Etwa 1.500 Schritte legt ein ein durchschnittlicher Büroangestellter, der mit dem Auto zur Arbeit fährt und ansonsten eher zur Gattung Couch-Potato zählt, pro Tag zurück. Klingt viel? Ist aber weit entfernt von den 10.000 Schritten, die in der Regel für ein gesünderes Leben empfohlen werden. Da dürfte der durchschnittliche Hundemensch schon deutlich näher dran sein. Und unsere Hunde übertreffen dieses Ziel sicher locker (wobei sich die Frage stellt: wird da jede Pfote gezählt, um auf 10.000 Schritte zu kommen…? 😉 ).

So weit uns die Füße tragen…

Ob nun mehr oder weniger als 10.000 Schritte täglich – fest steht, dass uns unsere Füße und Pfoten Tag für Tag durchs Leben und damit ganz schön viel Verantwortung tragen. Ganz besonders natürlich, wenn man (wie wir gerade) zum Beispiel auf große Wanderschaft gehen will. Damit man sich dann auch sicher darauf verlassen kann, per pedes am Ziel anzukommen, sollte man den Füßen und Pfoten natürlich besondere Aufmerksamkeit schenken. Ein paar Tipps dazu haben wir für euch zusammengestellt!

Gut zu Fuß (und zu Pfote)

Vierbein

Krallenpflege

Krallenpflege ist immer wichtig, aber natürlich ganz besonders vor längeren Wanderungen: Die Krallen sollten nicht zu lang sein, zum einen damit der Hund besseren Halt auch auf glatteren Untergründen hat, zum anderen damit die Krallen nicht schmerzhaft ins Krallenbett drücken, und zu guter Letzt um das Risiko von splitternden und brechenden Krallen zu verringern. Hunde, die längere Zeit mit zu langen Krallen herumlaufen, können im schlimmsten Falle Haltungs- und Gelenkschäden davontragen, da sie automatisch eine Schonhaltung annehmen, um dem Druck auszuweichen.

Nicht jedem Hund müssen die Krallen gekürzt werden, wenn der Hund öfter auf harten Untergründen läuft oder etwas viel buddelt, kann es gut sein, dass sie sich von alleine in der richtigen Länge halten. Ob die Krallen zu lang

Sollte es aber doch nötig sein, die Krallen zu kürzen, muss man dabei vorsichtig vorgehen, um nicht versehentlich den durchbluteten, von Nerven durchzogenen Teil der Kralle zu verletzen. Ausführliche Anleitungen zu verschiedenen Methoden dazu finden sich hier. Wer sich unsicher ist, kann die Krallen natürlich auch von einem Profi kürzen lassen!

Wenn die Krallen die richtige Länge haben, kann man außerdem noch für etwas mehr Geschmeidigkeit sorgen, indem man sie ‚einfettet‘, zum Beispiel mit ein wenig Kokosöl (wichtig ist, ein Öl/Fett zu nehmen, was auch im Magen des Hundes landen darf, da es natürlich leicht abgeschleckt werden kann). Zur generellen Stärkung der Krallen bietet sich Biotin oder Kieselerde als Nahrungsergänzung an.

Hundepfoten Krallenpflege

Ballenpflege

Die Ballenzwischenräume unserer Vierbeiner sind oft im wahrsten Sinne des Wortes eine haarige Angelegenheit: Gerade im Winter knubbelt sich da im Fell schnell so einiges zusammen. Deshalb und auch um (bei langhaarigen Hunden) die Krallenlänge besser erkennen zu können, kann es sinnvoll sein, das Fell zwischen den Ballen zu kürzen. Mika ist da zum Glück sehr pflegeleicht, er kommt immer ohne Schneeböppel an den Pfoten durch den Winter… 😉

Nach einer Wanderung sollte man auf jeden Fall die Ballen und -zwischenräume einmal inspizieren, um sicherzustellen, dass sich der Hund keinen Fremdkörper eingetreten hat – selbst eine einzelne Tannennadel kann da nämlich schon fies pieksen.

Um die Ballen elastisch zu halten und Rissbildung vorzubeugen, kann man die Pfoten außerdem mit speziellen Pflegeprodukten (Balsam, Creme, Öl/Fett, …) behandeln oder auch hier etwas Kokosöl verwenden. Das ist besonders im Winter sinnvoll, wenn zusätzlich zu Kälte und Eis auch noch Streusalz die Hundepfote angreift – und natürlich immer dann, wenn man mal wieder auf etwas herausfordernden Untergründen unterwegs ist… ;-).

Wir nehmen unterwegs gerne einen Pfotenpflege-Fettstift von Lunderland mit, um im Falle des Falles auch zwischendurch eine Pflegeschicht auflegen zu können. Für Zuhause probieren wir es seit neuestem mit dem Pfotenschutz-Spray von Anibio – Mika ist allerdings generell von Sprays gar nicht begeistert. Bewährt haben sich auch einfache Ringelblumencreme aus der Drogerie sowie Vaseline/Melkfett oder Hirschtalg.

Pfotenschutz

In besonders herausforderndem Gelände oder für Hunde mit besonders empfindlichen Pfoten sowie bei kleineren Verletzungen an den Ballen empfehlen sich Pfotenschuhe. Diese gibt es in verschiedensten Ausführungen, von einfachen „Gummiüberziehern“ bis hin zu wasserabweisenden Softshell-Modellen mit Profilsohle. Für Wanderungen kann ein rutschfestes Profil definitiv nicht schaden, außerdem sollten die Schuhe natürlich rutschfest sitzen. Wichtig ist, dass ihr das Anziehen der Schuhe sowie das Laufen damit vorher übt, damit euer Hund nicht wie auf rohen Eiern läuft.

