Unser zweiter Tag auf Texel stand ganz im Zeichen der Kommunikation: Mit dem Bus machte sich die „Meute“ auf den Weg in den kleinen, sehr pittoresken Ort De Waal im Inselinneren. Dort angekommen, blitzten die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken und ließen erahnen, dass dort die ein oder andere kleine „Erleuchtung“ auf uns warten würde.

Tipp: Wer in De Waal ist und sich für Geschichte interessiert, sollte dort dem Cultuurhistorisch Museum einen Besuch abstatten.

Impressionen aus De Waal
Impressionen aus De Waal

In De Waal hatte der VVV Texel nämlich einen Vortrag mit dem bekannten niederländischen Hundetrainer Jos Oosting für uns organisiert. Ein in flottem Englisch gehaltenes, abwechslungsreiches Seminar, basierend auf Oostings Buch „Door de ogen van de hond“ („Durch die Augen des Hundes“) erwartete uns: Da gab es eine Menge zu sehen und zu hören über Aggression und Beschwichtigung, Dominanzgesten und Unterwerfung, Manipulation, soziales Spiel, harte und weiche Augen, gebogene und gerade Körperhaltungen und viele weitere Zwischentöne in der feinen Sprache der Hunde.

Natürlich wurden dabei auch gängige Verständnisprobleme angesprochen: So bekamen wir den ein oder anderen Tipp, wie wir es unseren Hunden leichter machen können, uns zu verstehen, indem wir versuchen, ein bisschen mehr „in ihrer Sprache“ mit ihnen zu sprechen – ganz besonders, wenn es um aus Hundesicht höfliche Kommunikation geht. Bei den 5Reicherts findet ihr noch weitere Details über die Inhalte des Vortrags – und jede Menge wunderschöne Bilder von Texel.

Tipp: Bei Jos Oosting können auch spezielle Hundetrainings-Arrangements auf Texel gebucht werden. Die „Durchweh“-Wochen stehen jeweils unter einem anderen Schwerpunktthema wie Aggression, Feuerwerks-/Silvestertraining, Rückruf oder Freilauf.
Wie immer empfehle ich, sich vorher über Trainer, Methoden und genauere Inhalte zu informieren, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Mika hört natürlich gaaaanz aufmerksam zu
Mika hört natürlich gaaaanz aufmerksam zu

Nach dem leckeren Mittagsbüffet in De Waal und abschließenden Worten von Jos Oosting packten wir unsere Siebensachen Hunde und machten uns auf den Weg in den Süden der Insel zu dem Programmpunkt, auf den sich die Vierbeiner sicher am meisten gefreut haben, nämlich die Hundewanderung – schließlich hatten sie am Vormittag so brav ausgeharrt und wollten sich nun endlich ausgiebig die Pfoten vertreten.

Unsere Wanderung, die auch von Jos Oosting begleitet wurde, der uns die ganze Zeit für Fragen rund um Hundethemen zu Verfügung stand, führe uns in den Nationalpark Dünen von Texel, genauer in das Gebiet De Hors. Der Nationalpark umfasst sage und schreibe 43 km2 – also einen ziemlich großen Bereich der Insel. Im Süden, wo uns unsere Wanderung hinführte, ist der Dünengürtel am breitesten. Wie es sich für einen Nationalpark gehört, kommen Naturliebhaber hier voll und ganz auf ihre Kosten: Die typische Flora und Fauna von Dünengebieten zeigen sich hier in ihrer ganzen Pracht.

Tipp: Etwa 180 km Wanderwege durchziehen Texel. Etwa 10% dieser Wege sind während der Brutsaison gesperrt, um die nötige Ruhe für die Brutvögel zu gewährleisten. Eine grüne Markierung kennzeichnet diese Wege.

Impressionen aus dem Nationalpark Dünen von Texel
Impressionen aus dem Nationalpark Dünen von Texel

Für Hunde gilt im Naturschutzgebiet natürlich Leinenpflicht. Am Strand hieß es dann aber: Leinen los und abgeflitzt! Wir waren alle ein wenig aufgeregt, ob die gemeinsame Wanderung gutgehen würde, schließlich waren lauter vierbeinige Individualisten dabei… Wie sich zeigte, waren unsere Sorgen aber unbegründet und unsere Fellnasen genossen einfach den schier endlos scheinenden (und abgesehen von uns: menschenleeren!) Strand.

