürzer ausfällt. Da sollte man sich auf jeden Fall ein Indoor-Alternativprogramm zurechtlegen, um den Vierbeiner auch bei weniger Bewegung beschäftigen zu können.

Traum-Wintertage wie diesen hier gibt es leider viel zu selten.
Traum-Wintertage wie diesen hier gibt es leider viel zu selten.

Schnüffel mal wieder

Gerade im Winter liegen die verschiedensten Gerüche in der Luft: Zimt, Anis, der Duft von frischen Tannennadeln, Plätzchen oder Mandarinen… Es gibt vieles zu erschnüffeln, natürlich auch für den Vierbeiner! Wie wäre es da zum Beispiel mal mit einem Schnüffelparcours im Wohnzimmer? Nehmt einfach verschiedene (natürliche) Duftstoffe, die euer Hund vielleicht sogar noch nicht kennt. Ihr könnt sie beispielsweise in Dosen oder kleine Schüsseln füllen und mit Alufolie abdecken, in die ihr dann noch ein paar kleine Löcher schneidet, oder ein Küchenhandtuch mit einem Haushaltsgummi über die Öffnung spannen.

Die Behälter verteilt ihr mit einigem Abstand voneinander im Raum. Dann könnt ihr euren Hund an die lange Leine nehmen und mit ihm gemeinsam auf Schnüffel- und Erkundungstour gehen. Lasst euch dabei Zeit und achtet darauf, welche Gerüche euer Hund besonders interessant findet – denn diese könnt ihr vielleicht später einmal zum Training von Geruchsunterscheidung verwenden, als besondere Zutat von Hundeleckerli (bitte dabei aber nicht vergessen, dass einige Dinge für Menschen lecker, für Hunde aber Gift sind – Stichwort: Schokolade) einsetzen oder als olfaktorisches Entspannungssignal aufbauen!

Klingt langweilig? Für uns Menschen vielleicht – schließlich bleibt uns der größte Teil der Welt der Gerüche, wie Hunde sie wahrnehmen, leider verschlossen. Das sogenannte Riechhirn des Hundes, das sich ausschließlich dieser Welt widmet, ist etwa zehnmal so groß wie das entsprechende Hirnareal beim Menschen. Dazu verfügen Hunde über 125 bis etwa 220 Millionen Geruchsrezeptoren – der Mensch hingegen hat nur magere 5 Millionen. Dementsprechend beschäftigt ist das Hundehirn auch, wenn es die für ihn so wichtigen Düfte wahrnimmt und analysiert. Gerade jüngere Hunde lernen bei einem kleinen Schnüffelparcours viel Neues kennen, das Gehirn verarbeitet die Informationen – und das verbraucht natürlich eine Menge Energie! Und aufgeregte Hunde können durch solche ganz bewusst ruhig gehaltenen Aktivitäten auch lernen einmal herunterzufahren. In der reinen Erkundungsvariante sollte deshalb auch auf Leckerlis oder Spielzeug zur Motivation verzichtet werden – das Entdecken der (neuen) Gerüche sollte selbstbelohnend sein.

Frühling

Der Frühling ist die Zeit des Aufbruchs: alles regt sich und streckt sich der Sonne entgegen, die sich endlich wieder länger blicken lässt. Nach den (hoffentlich) gemütlichen Wintermonaten bricht jetzt nicht nur die Zeit des Fellwechsels an. Körper und Geist sehnen sich auch nach Licht, Luft, Bewegung und – Abwechslung!

Das Frühjahr ist die beste Zeit, um einfach mal Neues auszuprobieren. Und dabei im besten Falle vielleicht auch noch das ein oder andere Gramm Weihnachtsspeck loszuwerden, das sich gerne mal häuslich auf den Rippen von Zwei- und Vierbeinern einrichtet. Und während Herrchen und Frauchen möglicherweise schon mal auf die perfekte Badefigur hintrainieren, freut Bello sich einfach über mehr Bewegung und (wider-)erstarkende Muskeln – nicht zuletzt halten diese ja auch die Bewegungsabläufe rund und können etwa diverse Gelenkbeschwerden verhindern oder abmildern.

Während der eine noch frühjahrsmüde ist, arbeitet der nächste schon an der Sommerfigur.
Während der eine noch frühjahrsmüde ist, arbeitet der nächste schon an der Sommerfigur.

Komm in Bewegung

Das wichtigste ist, die körperliche Auslastung des Hundes passend zu seiner allgemeinen Konstitution zu wählen. Während jüngere, gesunde Hunde Spaß an rasanten Agility-Runden haben, ist für Senioren das gelenkschonende Degility sicher die bessere Wahl! Für viele Hundehalter die perfekte Lösung: einfach einen Sport gemeinsam mit ihrem Vierbeiner ausüben! Klassischerweise geht es hier um Ausdauer, etwa beim Joggen oder Fahrradfahren.

Aber warum nicht einmal etwas ganz Neues ausprobieren? Wälzt einfach einmal das Angebot der Hundeschulen und -vereine in eurer Umgebung oder sucht in Hundeforen nach Gleichgesinnten oder bestehenden Trainingsgruppen. Denn auszuprobieren gibt es vieles! Wie wäre es zum Beispiel mit…

  • THS/Turnierhundsport: Im THS, der „Leichtathletik mit Hund“ können verschiedene Disziplinen bewältigt werden. Egal ob Geländelauf, Hindernislauf oder Combination Speed Cup – hier ist in jedem Fall Geschwindigkeit gefragt!
  • Scent Hurdle Racing/Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung: Das Scent Hurdle Racing ist eine Variante des bekannteren Hunde-Teamsports Flyball. Zwei Teams treten gegeneinander an, die Hunde müssen in diesem ‚Staffellauf‘ nicht nur jeweils 4 Hürden überwinden, sondern auch noch das richtige Apportel anhand des Geruchs identifizieren und ihrem Halter apportieren.
  • Rally-Obedience: Ein Parcours, ein ganzer bunter Blumenstrauß an Herausforderungen, die zu bewältigen sind – das ist Rally-Obedience! Hier kommt es nicht nur auf die schnelle, sondern vor allem auch auf die genaue Bewältigung der Übungen an. Von Abrufen über Slalomlaufen bis zu klassischen Sitz-Platz-Steh-Aufgaben ist hier alles dabei, was den vollen Einsatz von Körper und Geist fordert!
  • JAD-Dogs/Jump and Dance: JAD-Dogs kombiniert Dogdance, Longierarbeit und Agility zu einer neuen Disziplin. Hier wird auf Distanz im Longierkreis mit Bewegungswechseln und Geräten gearbeitet, außerdem dürfen Hund und Halter jede Menge Tricks zeigen.

