Aufgestöbert: BioUrn®

Aufgestöbert: BioUrn

Der Tod eines Hundes – ein Thema, das wohl die meisten Hundehalter am liebsten verdrängen. Aber es ist unvermeidbar, eines Tages geht der geliebte vierbeinige Begleiter den Weg über die Regenbogenbrücke. Und da unsere Hunde immer mehr auch als Familienmitglieder mit uns zusammenleben, möchten auch immer mehr Hundehalter ihr Tier in Würde bestatten.

Generell gibt es für die Bestattung eines Hundes verschiedene Möglichkeiten: Unter bestimmten Voraussetzungen kann man sein Haustier im eigenen Garten begraben (nicht in Wasserschutzgebiet, Abstand zu angrenzenden Fußwegen etwa 1,5 bis 2 Meter), außerdem gibt es Tierfriedhöfe, in denen ein Grab gemietet werden kann (in München etwa der Tierfriedhof „Letzte Ruhe“).

Die vermutlich verbreitetste Bestattungsform ist aber die Feuerbestattung: In einem Tierkrematorium (in München etwas das Krematorium „Tiertrauer“) wird der verstorbene Hund eingeäschert. Im Gegensatz zur Kremation beim Menschen darf man die Asche des Tieres mit nach Hause nehmen. Dort kann man diese dann etwa in einer Urne aufbewahren oder auch im Garten beisetzen. Wer möchte, kann die Asche seines Tiers auch zu einem Edelstein oder Diamanten verarbeiten lassen – diese Variante finde ich persönlich sehr schön, leider ist sie aber auch recht kostspielig. In Kürze gibt es sogar den ersten Friedhof für Mensch und Tier in Deutschland, auf dem eine gemeinsame Bestattung möglich ist.

Aus den USA kommt nun eine weitere oder vielmehr erweiterte Bestattungsmöglichkeit: BioUrn® ist eine biologisch abbaubare Urne, die neben der Asche des Haustiers auch Erde und einen Baumsamen enthält. Unter dem Motto „Remember me with a tree“ soll nach der Beerdigung im Garten oder in einem Pflanzgefäß ein „Erinnerungsbaum“ aus der Asche wachsen. Neues Leben entsteht aus dem Tod, der trauernde Halter hat einen Ort, an dem er an sein Tier zurückdenken kann, und zudem ist die Urne auch noch umweltfreundlich. Der Halter kann sich aussuchen, welchen Baum er gerne erhalten möchte.

Ich finde das Konzept ganz interessant, es erinnert mich ein wenig an die Friedwälder, deren Idee mich ebenfalls anspricht. Allerdings ist hierbei natürlich ein Stück weit ein grüner Daumen gefordert, damit der Baum dann auch wirklich wächst.

Habt ihr euch schon mal Gedanken dazu gemacht, was mit eurem Hund nach dessen Tod passieren soll? Und wäre die BioUrn® etwas für euch?

Schönes Hundeleben: Working Dog – mit Hund im Büro

Schönes Hundeleben: Working Dog - mit Hund im Büro

Kollege Hund: Wie schon in den letzen Jahren ruft auch 2015 der Deutsche Tierschutzbund Unternehmen dazu auf, ihren Mitarbeitern an einem Schnuppertag zu erlauben, ihre Fellnasen mit ins Büro zu bringen. Der Aktionstag findet am 25. Juni statt, interessierte Firmen können sich ab sofort dazu anmelden unter www.kollege-hund.de. Den Teilnehmern winkt nicht nur eine Urkunde als tierfreundliches Unternehmen, sondern auch ein besseres Arbeitsklima, niedrigerer Stresslevel und höhere Motivation der Mitarbeiter – und das alles nur durch die Anwesenheit eines Pfotentiers!

Einen kleine Trailer dazu hat das Team in diesem Jahr auch produziert:

Dass das Thema vielen Hundehaltern unter den Nägeln brennt, sehe ich nicht nur immer wieder an den Suchbegriffen und Aufrufen des Beitrags zu hundefreundlichen Arbeitgebern auf Isarhunde.de, sondern auch an Initiativen wie dem Bundesverband Bürohund e.V., der sich für mehr Hunde im Büro stark macht. Dort findet ihr übrigens auch eine Karte mit hundefreundlichen Arbeitgebern.

