Stadtköter, Landtöle, Fellnase von Welt, Stubenwauwau… Die Hundeszene ist groß und bunt, ganz besonders in den Weiten des WWW. Um ein bisschen über den Münchner Tellerrand zu schauen, stellen in der Reihe „Der Hundumblick“ Hundeblogger sich und ihre Stadt vor – da lohnt nicht nur ein virtueller Besuch!

Claudi und Jack von Vollverjackt sind echte Großstadtpflanzen: Sie sausen nämlich auf 6 Pfoten und manchmal auch auf Inline-Skates durch Chemnitz, wo sie auch ihre Blogger-Basis haben. Im Interview erklärt Claudi warum sie bedauert, dass es nicht mehr Zäune gibt, berichtet von spannenden Cache-Suchen und verrät uns lohnenswerte Wochenend-Ausflugsziele.

Der Hundumblick: 6 Fragen an Vollverjackt
Der Hundumblick: 6 Fragen an Vollverjackt

1. Wer bist du, wer sind deine Vierbeiner und wo bloggst du? Stelle dich, deinen Hund und dein Blog vor.

Hallo, mein Name ist Claudi und der Name meines 4-jährigen Zwergpinschers lautet Jack und wir bloggen auf https://vollverjacktsblog.wordpress.com/. Auf unserem Blog beschäftigen wir uns mit allem, was uns eben interessiert, Hundefutter, Fellpflege, Tricks und Training, etc. Wir planen auch regelmäßig Themen anderer und Gastbeiträge ein. Man kann uns zum Beispiel auch immer gern Fragen und Anregungen geben, die wir in Artikeln abhandeln. 😉

Auch kleine Hunde können ganz groß sein - Jack von Vollverjackt beweist das! Foto: Vollverjackt
Auch kleine Hunde können ganz groß sein – Jack von Vollverjackt beweist das! Foto: Vollverjackt

2. Stadt, Land, Hund: Lebst du städtisch oder ländlich mit deiner Fellnase? Würdest du das Umfeld gerne ändern oder passt es perfekt für dich und deine Hunde?

Wir leben in der Stadt Chemnitz, in einem Viertel nicht besonders weit entfernt vom Zentrum. Es ist eines der besten Viertel, in dem wir uns niedergelassen haben, mit vielen alten wunderschönen Altbauhäusern. Für uns Menschen passt es perfekt, Garage mit Stellplatz direkt vor dem Haus (was in unserem Viertel das Kostbarste ist) mit 3 Zimmern, sodass der Vierbeiner sein eigenes kleines Reich hat, in dem er verweilen kann, wenn er mal ohne uns daheim ausharren muss. Hier haben viele Leute Hunde, auch wenn wir nicht mit vielen engen Kontakt pflegen, so grüßt man sich doch und die meisten sind auch ganz nett, Ausnahmen anderweitig gibt es ja immer.

Wenn ich etwas ändern könnte, dann hätte ich gern mehr Wald oder Feld um uns. Wir gehen immer in ein kleines Wäldchen direkt vor unserem Krankenhaus, dort ist es nicht so überlaufen. Aber richtig schöne Wiesen und Felder, die können wir nur mit dem Auto anfahren und finden sie nicht direkt vor der Haustür. Das bedauere ich häufig.

3. Wie hundefreundlich ist der Ort, wo du lebst? Gibt es Auslaufmöglichkeiten, Trainingsmöglichkeiten / Vereine, Kotbeutelstationen? Sind die Leute aufgeschlossen gegenüber Hunden?

Wir haben einen kleinen Park mit gleich zwei Hundewiesen 5 Gehminuten von uns entfernt. Obwohl sich über die Verfassung der Wiesen streiten lässt, denn sie sind nicht komplett abgezäunt, was ich eigentlich überhaupt nicht mag, aber zumindest gibt es sowas im Viertel. Generell haben wir einige Hundewiesen in unserer Stadt, wobei viele lieblos an ziemlich befahrenen Straßen liegen und ich mir eine richtig eingezäunt mit sicherem Eingang (so einer Doppelschleuse), nach amerikanischem Vorbild, wünschen würde. Darüber macht sich unsere Stadt aber keine Gedanken. Kotbeutelstationen sucht man bei uns leider meist vergebens, außer an den Wiesen. Generell finde ich, dass es etwas zu wenige öffentliche Mülleimer gibt, nur in Parks steht neben fast jeder Bank einer, aber auf den Straßen in den Viertel nicht.

Ausgleichend dazu liebe ich es aber, dass die Restaurants und Bars bei uns wirklich sehr hundefreundlich sind und man den Vierbeiner gern auch mal zum Kaffeetrinken mit Freunden ins Caféhaus mitnehmen kann! 

Und wir haben einen tollen Rad- und Inlineskate-Weg, den wir im Frühjahr gerne abfahren, um uns und dem Hund mal etwas anderes zu bieten. Jack liebt es kleine Sprints, mit uns auf den Skates, einzulegen oder gemütlich am Fluss vorbeizufahren.

Mir sind bei uns drei Sportvereine bekannt: HSV Chemnitz-Borna e.V., HSV Wittgensdorf und der Hundesportverein Chemnitz 09.

Hundeschule gibt es zahlreich: Hundeschule mobilia, Hundeschule „familiaris“, die mobile Hundeschule von Herrn Andreas Schöne, Lucky Wuff, die Hundeschule Thümer, der HSV Chemnitz-Borna e.V. trainiert Hunde auch, die Hundeschule INSTINKTIV, Gib Pfötchen und die Blindenführhundeschule „mobil“.