Sommer

Gut vorgesorgt hat, wer bis zum Anbruch des Hochsommers seinen Körper in Form gebracht hat. Denn ab jetzt ist eher Chillen im Schatten als Schwitzen beim Sport angesagt, Hitze und physische Verausgabung sind nämlich nicht gerade die beste Kombination für den Körper. Aber immer nur unterm Sonnenschirm liegen ist auf Dauer natürlich auch langweilig. Zum Glück gibt es aber auch bei hohen Temperaturen noch genügend Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen – man muss nur das ein oder andere Mal ein kleines Stückchen um die Ecke denken!

Es muss ja nicht immer gleich das Meer sein. Spiele am und im Wasser machen auch an Seen, Bächen oder dem Planschbecken im Garten Spaß.
Es muss ja nicht immer gleich das Meer sein. Spiele am und im Wasser machen auch an Seen, Bächen oder dem Planschbecken im Garten Spaß.

Bewahr einen kühlen Kopf

Die einfachste Variante, auch im Sommer zu genügend zu Bewegung zu kommen, ist selbige in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Dann steht auch einer Runde Joggen zumeist nichts im Wege. Das A und O dabei ist natürlich, auf seinen vierbeinigen Begleiter zu achten und die Belastung auf dessen Fitness und Wärmetoleranz anzupassen.

Im Sommer außerdem für die meisten Hunde toll sind alle Arten von Wasserspielen! Euer Hund kann apportieren? Dann führt in doch mit passendem schwimmfähigen Spielzeug langsam an den Wasserapport heran: Dazu am Anfang auf jeden Fall stehende Gewässer aufsuchen, in Ufernähe arbeiten und in kleinen Schritten die Herausforderung steigern. Euer Hund liebt Leckerlis? Dann lasst ihn diese doch einfach mal aus einer Schüssel mit Wasser oder aus einem Planschbecken fischen. Viele Hunde lieben es auch ganz schlicht durch Wasser zu waten. Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe ja einen kleinen Bachlauf, der einen feucht-fröhlichen Kneipp-Spaziergang erlaubt?

Wenn es doch einmal zu warm oder kein Wasser in der Nähe ist, könnt ihr eurem Hund mit einem gefrorenen Kong (oder ähnlichem befüllbaren Spielzeug) Beschäftigung und Abkühlung gleichzeitig bieten.

Übrigens: Es gibt auch mobile Hundeduschen, die zwischendurch für Abkühlung sorgen (oder natürlich den Hund von Dreck befreien 😉 ) können. Gerade für Hundehalter ohne Garten und ohne Bademöglichkeit in freier Natur kann das eine ‚coole‘ Alternative im Sommer sein.

Herbst

Die Tage werden schon wieder kürzer, aber dafür sinken die Temperaturen auf angenehme Grade und die sich langsam in den schönsten Schattierungen färbenden Blätter lassen auch bekannte Landschaften in völlig neuem Glanz erstrahlen. Der goldene Herbst lockt in jedem Fall nach draußen in die Natur, die man nun auf sechs Beinen ausgiebig erkunden kann.

Das Finderglück bei Suchspielen im Herbstlaub ist besonders groß.
Das Finderglück bei Suchspielen im Herbstlaub ist besonders groß.

Geh neue Wege

Herbstzeit ist Wanderzeit – keine andere Jahreszeit bietet so viele Gelegenheiten, den Rucksack zu packen und sich mit dem Hund auf Tour durch die nähere oder fernere Umgebung zu begeben. Es muss dabei nicht immer die Bergbesteigung oder Langstreckenwanderung sein, um Abwechslung zu haben. Auch rund um die Stamm-Gassistrecke lässt sich sicher einiges noch Unbekanntes entdecken: Biegt doch einfach einmal in eine andere Richtung ab und lernt so euer Umfeld neu oder besser kennen. Bei so einem Streifzug durch euren Ort solltet ihr Extra-Schnüffelzeit einplanen: die meisten Hunde mögen es, in unbekannten Umgebungen erst einmal ausgiebig ‚Hundezeitung zu lesen‘ und alles in ihrem eigenen Tempo zu erkunden.

Doch auch auf gewohnten Strecken gibt es im Herbst viel zu entdecken – verändern sich diese doch sozusagen auf natürliche Weise fast täglich! Da wären zum Beispiel die Laubhaufen am Wegesrand, die man perfekt für (Leckerli-)Suchspiele nutzen kann. Oder herabgefallene Kastanien, die man apportieren lassen kann. Oder die kleinen Pilzkolonien, die an schattigen Stellen im Wald gewachsen sind, und abgeschnüffelt werden können. Nicht zu vergessen das Fallobst, das sich jetzt auf der ein oder anderen Wiese oder am Wegesrand findet und vielen Hunden Freude bereitet – sei es als kleiner Snack zwischendurch oder als ‚Wurfgeschoss‘!

Aber natürlich wollen die meisten nicht immer nur auf denselben Pfaden wandeln. Wer noch auf der Suche nach schönen neuen Wandertouren für ‚Sechsbeiner‘ ist, kann sich zum Beispiel bei Mein-Wanderhund.de, BergWauWau.de oder natürlich auch bei uns inspirieren lassen.

Verlosung

Damit ihr mit eurem Hund und/oder anderen Vierbeinern gut durch das Jahr 2017 kommt, verlose ich den Wandkalender „Dogs“ mit 12 Fotografien des renommierten Tierfotografen Andrew Grant (Format: 51 x 45 cm) aus dem Kunth Verlag. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist mir bis zum 04.12.2016 in den Kommentaren verraten, welches eure tierische Lieblings-Jahreszeit ist.*
Viel Glück!

Das nächste Türchen wird sich übrigens morgen bei The Swiss Cats öffnen – schaut mal vorbei!


