Mika ist ja eine echte Wasserratte. Da traf es sich ganz hervorragend, dass uns Alcott (ihr erinnert euch vielleicht: über Alcott haben wir letztes Jahr nach der Interzoo schon etwas geschrieben) gefragt hat, ob wir nicht Lust hätten, die Schwimmweste aus ihrer Mariner-Kollektion zu testen. Hatten wir! Weniger gut traf sich, dass Mika prompt kurz vor dem Urlaub, in dem wir eigentlich ausführlich testen wollten, einen Hotspot am Vorderlauf und deshalb Badeverbot bekam. Und weil in diesem Jahr ja sowieso alles etwas anders läuft als geplant, wurde aus dem angedachten Urlaub an der Nordsee eben ein Kurztrip nach Österreich (aber ein Jahr ohne Österreich-Urlaub wäre ja irgendwie auch ein verlorenes Jahr 😉 ).

Die Goodies von Alcott
Die Goodies von Alcott

Dementsprechend fällt der Schwimmwesten-Test auch ein klein wenig anders aus als gedacht. Ich denke aber, dass man auch so einen ganz guten Eindruck bekommt, was das Teil so kann.

Vorab: Manch einer wundert sich vielleicht, wozu ein Hund überhaupt eine Schwimmweste braucht. Tatsächlich gibt es Hunde, die nicht schwimmen können! Mit einer Schwimmweste kann man diese unterstützen und ihnen somit etwa im Sommer zu einer Abkühlung im See verhelfen. Jungen Hunden, die das Schwimmen erst noch lernen sollen, kann so eine Schwimmweste ebenfalls Sicherheit geben – ihren Haltern übrigens auch! Aber auch Hunden, die schwimmen können, kann so eine Weste in bewegterem Wasser helfen. Außerdem sind Schwimmwesten quasi ‚Pflicht‘ bei therapeutischem Schwimmen, etwa zum Muskel(wieder)aufbau, zum Abnehmen oder bei Gelenkproblemen.

Die Schwimmweste von Alcott gibt es in zwei Farben: Schwarz-Grau mit Neongelb oder mit Aquablau, der Hauptfarbe der Mariner-Serie. Für die Sichtbarkeit im Wasser eignet sich die gelbe Variante natürlich am besten und da Mika ja sowieso jede Farbe tragen kann ;-), zog diese bei uns ein. Außerdem stehen drei Größen zur Auswahl, wir haben die größte in „L“ getestet.

Die Schwimmweste wirkt gut verarbeitet, mit sauberen Nähten und aus wertigem Material. Neben der knallig-gelben Farbe sorgen mehrere Reflektorstreifen für gute Sichtbarkeit. Die Weste ähnelt einem ‚normalen‘ Hundemantel mit dem Unterschied, dass der Bereich unter dem Bauch aus durchgängigem, abgesteppten Neopren besteht, sodass die Weste im geschlossenen Zustand den Körper quasi vollständig umschließt.

Hinlegen ist mit der Schwimmweste schon mal kein Problem
Hinlegen ist mit der Schwimmweste schon mal kein Problem

Die Weste ist sehr einfach anzuziehen, ganz ohne Step-In-Gerangel oder Kopf-Durchstecken: Dafür sorgen ein Klettverschluss im Brustbereich sowie Klettverschlüsse am Bauch. Das ist auch insofern sehr praktisch als man die Größe dadurch individuell anpassen kann, sodass nichts ‚herumschlabbert‘. Zusätzlich zu den stabil wirkenden Klettverschlüssen sorgen Gurtbänder für Stabilität. Auch diese lassen sich in der Länge wunderbar einstellen, hier hätte ich mir allerdings (zumindest in der von uns getesteten größten Größe „L“) etwas breitere Gurte gewünscht, eventuell auch etwas stabilere Schnallen. Da aber die Schwimmweste ja hauptsächlich zur Unterstützung gedacht ist und nicht, um das ganze Gewicht des Hundes zu tragen ;-), ist es so auch in Ordnung.

Um den Hund tatkräftig beim Schwimmen unter die Arme greifen zu können, gibt es an der Oberseite einen Tragegriff: Hier kann der Halter einfach den Auftrieb unterstützen und dafür sorgen, dass der Kopf nicht unter Wasser gerät. Der Griff besteht auch aus Gurtband, das zusätzlich mit einem beweglichen Stück Neopren ummantelt ist. Hier hat sich mir nicht ganz erschlossen, warum die Neoprenummantelung, die ja für einen angenehmeren Griff sorgt, nicht den kompletten Tragegriff umschließt – Menschen mit breiteren Händen würden es sicher zu schätzen wissen.

