Stadtköter, Landtöle, Fellnase von Welt, Stubenwauwau… Die Hundeszene ist groß und bunt, ganz besonders in den Weiten des WWW. Um ein bisschen über den Münchner Tellerrand zu schauen, stellen in der Reihe „Der Hundumblick“ Hundeblogger sich und ihre Stadt vor – da lohnt nicht nur ein virtueller Besuch!

Silvana und „Krummfuß“ Cabo vom Kalte Schnauze Blog sind echte Reisende – umso schöner, dass sie einen kurzen Zwischenstopp bei uns einlegen! Von ihrer Homebase Mönchengladbach aus bloggen der Spanier und die Rheinländerin übers Unterwegs- und Zuhause-Sein. Im Hundumblick erzählt uns Silvana von der perfekten Kombination aus Stadt- und Landleben, Hundelobbyismus und „Grenzüberschreitungen“ im Lieblings-Gassigebiet.

Der Hundumblick: 6 Fragen an Silvana vom Kalte Schnauze Blog

1. Wer bist du, wer sind deine Vierbeiner und wo bloggst du? Stelle dich, deinen Hund und dein Blog vor.

Ich bin Silvana, 34, Mönchengladbacherin und Rheinländerin. Hauptberuflich arbeite ich als freie Buchstabenjongleurin und bin Frauchen von Cabo, einem spanischen Supermix.

Mein Krummfuß, wie ich Cabo liebevoll wegen seiner X-Beine nenne, wackelte 2008 auf dem Spanischen Festland in mein Leben – nach drei hundelosen Jahren. Cabo lehrte mich schnell, dass ich keine Ahnung von Hunden hatte, aber dafür eine Aufgabe. Und so kam ich auch zum Bloggen.

Seit Anfang 2012 gibt’s meinen Kalte Schnauze Blog. Damals standen die Abenteuer auf unseren Gassirunden in und um Mönchengladbach im Mittelpunkt. Die besten und skurilsten Geschichten schafften es in den Blog, die ich oft mit einem Augenzwinkern oder auch kaltschnäuzig wiedergegeben habe. Die passenden Fotos gab’s schon immer dazu.

Heute erzähle ich nicht nur persönliche Geschichten und zeige Fotos aus meinem Hundehalteralltag auf meinem Kalte Schnauze Blog, sondern gebe auch Wander- und Urlaubstipps mit Hund. Hin und wieder sind auch Fotografie-Kniffe dabei.

Wunderschöne Bilder sind fester Bestandteil im Kalte Schnauze Blog. Foto: kalteschnauze-blog.de
Wunderschöne Bilder sind fester Bestandteil im Kalte Schnauze Blog. Foto: kalteschnauze-blog.de

2. Stadt, Land, Hund: Lebst du städtisch oder ländlich mit deiner Fellnase? Würdest du das Umfeld gerne ändern oder passt es perfekt für dich und deine Hunde?

Ich lebe mit Cabo am Stadtrand von Mönchengladbach und habe das große Glück, Wald und Feld direkt vor meiner Haustüre zu haben. Wenn ich es städtisch brauche, bin ich in ner Viertelstunde in der City. Das ist das Schöne an Mönchengladbach: hier ist es ländlich und städtisch zugleich. Für mich ist es perfekt, wie es ist.

Von Spanien über Mönchengladbach in die Welt: Cabo in Ahrenshoop. Foto: kalteschnauze-blog.de
Von Spanien über Mönchengladbach in die Welt: Cabo in Ahrenshoop. Foto: kalteschnauze-blog.de

3. Wie hundefreundlich ist der Ort, wo du lebst? Gibt es Auslaufmöglichkeiten, Trainingsmöglichkeiten / Vereine, Kotbeutelstationen? Sind die Leute aufgeschlossen gegenüber Hunden?

Mönchengladbach ist hundefreundlich und gleichzeitig auch nicht. Mit 138 Euro müssen Hundebesitzer tief in die Tasche greifen, wenn es um die Hundesteuer geht. Sind es zwei Hunde, muss für jeden 165,60 Euro an die Stadtkasse abgedrückt werden. Listenhundebesitzer trifft es besonders hart: Sie müssen 720 Euro für ihren Liebling zahlen. Sind es zwei Hunde, wird für jeden 960 Euro fällig. Eine Ermäßigung oder Befreiung gibt es für Listenhunde leider nicht.

Seit 2009 gibt es eine Hundelobby in Mönchengladbach, die sich für ein harmonisches und respektvolles Miteinander zwischen Hundehaltern und Nichthundehalterin starkmacht. Dem Einsatz der Hundelobby ist es auch zu verdanken, dass es in der Stadt immerhin ein paar Kotbeutelspender und 16 Freilaufflächen gibt.

