Mikas liebstes Hobby? Na klar: Futtern! Was läge also näher als uns durch die große, bunte Hundefutterwelt zu schnabulieren und darüber zu schreiben? Trotzdem machen wir so gut wie nie Hundefuttertests – und das hat natürlich seine Gründe: zum einen barfen wir jetzt schon über 6 Jahre und fahren damit gut. Zum anderen möchte ich Mikas Verdauung nicht mit ständig wechselndem Futter durcheinander bringen, zumal es einfach eine Menge, pardon, Schrott auf dem Markt gibt. Und schließlich bin ich kein Ernährungsexperte, sodass mir für eine fachliche Beurteilung schlicht das Hintergrundwissen fehlt.

Jetzt haben wir aber mal eine Ausnahme gemacht. Und zwar für Terra Canis! Das Münchner Unternehmen hat uns nämlich ein riesiges Testpaket zu Verfügung gestellt, durch das sich Mika kosten durfte. Klar, dass er sich darüber besonders gefreut hat!

Wieso ich für Terra Canis eine Ausnahme mache? Das hat verschiedene Gründe: Irgendwie fühle ich mich der Marke schon sehr lange verbunden ‐ vielleicht, weil sie auch in München ansässig sind, vielleicht weil sie in etwa in der Zeit, als Mika zu mir zog, langsam groß wurden, vielleicht, weil Mika schon vor Jahren durch ihr Image-Video laufen durfte (na, findet ihr ihn?). Vielleicht aber auch einfach deshalb, weil ich die Produkte immer sehr positiv wahrgenommen habe – schon allein, weil sie fast immer für menschliche Nasen sehr angenehm riechen (ganz im Gegensatz zu einigen anderen Produkten, die sich so im Hundefutter-Regal finden…)!

Ein positiver Eindruck ist ja schon mal eine gute Basis – aber was, wenn der Eindruck täuscht? Terra Canis verfolgt den Anspruch, Hunden artgerechte Ernährung zu bieten – und zwar in Lebensmittelqualität. Außerdem haben sie sich „absolute Transparenz“ in Bezug auf die Deklaration der Inhaltsstoffe auf die Fahne geschrieben, was ganz besonders vierbeinigen Futtermittelallergikern zugute kommt. Aber ist auch wirklich drin, was draufsteht? Und wie kommt das Futter dann in die Dose? Davon durfte ich mir zusammen mit einer bunten Truppe von Hunde- und Tierbloggern und -vloggern ein Bild machen beim Besuch der Produktion von Terra Canis in München!

Zu Besuch in der Terra Canis-Produktion

Bei der Terra Canis-Führung
Bei der Terra Canis-Führung mit
Hanna & Team von mein-haustier.de, Andreas von HappyGaleo, Claudia von Wufflog und Horst von hunde-gassitreff.de

Mitten in Sendling liegt die Fertigung, quasi der Hundehimmel auf Erden: In der Metzgerei Schäbitz, einem Münchner Traditionsbetrieb, werden die Zutaten für die vielen Sorten im Programm von Terra Canis frisch verarbeitet und in die hübschen bunten Dosen abgefüllt. Am Produktionsstandort wurden bis vor ein paar Jahren auch noch Produkte für den menschlichen Verzehr hergestellt. Mittlerweile konzentriert sich dort alles darauf, Hunde satt und zufrieden zu machen. Geblieben ist aber der hohe Produktionsstandard, der für einen Lebensmittelbetrieb vorgeschrieben ist. Das fängt bei den Hygienevorschriften an, die in der Produktion gelten (und uns Besuchern ein schickes Outfit mit Haarhaube, Plastikmantel und -überzieher für die Schuhe bescherte) und hört bei der Qualität der Rohstoffe auf, die verarbeitet werden.

In den ‚heiligen Hallen‘ durften wir uns in aller Ruhe durch Gewürze und Kräuter schnuppern, die Lieblingswürste beim Trocknen begutachten, die Abfüllung des Nassfutters und der Würste in Augenschein nehmen und auch die Rohstoffe von Fleisch in allen Variationen über Gemüse inspizieren. Nach der Mischung und Abfüllung wird das Futter dann in der geschlossenen Dose langsam und schonend erhitzt, um es haltbar und ‚keimfrei‘ zu machen und dabei gleichzeitig so viele Nährstoffe wie möglich zu erhalten.

Von sinnvollen Untersuchungen und seltsamen Tests

Apropos Nährstoffe: Zum Abschluss des Besuchs in der Terra Canis-Produktion stellte sich Tierärztin und Terra Canis-Ernährungsexpertin Dr. Hanna Katrin Stephan noch unseren neugierigen Fragen. Da das Produktportfolio von Terra Canis immer weiter wächst und es ja auch immer wieder (zum Beispiel jahreszeitlich abgestimmte) Aktionsmenüs gibt, fand ich es besonders spannend zu erfahren, wie so ein neues Rezept entsteht. Die Idee oder Inspiration kann dabei aus unterschiedlichsten Bereich kommen, sei es ein neuer Trend im Bereich menschlicher Lebensmittel, neuen Erkenntnissen aus der Lebensmittelforschung oder auch einfach ein Event wie die Wiesn, zu der in schöner Regelmäßigkeit passende Dosen hergestellt werden. Dann wird überlegt: Welche Zutaten passen dazu und machen das Futter zu einer vollwertigen Mahlzeit? Das kann manchmal ganz schnell gehen, manchmal ist auch der ein oder andere Probelauf in der Testküche notwendig. Das neue Futter wird nämlich immer im fertigen Zustand, so wie es später auch beim Kunden ankommt, erst noch mal im Labor genauestens untersucht, um die ausgewogene Zusammenstellung auch hinsichtlich der Nährwerte sicherzustellen.