* Mitmachen könnt ihr, wenn ihr in Deutschland oder Österreich lebt. Über den Gewinner entscheidet das Los, Mehrfachteilnahmen gelten nicht. Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass ihr Name (Vorname und Initital des Nachnamens) im Gewinnfall hier auf dem Blog und bei Facebook veröffentlicht wird. Der Gewinnner wird außerdem per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

TierBlogger Adventskalender – Türchen 17: Wir warten auf das Christkind

TierBlogger Adventskalender Türchen 17: Wir warten aufs Christkind

Jetzt ist Weihnachten schon ganz nah – nur noch eine gute Woche und schon steht das Christkind (oder wahlweise: der Weihnachtsmann) vor der Tür! Manch einer wird in dieser letzten Woche wie wild auf der Jagd nach den letzten Geschenken sein (Hint: ich gehöre dazu!) oder sich in die Vorbereitungen für das Weihnachtsmenü stürzen. Andere sind schon perfekt vorbereitet, lehnen sich entspannt zurück und genießen den Countdown zur Bescherung, vielleicht bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder einem laaaangen Spaziergang mit dem lieben Vierbeiner (hey, bei den derzeitigen Temperaturen kann man ja auch wirklich problemlos laaaaange draußen bleiben… 😉 ).

TierBlogger Adventskalender Türchen 17: Wir warten aufs Christkind
TierBlogger Adventskalender Türchen 17: Wir warten aufs Christkind

Aber egal ob Last-Minute-Shopper oder Vorweihnachts-Perfektionist: die Vorfreude auf die Feiertage steigt in beiden Fällen und mit der Vorfreude kann einem die Zeit auch schon einmal lang werden. Und: Unsere Wuffels können ja nicht wissen, was da an ’staader Zeit‘ auf sie zukommt, und kommen im Advent zwischen Plätzchen Backen und Weihnachtsbaum Schmücken vielleicht manchmal ein wenig zu kurz. Die gute Nachricht ist: Diesen beiden Problemen kann man ganz einfach und mit wenig Zeitaufwand beheben! Man nehme einfach ein paar weihnachtliche Beschäftigungsideen et voilà: schon hat man die Tage bis Heiligabend überbrückt und den Hund glücklich gemacht! Ganz nebenbei kann man mit der ein oder anderen Idee an den Feiertagen beim Verwandtschaftsbesuch so richtig glänzen…

17.12.: Adventskalendertürchen öffnen!

Es sind zwar nicht mehr viele Türchen übrig, aber noch ist es nicht zu spät, eurem Hund beizubringen, diese für euch zu öffnen! Euer normaler Papp-Kalender mit Schokoladenfüllung ist dazu allerdings weniger geeignet – aber vielleicht habt ihr ja eine kleine Schublade oder einen Karton, den ihr dafür umfunktionieren könnt? Klebt zum Beispiel eine Schnur daran oder bastelt einen kleinen Griff, damit euer Hund die Schublade herausziehen oder den Kartondeckel mit seinem Fang abnehmen kann. Natürlich sollte sich dann in eurem improvisierten Adventskalender auch eine Arbeitet mit dem Klicker und lasst euren Vierbeiner kreativ werden – das macht Spaß und sorgt für geistige Auslastung!

18.12.: Weihnachtsdüfte finden!

Die meisten Menschen verbinden mit Weihnachten bestimmte Gerüche: Zimt, Vanille, gebratener Apfel, … Wie geht es da erst unseren Hunden, den Nasentieren par excellence? Deren guten Geruchssinn könnt ihr für eine schöne Beschäftigung einsetzen: Bringt eurem Vierbeiner bei, einen bestimmten Geruch zu finden! Auch hier könnt ihr mit dem Klicker tolle Ergebnisse erzielen: Geklickt (und belohnt) wird für Interesse an dem Geruch(sartikel), den euer Hund später finden soll, dann wird die Schwierigkeit langsam gesteigert. Hier findet ihr eine Anleitung, wie ihr die Geruchsidentifikation aufbauen könnt.

19.12.: Hundekekse backen!

Für Hundekekse gibt es im Internet jede Menge tolle Rezepte, hier zum Beispiel ein aktuelles von Terra Canis:

Eine größere Auswahl findet ihr in der kostenlosen Sammlung „Die besten Hundekuchen-Rezepte“ von Fressnapf und auch bei Easy Dogs findet ihr einige Hundekeks-Rezepte.

Beim Backen kann eure Fellnase natürlich wunderbar assistieren: Welcher Hund führt nicht gerne in der Küche die Aufsicht oder freut sich über eine Anstellung als Vorkoster…?

20.12.: Lebkuchenhaus bauen!

Lebkuchenhäuser sind nicht nur dekorativ, sondern vor allem: furchtbar lecker! In diesem Fall geht es aber um eines, das nicht aus Lebkuchen ist! Um eurem Hund ein ‚Lebkuchen’haus zu bauen, könnt ihr für die Bauteile entweder nach Hundekeksrezepten (siehe oben) selber backen oder ihr nehmt (einmal mehr) einen Karton, den ihr zum Haus umbaut. Dieses könnt ihr dann nach Herzenslust mit Leberwurst, kleinen Keksen, die ihr zum Beispiel mit Schmierkäse ‚aufklebt‘, und ähnlichen Leckereien für euren Hund dekorieren – aber nicht traurig sein, wenn eure Fellnase nach dem ‚Einzug‘ ins Häuschen als allererstes ‚umdekoriert’… 😉

21.12.: Bescherung einläuten!

Kennt ihr das auch, dass an Heiligabend mit einer Glocke zur Bescherung gerufen wird? Bei uns war es jedenfalls früher immer so. Also warum nicht dem Hund beibringen, die Glocke auf Kommando zu bedienen? Dabei kann, je nach Glocke, der Hund diese mit dem Fang zum Klingen bringen, indem er an einem Seil zieht oder eine kleine Glocke zwischen die Zähne nimmt und schüttelt, mit der Nase, indem er dagegen stupst, oder aber mit den Pfoten, indem er damit sacht gegen die Glocke ’schlägt‘. Überlegt euch, wie es für euch und euren Hund am besten funktionieren könnte, und wie ihr die Übung in kleine Teilstücke zerlegen und eurem Hund ’schmackhaft‘ machen könnt. Auch um diesen Trick zu lernen, ist der Klicker ein wunderbares Hilfsmittel!

22.12.: Wellnesstag machen!