Der Tragegriff am Rücken mit Neoprenummantelung
Der Tragegriff am Rücken mit Neoprenummantelung

Apropos Kopf unter Wasser: Am Brustteil findet sich noch ein kleines Polster. Dieses soll sozusagen als kleines ‚Schwimmkissen‘ dienen und das Kinn stabilisieren, damit es leichter fällt, den Kopf über Wasser zu halten. Nun mag es an Mikas Anatomie liegen, dass es nicht unter den Fang reicht, aber ich fürchte, mit den Abmessungen und auch, weil es ‚zu tief‘ sitzt, ist es eher Deko als zweckdienlich. Das macht aber in unserem Fall nichts und ich vermute, auch bei den meisten anderen Hunden ist das eher unproblematisch, denn was die Weste wirklich ausmacht, ist ja ihr Auftrieb!

Das Kinn-Schwimmpolster erscheint mir leider nicht sehr funktional
Das Kinn-Schwimmpolster erscheint mir leider nicht sehr funktional

Was die Passform angeht, so ist diese bei Mikas Statur schon knapp bemessen: Er ist ja nun nicht gerade zierlich gebaut, knapp wurde es beim Brustkorb, der bei ihm nicht nur breit, sondern vor allem auch relativ tief ist. Das Gurtband war definitiv lang genug und ließ sich problemlos schließen, beim Neoprenteil am Bauch musste ich schon etwas ziehen, damit der Klettverschluss auf der größten Einstellung noch griff.

Wie schon erwähnt, konnten wir die Schwimmweste wegen Mikas Badeverbot nicht im Realeinsatz testen. Dafür durfte die Schwimmweste einfach mal alleine baden gehen :-)!

Auf zum Wassertest
Auf zum Wassertest

Wie man hoffentlich erkennen kann, hat schon allein der Neoprenteil, der am Bauch sitzt einen deutlichen Auftrieb: Hier saugt sich nichts mit Wasser voll, das Material schwimmt von alleine. Der obere Teil der Weste besteht aus gefüttertem Polyester: Hier spielt sich quasi die Magie Physik ab, die die Weste so sinnvoll macht. Das Futter des Oberteils der Weste besteht aus dichtzelligem Schaumstoff. Dieser wird speziell bei Menschen- sowie Hunderettungswesten verwendet. Er ist wasserabweisend und sorgt für den guten Auftrieb. Um die Weste unter die Wasseroberfläche zu bekommen, musste ich schon einiges an Druck darauf ausüben.

Durch die guten Nähte und das wasserabweisende Obermaterial dringt kein Wasser in die ‚Schwimmerabteilungen‘. Das ist nicht nur gut für die Schwimmfähigkeit, sondern auch für die Trockungsgeschwindigkeit. So schnell die Weste auch (von außen) nass ist, so schnell ist sie auch wieder getrocknet. Äußerst praktisch! Auch ansonsten ist die Weste pflegeleicht und lässt sich im Bedarfsfall einfach durch Abwischen reinigen.

Alles in allem hat mir die Weste gut gefallen: Unsicheren Schwimmern kann sie zu mehr Sicherheit verhelfen, sichereren Schwimmern zu mehr Ausdauer. Ihr solltet darauf achten, dass die Weste bei eurem Hund gut sitzt – am besten geht das natürlich durch Anprobieren! Münchner können das seit neuestem auch vor Ort tun: Das Haus des Hundes (im Mathäser Kino-Center) führt nämlich jetzt auch Produkte von Alcott – da könnt ihr also mal in Ruhe vorbeischnüffeln und euch durch das Sortiment stöbern!

Ansonsten würde ich euch empfehlen, euren Hund langsam an die Schwimmweste zu gewöhnen, bevor es das erste Mal ans und ins Wasser geht. Bitte beachtet, dass es auch Hunde gibt, die einfach nicht schwimmen wollen – da hilft dann auch eine Schwimmweste nicht, sondern nur Akzeptanz. Und ein obligatorischer Sicherheitshinweis: Lasst eure Hunde bitte nicht unbeaufsichtigt mit der Weste ins Wasser.

Da unser richtiger Schwimmtest ja leider ‚ins Wasser gefallen‘ ist, habe ich mich umso mehr über die weiteren Goodies gefreut, die Alcott uns mitgeschickt hat: ein niedlicher Halsband-Anhänger passend für alle Seehunde :-), eine Probe-Packung „EasyClean Premium“ Hundekotbeutel und ein 3er-Set Bälle.