Dennoch gilt für Terra Canis- wie auch für jedes andere Futter: Wer seinem Hund immer nur eine Sorte gibt, kann schnell einseitig füttern. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an den ‚Eklat‘ um den Hundefuttertest der Stiftung Warentest im Februar 2015. Dort schnitt das Futter von Terra Canis nicht gut ab, was natürlich an der ein oder anderen Stelle für Verunsicherung sorgte. Ein Blick auf die Testkriterien zeigte aber schnell, dass diese, sagen wir mal, etwas seltsam waren. Hierzu nahm Terra Canis auch ausführlich Stellung – wer dazu mehr erfahren will, findet hier die Stellungnahme. Wer mehr zum Test erfahren möchte: Rebecca von LesWauz hat sich damals ausführlich damit auseinandergesetzt.

Napf frei für Leckerschmecker

Nun aber mal zur Sache – schließlich hat Mika Hunger und möchte endlich wissen, was in diesem schöööönen großen Paket so alles drin ist!

Mika zog mit schlafwandlerischer Sicherheit zuerst mal einen schnuckeligen Stoff-Hund aus dem Paket – nanu, hatte ihn seine Nase da etwa getäuscht? Nein, nein, keine Sorge: Er musste nur erst mal Platz machen, um sich dann langsam, aber zielsicher an die Lieblingswürste ranzuschnuppern…

Lieblingswürste

Die Lieblingswürste sind ganz klar Mikas Favoriten! Drin ist bei der Sorte Rind außer Muskel- und Herzfleisch sowie Gurgel nur noch Molke und ein klein wenig Salz. Wie Dauerwurst für den menschlichen Verzehr werden sie einfach luftgetrocknet und sind dann ohne Kühlung haltbar. Achja, sie sind außerdem ziemlich geruchsarm, was empfindlichere Menschennasen, die vor getrocknetem Pansen und Co. zurückschrecken, freuen wird.

Canireo und Lumpis

Als nächstes standen Canireo und Lumpis auf dem Probierplan.

Canireo ist ein getreidefreies Trockenfutter mit jeweils nur einer Proteinquelle (Huhn oder Wild). Das Futter ist nicht extrudiert oder kaltgeschleudert, sondern gebacken – ein eher seltenes Verfahren in der Herstellung von Trockenfutter. Auch wenn das nicht der Grund für die Wahl dieses Produktionsverfahrens war: Der große Vorteil für den Hundehalter ist, dass die Canireo-Futterbrocken weder bröselig noch fettig sind und nicht miefen. Sehr angenehm in der Handhabung, also. Mika hat das Canireo-Futter als Leckerlis bekommen, und hat es sehr gerne genommen, auch wenn er sich sonst manchmal mit ’so trockenem Zeug‘ manchmal etwas anstellt. Die Größe der Brocken war für Mika auch super geeignet, für kleinere Hunde sind die einzelnen Brocken als Leckerlis eventuell etwas zu groß.

Die Lumpis sind ganz explizit als Leckerchen gedacht und sind, wie man auf den Fotos sehen kann, ein gutes Stück größer als die Canireos. Als Leckerchen kann man sie bedenkenlos füttern, denn sie bestehen einzig und allein aus luftgetrocknetem Muskelfleisch. „Yummie!“, lautet Mikas Urteil! Für unterwegs bzw. als Belohnung beim Training sind sie allerdings fast schon ein bisschen zu groß.

Goldrausch und Kräuterhelden

Erst kürzlich zum Terra Canis-Sortiment hinzugestoßen und für uns ganz besonders interessant sind verschiedene Nahrungsergänzungen, die sich auch an (Teil-)BARFer wenden: die Kräuterhelden und die Öl-Mischung mit dem klangvollen Namen Goldrausch! Bei den Kräuterhelden finden sich seit Ende letzten Jahres acht Mischungen mit jeweils anderem Fokus bei der Wirkung: So soll etwa der „Gipfelstürmer“ zu einem starken Herz verhelfen, die „Primaballerina“ Gelenke und Knochen stärken oder die „Leibgarde“ die Immunabwehr stärken.