Herausfordernder Untergrund

Zweibein

Fußpflege (und kleine Helferlein)

Wie beim Vierbeiner sind hier natürlich auch sorgsam gestutzte Nägel höchstes Gebot – Nägel aber keinesfalls rund schneiden, damit sie nicht einwachsen! Um Blasenbildung vorzubeugen, solltet ihr für trockene Füße sorgen. Für mich wirkt Babypuder da Wunder, wenn es warm ist – eine sinnvolle Alternative zum Fußdeo, wenn ihr mich fragt.

Abends dürfen die Füße dann gerne ein belebendes Fußbad genießen, mit Hirschtalg- oder einer ähnlichen Creme gepflegt und hochgelagert werden. Ich persönlich schwöre außerdem auf Venen-Aktiv-Cremes mit Rosskastanie – man kommt sich zwar beim Kauf im Drogeriemarkt unendlich alt vor, dafür hilft es einfach super gegen schwere Beine nach einem langen Wandertag (oder auch wenn es einfach nur heiß ist 😉 ).

Sollten sich doch einmal Blasen bilden, haben sich für mich Blasenpflaster von Markenanbietern bisher als deutlich besser als ihre günstigeren Alternativen herausgestellt. Auf jeden Fall sollte man nicht zu lange warten mit dem Blasenpflaster, sondern dieses am besten schon drauf machen, wenn man bemerkt, dass es an einer Stelle besonders reibt.

Gegen verspannte Fußsohlen hilft eine ausgiebige Fußmassage – am besten natürlich vom jeweiligen Lieblingsmenschen, aber wenn der- oder diejenige nicht verfügbar ist, ist ein Blackball oder eine kleine Blackroll eine super Alternative: einfach mit der Fußsohle unter konstantem Druck darüber rollen, das freut die Faszien. (Und sowieso ist Blackroll oder -ball kein schlechter Begleiter auf Wanderreisen, da man damit ja auch noch andere Körperpartien bearbeiten kann. Hier findet ihr einige Übungen.).

Socken

Die Wanderschuhe können noch so gut, die Füße noch so gepflegt sein: wenn die Socken nichts taugen, hilft das alles nichts. Richtige Wandersocken sind zwar nicht günstig, die Investition lohnt sich aber in der Regel: Vernünftige Wandersocken sorgen im Idealfall nicht nur für ein gutes Fußklima, sondern haben keine oder zumindest nur flache Nähte. Außerdem sind sie an den nötigen Stellen extra gepolstert, um die Gefahr von Druckstellen zu minimieren.

Wandersocken und Wanderschuhe7

Wichtig: Die Socken sollten eng anliegen, damit sie keine Falten werfen – sonst sind Blasen quasi vorprogrammiert! Gute Wandersocken sind daher auch daran zu erkennen, dass es pro Paar einen linken und einen rechten Socken gibt: die Socken sind entsprechend unterschiedlich geschnitten, was für einen idealen Sitz am Fuß sorgt. Da ich persönlich sowieso einen kleinen Sockenfetisch habe, nicht nur wenn es ums Wandern geht, besitze ich auch verschiedene Wandersocken, die ich je nach Außentemperatur und Schuhen, die ich trage, einsetze. Gerade im Sommer wird mir nämlich schnell zu warm, wenn ich in Merino-Socken unterwegs bin (ja, das Phänomen „kalte Füße = frierende Frau“ scheint auch umgekehrt zu gelten… 😉 ). Bei Material und Dicke macht also Versuch kluch. Einige Hersteller zeichnen auch aus, für welche Temperaturen ihre Wandersocken gedacht sind.

Schuhe

Das A und O für längere Strecken zu Fuß: der richtige Schuh! Welcher das ist, hängt natürlich ganz vom Einsatzort und -zweck sowie vom Fuß ab! Bei Wanderungen in bergigem Gelände sollte die Sohle stabil sein und der Schaft wirklich Halt geben, damit man nicht umknicken kann. Und natürlich sollten sie so gut wie möglich passen. Da ein guter Wanderschuh eine Investition ist, an der man im besten Fall ein paar Jahre seine Freude haben soll, kann ich nur empfehlen sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen, wo man die Schuhe idealerweise in einem kleinen Parcours mit unterschiedlichen Untergründen gleich probelaufen kann.

Dass die Schuhe vor einer größeren Wanderung erst einmal eingelaufen werden sollten, damit sie sich an den Fuß anpassen, versteht sich von selbst. Um lange etwas von euren Wanderschuhen zu haben, solltet ihr sie außerdem pflegen: wie das genau abläuft, hängt natürlich vom Material ab (Leder oder Kunstfaser), generell sollte man aber gleich im Anschluss an eine Wanderung den Dreck mit Bürste und / oder Wasser entfernen und die Schuhe gut trocknen und auslüften lassen. Zum Trocknen empfiehlt es sich, die Einlegesohle, die eigentlich immer herausnehmbar ist, einfach hochkant in den Schaft zu stellen, damit der Schuh wirklich komplett durchtrocknen kann.

Nasse Wanderschuhe

Kommt gut an

Schon Goethe wusste: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Ich liebe dieses langsame Reisen und um es genießen zu können, versuche ich bestmöglich auf Mikas und mein Hand- ähhh… Fußwerkszeug zu achten. Habt ihr noch Tipps, wie man als Zwei- oder Vierbeiner gut zu Fuß unterwegs ist? Dann immer her damit – man lernt schließlich nie aus 🙂

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. - Goethe

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

One Comment

  1. Alex Sagt Antworten

    Hi Alexandra,
    toller Beitrag mal wieder!
    Die Tipps sind echt genial.

    PS.: Ich lerne durch deinen Blog täglich neues 😉

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