Die positiven Auswirkungen von Hunden im Büro sind schließlich wissenschaftlich erwiesen! Auf ein paar Dinge sollte man allerdings achten, wenn es um den vierbeinigen Kollegen geht.

Darf der Hund mit ins Büro?

Klare Antwort: nicht unbedingt! Die Entscheidung, ob ein Hund mit ins Büro darf, hängt letztlich (sofern es nicht aus Gründen der Arbeitssicherheit oder Hygiene grundsätzlich verboten ist, z.B. in lebensmittelverarbeitenden Betrieben) vom Arbeitgeber ab. Natürlich sollten aber auch die KollegInnen befragt werden, um spätere Probleme (z.B. wegen Tierhaarallergien oder Angst vor Hunden) auszuschließen. Da ist vielleicht Überzeugungsarbeit gefragt: Argumente pro Hund im Büro findet ihr hier. Das mit Abstand beste Argument ist aber natürlich euer braver Hund 🙂 !

Worauf muss man achten, wenn der Hund zum Kollegen wird?

Um des lieben Friedens mit den KollegInnen willen, sollten sie – wie gesagt – möglichst dienEntscheidung pro Bürohund mittragen. Ein paar Dinge sollte aber auch euer Hund können oder lernen, um ein willkommener Mitarbeiter zu sein:

Poppeldipoppeldipositiv: Von der hohen Kunst der Positiven Psychologie im Hundetraining

Wie der ein oder andere von euch vielleicht mitbekommen hat, war ich neulich mit Mika auf einem Wochenendseminar am schönen Chiemsee: Christina Sondermann von SPASS-MIT-HUND gastierte dort bei animal learn, um uns lernwilligen Seminarteilnehmern das Konzept der Positiven Psychologie im Hundetraining oder eigentlich allgemeiner: in der Hundehaltung näherzubringen.

Neben der guten Gelegenheit, einmal ein Seminar bei der unangefochtenen „Queen of Hundebeschäftigung“ mitzuerleben, fand ich auch das Thema extrem spannend. Ein paar Eindrücke und Informationen aus dem Seminar möchte ich euch heute zusammenfassen.

Do more of what makes you happy: Das überraschend einfache Prinzip der positiven Psychologie

Als manchmal doch etwas gestresste Großstadt-Hundehalterin war ich schon enorm gespannt, was Christina Sondermann an Handwerkszeug für uns mitgebracht hatte. Und um die Erkenntnis gleich vorweg zu nehmen: Der Weg zu einem positiveren Miteinander mit dem Vierbeiner ist erstaunlich einfach!

Den Alltag positiv gemeinsam erleben: Seminar zur "Positiven Psychologie" mit Christina Sondermann
Den Alltag positiv gemeinsam erleben: Seminar zur „Positiven Psychologie“ mit Christina Sondermann

Aber der Reihe nach: Warum eigentlich Positive Psychologie und was bedeutet das überhaupt? Ursprünglich stammt die Bezeichnung aus der Human-Psychologie. Geprägt wurde der Begriff und die damit verbundene Strömung vom US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman: Er wollte weg von der Problem-Zentriertheit der ‚klassischen‘ Psychologie, die in erster Linie Defizite sieht, die behoben / therapiert werden müssen. Stattdessen rückte er die Ressourcen in den Vordergrund, die den Menschen stärken und es ihm ermöglichen, ein lebenswerteres Leben zu führen. Also zusammengefasst: Do more of what makes you happy (and you will be… happier!) and care less about what makes you unhappy!

„Klingt einfach, wie? Ich weiß, ich kann’s mir schenken
doch steht das Wasser bis zum Hals, hilft positives Denken“

Die Fantastischen Vier, Lass die Sonne rein

Wichtig ist dabei: Es geht nicht darum, ständig positiv zu denken und sozusagen mit Selbstsuggestion ein schöneres Leben zu erreichen. Hinter dem Prinzip steckt mehr: Schon vorhandene Stärken sollen gefördert, bereits bestehendes Positives soll bewusst wahrgenommen werden. Durch die positiven Erlebnisse werden auch biochemische Veränderungen im Gehirn ausgelöst, die im besten Fall dazu beitragen, dass ’schlechte Phasen‘ oder Probleme besser bewältigt werden können.

Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles: Für wen eignet sich die Positive Psychologie?

Kurz gesagt: für jeden! Und ein wenig länger: So ziemlich jeder trägt ja ein kleines oder ein größeres Päckchen mit sich herum, was seinen Hund angeht, oder hat Dinge, die ihn (vielleicht auch nur in bestimmten Situationen) am Hund nerven – ganz besonders, wenn man einen verhaltenskreativen Hund sein eigen nennt. Bei manch einem wächst sich dies zu ernsten Problemen aus, unter dem das Zusammenleben generell leidet: Alles dreht sich um die Themen, die man mit dem Hund ‚aushandeln‘ will oder muss, und viele Erfolge, die man dann beim Training oder Management erzielt, beeinträchtigen auch noch die eigene Lebensqualität, weil man, damit der Hund nicht mehr aufs Sofa geht, vielleicht gleich das ganze Sofa abschafft.

Ganz besonders für Angsthunde ist die Anwendung der Positiven Psychologie lohnenswert, da das Selbstbewusstsein gesteigert wird und so oft auch eine Verbesserung an den Angstauslösern festzustellen ist. Aber auch ohne ‚Problemhund‘ kann sich die Positive Psychologie für das Mensch-Hund-Gespann bewähren, da sowohl Hundehalter als auch Vierbeiner die Beziehung bewusster oder angenehmer wahrnehmen – und so auch die vielbeschworene Bindung gestärkt wird.

Bei bestem Wetter und in schöner Bergkulisse ließ sich Positive Psychologie bestens erlernen
Bei bestem Wetter und in schöner Bergkulisse ließ sich Positive Psychologie bestens erlernen

Lass die Sonne rein: Wie man Positive Psychologie mit dem Hund lebt

Das wunderbare an der Positiven Psychologie ist, dass ihr Grundprinzip so einfach ist. Und diese Einfachheit zeigt sich auch bei der Umsetzung im Alltag. Ein paar Gedanken muss man sich aber doch vorab machen:

  • Was mag der Hund?
  • Wo hat er seine Stärken?
  • Was macht gemeinsam Spaß?

Und natürlich umgekehrt:

  • Was löst bei mir oder dem Hund negative Empfindungen aus?
  • Welche Störfaktoren für das Wohlbefinden gibt es und lassen sie sich vielleicht leicht eliminieren oder vermeiden?
  • Kann an den Lebensumständen etwas verbessert werden, um das (körperliche) Wohlbefinden zu steigern?
Nicht nur denken, sondern auch handeln: Aktiv gelöste Problemstellungen schaffen Erfolgserlebnisse und fördern das Wohlbefinden
Nicht nur denken, sondern auch handeln: Aktiv gelöste Problemstellungen schaffen Erfolgserlebnisse und fördern das Wohlbefinden

Ein gutes und leicht handhabbares Werkzeug bildet für diese Überlegungen die Bilanzliste: Auf dieser wird für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 1 Tag oder eventuell auch 1 Woche) notiert, was für den Menschen an schönen Dingen in Bezug auf den Hund passiert ist und was an unschönen. Danach wird außerdem eine entsprechende Liste aus Sicht des Hundes angelegt für den gleichen Zeitraum. Dabei hilft es natürlich ungemein, wenn man sich schon mal Gedanken gemacht hat, was der Hund generell gerne mag und was weniger. Aus der Bilanz von positiven und negativen Dingen könnt ihr schon ablesen, wie es um das ‚Gesamtgefühl‘ bei euch bestellt ist: natürlich sollten die positiven Dinge überwiegen!

Wenn das Negative überwiegt, solltet ihr daran arbeiten, die Bilanz wieder zu ’schönen‘: Versucht, negative Aspekte zu reduzieren und mehr positive Dinge einzubauen! Oft helfen da schon Kleinigkeiten: einmal häufiger streicheln und den Spaziergang von der stressigen Hundewiese in den ruhigen Wald verlegen, schon sieht die Bilanz ganz anders aus!