Zu Weihnachten möchte jeder hübsch aussehen – warum also nicht auch der Vierbeiner? Bürsten, massieren, Krallen kürzen, Ballen eincremen, das volle Programm. Da es im Winter ja normalerweise kalt ist, sollte man wenn möglich auf ein Vollbad verzichten. Eine mögliche Alternative, falls der Odeur de chien doch zu stark ist, kann ein ‚Trockenshampoo‘ sein. Dieses könnt ihr ganz einfach selber machen: Ihr braucht dazu lediglich etwas Maisstärke sowie Backpulver (im Verhältnis 2:1) und eventuell ein wenig ästherisches Öl (damit aber bitte in jedem Fall sehr sparsam umgehen, denkt an die feinen Nasen der Hunde!). Die Mischung könnt ihr dann aufs Fell geben, etwas einarbeiten, durchbürsten und dann mit einem Handtuch abfrottieren – das sollte gegen unangenehme Gerüche helfen!

23.12.: Den Baum schmücken!

Wie praktisch wäre es, wenn Bello und Bella beim Schmücken des Weihnachtsbaums behilflich sein könnten… Das würde dann so aussehen:

Man muss natürlich seine Ansprüche nicht ganz so hoch ansetzen: Vielleicht reicht es ja schon, wenn euer Hund euch die Baumanhänger zuträgt? Wenn euer Hund schon apportieren kann, ist diese Aufgabe sicher in kurzer Zeit für ihn zu meistern. Ansonsten nehmt euch Zeit und geht in kleinen Schritten vor, um euren Hund das Bringen von Gegenständen schmackhaft zu machen. Hier findet ihr einige Anregungen, wie ihr die Übung aufbauen könnt.

24.12: Geschenke auspacken!

Ein Klassiker der Hundebeschäftigung, der einfach immer geht: Lasst eure Fellnase selber Päckchen auspacken! Dafür nehmt ihr einfach einen Karton, füllt ihn mit zusammengeknülltem Papier, versteckt dazwischen einige Leckerlis, macht den Karton wieder zu (aber lieber nur zuklappen, nicht zukleben) und lasst euren Hund dann die Leckerlis suchen. Alternativ könnt ihr auch ein einzelnes Leckerli in Papier einwickeln, sodass euer Hund nur unter Einsatz von Zähnen und Pfoten darankommt.
 

Wir wünschen euch noch eine schöne restliche Adventszeit, die vielleicht durch unsere Beschäftigungsideen noch ein kleines bisschen schöner wird, und ein wunderbares, friedliches Weihnachtsfest!
 


Dieser Beitrag ist Teil des TierBlogger-Adventskalenders. Schaut auch morgen vorbei, dann öffnet sich ein neues Türchen, und zwar bei Cocker, Lifestyle and more!

Poppeldipoppeldipositiv: Von der hohen Kunst der Positiven Psychologie im Hundetraining

Wie der ein oder andere von euch vielleicht mitbekommen hat, war ich neulich mit Mika auf einem Wochenendseminar am schönen Chiemsee: Christina Sondermann von SPASS-MIT-HUND gastierte dort bei animal learn, um uns lernwilligen Seminarteilnehmern das Konzept der Positiven Psychologie im Hundetraining oder eigentlich allgemeiner: in der Hundehaltung näherzubringen.

Neben der guten Gelegenheit, einmal ein Seminar bei der unangefochtenen „Queen of Hundebeschäftigung“ mitzuerleben, fand ich auch das Thema extrem spannend. Ein paar Eindrücke und Informationen aus dem Seminar möchte ich euch heute zusammenfassen.

Do more of what makes you happy: Das überraschend einfache Prinzip der positiven Psychologie

Als manchmal doch etwas gestresste Großstadt-Hundehalterin war ich schon enorm gespannt, was Christina Sondermann an Handwerkszeug für uns mitgebracht hatte. Und um die Erkenntnis gleich vorweg zu nehmen: Der Weg zu einem positiveren Miteinander mit dem Vierbeiner ist erstaunlich einfach!

Den Alltag positiv gemeinsam erleben: Seminar zur "Positiven Psychologie" mit Christina Sondermann
Den Alltag positiv gemeinsam erleben: Seminar zur „Positiven Psychologie“ mit Christina Sondermann

Aber der Reihe nach: Warum eigentlich Positive Psychologie und was bedeutet das überhaupt? Ursprünglich stammt die Bezeichnung aus der Human-Psychologie. Geprägt wurde der Begriff und die damit verbundene Strömung vom US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman: Er wollte weg von der Problem-Zentriertheit der ‚klassischen‘ Psychologie, die in erster Linie Defizite sieht, die behoben / therapiert werden müssen. Stattdessen rückte er die Ressourcen in den Vordergrund, die den Menschen stärken und es ihm ermöglichen, ein lebenswerteres Leben zu führen. Also zusammengefasst: Do more of what makes you happy (and you will be… happier!) and care less about what makes you unhappy!

„Klingt einfach, wie? Ich weiß, ich kann’s mir schenken
doch steht das Wasser bis zum Hals, hilft positives Denken“

Die Fantastischen Vier, Lass die Sonne rein

Wichtig ist dabei: Es geht nicht darum, ständig positiv zu denken und sozusagen mit Selbstsuggestion ein schöneres Leben zu erreichen. Hinter dem Prinzip steckt mehr: Schon vorhandene Stärken sollen gefördert, bereits bestehendes Positives soll bewusst wahrgenommen werden. Durch die positiven Erlebnisse werden auch biochemische Veränderungen im Gehirn ausgelöst, die im besten Fall dazu beitragen, dass ’schlechte Phasen‘ oder Probleme besser bewältigt werden können.

Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles: Für wen eignet sich die Positive Psychologie?

Kurz gesagt: für jeden! Und ein wenig länger: So ziemlich jeder trägt ja ein kleines oder ein größeres Päckchen mit sich herum, was seinen Hund angeht, oder hat Dinge, die ihn (vielleicht auch nur in bestimmten Situationen) am Hund nerven – ganz besonders, wenn man einen verhaltenskreativen Hund sein eigen nennt. Bei manch einem wächst sich dies zu ernsten Problemen aus, unter dem das Zusammenleben generell leidet: Alles dreht sich um die Themen, die man mit dem Hund ‚aushandeln‘ will oder muss, und viele Erfolge, die man dann beim Training oder Management erzielt, beeinträchtigen auch noch die eigene Lebensqualität, weil man, damit der Hund nicht mehr aufs Sofa geht, vielleicht gleich das ganze Sofa abschafft.

