Wer im April schon ein bisschen Höhenluft schnuppern möchte, muss oft noch mit Schnee(matsch)feldern rechnen. Wer das vermeiden will, sucht sich eben einen kleineren und sonnenbeschienenen Berg, der vielleicht noch mit einer besonderen Aussicht lockt. Wenn es dann noch einige warme, sonnige Tage gibt, steht dem Wandervergnügen nichts mehr im Wege.

Für unsere Frühlingstour habe ich eine Tour auf und um Adersberg und Schwarzenberg bei Rottau ausgesucht. Los geht es am zweiten Wanderparkplatz an der Adersbergerstraße: Nach einem kurzen Aufstieg auf der Teerstraße zweigt rechter Hand der Wanderweg Richtung Adersberg ab.

Parallel zur Straße, die wenig befahren ist, geht es nun durch den noch lichten Wald bergauf und schon bald lassen sich die ersten schönen Blicke auf die umgebende Bergwelt erhaschen. Mika freut sich an diesem warmen Frühlingstag über die kleinen Bachläufe, die hier ab und an unseren Weg kreuzen oder begleiten.

An einer Weide mündet der Wanderweg wieder auf der Straße: Jetzt ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Hotel Adersberg und zwischen den Baumwipfeln blitzt bereits der Chiemsee im Tal hervor.

Wir gehen durch den Hof, vorbei an der Terrasse des Hotels und folgen dem Wegweiser Richtung Lindlalm / Adersberger Höhenrundweg. Der breite Weg schlängelt sich sanft über Weideflächen nach oben. Das besonders Schöne an Frühjahrswanderungen: Es stehen noch keine Kühe auf den Almen, also können wir ganz entspannt wandern, zwischendurch nach Belieben stehen bleiben und die Aussichten genießen.

Besonders schöne Ausblicke bieten sich von den Weiden um die Lindlalm – der Durchgang war übrigens gefahrlos, da, wie gesagt, noch kuhfrei!

An der Lindlalm zweigt unser Weg nach rechts in den Wald ab. Nun geht es erst einmal bergab auf dem angenehm schattigem Pfad. Auch hier kann man durch die Baumstämme immer mal wieder den See im Tal glitzern sehen.

Der Weg endet an einer Gabelung: Hier muss man ein wenig taktisch gehen. Wir entscheiden uns für den direkten Pfad hinab, gehen rechts und dann biegen dann bald links ab. Die Wahl erwies sich als abenteuerlich (und war deshalb vermutlich auch nicht ausgeschildert), denn der Weg war eher zu ahnen als zu sehen. Mika und ich übten uns also im Pfadfinden und Übersteigen sturmgefällter Bäume…
Weniger abenteuerlich, dafür länger dürfte sich der normale Weg gestalten, also weiter Richtung Wolfsschlucht und weiter unten dann links abbiegen. Eine andere Alternative ist, sich an der Gabelung links Richtung Herren Alm zu halten und später rechts bergab zu gehen (in der Karte der Tour unten schwarz eingezeichnet). Damit umgeht man den Salinensteig, der unsere nächste Station ist…

Nach unserem abenteuerlichen Abstieg gelangen wir gleich zur nächsten Herausforderung: der Salinsteg. Eine längere Gitterbrücke führt über den Schauergraben… Da muss sich Mika doch erst einmal Mut antrinken!

Erfrischt wagen wir uns an die Brückenüberquerung, die Mika tapfer meistert. Hunde, die mit offenen Brücken, Gittern und ähnlichem Probleme haben und nicht getragen werden können, freuen sich ganz bestimmt, wenn Frauchen oder Herrchen sich oben an der Weggabelung für die Variante über die Herrenalm entscheiden! Eventuell kann auch der Schauergraben durchwatet werden, sodass man sich die Brücke spart.

Und gleich nach dem Steg folgt auch schon die Salinen-Treppe – na dann, nichts wie rauf! Auch hier gilt: Wenn der Hund nicht gut Treppen steigen kann, bitte tragen oder die Alternativroute gehen!