Die Auswahl an Hundeschulen und Vereinen ist in Mönchengladbach groß. Ebenso das Kursangebot. Da ist für jedes Mensch-Hund-Team etwas dabei. Außerdem ist Mönchengladbach sehr grün. Es gibt viele schöne Parks, den Hardter Wald und Felder, die zum Gassigehen einladen.

4. Das leidige Thema Leine: Herrscht in deinem Ort Leinenpflicht? Gibt es vielleicht ausgewiesene Hundefreilaufflächen? Oder haben Hunde den Luxus, größtenteils frei laufen zu dürfen?

In der Vitusstadt herrscht Leinenpflicht – mit Ausnahme von Wirtschaftswegen. Aber davon wollen viele Mönchengladbacher nichts wissen. Sprich: Hier wird man schon mal gerne von anderen Hundehaltern angepampt, wenn man seinen eigenen Hund an der Leine führt. „Wenn Sie Ihren Hund nicht an der Leine hätten, wäre meiner auch nicht so unfreundlich.“ Ja ne, is klar!

Und weil in Mönchengladbach Leinenpflicht herrscht, hat sich die Hundelobby für Freilaufflächen eingesetzt. Seit 2010 gibt es 16 Hundewiesen in der Stadt, auf denen die Vierbeiner auch ohne Leine laufen dürfen. Nachteil: Die Freilaufflächen werden kaum gepflegt und sind größtenteils auch nicht eingezäunt, dafür aber in der Nähe stark befahrener Straßen. Die Stadt MG macht vieles in Bezug auf Hunde nicht richtig. Aber bunte Plakate kann sie aufhängen, wo der Hundehalter darauf aufmerksam gemacht wird, den Kot des Hundes wegzuräumen. Dumm nur, dass es nach wie vor zu wenige Kotbeutelspender mit Mülleimern gibt.

Cabo ist ein geübtes Model - hier am Hohen Ufer Ahrenshoop. Foto: kalteschnauze-blog.de
Cabo ist ein geübtes Model – hier am Hohen Ufer Ahrenshoop. Foto: kalteschnauze-blog.de

5. Zu Besuch in deiner Gegend: Was sollten Menschen mit Hund in deinem Ort oder deiner Umgebung unbedingt gesehen haben?

Mönchengladbach hat zwei wunderschöne Schlösser: das Schloss Rheydt und das Schloss Wickrath. Drum herum gibt es viele Möglichkeiten mit dem Hund spazieren zu gehen. Cabo und ich sind dort kaum anzutreffen, weil die Schlösser von uns aus am anderen Ende der Stadt sind und wir lieber in „unserem“ Hardter Wald gassigehen. Die regionale Tageszeitung „Rheinische Post“ hat ein Buch mit dem Namen „55 Dinge, die man in Mönchengladbach erlebt haben sollte“ herausgebracht, an dem ich auch mitgearbeitet habe. Darin findet ihr jede Menge Tipps – auch ohne Hund.

Wenn Cabo und ich am Wochenende unterwegs sind, dann zieht es uns regelmäßig zu den Nachbarn in den Naturpark Maas-Schwalm-Nette, der sich sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Seite befindet. Rund 435 Quadratkilometer umfasst der Naturpark, der mit einer außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt aufwartet. Dort hat das Deutsche Wanderinstitut neun Premiumwanderwege ausgewiesen, die alle das Thema „Wandervolle Wasserwelt“ aufgreifen. Zu erkennen sind sie am weißen W auf blauem Hintergrund. Mehr über die Wasser.Wander.Welt.-Premiumwege findet ihr im Internet unter http://www.wa-wa-we.eu/de/touren/index.html

Silvana und Cabo in Schwalmbruch. Foto: Jutta Stegers Fotografie
Silvana und Cabo in Schwalmbruch. Foto: Jutta Stegers Fotografie

6. Hast du eine Lieblings-Gassi-Route in deiner Umgebung und verrätst du sie uns?

Ja, die habe ich tatsächlich. Und wie soll es auch anders sein, ist meine Lieblings-Gassi-Route Teil eines Wasser.Wander.Welt.-Premiumwanderwegs. Genauer gesagt ist es ein Stück der Tour W1 „Schwalmbruch“. Die Heide- und Bruchlandschaft ist zu jeder Jahreszeit fantastisch und immer ein Fotomotiv wert. Und wer ganz genau aufpasst und hinsieht, hat vielleicht das Glück, einem Eisvogel zu begegnen. Für mich sind die Ausflüge in den Schwalmbruch wie Mini-Urlaube. Wenn’s mal besonders stressig ist oder ich Ideen brauche, fahre ich mit Cabo dorthin, um den Kopf frei zu bekommen.
 


Die Reihe Der Hundumblick wird in unregelmäßigen Abständen weitergeführt, es warten viele spannende Blogs und Orte auf euch!

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

One Comment

  1. Deco & Pippa Sagt Antworten

    Suuuper schöne Bilder ♥
    Wuff, Deco und Pippa

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