Poppeldipoppeldipositiv: Von der hohen Kunst der Positiven Psychologie im Hundetraining

Wie der ein oder andere von euch vielleicht mitbekommen hat, war ich neulich mit Mika auf einem Wochenendseminar am schönen Chiemsee: Christina Sondermann von SPASS-MIT-HUND gastierte dort bei animal learn, um uns lernwilligen Seminarteilnehmern das Konzept der Positiven Psychologie im Hundetraining oder eigentlich allgemeiner: in der Hundehaltung näherzubringen.

Neben der guten Gelegenheit, einmal ein Seminar bei der unangefochtenen „Queen of Hundebeschäftigung“ mitzuerleben, fand ich auch das Thema extrem spannend. Ein paar Eindrücke und Informationen aus dem Seminar möchte ich euch heute zusammenfassen.

Do more of what makes you happy: Das überraschend einfache Prinzip der positiven Psychologie

Als manchmal doch etwas gestresste Großstadt-Hundehalterin war ich schon enorm gespannt, was Christina Sondermann an Handwerkszeug für uns mitgebracht hatte. Und um die Erkenntnis gleich vorweg zu nehmen: Der Weg zu einem positiveren Miteinander mit dem Vierbeiner ist erstaunlich einfach!

Den Alltag positiv gemeinsam erleben: Seminar zur "Positiven Psychologie" mit Christina Sondermann
Den Alltag positiv gemeinsam erleben: Seminar zur „Positiven Psychologie“ mit Christina Sondermann

Aber der Reihe nach: Warum eigentlich Positive Psychologie und was bedeutet das überhaupt? Ursprünglich stammt die Bezeichnung aus der Human-Psychologie. Geprägt wurde der Begriff und die damit verbundene Strömung vom US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman: Er wollte weg von der Problem-Zentriertheit der ‚klassischen‘ Psychologie, die in erster Linie Defizite sieht, die behoben / therapiert werden müssen. Stattdessen rückte er die Ressourcen in den Vordergrund, die den Menschen stärken und es ihm ermöglichen, ein lebenswerteres Leben zu führen. Also zusammengefasst: Do more of what makes you happy (and you will be… happier!) and care less about what makes you unhappy!

„Klingt einfach, wie? Ich weiß, ich kann’s mir schenken
doch steht das Wasser bis zum Hals, hilft positives Denken“

Die Fantastischen Vier, Lass die Sonne rein

Wichtig ist dabei: Es geht nicht darum, ständig positiv zu denken und sozusagen mit Selbstsuggestion ein schöneres Leben zu erreichen. Hinter dem Prinzip steckt mehr: Schon vorhandene Stärken sollen gefördert, bereits bestehendes Positives soll bewusst wahrgenommen werden. Durch die positiven Erlebnisse werden auch biochemische Veränderungen im Gehirn ausgelöst, die im besten Fall dazu beitragen, dass ’schlechte Phasen‘ oder Probleme besser bewältigt werden können.

Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles: Für wen eignet sich die Positive Psychologie?

Kurz gesagt: für jeden! Und ein wenig länger: So ziemlich jeder trägt ja ein kleines oder ein größeres Päckchen mit sich herum, was seinen Hund angeht, oder hat Dinge, die ihn (vielleicht auch nur in bestimmten Situationen) am Hund nerven – ganz besonders, wenn man einen verhaltenskreativen Hund sein eigen nennt. Bei manch einem wächst sich dies zu ernsten Problemen aus, unter dem das Zusammenleben generell leidet: Alles dreht sich um die Themen, die man mit dem Hund ‚aushandeln‘ will oder muss, und viele Erfolge, die man dann beim Training oder Management erzielt, beeinträchtigen auch noch die eigene Lebensqualität, weil man, damit der Hund nicht mehr aufs Sofa geht, vielleicht gleich das ganze Sofa abschafft.

Ganz besonders für Angsthunde ist die Anwendung der Positiven Psychologie lohnenswert, da das Selbstbewusstsein gesteigert wird und so oft auch eine Verbesserung an den Angstauslösern festzustellen ist. Aber auch ohne ‚Problemhund‘ kann sich die Positive Psychologie für das Mensch-Hund-Gespann bewähren, da sowohl Hundehalter als auch Vierbeiner die Beziehung bewusster oder angenehmer wahrnehmen – und so auch die vielbeschworene Bindung gestärkt wird.