Tipp: Die Broschüre „Texel entdecken mit Ihrem Hund“ (PDF) zeigt euch ganz genau, wo ihr zu welchen Zeiten eure Hunde ohne Leine laufen lassen dürft.

Ein Stabyhoun - sooooo niedlich!
Ein Stabyhoun – sooooo niedlich!

Mika fraß einen besonderen Narren an Claudias Mailo (der auch wirklich ein sehr charmanter Zeitgenosse ist!) – praktisch, dass die beiden quasi ganz in der Nähe wohnen und somit einem Wiedersehen mit den beiden nichts im Wege steht!

Mika mag Spielen
Mika mag Spielen

Und wie es der Zufall so will, gab’s am Strand sogar eine Flaschenpost – quasi wie für uns bestellt, um die perfekte Nordseeromantikstimmung zu zaubern! Fee, die unsere Reise betreute, hat die Flasche tapfer mitgeschleppt, am nächsten Tag hat Claudia dann endlich (und unter Einsatz von Leib und Leben) den darin enthaltenen, reizenden Brief einer kleinen Niederländerin daraus befreit.

Der Rückweg unseres Rundwegs führte uns noch an den „Horsmeertjes“ vorbei: Diese zwei kleinen Seen sind ein wahres Paradies für Vögel, von denen man im ganzen Nationalparkgebiet natürlich reichlich beobachten kann. Das Schilfgebiet um die Seen gibt auf jeden Fall ein hübsches Motiv ab, genauso wie der Sanddorn, der am Wegesrand wächst.

Tipp: Sowohl das Ecomare als auch der Staatsbosbeheer bieten geführte Wanderexkursionen in verschiedenen Gebieten auf Texel an.

Horsmeertjes
Horsmeertjes

Nach der Wanderung waren alle glücklich und erschöpft. Für die Vierbeiner gab es dann noch wohlverdiente Kekse, für uns noch die schöne Aussicht Richtung Den Horn.

Tipp: Wenn ihr im Urlaun auf Texel gerne wandern möchtet, besorgt euch am besten die Broschüre „Inselrouten. Geheime Orte mit besonderen Geschichten„, die 10 Wander- und 4 Fahrradtouren umfasst. Orientierung bieten euch auch die Markierungen durch farbige Pfähle im Nationalpark Dünen von Texe (gelb = durchgehende Route / blau = Rundwanderung / grün = nur außerhalb der Brutsaison / rot = Naturpfad).

Aussicht nach Den Hoorn
Aussicht nach Den Hoorn

Mika musste noch mal ran, damit ich noch ein paar schöne Bilder von ihm schießen konnte. So langsam hat er ja Erfahrung beim ‚Modeln‘ für mich, aber er war doch ziemlich k.o. nach diesem aufregenden Tag… 😉

Mika 'modelt'
Mika ‚modelt‘
Mika 'modelt'
Mika ‚modelt‘
Mika 'modelt'
Mika ‚modelt‘

Am Abend gab es für uns noch ein typisch niederländisches „Borrel“ im Prins Hendrik, also einen gemeinsamen Umtrunk, um den Abend einzuläuten. Danach ging es zum Abendessen in den Strandpavillon Kaap Noord, wo es uns ganz hervorragend gefallen hat und wir sehr gut versorgt wurden. Auch hier waren Hunde höchst willkommen und nicht mal unsere Truppe mit über 10 Hunden sorgte für Irritationen. Daumen hoch!


Hier geht es zum ersten Teil des Rückblicks auf die Reise nach Texel

Vielen Dank an den VVV Texel für die Einladung zu dieser Pressereise „mit Hund“.

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

2 Comments

  1. Pfotenliebling Sagt Antworten

    Ein ganz toller & interessanter Bericht! Es sind wundervolle Bilder entstanden und das macht Finn und mir jetzt so richtig Lust dort Urlaub zu machen.
    Für mich als angehende Hundetrainerin wäre ich selbst gerne bei dem Vortrag von Jos Oosting dabei gewesen. Vor allem die Themen hätten mich total interessiert 🙂

    Klingt nach einem wirklich tollen und gelungenen Tag 🙂
    Wir wünschen einen feinen Sonntagabend
    Allerliebste Grüße
    Lisa & Finn

  2. Isarhund goes Nordsee: Lange Fahrt, ruhiger Start – #texel4dogs | Isarhunde Sagt Antworten

    […] Hier geht es zum zweiten Teil des Rückblicks auf die Reise nach Texel […]

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