Ganz besonders für Angsthunde ist die Anwendung der Positiven Psychologie lohnenswert, da das Selbstbewusstsein gesteigert wird und so oft auch eine Verbesserung an den Angstauslösern festzustellen ist. Aber auch ohne ‚Problemhund‘ kann sich die Positive Psychologie für das Mensch-Hund-Gespann bewähren, da sowohl Hundehalter als auch Vierbeiner die Beziehung bewusster oder angenehmer wahrnehmen – und so auch die vielbeschworene Bindung gestärkt wird.

Bei bestem Wetter und in schöner Bergkulisse ließ sich Positive Psychologie bestens erlernen
Bei bestem Wetter und in schöner Bergkulisse ließ sich Positive Psychologie bestens erlernen

Lass die Sonne rein: Wie man Positive Psychologie mit dem Hund lebt

Das wunderbare an der Positiven Psychologie ist, dass ihr Grundprinzip so einfach ist. Und diese Einfachheit zeigt sich auch bei der Umsetzung im Alltag. Ein paar Gedanken muss man sich aber doch vorab machen:

  • Was mag der Hund?
  • Wo hat er seine Stärken?
  • Was macht gemeinsam Spaß?

Und natürlich umgekehrt:

  • Was löst bei mir oder dem Hund negative Empfindungen aus?
  • Welche Störfaktoren für das Wohlbefinden gibt es und lassen sie sich vielleicht leicht eliminieren oder vermeiden?
  • Kann an den Lebensumständen etwas verbessert werden, um das (körperliche) Wohlbefinden zu steigern?
Nicht nur denken, sondern auch handeln: Aktiv gelöste Problemstellungen schaffen Erfolgserlebnisse und fördern das Wohlbefinden
Nicht nur denken, sondern auch handeln: Aktiv gelöste Problemstellungen schaffen Erfolgserlebnisse und fördern das Wohlbefinden

Ein gutes und leicht handhabbares Werkzeug bildet für diese Überlegungen die Bilanzliste: Auf dieser wird für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 1 Tag oder eventuell auch 1 Woche) notiert, was für den Menschen an schönen Dingen in Bezug auf den Hund passiert ist und was an unschönen. Danach wird außerdem eine entsprechende Liste aus Sicht des Hundes angelegt für den gleichen Zeitraum. Dabei hilft es natürlich ungemein, wenn man sich schon mal Gedanken gemacht hat, was der Hund generell gerne mag und was weniger. Aus der Bilanz von positiven und negativen Dingen könnt ihr schon ablesen, wie es um das ‚Gesamtgefühl‘ bei euch bestellt ist: natürlich sollten die positiven Dinge überwiegen!

Wenn das Negative überwiegt, solltet ihr daran arbeiten, die Bilanz wieder zu ’schönen‘: Versucht, negative Aspekte zu reduzieren und mehr positive Dinge einzubauen! Oft helfen da schon Kleinigkeiten: einmal häufiger streicheln und den Spaziergang von der stressigen Hundewiese in den ruhigen Wald verlegen, schon sieht die Bilanz ganz anders aus!

But when you feel so powerless what are you gonna do: Spielend zum Glück

Vielleicht kennt der ein oder andere von euch den Begriff „erlernte Hilflosigkeit“? Gemeint ist das Resignieren, das Aufgeben angesichts von Problemen, die als nicht kontrollierbar erlebt werden. Manch Hund (und auch Mensch) lebt leider unter Umständen, die es in die erlernte Hilflosigkeit treibt – und kommt dann glücklicherweise vielleicht über den Tierschutz in eine neue Umgebung, die es erlaubt, ihm diese wieder zu nehmen. Andere Hunde eignen sich Strategien an, um mit unangenehmen Dingen umzugehen, die zum Beispiel vom Menschen nicht erwünscht sind und für die es auch alternative Strategien gibt, ein klassisches Beispiel ist da sicher Aggression statt Distanz schaffen bei Hundebegegnungen.

Gerade bei solchen Problemen kann die Positive Psychologie helfen: Über das (als positiv empfundene) Spiel führt man den Hund an Problemlösungsstrategien heran. In der Regel macht das Problemlösen im Rahmen von Denkspielen Hunden Freude, sorgt also für positive Stimmung. Zudem übt er verschiedene Lösungsmöglichkeiten in kleinen Schritten ein – und das führt im besten Fall dazu, dass er in schwierigeren Situationen überhaupt einmal bemerkt, dass es auch dafür andere Lösungen geben könnte. Auch das kreative Clickertraining kann hier äußerst förderlich sein.

Empowerment, Stufe 3: Wenn einen auch zeitweise ausbleibender Erfolg nicht mehr schrecken kann :-)
Empowerment, Stufe 3: Wenn einen auch zeitweise ausbleibender Erfolg nicht mehr schrecken kann 🙂

Einen riesigen Fundus an Spiel- und Clicker-Ideen gibt es auf SPASS-MIT-HUND.de. Das Ziel: Empowerment, die Fähigkeit zum selbständigen und selbstbestimmten Handeln.

Ich möchte nicht verschweigen, dass ein ‚empowerter‘ Hund seinen Menschen hin und wieder vor ganz neue Herausforderungen stellt. Trotzdem bin ich froh, dass Mika so viel Freude am Problemlösen hat und in vielerlei Hinsicht bereits ‚empowered‘ ist: Die Verantwortung, die ich für ihn übernommen habe, erstreckt sich für mich nicht nur darauf, dass ich für seine körperliche Unversehrtheit sorge. Sein psychisches Wohlbefinden ist mir – soweit ich es mitbeeinflussen kann – ebenso wichtig und dazu gehört für mich ganz einfach auch, dass er denken darf und dass ich akzeptiere, dass er ’seinen eigenen Kopf‘ hat.

Wie ist es bei euch: Findet ihr die Positive Psychologie interessant oder setzt ihr vielleicht sogar schon Teile davon ein? Und würdet ihr sagen, dass euer Hund ‚empowered‘ ist?

Zum Weiterlesen:

Maria Hense / Christina Sondermann
Perspektivwechsel: Positive Psychologie für Hunde*
Stärken fördern statt Schwächen bekämpfen
Cadmos Verlag, Schwarzenbek 2014


* Amazon-Partnerlink

Aufgestöbert: mydog365

MyDog365 - Screenshot aus der App

Neulich habe ich euch ja schon mal vom Trickzertifikat, einer Art Selbstlern-Challenge berichte und in dem Zuge angemerkt, dass E-Learning auch im Hundebereich gerade immer mehr Fahrt aufnimmt. Das kann man im Bereich Erziehung und Verhaltensprobleme ganz sicher skeptisch sehen, da es hier eigentlich immer sinnvoll ist, einen erfahrenen Trainer vor Ort hinzuzuziehen, im Bereich Spiel und Beschäftigung (und natürlich bei der theoretischen Fortbildung von Frauchen oder Herrchen) kann das Online- und Selbst-Lernen für jede Menge Spaß und Abwechslung sorgen.