But when you feel so powerless what are you gonna do: Spielend zum Glück

Vielleicht kennt der ein oder andere von euch den Begriff „erlernte Hilflosigkeit“? Gemeint ist das Resignieren, das Aufgeben angesichts von Problemen, die als nicht kontrollierbar erlebt werden. Manch Hund (und auch Mensch) lebt leider unter Umständen, die es in die erlernte Hilflosigkeit treibt – und kommt dann glücklicherweise vielleicht über den Tierschutz in eine neue Umgebung, die es erlaubt, ihm diese wieder zu nehmen. Andere Hunde eignen sich Strategien an, um mit unangenehmen Dingen umzugehen, die zum Beispiel vom Menschen nicht erwünscht sind und für die es auch alternative Strategien gibt, ein klassisches Beispiel ist da sicher Aggression statt Distanz schaffen bei Hundebegegnungen.

Gerade bei solchen Problemen kann die Positive Psychologie helfen: Über das (als positiv empfundene) Spiel führt man den Hund an Problemlösungsstrategien heran. In der Regel macht das Problemlösen im Rahmen von Denkspielen Hunden Freude, sorgt also für positive Stimmung. Zudem übt er verschiedene Lösungsmöglichkeiten in kleinen Schritten ein – und das führt im besten Fall dazu, dass er in schwierigeren Situationen überhaupt einmal bemerkt, dass es auch dafür andere Lösungen geben könnte. Auch das kreative Clickertraining kann hier äußerst förderlich sein.

Empowerment, Stufe 3: Wenn einen auch zeitweise ausbleibender Erfolg nicht mehr schrecken kann :-)
Empowerment, Stufe 3: Wenn einen auch zeitweise ausbleibender Erfolg nicht mehr schrecken kann 🙂

Einen riesigen Fundus an Spiel- und Clicker-Ideen gibt es auf SPASS-MIT-HUND.de. Das Ziel: Empowerment, die Fähigkeit zum selbständigen und selbstbestimmten Handeln.

Ich möchte nicht verschweigen, dass ein ‚empowerter‘ Hund seinen Menschen hin und wieder vor ganz neue Herausforderungen stellt. Trotzdem bin ich froh, dass Mika so viel Freude am Problemlösen hat und in vielerlei Hinsicht bereits ‚empowered‘ ist: Die Verantwortung, die ich für ihn übernommen habe, erstreckt sich für mich nicht nur darauf, dass ich für seine körperliche Unversehrtheit sorge. Sein psychisches Wohlbefinden ist mir – soweit ich es mitbeeinflussen kann – ebenso wichtig und dazu gehört für mich ganz einfach auch, dass er denken darf und dass ich akzeptiere, dass er ’seinen eigenen Kopf‘ hat.

Wie ist es bei euch: Findet ihr die Positive Psychologie interessant oder setzt ihr vielleicht sogar schon Teile davon ein? Und würdet ihr sagen, dass euer Hund ‚empowered‘ ist?

Zum Weiterlesen:

Maria Hense / Christina Sondermann
Perspektivwechsel: Positive Psychologie für Hunde*
Stärken fördern statt Schwächen bekämpfen
Cadmos Verlag, Schwarzenbek 2014


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Der Hundumblick: 6 Fragen an Chris von Erlebnisse mit Chris

Der Hundumblick: 6 Fragen an Chris von Erlebnisse mit Chris

Stadtköter, Landtöle, Fellnase von Welt, Stubenwauwau… Die Hundeszene ist groß und bunt, ganz besonders in den Weiten des WWW. Um ein bisschen über den Münchner Tellerrand zu schauen, stellen in der Reihe „Der Hundumblick“ Hundeblogger sich und ihre Stadt vor – da lohnt nicht nur ein virtueller Besuch!

Foxterrier Chris durchstreift mit seinem Frauchen Britta die Wildnis rund um Eisenach und bloggt über seine Erlebnisse. Da Chris ein echter Wandersmannrüde ist, finden sich auf Erlebnisse mit Chris jede Menge sehens- und gehenswerte Touren aus seiner Gegend. Im Interview berichtet er über das Leben im „Stand“, den Hainich und angeleinte Zweibeiner.