Bei bestem Wetter und in schöner Bergkulisse ließ sich Positive Psychologie bestens erlernen
Bei bestem Wetter und in schöner Bergkulisse ließ sich Positive Psychologie bestens erlernen

Lass die Sonne rein: Wie man Positive Psychologie mit dem Hund lebt

Das wunderbare an der Positiven Psychologie ist, dass ihr Grundprinzip so einfach ist. Und diese Einfachheit zeigt sich auch bei der Umsetzung im Alltag. Ein paar Gedanken muss man sich aber doch vorab machen:

  • Was mag der Hund?
  • Wo hat er seine Stärken?
  • Was macht gemeinsam Spaß?

Und natürlich umgekehrt:

  • Was löst bei mir oder dem Hund negative Empfindungen aus?
  • Welche Störfaktoren für das Wohlbefinden gibt es und lassen sie sich vielleicht leicht eliminieren oder vermeiden?
  • Kann an den Lebensumständen etwas verbessert werden, um das (körperliche) Wohlbefinden zu steigern?
Nicht nur denken, sondern auch handeln: Aktiv gelöste Problemstellungen schaffen Erfolgserlebnisse und fördern das Wohlbefinden
Nicht nur denken, sondern auch handeln: Aktiv gelöste Problemstellungen schaffen Erfolgserlebnisse und fördern das Wohlbefinden

Ein gutes und leicht handhabbares Werkzeug bildet für diese Überlegungen die Bilanzliste: Auf dieser wird für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 1 Tag oder eventuell auch 1 Woche) notiert, was für den Menschen an schönen Dingen in Bezug auf den Hund passiert ist und was an unschönen. Danach wird außerdem eine entsprechende Liste aus Sicht des Hundes angelegt für den gleichen Zeitraum. Dabei hilft es natürlich ungemein, wenn man sich schon mal Gedanken gemacht hat, was der Hund generell gerne mag und was weniger. Aus der Bilanz von positiven und negativen Dingen könnt ihr schon ablesen, wie es um das ‚Gesamtgefühl‘ bei euch bestellt ist: natürlich sollten die positiven Dinge überwiegen!

Wenn das Negative überwiegt, solltet ihr daran arbeiten, die Bilanz wieder zu ’schönen‘: Versucht, negative Aspekte zu reduzieren und mehr positive Dinge einzubauen! Oft helfen da schon Kleinigkeiten: einmal häufiger streicheln und den Spaziergang von der stressigen Hundewiese in den ruhigen Wald verlegen, schon sieht die Bilanz ganz anders aus!

But when you feel so powerless what are you gonna do: Spielend zum Glück

Vielleicht kennt der ein oder andere von euch den Begriff „erlernte Hilflosigkeit“? Gemeint ist das Resignieren, das Aufgeben angesichts von Problemen, die als nicht kontrollierbar erlebt werden. Manch Hund (und auch Mensch) lebt leider unter Umständen, die es in die erlernte Hilflosigkeit treibt – und kommt dann glücklicherweise vielleicht über den Tierschutz in eine neue Umgebung, die es erlaubt, ihm diese wieder zu nehmen. Andere Hunde eignen sich Strategien an, um mit unangenehmen Dingen umzugehen, die zum Beispiel vom Menschen nicht erwünscht sind und für die es auch alternative Strategien gibt, ein klassisches Beispiel ist da sicher Aggression statt Distanz schaffen bei Hundebegegnungen.

Gerade bei solchen Problemen kann die Positive Psychologie helfen: Über das (als positiv empfundene) Spiel führt man den Hund an Problemlösungsstrategien heran. In der Regel macht das Problemlösen im Rahmen von Denkspielen Hunden Freude, sorgt also für positive Stimmung. Zudem übt er verschiedene Lösungsmöglichkeiten in kleinen Schritten ein – und das führt im besten Fall dazu, dass er in schwierigeren Situationen überhaupt einmal bemerkt, dass es auch dafür andere Lösungen geben könnte. Auch das kreative Clickertraining kann hier äußerst förderlich sein.

Empowerment, Stufe 3: Wenn einen auch zeitweise ausbleibender Erfolg nicht mehr schrecken kann :-)
Empowerment, Stufe 3: Wenn einen auch zeitweise ausbleibender Erfolg nicht mehr schrecken kann 🙂

Einen riesigen Fundus an Spiel- und Clicker-Ideen gibt es auf SPASS-MIT-HUND.de. Das Ziel: Empowerment, die Fähigkeit zum selbständigen und selbstbestimmten Handeln.

