Vergangene Woche fand wieder die Interzoo statt, die weltgrößte Fachmesse der Heimtierbranche. Eigentlich wollte ich mit Mika auch dorthin fahren, aber dann kam es doch anders. Und statt euch nun über die neuesten Trends in Sachen Hundezubehör zu berichten, ist eine andere Nachricht in Zusammenhang mit der Interzoo in den Vordergrund gerückt: Zwei Hunde einer Ausstellerin mussten nämlich den Messebesuch ihres Frauchens mit dem Leben bezahlen. Die Halterin hatte die beiden nämlich im Auto zurückgelassen, die hohen Temperaturen darin haben die Hunde nicht überlebt.

Jedes Jahr denke ich: So langsam müssten ja alle mitbekommen haben, dass sich ein Auto auch schon diesseits der 30° C zur tödlichen Falle für Vierbeiner verwandeln kann. Und jedes Jahr werde ich eines besseren belehrt durch neue Berichte über Todesfälle. In diesem Fall finde ich es doppelt tragisch, denn zum einen kommt die Halterin aus der Branche, wo man davon ausgehen sollte, dass sie schon mal mitbekommen hat, dass es ganz und gar keine gute Idee ist, Hunde bei warmem Wetter im Auto zu lassen. Zum anderen hätte die Dame ihre Tier gar nicht zurücklassen müssen, denn Hunde können auf die Interzoo mitgenommen werden, zudem bietet der Messeveranstalter in weiser Voraussicht eine Hunde-Betreuung für Aussteller und Besucher an. Und um der Tragik noch zu überbieten, muss die Halterin höchstens mit einer Strafe für eine Ordnungswidrigkeit rechnen, da sie „Maßnahmen getroffen habe, um die Hunde zu schützen“.

Normalerweise würde ich über so eine Nachricht gar nicht schreiben, denn – siehe oben – eigentlich bin ich immer der Meinung gewesen, dass sich das Wissen um die Gefahren durch zahlreiche Aufklärungskampagnen und -aktionen wie „Hund im Backofen“ von Tasso oder zuletzt medienwirksam Joey Kelly in „Martin Rütters tierischem Frühjahrsputz“:

 

Meine Vermutung: Es hat sich langsam aber sicher ein Bewusstsein für das Problem bei wirklich hohen Außentemperaturen gebildet. Aber: Ein Auto heizt sich bei Sonnenschein eben auch bei mittleren Außentemperaturen schon (zu) stark auf. Petfindu hat dazu eine Infografik erstellt, die zeigt, wie sich Außentemperatur und Temperatur im Wagen zueinander verhalten:

Infografik "Hitzefalle Auto" von Petfindu
Infografik „Hitzefalle Auto“ von Petfindu

Diese Informationen kann man offensichtlich nicht oft genug teilen! Jetzt mag es natürlich Momente geben, in denen ein Hundehalter nur die vermeintliche Wahl hat zwischen „Hund im Auto lassen“ oder „Hund vor Laden anbinden“. Für viele Menschen scheint die zweite Option risikoreicher – schließlich könnte der Hund entwendet werden. Da aber auch die erste Option bei steigenden Temperaturen keine ist, würde ich mir wünschen, dass Hunde einfach in mehr Lokalitäten mitgenommen werden dürfen – und dass Läden und Lokale das auch klar und deutlich kommunizieren. Einige Beispiele dafür haben in den letzten Wochen schon die Runde bei Facebook gemacht, etwa bei OBI:

 

Nun war ich mit Mika schon zigmal in diversen Baumärkten, ganz ohne dass irgendein Schild angebracht war und auch ohne dass es von den Temperaturen her notwendig gewesen wäre. Aber bei vielen Geschäften weiß man einfach nicht, ob der Hund mit rein darf – und vielleicht scheint es dem ein oder anderen unangenehm zu fragen? Man weiß es nicht genau, aber ich bin mir sicher, dass diejenigen Läden und Lokale, die nichts gegen Hundebesuch einzuwenden haben, ein positives Zeichen setzen können unter Hundehaltern, wenn sie ihre Hundefreundlichkeit kundtun – und ganz nebenbei können sie auch noch Aufklärungsarbeit unter Hundehaltern leisten, die vielleicht tatsächlich noch nichts mitbekommen haben von der tödlichen Hitze-Gefahr, die für Hunde im Auto lauern kann. Und um das zu erleichtern, habe ich mal eine kleine Grafik zusammengebastelt, die vielleicht das ein oder andere Schaufenster zieren könnte:

Hunde willkommen
Hunde willkommen

Wer möchte, kann sich die Grafik hier als PDF zum Ausdrucken herunterladen – ich würde mich auf jeden Fall sehr über eine Verbreitung freuen! Und ansonsten gilt weiterhin: Infos über die Gefahren weitergeben, die Augen offen halten und im Notfall unter Umständen auch handeln – bei Sabrina von „Die tut nichts“ könnt ihr nachlesen, worauf es aus rechtlicher Sicht dabei ankommt!

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

2 Comments

  1. Sabrina Sagt Antworten

    Super Artikel und vielen Dank fürs Verlinken!

Antwort hinterlassen