Nun lässt sich aber so ein Computer nicht so gut unterwegs mitnehmen, selbst ein Laptop ist nicht gerade gassi-kompatibel und Übungen ausdrucken möchte man auch nicht ständig. Was läge also näher als eine App zu haben, die man immer auf seinem Handy dabei haben kann? Und so eine habe ich jetzt über Hundezeitung gefunden: MyDog365 heißt die App, die es kostenlos im App Store und bei Google Play gibt.

Die App bietet täglich neue Aufgaben für euch und euren Hund: Da sie, wie gesagt, kostenlos ist, könnt ihr sie euch einfach schnell aufs Handy laden, dann einen Account für euch und euren Hund anlegen und schon kann’s losgehen. Die App ist übersichtlich und schick gestaltet, sodass man sich schnell zurechtfindet. Auf dem Startscreen sehe ich die Grundinfos zu meinem Hund mit seinem Level und Punktestand, gleich darunter befindet sich auch schon die aktuelle Tagesaufgabe.

MyDog365 - Screenshot aus der App
MyDog365 – Screenshot aus der App

Die Tagesaufgaben werden zufällig, aber entsprechend dem Level des Hundes ausgewählt. Sie können Tricks, Übungen, Spiele und Beschäftigungsideen für drinnen oder draußen beinhalten. Neben einer schriftlichen Beschreibung der Übung gibt es auch eine Bewertungsskala, welche Bereiche durch die Aufgabe wie stark gefördert werden, sowie ein Anleitungsvideo. Das sieht dann beispielsweise so aus:

Mit einem kleinen Glockensymbol (na, wer wird denn da gleich an Pawlow denken…? 😉 ) erinnert die App daran, dass eine neue Tagesaufgabe wartet. Ob ihr sie wirklich in die Tat umsetzt, wird nicht überprüft: Ihr könnt sie einfach als erledigt markieren und bekommt dann am folgenden Tag eine neue Aufgabe. Oder ihr gebt an, dass ihr dieselbe Aufgabe am nächsten Tag noch weiter bearbeiten wollt. Das finde ich insofern praktisch, als man ja doch vielleicht nicht jeden Tag dazu kommt, die Aufgabe anzugehen oder aber die Aufgabe zu meistern.

MyDog365 - Screenshot aus der App
MyDog365 – Screenshot aus der App

Neben den Tagesaufgaben gibt es noch Workshops, also mehrteilige Mini-Kurse zu bestimmten Themen, die theoretischen Hintergrund und Praxisaufgaben enthalten, Tipps und Informationen rund um die Vierbeiner sowie Produktvorstellungen. Wem das noch nicht reicht, der kann auf einen Premium-Account (ab 3,83 € pro Monat bei 12 Monaten Laufzeit) upgraden und erhält damit Zugriff auf die Workshops aller Level, Werbefreiheit und kann auch Tagesaufgaben tauschen.

Was ich mir noch wünschen würde: Sprint-Challenges in der App (in der Richtung: „Erledige an 5 aufeinander folgenden Tagen je 1 Aufgabe (aus dem Bereich XY)“) und natürlich ein paar soziale Komponenten, sodass man auch schauen kann, was die Hundekumpels so treiben. Und wenn man noch viel weiter spinnen möchte: Optionales GPS-Tracking, um die am Tag zurückgelegten Gassikilometer und -strecken aufzuzeichnen und zu teilen. Was nicht ist, kann ja noch werden: Da gibt es sicher noch einiges an weiteren Features, die denkbar sind 🙂 .

Wer jetzt, wie ich, angefixt ist, kann sich zum einen mehr Informationen zur App unter www.mydog365.com holen, zum anderen noch bis 01. Mai einen Beitrag zur 30-Tage-Challenge auf Hundezeitung beisteuern und mit etwas Glück einen von fünf Premium-Zugängen zur App gewinnen.

Warum wir Mantrailing lieben

Eine Lektion in Geduld: Warten gehört beim Mantrailing dazu

Mantrailing ist die Suche vermisster Personen anhand ihres Individualgeruchs: ein (lebens-)wichtiger Bestandteil der Rettungs- und auch Polizeihundearbeit, aber auch eine wunderbare Beschäftigung für Familienhunde. Nicht zuletzt nutzen viele Jagdhundehalter diese Form der Nasenarbeit, um ihre Vierbeiner sinnvoll auszulasten. Viele Jagdhunderassen sind prädestiniert für diese Tätigkeit, ihnen liegt das Verfolgen einer Spur förmlich im Blut und auch ihr Arbeitswerkzeug, die Nase, ist genetisch bestens ausgestattet, um beim Mantrailen zum Erfolg zu kommen.

In Mikas Pass steht bei Rasse: Jagdhundmischling. Das hat ihm allerdings wohl niemand mitgeteilt oder zumindest wurde ihm nicht klargemacht, dass man bei Jagdhunden und ihren Mischlingen eher davon ausgeht, dass sie Wild interessant finden, mit der Nase am Boden kleben oder permanent den Waldrand nach Rehen abchecken, oder sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Unterholz schlagen, um spannenden Fährten nachzugehen. Zugegeben: Das sind Klischees. Und es gibt ja noch Jagdhundrassen, die nicht in erster Linie mit lebendem Wild zu tun haben, etwa die Retriever.

Eine Lektion in Geduld: Warten gehört beim Mantrailing dazu
Eine Lektion in Geduld: Warten gehört beim Mantrailing dazu

Aber sowohl das Klischee-Jagen als auch das Apportieren sind Mika nicht in die Wiege gelegt worden. Da kann gerne einmal ein Kaninchen vor ihm aufspringen oder ein Wildwechsel gekreuzt werden – nicht interessant! Es ist nicht so, dass er kein Jagdverhalten zeigen würde. Er jagt bloß nichts Lebendes, sondern schlicht und ergreifend Essbares – was eben so auf dem Boden herumliegt. Selektive Wahrnehmung, schließlich muss sich der Einsatz ja auch lohnen. Und dabei setzt er zwar durchaus auch mal seine Nase ein, aber ein Großteil seiner Sucharbeit läuft auf Sicht. Eine Tatsache, die wir im Dummytraining mit waschechten Retrievern immer wieder eindrucksvoll (und im wahrsten Sinne des Wortes) vor Augen geführt bekommen haben. Ein Jagdersatztraining in Form von Mantrailing haben wir da wirklich nicht gebraucht.