Der Hundumblick: 6 Fragen an Chris von Erlebnisse mit Chris
Der Hundumblick: 6 Fragen an Chris von Erlebnisse mit Chris

1. Wer bist du, wer sind deine Vierbeiner und wo bloggst du? Stelle dich, deinen Hund und dein Blog vor.

Hallo, ich bin der Chris, eigentlich sollten mich einige schon kennen, für die, die es nicht tun, hier noch mal ein kurzer Überblick: Als waschechter Drahthaar-Foxl habe ich jede Menge Schabernack im Kopf und bringe so mein Frauchen immer wieder zum Lachen. Seit mittlerweile fast fünf Jahren sind wir ein untrennbares Team und machen die Gegend rund um die Wartburgstadt Eisenach im schönen Thüringen unsicher. In unserem, also ehrlicherweise meinem Blog, geht es um unsere schönsten Spaziergänge, viele kleine Tricks und natürlich den Alltag mit so einem Zweibeiner an der Hundeseite.

Chris vom Jahnsteinhof - trotz adligem Stammbaum eine echte Frohnatur. Foto: Erlebnisse mit Chris
Chris vom Jahnsteinhof – trotz adligem Stammbaum eine echte Frohnatur. Foto: Erlebnisse mit Chris

2. Stadt, Land, Hund: Lebst du städtisch oder ländlich mit deiner Fellnase? Würdest du das Umfeld gerne ändern oder passt es perfekt für dich und deine Hunde?

Nun, wir leben in einer winzigen Kleinstadt und da auch am Stadtrand, also würden wir es fast als Stand bezeichnen, so ein Mix aus Land und Stadt. Viel Grün haben wir zwar, aber leider auch sehr, sehr, sehr viele Hunde, so dass es manchmal einfach zu eng wird. Deshalb würden wir ja gerne irgendwo in die Pampa ziehen, aber Frauchen meint, das ist nicht praxistauglich und wäre wohl auch etwas teuer. Deshalb haben wir als Alternative für uns die Ausflüge in die Umgegend gewählt, wo es uns zumindest an den Sonntagen, bei Zeit und entsprechendem Wetter auch unter der Woche hinzieht.

Chris erkundet mit Frauchen Britta gerne die Umgebung. Foto: Erlebnisse mit Chris
Chris erkundet mit Frauchen Britta gerne die Umgebung. Foto: Erlebnisse mit Chris

3. Wie hundefreundlich ist der Ort, wo du lebst? Gibt es Auslaufmöglichkeiten, Trainingsmöglichkeiten / Vereine, Kotbeutelstationen? Sind die Leute aufgeschlossen gegenüber Hunden?

Überhaupt nicht hundefreundlich, würde es wohl am ehesten beschreiben. Wir zahlen die dreifache Hundesteuer im Vergleich zu den umliegenden Orten. Dafür bekommen wir KEINE Freilaufflächen und KEINE Kotbeutelstationen geboten. Es gibt zwar vereinzelt Kotbeutelspender von privaten Vermietern, die sind allerdings für deren Mieter gedacht und auch mit extrem dünnen, sehr leicht reißenden Tüten ausgestattet. Unser Vermieter hat jetzt ein Pilotprojekt gestartet und auch in einigen Stadtteilen solche Spender aufgestellt – allerdings in denen, wo die wenigsten Hunde wohnen, und nicht in unserem Viertel, wo auf zwei Einwohner im Schnitt mindestens ein Hund kommt.

Ohne Freilaufflächen lässt sich schlecht sausen - da heißt es nach Ausweichmöglichkeiten für Treffen mit Hundekumpels suchen. Foto: Erlebnisse mit Chris
Ohne Freilaufflächen lässt sich schlecht sausen – da heißt es nach Ausweichmöglichkeiten für Treffen mit Hundekumpels suchen. Foto: Erlebnisse mit Chris

Ein Schäferhundeverein ist meines Wissens am Ort aktiv, außerdem gibt es eine Hundeschule, wo uns aber die Trainingsmöglichkeiten nicht wirklich gut gefallen, da sie fast nur für große Rassen ausgelegt sind. Da gibt es Treppen, durch die würde ich mit meiner Größe durchfallen, also gehen wir dort auch nicht hin.