Die Goodies von Alcott
Die Goodies von Alcott

Der Anhänger stieß bei Mika auf jeden Fall schon mal auf Begeisterung. Er ist aus Metall, hat einen kleinen Schlüsselring, mit dem man ihn am Halsband oder Geschirr befestigen kann, und auf ihm zu lesen ist „Doggy Paddler“.

Die Kotbeutel sind erstaunlich praktisch konzipiert: Im unteren Bereich sind sie doppellagig, der ‚Greifbereich‘ hat eine Art Mulde, sodass sich die Hinterlassenschaften gut fassen lassen, und der Beutel ist lang genug, um ihn problemlos zuknoten zu können. Das Material wirkt stabil und dürfte damit auch recht ‚geruchssicher‘ sein. Einzig der entsprechend hohe anfallende Plastikmüll könnte einen hier abschrecken – allerdings sind die Tüten laut Verpackung „natürlich abbaubar“.

Am meisten Spaß hatten wir aber auf jeden Fall mit den Bällen! Sie sehen aus wie normale Tennisbälle, kommen aber in verschiedenen Farben. Unter der Beflockung sind sie aus Gummi und hüpfen dementsprechend toll auf härteren Untergründen. Ein Quietscher ist auch mit drin – das ist nicht so mein Geschmack, aber Mika packt in der Regel so sanft zu, dass er den Quietscher dabei nicht auslöst.

Testen macht müde – oder war es doch das Ballspielen? Mika war jedenfalls zufrieden und gönnte sich nach all der Anstrengung erstmal (wenn schon kein richtiges, dann wenigstens) ein Sonnenbad 🙂

Testen macht müde
Testen macht müde 🙂

 

* Disclaimer: Die Schwimmweste sowie die anderen Produkte wurden mir von Alcott kosten- und bedingungslos zum Testen zu Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Der Artikel gibt meine eigene Meinung wieder.

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

5 Comments

  1. Anna Sagt Antworten

    Was für eine coole Schwimmweste. Ich bin ja auch schon länger am Überlegen ob ich mir so eine zulegen soll, jetzt nach deinem Artikel werde ich mir die gleich mal genauer anschauen 🙂

    Liebe Grüße
    Anna
    Bloggerin bei Canistecture

    • Alexandra Sagt Antworten

      Huhu liebe Anna,

      also anschauen lohnt sich auf jeden Fall – auch vergleichen schadet sicher nicht 😉 . Ich hoffe, dass ich sie an diesem Wochenende auch endlich mal im ‚Realeinsatz‘ ausprobieren kann, und bin schon gespannt, wie Mika dann damit im Wasser zurechtkommt 🙂

      Liebe Grüße
      Alexandra

  2. Moe & Me Sagt Antworten

    Oh, die ist ja toll! Mir gefällt auch die Farbe! Aber wenn sie bei Mika schon knapp war, mag ich mir gar nicht vorstellen, wie die Weste an Moe aussehen würde. 🙂

    Die Bälle werde ich mir aber mal anschauen. Danke für den ungewöhnlichen Testbericht!

    Viele Grüße
    Nicole

    • Alexandra Sagt Antworten

      Huhu Nicole 🙂 ,

      ja, das Gelb knallt so richtig schön – in Blau ist sie aber sicher auch schick 🙂 . Das mit den Größen ist ja leider immer so eine Sache, z.B. haben wir mit (Norweger-)Geschirren ‚von der Stange‘ fast immer das Problem, dass sie im Vorderbrustbereich zu eng sind und dann zum Beispiel der Bauchgurt in den Achseln hängt… Jeder Jeck is halt anders oder auch: Jeder Hund hat eben eine andere Statur, selbst wenn der Bauchumfang oder die Höhe gleich sind 😉 Ein bisschen schade ist es jedenfalls, dass es nicht noch eine Nummer größer gibt bei der Weste, denn sooooo groß ist Mika ja eigentlich auch nicht (da ist noch viel Luft nach oben 😉 )

      Liebe Grüße
      Alexandra

  3. Freunde-Post von Mika | Hundeblog Moe and Me Sagt Antworten

    […] für mich (ok und eine Karte fürs Frauchen, damit sie weiß, von wem das ganze kommt). Die liebe Alexandra und Mika von Isarhunde haben nämlich neulich in ihrem Blog eine Schwimmweste und einen Ball getestet. Und weil ich den […]

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