Was wir übrigens auch machen ist das Geo-Caching, denn dabei können wir Zweibeiner uns beschäftigen und der Vierbeiner sich bewegen. In und um Chemnitz gibt es auch einige schöne Caches, die es zu finden gilt. 😉

4. Das leidige Thema Leine: Herrscht in deinem Ort Leinenpflicht? Gibt es vielleicht ausgewiesene Hundefreilaufflächen? Oder haben Hunde den Luxus, größtenteils frei laufen zu dürfen?

Hunde müssen auf öffentlichen Straßen und in Grün- und Erholungsanlagen, soweit es sich nicht um ausgewiesene Freilaufflächen handelt, an der Leine geführt werden.
Ausnahmen bestehen für Blindenführhunde.

Auf den Hundewiesen dürfen die Hunde frei laufen, auch wenn ich es (wie oben schon erwähnt) total sinnig finde, dass die Wiesen nicht komplett umzäunt sind. Immerhin kann da ein Hund auch mal auf den Weg laufen und dort müsste er (theoretisch) angeleint sein. Allgemein herrscht Leinenpflicht, manchmal wird das auch kontrolliert, habe ich aber noch nie live miterlebt. Unsere Stadt hat eine Liste mit den angelegten Freilaufflächen erstellt, die man unter http://www.chemnitz.de/chemnitz/media/download/buerger_und_rathaus/hundewiesen_2010_chemnitz.pdf findet.

Wie es mittlerweile in unseren Wäldern aussieht, weiß ich selbst gerade gar nicht so genau. Jeder sagt etwas anderes und die Informationen im Web sind verwirrend. Meines Wissensstandes nach können die Hunde bei uns im Wald abgeleint laufen, außer im Frühling wenn die Kitze geboren werden. Ob das noch stimmt, ich kann es gerade nicht sicher sagen.

Ich finde es auch ehrlich nicht schlimm, dass Hunde im Zentrum und in Wohngegenden angeleint laufen sollen. Allerdings haben Tiere doch auch mal ein Recht darauf sich frei zu bewegen und daher leine ich Jack im Wald auch immer ab. Würde ich ihn nicht kontrollieren können, würde ich es verantwortungsvoll auch nicht machen. Leider kommen uns oft auch freilaufende Hunde entgegen, die nicht so kontrollierbar sind. :/

5. Zu Besuch in deiner Gegend: Was sollten Menschen mit Hund in deinem Ort oder deiner Umgebung unbedingt gesehen haben?

Wir lieben es durch den Wald vor dem Klinikum Chemnitz zu streifen, für die Vierbeiner ist es da echt toll. Sportlich kann man sich auf dem Chemnitztalradweg bei gutem Wetter schön auslassen und dem Hund Bewegung verschaffen.

Es klingt vielleicht etwas viel aber 91 km von uns entfernt (1 Stunde Fahrzeit) liegt die Sächsische Schweiz. Dort sind wir bei gutem Wetter gern zum Wandern mit dem Hund und ich muss ehrlich sagen, dass sich diese Fahrt immer wieder lohnt. Perfekt für einen schönen Wochenend-Ausflug. 😉

Wer auf Urlaub in einer fremden Gegend ist, dem kann ich die App Dog’s Places empfehlen, falls ihr die noch nicht kennt. Das ist wie Maps nur für Hunde! 😉 Dort kann man per GPS aus vielen Kategorien wie zum Beispiel „Gassi gehen + Spielen“, „Tiermedizin“ (Arzt) oder „hundefreundliche Unterkünfte“, etc. wählen und sich Einträge in der Nähe anzeigen lassen.

6. Hast du eine Lieblings-Gassi-Route in deiner Umgebung und verrätst du sie uns?

Aber natürlich, am liebsten sind wir im Küchwald oder auf dem Pfarrhübel in Chemnitz unterwegs. Dazu gebe ich mal zwei Bilder mit, auf denen ihr die großen Grünflächen gut erkennen könnt. Auch den Stadtpark lieben wir, aber davon einen Screenshot zu machen war schwierig, weil man auf diesem die Größe kaum deutlich machen kann. Auf Maps sieht er ziemlich klein aus, aber wenn man dort selbst einmal ist, wird man feststellen dass es sich da sehr schön laufen lässt. Viele fahren dort auch Rad und skaten, auch mit Hund. 😉


 


Die Reihe Der Hundumblick wird in unregelmäßigen Abständen weitergeführt, es warten viele spannende Blogs und Orte auf euch!

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

3 Comments

  1. Claudi und Jack Sagt Antworten

    Ach wir freuen uns mit dabei gewesen zu sein. Es ist ein echt toller Artikel geworden – ich mag es total wie du die Bilder angeordnet hast! 🙂
    Muss mir die Tage auch unbedingt die vorherigen Artikel mal noch durchlesen und freue mich schon auf die folgenden. 😉

    Liebste Grüße,
    Claudi und Jack

  2. Severine Sagt Antworten

    Huuuu … und schon wieder ein feines Blog kennen gelernt. Eine tolle Reihe, liebe Alexandra, macht echt Lust zu weiter zu lesen und zu verfolgen!

    Herzliche Grüße
    Sevi und die Band

  3. Maja Sagt Antworten

    Hallo,

    das ist ganz toller Beitrag. Auch die Bilder sprechen für sich. Doch was passiert, wenn durch den Hund ein Unfall geschieht. Gerade im Wald kann das schnell passieren….haftet hier die Haftpflicht oder die Unfallversicherung??

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