Bei vielen Kräutermischungen, die man so im Handel findet, sind die Zutaten feingemahlen und praktisch nicht mehr identifizierbar – zumeist eine recht staubige Angelegenheit, wenn man diese in den Napf gibt. Nicht so bei den Kräuterhelden: Die Mischungen sehen aus, als wäre jedes Kraut sorgsam per Hand von einer Bergwiese gepflückt, getrocknet und dann mit Samthandschuhen in die Tüten abgefüllt worden. Ganz so wird es in der Realität nicht abgelaufen sein, aber die Farbe und der Duft der Mischungen sprechen doch für eine schonende Herstellung. Die Zusammenstellung ist für mich schwer zu beurteilen, aber zumindest findet sich z.B. Teufelskralle in der Gelenke-Mischung oder Hopfenblüten in der Mischung gegen Angst und Unruhe, und das sind ja Kräuter, die auch im menschlichen Bereich gegen diese Beschwerden eingesetzt werden.

Auch wenn ich keine direkte Wirkung der Kräuter feststellen konnte (aber das ist ja auch u.a. immer eine Frage der Zeit), finde ich die Mischungen sehr ansprechend. Wobei mir persönlich auch die Kräuter allein reichen würde, die Bachblüten, mit denen diese vor der Trocknung noch zusätzlich eingesprüht werden, könnte ich wohl verzichten… Ach ja, und ein kleiner Kritikpunkt, der mich ein wenig nervt: die Verpackung ist furchtbar unpraktisch! Zwar kann man sie wunderbar wiederverschließen, aber die Öffnung an sich ist relativ eng – da könnte man sicher noch nachbessern!

Die Öl-Mischung Goldrausch setzt sich aus Hanf-, Lein-, Hagebuttenkern-, Argan- und Schwarzkümmelöl zusammen. Das Öl ist wirklich ‚goldig‘ und macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Mikas Geruchs- und Geschmackstest hat es auf jeden Fall bestanden!

Gartentöpfe

Noch ein Highlight für alle (Teil-)BARFer oder Selberkocher: die Gartentöpfe, vegetarische Dosen zur Nahrungsergänzung. Hier muss ich sagen: Boah, riecht das Zeug lecker! Wir hatten die neuen „Detox“-Sorten im Paket und ich war kurz versucht, sie doch für mich selber zu nehmen statt sie Mika zu geben… 😉 . Prinzipiell wäre das auch möglich, da natürlich auch bei den Gartentöpfen 100 % Lebensmittelqualität eingehalten wird. Ich habe mich dann aber trotzdem entschieden, Mika in den Genuss kommen zu lassen, und ihm einfach mal eine vegetarische Zwischenmahlzeit aus einem Gartentopf, ein wenig Kräuterhelden-Mischung und etwas Goldrausch-Öl zu servieren und siehe da: er fand’s total lecker, auch wenn kein Fleisch drin war! Auf den Bildern kann man sehr schön sehen, dass die Zutaten wie Zucchini, Möhren, Spinat, Fenchel oder Apfel noch deutlich als solche erkennbar sind, was ich sehr gut finde. Die Gartentöpfe können auf jeden Fall eine praktische Ergänzung zur Frisch- oder gekochten Fütterung sein oder auch mal einen fleischfreien Tag überbrücken!

Fazit: Mika im Schlemmerparadies

Mika hat der Test eine Menge Spaß gemacht – wen wundert’s? Ich fand es aber auch sehr interessant zu sehen, wie Terra Canis auch weiter versucht, am Puls der Zeit zu bleiben und gleichzeitig dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Die Weiterentwicklung des Bereichs der natürlichen Nahrungsergänzungen finde ich als BARFerin in jedem Fall sehr spannend! Auch die luftgetrockneten Kausnacks wie Lumpis oder Kautschos passen prima für Frisch- und Fertigfütterer. Und überhaupt kann man sagen, dass Terra Canis mittlerweile für alle möglichen Situationen und Konstitutionen das passende Produkt im Sortiment hat – ob light oder hypoallergen, vegetarisch oder Bio, für Welpen oder Senioren ist für jeden etwas dabei. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was sich im Bereich Nahrungsergänzungen in Zukunft bei Terra Canis noch tun wird!

Was mir persönlich bei Terra Canis besonders gut gefällt, ist dass auf den Zusatz synthetischer Nahrungsergänzungen verzichtet wird (einzige Ausnahme: die Hypoallergen-Linie) und dass Fleisch in Lebensmittelqualität verwendet wird, kein sogenanntes K3-Material, das für die Verarbeitung zu Tierfutter prinzipiell auch verwendet werden dürfte.

Was Mika bei Terra Canis besonders gefällt, ist dass es ihm richtig gut schmeckt – und deshalb wird er sich sicher auch in Zukunft immer mal wieder durch Strolchis, Gartendrops oder Glückskekse schnurpseln dürfen 🙂


Disclaimer: Wie eingangs schon erwähnt bin ich kein Ernährungsexperte und Mika ist weder ein mäkeliger Esser noch hat er Futter-Unverträglichkeiten. Von daher spiegelt der Test nur meinen Eindruck und Mikas Geschmack wieder, das gleiche Futter kann aber natürlich bei anderen Hunden ganz anders ankommen und möglicherweise nicht vertragen werden. Macht euch deshalb schlau und schaut, was euer Hund braucht, verträgt und mag und stimmt darauf sein Futter ab!


* Die Firma Terra Canis hat mir das Futterpaket kosten- und bedingungslos zum Testen zu Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

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