Wieso also Mantrailing? Wir haben damit im Winter angefangen, denn unser Agilitytraining ruhte ein wenig auf Eis 😉 und ich habe nach einer anderen Beschäftigung für uns gesucht. Die Wahl fiel auf Mantrailing, da es von meiner Hundeschule angeboten wurde und ich es prinzipiell sinnvoll fand: geistige Auslastung für den Hund, nicht zu viel zu tun für mich 😉 .

Der Start war wirklich schwierig für uns: Mika war damals etwas über ein Jahr bei uns und fremden Menschen gegenüber immer noch misstrauisch. Er hatte Trennungsangst in unbekannten Umgebungen. Nun kann man das Mantrailing auf verschiedene Art und Weise aufbauen: entweder man startet direkt damit, fremde Personen zu suchen, oder man lässt den Hund erst einmal ’seinen‘ Menschen finden. Bei uns war es die letztere Methode (die man durchaus kritisch sehen kann und die, soweit ich weiß, in der professionellen MT-Ausbildung auch nicht eingesetzt wird). Und so waren die ersten Trails für Mika einerseits stressig („Oh Gott, warum läuft das Frauchen weg und lässt mich hier bei den Leuten?“), andererseits sehr schnell von Erfolg gekrönt, denn mich hat er natürlich immer in Höchstgeschwindigkeit gefunden (was sich bei so manch „Ersatzhundehalter“ durchaus im Arm- und Schulterbereich bemerkbar gemacht haben dürfte).

Schön und gut, doch irgendwann sollten wir natürlich andere, zudem wechselnde Personen suchen. Natürlich wurde dabei kleinschrittig vorgegangen und solange Mika sehen konnte, wohin die zu suchende Person lief, war es auch unproblematisch. Aber den Transfer, dass er die Nase einsetzen müsste, um die Person zu finden, wenn er sie nicht sehe kann, konnte er geraume Zeit nicht leisten.

Ein Hund, der sich sehr auf seine Augen verlässt bei der ‚Jagd‘, soll nur mit seiner Nase etwas finden, das er im besten Fall uninterssant und im schlechtesten unheimlich findet? Ich war mehr als einmal kurz davor, es einfach wieder sein zu lassen. Heute bin ich mehr als froh, dass wir weitergemacht haben: Wir trailen jetzt schon seit knapp über 5 Jahren und gehen nach jedem Trailtag müde, aber glücklich nach Hause. Bei Mika hat der Aufbau länger gedauert als bei vielen unserer Trainingskollegen und sicher länger als bei den meisten Hunden, die jeden Menschen als ihren Freund sehen und sowieso viel mit ihrer Nase arbeiten. Aber dafür hat uns das Training enorm geholfen, denn dabei durfte Mika so viele positive Erlebnisse mit den verschiedensten fremden Personen machen und verknüpfen, dass ich mir sicher bin, dass er auch dadurch heute so viel aufgeschlossener durch die Welt gehen kann. Tatsächlich gibt es ja das Konzept des Therapeutischen Trailens für Hunde und ich kann dem durchaus etwas abgewinnen. Es muss allerdings klar sein: Der Hund arbeitet selbständig vom Halter weg, was sicher nicht in jedem Fall eine gute Idee ist. Für uns war es sehr gut, denn das hat auch ein bisschen der Trennungsangst bzw. teils zu stärken Fixierung auf mich und seiner Unsicherheit entgegengewirkt.

Fynn und Mika: Geteiltes Wasser schmeckt doppelt so gut
Fynn und Mika: Geteiltes Wasser schmeckt doppelt so gut

Ich persönlich liebe es, unseren Trainingskollegen beim Trailen zuzusehen und zu beobachten, wie jeder seinen individuellen Suchstil einsetzt, um zum Ziel zu kommen: da werden gewissenhaft mögliche Wege ausgeschlossen oder es wird abgekürzt, es geht im flotten Trab oder in aller Ruhe, die Nase klebt am Boden oder tanzt in der Luft. Und am meisten liebe ich es, Mika zu folgen und ihn bei der Arbeit zu beobachten: wie er die Rutenposition ändert, aktiver wird je wärmer die Spur wird, vom ‚Ach, ich schau erst noch ein bisschen rum‘-Modus in den ‚Ok, jetzt geht’s richtig los‘-Gang schaltet, pendelt, ausschließt, mault, wenn er geträumt und die Spur verloren (oder das Frauli ihn doch falsch verstanden und versehentlich über die Spur rausgeführt) hat, den Kopf hochnimmt und in seinen Trail-Passgang fällt, um zügig als Ziel zu kommen und danach mit seinem Kumpel Fynn einträchtig Wasser zu tanken. Zu sehen, wie eine scheinbar einfache Stelle für den Hund doch ganz schön schwierig ist und umgekehrt, wie Mika sich Lösungen erarbeitet und vor allem: wie sehr er sich freut, wenn wir am Ziel angekommen sind. Die Körpersprache bei der Arbeit ist wirklich großartig und ich bin immer wieder begeistert, zu welchen Höchstleistungen so eine Hundenase fähig ist. Wir trailen ja auf reinem „Hobbyniveau“, was bedeutet, dass die richtigen Trailprofis da noch einiges mehr vollbringen können.

Mantrailing verbindet wirklich sehr viele positive Aspekte: Der Hund wird vom Kopf her ausgelastet, man hat Bewegung draußen, die aber nicht so stark belastend ist für die Gelenke, man kann sehr viel über seinen eigenen Hund und dessen Ausdrucksverhalten lernen, man kann die Schwierigkeit graduell steigern und dabei immer wieder Abwechslung reinbringenes lässt sich bei fast jedem Wetter machen. Der einzige große Nachteil ist eigentlich, dass man es nicht alleine mit dem Hund üben kann. Dieser Nachteil birgt aber wiederum den Vorteil, dass man mit etwas Glück sehr nette Trainingspartner findet, mit denen so ein Hobby doch gleich nochmal so viel Spaß macht!

