Die erste Bergtour des Jahres ist ja immer etwas speziell – umso mehr, wenn die Winterwanderpause gesundheitsbedingt etwas länger ausgefallen ist… Fast hätte ich mich ja auch darum drücken wollen, bergwärts zu gehen, aber Mika und ich stehen ein bisschen unter Zugzwang, da wir uns auf unseren anstehenden Wanderurlaub noch etwas vorbereiten müssen. Also habe ich mich an einem schönen Samstag im April zusammengerissen, den Rucksack gepackt, mir Mika geschnappt und wir sind los in Richtung Bad Tölz.

Wenn man beim Wandern ein bisschen seine Ruhe haben will, ist es natürlich ein gewisses ‚Risiko‘ in eine so nah gelegene und beliebte Gegend zu fahren. Doch während sich der dortige Blomberg dank seiner Seilbahn und der Rodelmöglichkeiten größter Bekannt- und Beliebtheit erfreut, ist sein sogar noch einen Ticken höherer Nachbar, der Zwieselberg, schon deutlich weniger überlaufen – und da wollten wir hin!

Unser Ausgangspunkt, die Waldherr-Alm, liegt auf der Ostseite des Berges. Von dort geht es erstmal – na klar – zu einem kurzen Bad in den Steinbach, der uns das erste Stück unseres Weges begleitet.

Durch den Wald und auf einem breiten Fahrweg, auf dem einen auch schon mal eine Kutsche entgegenkommen kann, geht es aufwärts. Mika hüpft immer mal wieder in den Bach, während ich mich an der Natur erfreue. Da wir erst am frühen Nachmittag nach oben starten, ist kaum noch jemand nach oben unterwegs, nur vereinzelte Absteiger kommen uns noch entgegen.

Nach einer Weile gelangen wir an eine Kreuzung, an der am rechten Abzweig schon eine kleine Brücke zu sehen ist: dort müssen wir rüber und ab da geht es auf einem schmaleren Wanderpfad weiter aufwärts. Achtung: Die Brücke ist ein Metallgitter-Modell – wenn der Hund nicht über offene Gitter gehen mag, kann er eventuell durch den Fluss ausweichen oder er muss getragen werden. Mika hatte hier zum Glück keine Probleme, die Brücke ist auch nur recht kurz.

Ab hier kann man sich praktisch gar nicht mehr verlaufen: der Pfad führt uns mit schlafwandlerischer Sicherheit Richtung Gipfel! Allerdings geht es jetzt, in einigen Serpentinen, ganz schön zügig bergan – für die erste Tour des Jahres schon ganz schön anstrengend. Immerhin hatte es einen Riesen-Vorteil diese Tour so früh im Jahr zu gehen: auf den Almen, die wir passieren, steht noch kein Vieh…! Je höher wir steigen, desto schöner wird schon der Blick zurück – das motiviert auf jeden Fall für den weiteren Aufstieg!

Zähne zusammenbeißen lohnt sich: nach dem flotten Aufstieg zeigt sich schon bald unser Ziel, der Gipfel des Zwieselbergs! Zu Mikas großem Glück finden wir hier oben auch noch einiges an Schnee – was kann es besseres geben? Und zu meinem großen Glück leuchtet uns die Sonne den Weg zum Ziel und lässt die Alpen rundherum erstrahlen!

An der Zwieselalm vorbei geht es nun noch zu einem letzten Aufstieg über den Bergrücken bis zum Gipfelkreuz. Der Ausblick, den man vom Zwiesel aus hat, ist einfach unglaublich toll: von dem 1348m hohen Berg sieht man bei gutem Wetter wunderbar auf das Isartal, die Benediktenwand, den Herzogstand und den Heimgarten sowie hinüber zur Dreitorspitze und zur Zugspitze – bestes Alpenpanorama für einen insgesamt recht kurzen Aufstieg also!

Bei einer Rast am Gipfel lässt sich die Aussicht am besten genießen. Da der Wind dort aber recht frisch wehte, machten wir uns bald wieder an den Abstieg. Wir steigen zur Südseite vom Gipfel hinab, erst weglos und recht steil über den Grashang, anschließend geht es weiter über einen von schneebedeckten Wiesen gesäumten Weg, den man schon vom Gipfel aus sehr gut erkennen kann.

Auf dem Weg geht es nun erst einmal gemütlich weiter, vorbei an der Gassenhofer Alm und nur leicht bergab zwischen Wiesen entlang. Nur eine kleine Schwierigkeit ist zu meistern, nämlich die Überquerung eines Viehgitters. Mika und ich sind einfach nebenan durch eine Lücke im Zaun gegangen, es kann aber durchaus sein, dass dieses geschlossen wird, wenn das Vieh auf der Alm steht. Ansonsten kann man hier noch mal richtig schön die Aussicht auf die rundum gelegene Bergwelt genießen.

Bald nach der Gassenhofer Alm biegen wir in den Wald ein. Ab hier führt der Weg wirklich abwärts und wir müssen uns durch schmelzende Schneereste den steinigen Pfad hinab schlängeln – das dürfte etwas später im Jahr bzw. ohne Schnee einfacher sein, ging aber auch unter den gegebenen Umständen ohne größere Probleme.

Der restliche Weg zeigt sich dann aber wieder ganz zahm und erlaubt uns noch ein paar letzte Aussichten in die (Vor-)Alpenwelt.

Ein letzter wehmütiger Blick zurück – und schon sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen.

Ein letzter Blick zurück.
Ein letzter Blick zurück.

Die Tour auf den Zwiesel hat uns richtig gut gefallen, auch wenn sie für reichlich Muskelkater am nächsten Tag gesorgt hat. Insgesamt sind etwa 620 Höhenmeter im Auf- und Abstieg verteilt auf knapp 10km Strecke zu bewältigen (nicht wundern, dass in der Karte etwas mehr drin steht, mein GPS hatte ein paar Aussetzer und meinte, dass wir 720 Hm zurückgelegt hätten). Technisch ist die Wanderung nicht schwierig, ein bisschen Kondition für den recht stark anziehenden Aufstieg sollte man aber mitbringen. Wir waren inklusive Foto-, Ess- und Trinkpausen insgesamt 4 Stunden unterwegs, als Gehzeit sollte man etwa 3 – 3,5 Stunden einplanen.

Für uns hat es sich gelohnt, erst spät Richtung Gipfel aufzubrechen, da wir unterwegs so kaum Leute getroffen haben und auch am Gipfel kaum noch etwas los war. Es ist aber durchaus möglich, dass zum Sommer hin auch Nachmittags dort mehr Betrieb herrscht.

Auf dieser Runde gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, man kann aber bestens nach der Tour in der Waldherralm einkehren. Alternativ kann man natürlich vom Gipfel des Zwieselbergs einen Abstecher zum Blomberg mit dem Blomberghaus unternehmen.

Wasser für den Hund findet sich nur im unteren Bereich der Wanderung, für die Gipfelrast solltet ihr also auf jeden Fall etwas Trinkbares für euren Hund mit einpacken.

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

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