Ich möchte nicht verschweigen, dass ein ‚empowerter‘ Hund seinen Menschen hin und wieder vor ganz neue Herausforderungen stellt. Trotzdem bin ich froh, dass Mika so viel Freude am Problemlösen hat und in vielerlei Hinsicht bereits ‚empowered‘ ist: Die Verantwortung, die ich für ihn übernommen habe, erstreckt sich für mich nicht nur darauf, dass ich für seine körperliche Unversehrtheit sorge. Sein psychisches Wohlbefinden ist mir – soweit ich es mitbeeinflussen kann – ebenso wichtig und dazu gehört für mich ganz einfach auch, dass er denken darf und dass ich akzeptiere, dass er ’seinen eigenen Kopf‘ hat.

Wie ist es bei euch: Findet ihr die Positive Psychologie interessant oder setzt ihr vielleicht sogar schon Teile davon ein? Und würdet ihr sagen, dass euer Hund ‚empowered‘ ist?

Zum Weiterlesen:

Maria Hense / Christina Sondermann
Perspektivwechsel: Positive Psychologie für Hunde*
Stärken fördern statt Schwächen bekämpfen
Cadmos Verlag, Schwarzenbek 2014


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So war es auf der Interzoo 2014

Mein erster Besuch auf der Interzoo, der weltgrößten Fachmesse der internationalen Heimtierbranche: 1.720 Anbieter aus 63 Ländern, verteilt auf 9 Hallen , warteten darauf, besucht zu werden. Das lässt sich in einem Tag natürlich kaum schaffen, selbst dann nicht, wenn man die Aussteller abzieht, die ausschließlich Aquaristik präsentieren oder die nur Produkte für Katzen oder Kleintiere im Angebot haben. Dementsprechend war der Rundgang ein Schnelldurchlauf durch die unterschiedlichsten Welten der Hundeprodukte.

Apropos „Welten“: Wirklich beeindruckend, wie international die Messe ist! Aussteller von China bis Kanada, von Brasilien bis Schweden, da war wirklich alles vertreten. Und so unterschiedlich die Länder, so unterschiedlich sind auch die Waren: von Hightech bis Wegwerfschrott, von der Premium-Öko-Mahlzeit bis zum Futterzusatz war wirklich alles zu finden.

Klotzen statt Kleckern schien das Motto der Messeauftritte der großen Branchen-Player zu sein: Karlie punktete mit dem Schlager-/Rock-Barden Heino, der seine neue Kollektion von Hundeaccessoires präsentierte und fleißig die Autogrammjägerschlange abarbeitete, bei Dr. Clauders war Oliver Petszokat das Testimonial der brandneuen BARF-Linie und zwischendrin sprangen auch noch Prager Rattler Ludwig mit Herrchen Tom herum (sowohl mit den „Ludwigs Welt“-Accessoires bei Hunter vertreten als auch mit dem „Ludwigs Welt“-Nassfutter bei Dr. Clauder’s), nicht zu vergessen Maja Synke Prinzessin von Hohenzollern mit ihrer Kollektion für Trixie.
An den Ständen konnte man ablesen, dass es der Branche nach wie vor gut geht: Flexi besetzte gleich mal eine ganze Hallenseite und auch die anderen Größen ließen sich nicht lumpen. Auch ohne Glööckler wirkte das ganz schön pompös!

Die Interzoo ist natürlich auch ein Sammelbecken aktueller Trends im Heimtierbereich. Und ich wollte natürlich wissen, was uns da so in der kommenden Zeit erwartet. Hier kommen die Themen, die ich ausgemacht habe:

Neon

…hat jetzt endgültig auch den Sprung in die Hunde-Couture geschafft – und zwar nicht mehr nur bei den Biothane-Leinen oder funktionalem Zubehör!

Jetzt ist der Neon-Trend auch bei den Hundeprodukten angekommen, hier eine Auswahl von Leinen und Geschirren am Stand von Hunter
Jetzt ist der Neon-Trend auch bei den Hundeprodukten angekommen, hier eine Auswahl von Leinen und Geschirren am Stand von Hunter

Würste

…sind anscheinend DIE Produktform des Jahres: Wenn man Hundefutter in Wurstform „verpackt“, muss es ja gut sein, oder?