Was die Freilauffläche angeht, ist da gerade einiges im Gange. Einige Hundehalter haben einen Verein gegründet und arbeiten jetzt daran, eine Freilauffläche einzurichten – selbstverständlich mit jeder Menge Auflagen seitens der Stadt und ohne jegliche finanzielle Unterstützung von dieser. Ob und wann da was passiert, müssen wir abwarten, da der Verein gerade erst im April gegründet wurde.

4. Das leidige Thema Leine: Herrscht in deinem Ort Leinenpflicht? Gibt es vielleicht ausgewiesene Hundefreilaufflächen? Oder haben Hunde den Luxus, größtenteils frei laufen zu dürfen?

Ja, natürlich, hier herrscht generell Leinenpflicht. Wer ohne Leine seine Zweibeiner ausführt, muss mit entsprechenden Strafen rechnen, sobald er erwischt wird. Daher hoffen wir, dass der Verein, wie oben erwähnt, hier etwas bewegen kann.

Wer seine Zweibeiner nicht an der Leine hält, geht schnell mal baden - dann doch lieber Abkühlung  im Umland suchen. Foto: Erlebnisse mit Chris
Wer seine Zweibeiner nicht an der Leine hält, geht schnell mal baden – dann doch lieber Abkühlung im Umland suchen. Foto: Erlebnisse mit Chris

5. Zu Besuch in deiner Gegend: Was sollten Menschen mit Hund in deinem Ort oder deiner Umgebung unbedingt gesehen haben?

Normalerweise würde jetzt sicher jeder an die Wartburg denken. Klar, die ist bestimmt interessant, aber viel zu überlaufen. Das gilt auch für den Rennsteig. Der ist noch dazu schlecht ausgeschildert und mit unzähligen, nicht immer rücksichtsvollen Radfahrern versehen.

Ich empfehle daher den Nationalpark Hainich: Rad-, Reit- und Fußwege sind häufig getrennt, schmale Pfade durch den Urwald sind ein echtes Abenteuer, es gibt viel zu schnüffeln und für die Zweibeiner schöne Aussichten. Die Beschilderung ist perfekt, die weitläufigen Wege sind nur in Parkplatz- und Gastronomienähe gut besucht, doch kurz danach verläuft sich der Publikumsverkehr. Außerdem sind die Wege sehr abwechslungsreich, mal führen sie durch den dichten Urwald auf sehr schmalen Pfaden, wo es heißt, im Gänsemarsch zu laufen, mal über riesige und weite Felder. Wer mag, kann dabei den Baumkronenpfad erkunden, allerdings dürfen Hunde nicht so hoch mit hinaus, oder das Wildkatzendorf besuchen. Dort sind Hunde, glaube ich zumindest, erlaubt.

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6. Hast du eine Lieblings-Gassi-Route in deiner Umgebung und verrätst du sie uns?

Hm, das ist sehr schwierig, weil es so viele schöne Routen gibt und wir gerne immer eine andere wählen. Aber ich versuch es mal. Am Wilhelmsthaler See kann Hund herrlich baden und durch den Wald zum Altenberger See laufen. Da die Runde sehr kurz ist, eignet sie sich nach Feierabend. Das gilt auch für den Nachtigallenweg auf dem einstigen Militärgelände am Kindel, wo die Natur sich langsam aber sicher das Areal zurückerobert. Leider gibt es da aber recht viele Zecken.

Wer mehr Zeit hat, sollte unbedingt den Saugrabenweg im Hainich bei Kammerforst, den Wildkatzenpfad in Hütscheroda, ebenfalls im Hainich, oder den Steinbergweg am Baumkronenpfad ausprobieren. Das sind wirklich schöne, abwechslungsreiche Wege mit relativ wenig Publikumsverkehr, so dass Hund auch mal frei sein darf.

Genügend Platz für Flug- und alle anderen Hunde im Hainich. Foto: Erlebnisse mit Chris
Genügend Platz für Flug- und alle anderen Hunde im Hainich. Foto: Erlebnisse mit Chris

Die Reihe Der Hundumblick wird in unregelmäßigen Abständen weitergeführt, es warten viele spannende Blogs und Orte auf euch!