Natürlich habe ich auch Mika mal gefragt, was ihm am Mantrailing am meisten Spaß macht. Und hier seine Antwort:
LECKER BELOHNUNG!
😀

Wie ist es bei euch? Habt ihr Mantrailing schon mal ausprobiert oder trailt ihr vielleicht regelmäßig? Vielleicht sogar in einer Rettungshundestaffel?

Tipps und Termine KW 23 und KW 24: Jeder Tag ist Tag des Hundes

Am 03. Juni 2012 war der offizielle „Tag des Hundes„: Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) hat diesen Tag ins Leben gerufen, um die besondere Rolle des Hundes in der Gesellschaft zu feiern. Zu diesem Zweck finden in vielen Mitgliedsvereinen Veranstaltungen statt, außerdem gibt es jährlich wechselnde, prominente Hundebotschafter, die zum positiven Image beitragen sollen. Nicht zuletzt ist der Tag des Hundes natürlich auch ein Tag des VDH, an dem der Verband und seiner Vereine sich und ihre Arbeit präsentieren können.

Mit einem Augenzwinkern geben viele Hundehalter auf diesen speziellen Tag des Hundes zurück: „Für mich ist jeder Tag ‚Tag des Hundes‘!“ Natürlich ist es toll, wenn man jeden Tag seinen Hund ‚feiert‘, seine Bedürfnisse erfüllt und ihn würdigt: So sollte es im Idealfall auch für jeden Hund sein :-)!

Doch kann auch der alltägliche ‚Tag des Hundes‘ über die Sorge für den und die Freude am eigenen Hund hinausgehen: Es geht um den Hund in der Gesellschaft, das Zusammenleben von Nicht-Hundehaltern und Hundehaltern, die Akzeptanz unserer geliebten Fellnasen. Mit Hund steht man – besonders in der Stadt – automatisch in der Öffentlichkeit, erntet mehr Aufmerksamkeit und steht, ob man will oder nicht, als Teil für eine ganze Gruppe. Wieso also nicht die dadurch entstehenden Chancen nutzen, ein positives Bild vom Hund in der Gesellschaft mitzuprägen und zu -gestalten?

Dabei stehen natürlich einfache Benimmregeln im Vordergrund: Rücksichtnahme auf Mitmenschen und -tiere sollte das oberste Gebot sein, egal, ob man mit oder ohne Hund unterwegs ist. Selbstverständlich gehören dazu einfach Dinge, wie die Hinterlassenschaften seines Hundes zu entsorgen. Oder den Hund anzuleinen, wenn in einem Gebiet Leinenpflicht herrscht. Oder Hunde nicht auf Kinderspielplätze zu lassen. Eine umfangreiche Sammlung von Verhaltensrichtlinien könnt ihr auch im ‚Hundeknigge‘ (PDF) der Hundeschule ‚Mir san Hund‘ nachlesen. Es muss sicher nicht alles 1:1 umgesetzt werden, um einen guten Eindruck bei den Mitmenschen zu hinterlassen, vieles ist sicher auch abhängig vom Temperament und dem Ausbildungsstand des Hundes, aber als Gedankensammlung, wie man zu einem entspannteren Miteinander in der Gesellschaft finden kann, sind einige gute Ansätze darin zu finden.

Aber auch die kleinen Dinge können dazu beitragen, das Verständnis und möglicherweise auch die Rücksichtnahme auf Gegenseitigkeit zu erhöhen: Es gibt unzählige Gelegenheiten mit Nicht-Hundehaltern ins Gespräch zu kommen, bei diesen vielleicht sogar Aufklärung zu leisten, z.B. zum Thema (ungefragtes) Streicheln / Anfassen von fremden Hunden.

Da sich die Fronten zwischen ‚Hundlern‘ und ‚Hundelosen‘ (zumindest  gefühlt) an vielen Stellen immer weiter verhärten, wäre es doch einen Versuch wert, sie wieder aufzuweichen: Vielleicht ein freundliches ‚Nein‘ statt eines abweisenden, dazu noch eine Erklärung, warum der Hund nicht angefasst werden mag oder woran man das erkennen kann, als Beispiel. Oder den Hinweis an einen von hinten kommenden Radfahrer, der sich aufregt, weil der Hund ihm in den Weg läuft, dass es einfacher wäre, wenn er sich früh genug bemerkbar machen würde, damit man den Hund heranrufen kann. Kurz: Den Menschen ein Stück weit entgegenkommen und dabei deren Bewusstsein für die Situation oder Problematik schärfen.

Was meint ihr? Ist eine solche ‚Öffentlichkeitsarbeit‘ für den Hund im Kleinen sinnvoll? Oder denkt ihr, dass es am Gegenüber abprallt? Was fällt euch vielleicht noch ein, was man machen kann, um das Miteinander positiv(er) zu gestalten?

In dieser Folge der Tipps und Termine findet ihr ausnahmsweise schon die Terminübersicht für die nächsten zwei Wochen. Es steht sehr viel Praxis und wenig Theorie an, ein Highlight in dem Zeitraum ist sicher auch das Festival ‚h.und‘ in Greifenberg. Hier kommen die Termine:

KW 23:

Workshops:

  • Dogdance für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Treibball
  • Aufbauseminar Mantrailing
  • Treibball
  • Kopftraining
  • Antijagdtraining
  • Clickertraining – Einführung
  • Kompaktkurs „Gegenstandssuche für Anfänger“
Ausflüge und Spaziergänge:
  • Hunderunde Thanninger Weiher
  • Von Tollwutbringern & Klingelhunden – Wasserburg

KW 23:

Workshops:

  • Kompaktkurs „Spaß & Erziehung“
  • Kompaktkurs “Expactivity für Anfänger”
  • Mantrailing für Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten – K-9-Praxisworkshop
  • Komm! – Der sichere Rückruf
  • Mantrailing Puppies Seminar
  • Leinenführigkeit – wer geht mit wem wohin?
Seminare und Vorträge:
  • Hundetrainer und ihre Irrwege
  • Hunde… Emotionen/Spiel/Soziales Lernen
Ausflüge und Spaziergänge:
  • Trainingsspaziergang München City
  • Schnitzeljagd für Jedermann und Jederhund
Feste:
  • h.und – Das Festival für Hundefreunde
Specials:
  • Großes Hunde- und Katzen-Event bei Fressnapf (Euroindustriepark)