Welcher Hund kann einer Wurst widerstehen? Na? Richtig, keiner. Von daher ganz logisch, dass die Futtermittelbranche diese Form nun der schnöden Dose oder eckigen Plastikverpackung vorzieht... Eine große Auswahl gab es am Stand von Fleischeslust, die immerhin zu den ersten gehörten, die die Wurst ins Rennen um die besten Regalplätze im Handel gebracht haben.
Welcher Hund kann einer Wurst widerstehen? Na? Richtig, keiner. Von daher ganz logisch, dass die Futtermittelbranche diese Form nun der schnöden Dose oder eckigen Plastikverpackung vorzieht (und dabei ganz nebenbei eine Lebensmittelqualität suggeriert)…
Eine große Auswahl gab es am Stand von Fleischeslust, die immerhin zu den ersten gehörten, die die Wurst ins Rennen um die besten Regalplätze im Handel gebracht haben.

BARF

Ganz ehrlich: Wer noch nicht mitbekommen hat, dass viele Hundebesitzer auf die Rohfütterung umstellen, hat wirklich die letzten Jahre in der Hundeszene verschlafen. Dieser Trend geht nicht zuletzt auf die in Verruf geratenen Futtermittelkonzerne zurück. Verständlich, dass der ein oder andere da gerne etwas vom verlorengegangenen Kunden-Kuchen zurück hätte. Und jetzt? Findet sich allüberall BARF, BARF-Zubehör/-Futterergänzungen oder andere Dinge, die irgendwie mit BARF betitelt werden, zum Beispiel Trocken-BARF oder gekochtes BARF… Erstaunlich, was alles auf einmal „roh“ sein kann!

Am Stand von Dr. Clauder's gab es die neuen BARF-Futterergänzungen zu sehen, präsentiert von Oliver Petszokat und (wie unschwer an der Verpackung zu erkennen) platziert im Premium-Segment. Mika fand anscheinend andere Dinge spannender.
Am Stand von Dr. Clauder’s gab es die neuen BARF-Futterergänzungen zu sehen, präsentiert von Oliver Petszokat und (wie unschwer an der Verpackung zu erkennen) platziert im Premium-Segment. Mika fand anscheinend andere Dinge spannender.

Bio

…oder: alles ist jetzt „natural“! Der Trend zu Bio-Produkten im Heimtierbereich hält an, eine durchaus positive Entwicklung, die in diesem Jahr erstmals auch mit einer Sonder-Ausstellung von bio-zertifizierter Tiernahrung auf der Interzoo speziell gewürdigt wurde. Und da nicht jeder eine Bio-Zertifizierung für sein Futter hat, sind viele andere jetzt eben einfach „natural“, „pure“ oder sonstwie naturbelassen und reiten auf der Welle mit.

Organic Petfood Showcase auf der Interzoo 2014 mit Yarrah, DEFU, Herrmanns, Liebesgut uvm.
Organic Petfood Showcase auf der Interzoo 2014 mit Yarrah, DEFU, Herrmanns, Liebesgut uvm.

Spielzeug in Lebensmittelform

So wie das Hundefutter in Wurstform an menschliche Nahrung erinnert, scheint sich beim Hundespielzeug auch ein kleiner Trend zur Lebensmittelform erkennen zu lassen. Hier findet sich neben Steaks- oder Wurst-Plüschies aber auch viel „gesundes“ Obst und Gemüse – da werden die Vegetarier unter den Hundehaltern sich freuen!

Die "SuperVeggies" (aus dem fernen Brasilien!) haben es mir besonders angetan: Beschäftigungsspielzeug in witziger Form!
Die „SuperVeggies“ von zee.dog (aus dem fernen Brasilien!, machen übrigens auch schnieke Leinen) haben es mir besonders angetan: Beschäftigungsspielzeug in witziger Form!

Technik

Apps, Mini-Kameras, Futterautomaten und Co.: Hightech-Produkte halten immer weiter Einzug ins Haustierleben, zum Beispiel mit den „Pet Systems“ von Motorola (die jetzt übrigens auch in „Anti-Bell-Halsbänder“ machen…). Ein Trend, der nicht nur die erhöhte Aufmerksamkeit der Besitzer für ihre Tiere reflektiert, sondern auch den Umstand, dass viele Haustiere heutzutage über längere Zeit alleine bleiben müssen, wenn Herrchen und Frauchen auf der Arbeit sind.
 

