Wünschen wir uns nicht alle ab und an einen rosa glitzernden Zauberstab, mit dem wir all unsere Probleme aus der Welt wischen könnten? Die Macke am Auto, zum Beispiel, als man beim Einparken die Entfernung mal wieder nicht gut eingeschätzt hat. Oder das nervige Hundegebell, wenn es an der Tür läutet. Oder diesen fiesen grippalen Infekt, der einfach nicht aufgeben will. Oder… oder… oder…

Was würdest du tun, wenn du „magic powers“ hättest? MiDoggy stellt diese Frage in einer Weihnachtsaktion. Inspiriert wurde die Aktion durch ein Video von Dr. Jane Goodall, in dem sie ein wenig über ihr Leben erzählt und sich der Frage stellt, was sie, wenn sie könnte, tun würde, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

 

Für mich hat diese Frage – und vor allem: die Antwort darauf – zunächst wenig mit unseren Fellnasen zu tun, auch wenn Goodall von ihrem Hund, dem Lehrmeister ihrer Kindheit, erzählt. Von daher ließe sich sicher darüber streiten, ob meine Antwort auf die Frage etwas auf diesem Blog zu suchen hat. Aber auch, wenn ich dabei mehr die Menschen im Blick habe: letzen Endes betrifft es alle Lebewesen, und damit eben auch unsere Vierbeiner.

Was also tun, um die Welt auf magische Weise besser zu machen? Was wünscht man sich da? Gerade in der letzten Zeit habe ich (und damit stehe ich sicher nicht alleine da) den Eindruck, dass an allen Ecken und Enden Bedarf nach zauberhafter Poblemlösung besteht. Naheliegend wären da: der Weltfrieden! Oder: kein Hunger mehr auf Erden! Aber würde das eigentlich dauerhaft etwas ändern, etwas nachhaltig besser machen? Ich vermute: nicht wirklich.

Was fehlen würde, wäre die Einsicht. Und könnte diese nicht dafür sorgen, dass sich viele Probleme von alleine lösen würden; oder viel mehr: durch die einsichtigen Menschen? Also sollte ich mir wünschen, dass die Menschen ihren Geist öffnen, dass sie Zusammenhänge verstehen, dass sie erkennen, dass sich die Menschheit auf einem falschen Weg befindet? Höher, weiter, mehr – aber wie lange, wohin und nicht zuletzt: wofür?

Doch auch der Intellekt hat Grenzen und die sind, pardon, bei einigen Menschen auch einmal etwas enger gesetzt. Aber muss man eigentlich immer alles verstehen? Oder hilft es nicht viel mehr, wenn man mitfühlt? In den letzten Wochen häufen sich die Nachrichten, die darauf hindeuten, dass diese Fähigkeit zum Mitgefühl mehr und mehr abhanden kommt: Männer, die eine junge Frau eine Treppe hinab treten. Reisende, die sich über eine Notlandung echauffieren, die notwendig wurde, weil ein Mitreisender einen Schlaganfall erlitten hatte. Motorrad- oder Autofahrer, die zumindest billigend in Kauf nehmen, dass andere Verkehrsteilnehmer sterben, damit sie ihren Adrenalinkick bei illegalen Rennen bekommen. Wähler, die einen Mann zu ihrem Oberhaupt machen, der ganz offen ganze Bevölkerungsgruppen herabwürdigt. Menschen, die andere Menschen unter Generalverdacht stellen, weil diese ihr Heimatland verlassen haben, um anderswo Schutz zu suchen.

Wenn es nach Mika ginge, würde er mit "magic powers" ganz sicher dafür sorgen, dass die Leckerliquelle niemals versiegt... Ob er wohl sonst noch etwas ändern würde?
Wenn es nach Mika ginge, würde er mit „magic powers“ ganz sicher dafür sorgen, dass seine Leckerliquelle niemals versiegt… Ob er wohl sonst noch etwas ändern würde?

 
Wenn ich mir all diese Probleme so ansehe, komme ich immer mehr zu der Meinung, dass es der Menschheit gut zu Gesicht stehen würde, über mehr Empathie zu verfügen. Den anderen als lebendes, fühlendes Wesen wahrzunehmen, sich (zumindest hin und wieder) in die Lage des Gegenübers zu versetzen – das sollte dazu führen, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen. Denn wer würde etwa Bomben auf Kinder werfen, wenn er sich in diese hineinversetzen würde?

Das wäre er also, mein Wunsch, den ich mit „magic powers“ erfüllen würde: mehr Empathie, mehr Mitgefühl – und zwar allen Lebewesen gegenüber! Denn selbstverständlich haben auch unsere Vierbeiner Gefühle. Und mehr noch: Gerade Hunde sind wunderbare Vorbilder in Sachen Empathie: Sie geben sich einfach unfassbar viel Mühe, unsere Gemütslagen zu entschlüsseln und sich entsprechend zu verhalten. Und daran könnten wir uns doch, ganz besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit, einfach ein Beispiel nehmen und unseren Mitmenschen ein bisschen Mitgefühl schenken – ganz ohne Zauberkräfte!


Disclaimer: Mir ist durchaus bewusst, dass sich nicht alle Probleme auf der Welt mit „ein bisschen Liebe“ lösen lassen. Aber ein kleines bisschen mehr Nächstenliebe und Respekt gegenüber anderen Lebewesen und ein kleines bisschen weniger Egozentrik kann zumindest das tägliche Zusammenleben ein kleines bisschen schöner und lebenswerter machen.

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

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