Natürlich hatte ich mir vor der Messe auch ein paar Gedanken gemacht, was für mich gerade wichtige Themen sind. Viele davon (wie „artgerechte“ Ernährung oder Ökospielzeug) habe ich auf der Messe wiedergefunden. Andere habe ich vermisst (oder vielleicht auch einfach übersehen, angesichts der riesigen Masse an Ausstellern), etwa den Themenkomplex Geriatrie (außer ein paar Windeln habe ich nicht viele Produkte gesehen, die auf alternde Hunde zugeschnitten gewesen wären) oder Ungeziefer-, insbesondere Zeckenabwehr (in diesem Bereich sind mir eigentlich nur Beaphar und CDVet ins Auge gefallen). Auch das Thema Mobilität und Reisen war nur zum Teil präsent, was sicher auch daran lag, dass mehr oder weniger der gesamte Dienstleistungsbereich (der ja bei Hunden ein sehr großer ist) bei dieser Messe „ausgeklammert“ ist. Last but not least fehlten mir sowohl die Buchverlage als auch die auf bestimmte Hundesportarten spezialisierten Unternehmen wie etwa Mystique.
 

Aber natürlich hatten Mika und ich auch unsere ganz speziellen Highlights:

Am Stand von Bubeck, nach eigener Aussage Deutschlands älteste Hundefuttermanufaktur, haben wir uns sehr wohlgefühlt und natürlich konnte Mika auch den ein oder anderen Keks abstauben. Lecker!

Am Bubeck-Stand gab es leckere Hundekuchen und -kekse
Am Bubeck-Stand gab es leckere Hundekuchen und -kekse

Spannend ist das Konzept von Pfoody: Hier trifft Mass Customization auf Nassfutter! Neben individuell konfigurierbarem Nassfutter in Lebensmittelqualität bringen die Berliner die beliebtesten Sorten aber auch fix und fertig in den Handel. Mika wollte am liebsten gleich dort bleiben!

Eine interessante Idee aus Kanada sind die Lickeez: Aromatisierte Sprays auf Ölbasis, die zum Beispiel für mäkelige Fresser das Futter attraktiver machen sollen, aber auch als kalorienarme Belohnung verwendet werden können. Ein Produkt, das nicht so ganz in den „Alles natürlich“-Trend passt, aber die Grundidee gefällt.

Bei Doog gab es das gut durchdachte Walkie Belt-System zu sehen und, ganz klasse, die neuen „Super Sticks“, ein extra-haltbares Wurfspielzeug als sicherer Stöckchenersatz, sozusagen die Superhelden-Brüder der „Sticks Family„, die schon etwas länger auf dem Markt sind.

Earth rated wartete mit kompostierbaren Gassitüten (oder, wie wir sagen würden: Kackerlsackerln) auf Mais-Basis sowie einer generell nachhaltigen Produktionskette auf.

Und dank Alcott, einem brandneuen Anbieter von „Ausrüstung, um tolle Abenteuer zu erleben“, sind wir nicht nur um einen super-schicken USB-Stick reicher, sondern auch um eine Anlaufstelle für bezahlbare Outdoor-Produkte für Hunde. Ich freue mich schon drauf, die Produkte im Handel zu sehen.

Mein ganz besonderer Favorit war aber die Münzwaschmaschine für Hunde K9000 Dog Wash aus Australien. Ich finde, jemand sollte sie unbedingt nach München bringen, denn spätestens wenn die Schafe wieder im Englischen Garten unterwegs sind, könnten wir sowas sicher gut gebrauchen!
 

Und ein Wahnsinns-Businessmodell habe ich auch gleich noch mitgenommen von der Messe: Beim nächsten Mal leihe ich Mika einfach als Testimonial für Futtehersteller aus! Das Gute daran: Er muss beim besten Willen keine Begeiterung heucheln, denn fressen tut er für sein Leben gern. Und Authentizität ist doch das, was beim Kunden am besten ankommt!

Ooops, we did it again: Crufts 2014 – ein Rückblick

Ja, ich habe es wieder getan: Ich war auf der Crufts! Jetzt ist es schon wieder fast eine Woche her, seit ich durch das NEC in Birmingham gelaufen bin und in der Arena die Vorführungen, Turniere und nicht zuletzt die Best in Show-Prämierung gesehen habe. Zwei Tage Messerummel mit jeder Menge Hunde und netten Hundemenschen. Zwei Tage Shoppingfieber (jaaahaaa, Mika durfte sich über das ein oder andere Mitbringsel freuen!). Zwei Tage Quietschen angesichts niedlicher Fellnasen und Kopfschütteln angesichts mancher Auswüchse der Hundezucht. Zwei Tage beeindruckt von der wieder einmal genial-professionellen Organisation einer solchen Riesenveranstaltung und dem hohen Level des Hundesports, den ich dort zu sehen bekam.

Spannend, anstrengend, interessant – und voll von Eindrücken, die sich vielleicht am besten in Bildern wiedergeben lassen. Deshalb hier einige Fotos von der größten Hundeausstellung der Welt:

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Isarhunde went Crufts: Unser erster Besuch auf der größten Hundeausstellung der Welt

Noch schnell hübsch machen - lernen hier schon die Kleinsten!

Vor einer Woche bin ich aufgebrochen, um mich in der englischen Hundeszene umzusehen. Dazu habe ich mir ausgerechnet die größte Hundeausstellung der Welt ausgesucht: Zur Crufts in Birmingham kamen außer mir in diesem Jahr knapp 149.000 weitere Besucher, um die über 20.000 in fünf riesigen Hallen ausgestellten Rassehunde aus aller Herren Länder, die Angebote an mehreren Hundert Messeständen sowie die Wettbewerbe und Shows in der Arena anzusehen. Und ich mittendrin!

Ganz klar: Crufts ist eine beeindruckende Veranstaltung! Das gilt in erster Linie für das Organisatorische: So viele Menschen und Hunde unter ein Dach zu bringen – dazu gehört wahrscheinlich schon eine Portion (Größen-)Wahn! Die Organisation hat mich dann auch am nachhaltigsten beeindruckt: Kaum Schlangestehen an den Kassen, beim Einlass gab es gar keine Schlangen, Garderoben standen bereit, die Hallen waren strukturiert, die Ringe waren durch riesige Schilder gekennzeichnet auch auf Distanz zu finden, an den Ringen standen Stühle für Aussteller und Zuschauer bereit, jeder ausgestellte Hund hatte einen eigenen, festen Platz in einer der „benches“ zugewiesen bekommen, die Moderatoren, Licht- und Tontechnik in der Arena waren hervorragend. Eine runde Sache!

Was die präsentierten Rassehunde angeht, bleibt eine gewisse Skepsis: Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei vielen Rassen extrem auf Masse gezüchtet wird – ein Trend (?), den ich persönlich weder schön finde, noch für gesund halte. Schönheit liegt aber bekanntlich im Auge des Betrachters und was die Gesunderhaltung „anfälliger“ Rassen angeht, so hoffe ich darauf, dass in den Verbänden und bei den Züchtern die Einsicht Einzug hält, dass Gesundheit (und Lebensqualität für den Hund!) vor Aussehen geht.

Neben den ausgestellten Rassehunden waren allerdings noch viel mehr Fellnasen vor Ort: Zum einen fanden sich eine Menge Organisationen, die sich der Ausbildung von Therapie- und Assistenzhunden verschrieben haben – da scheint England doch schon einen Schritt weiter zu sein als Deutschland. Zum anderen waren da natürlich die vierbeinigen Sportskanonen, die in Wettbewerben der Extraklasse angetreten sind. Agility, Flyball, Heelwork to Music / Dogdance waren hochkarätig besetzt und spannend anzuschauen – manchmal so rasant, dass man kaum mehr mitkam!

Ganz schön anstrengend, so ein Messetag!

Nebenbei konnte man an diversen Infoständen und Vorführungsbereichen eine Menge über den Kennel Club, das Ausstellungswesen, verschiedene Hundesport- und beschäftigungsarten sowie natürlich die verschiedensten Rassen erfahren. Und nicht zu vergessen: an den Verkaufsständen stöbern! Interessanterweise fanden sich viele deutsche Hersteller und Marken, von Flexi über Canina und Wolters bis zu Grau und viele weitere. Fast bin ich verleitet zu sagen, dass das auch schon die interessantesten Stände waren. Das wäre nicht ganz fair, dennoch war ich ein wenig enttäuscht über das gezeigte Sortiment an Hundezubehör, das oft doch sehr beliebig daherkam. Ich hatte da vielleicht einfach zu sehr auf eine große Auswahl an innovativen Produkten aus dem „eco and health conscious“-Bereich sowie hochwertiger Outdoor-Ausstattung à la Ruffwear oder Hurtta (gab es soweit ich es gesehen habe und mich erinnern kann an ein oder zwei Ständen) gehofft. Gut für den Geldbeutel, so hielt sich zumindest das Shopping-Bedürfnis in Grenzen.

Alles in allem war Crufts eine spannende Erfahrung – Wiederholung nicht ausgeschlossen! Hier findet ihr weitere Bilder von Crufts 2013!