Oben angekommen führt mich mein GPS leider etwas in die Irre, sodass wir auf der Straße entlang Richtung Gschwendtner Hof gehen, obwohl ein Stückchen weiter unten wohl ein guter Wanderweg verläuft. Wer nicht beim Gschwendtner Hof einkehren will und wie wir an einem sonnig-warmen Tag unterwegs ist, tut gut daran, auf dem Wanderweg zu bleiben, der entlang des Schauergrabens verläuft, sodass auch für die Wasserversorgung der Fellnasen gesorgt sein sollte (Weg in Karte unten schwarz eingezeichnet).

Auch der Weg an der Straße hat aber seine Reize, so erhaschen wir noch den ein oder anderen schönen Bergblick. Nach dem Wanderparkplatz Aigen (der auch zum Start auf die Kampenwand dient und damit gut besucht ist) und einem kurzen Trinkstopp am Schauergraben geht es dann wieder bergauf. Wieder laufen wir schön schattig und so lässt sich der neuerliche Anstieg gut aushalten. Wasser gibt es auch, sodass Mika zwischendurch ‚tanken‘ kann. Da lässt sich doch gleich eine gute Rast einlegen – eine kleine Stärkung schadet schließlich nicht!

Wir folgen dem Wegweiser Richtung Adersberg und verlassen bald den Wald. Vor uns öffnen sich die Wiesen der Maureralm vor der Gedererwand – ein spektakulärer Anblick und gleich fühlt man sich in höhere Lagen als die tatsächlich erreichten 1011 m, auf denen wir uns befinden.

Wer noch unternehmungslustig und fit ist, kann auch noch die Gedererwand erklimmen (1399 m; mit Hund am besten über den ‚Normalweg‘ von Westen, dazu muss man sich an der vorherigen Weggabelung rechts Richtung Kampenwand halten). Für alle anderen ist das Gebiet der Maureralm wunderbar für eine längere Rast, bei der man einfach die Sonnenstrahlen genießen kann.

Anschließend geht es weiter Richtung Adersberg, nun wieder bergab auf einem Forstweg, erst im Schatten durch Wald, dann über Wiesen. So gelangen wir zu den Fischteichen, die wir auf dem ersten Teil der Strecke Richtung Lindlalm bereits von oben bewundert haben.

Recht eben führt der Weg weiter zum Adersberger Hof, wo sich hungrige und durstige Wanderer vor dem Abstieg zum Auto auf bereits bekanntem Weg auf der Terrasse noch einmal stärken können.

Für die Tour mit gut 14 km Strecke und haben wir ohne Pausen knapp 4 Stunden benötigt, insgesamt waren wir etwas über 5 Stunden unterwegs. Etwa 400 Höhenmeter liegen dabei zwischen niedrigstem und höchstem Punkt – nicht vergessen, es gibt mehrere An- und Abstiege! Die Route verläuft größtenteils auf gut begehbaren Forstwegen. Schwierigkeiten sind Salinsteg und Salinen-Treppe, die aber problemlos umgangen werden können. Wer die Aussicht genießen, aber weniger Anstrengung möchte, findet im Adersberger-Höhenrundweg eine alternative, kurze Genussrunde.

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

4 Comments

  1. Chris Sagt Antworten

    Wären die Kühe, so wie es ja jetzt noch der Fall war, es klingt nach einem Traumpfad, den ich sofort mitpfoten würde. Genau die richtige Länge hat er auch mit seinen vier/fünf Stunden und 14 km – einfach perfekt.

    Wuff-Wuff dein Chris

    • Alexandra Sagt Antworten

      Lieber Chris, du sprichst mir aus der Seele 🙂 ! Ich mag ja Kühe durchaus, aber auch nur, solange ein stabiler Zaun zwischen uns ist ;-). Da ist man im Sommer im Flachland doch irgendwie besser dran, was das angeht – am Berg kommt man ja kaum drumrum, die ein oder andere Weide zu überqueren… :-/ . Liebe Grüße, Alexandra

      • Chris Sagt Antworten

        Nun ja, im Urlaub hatten wir ein traumatisches Erlebnis. Der Dusty ist ja recht gesprächig und wollte sich mit den Kühen unterhalten. Die wollten aber nicht, so kamen sie auf uns zugerannt und es da nur ein kleiner Stacheldrahtzaun. Der hätte sie wohl kaum aufgehalten. Wir haben uns dann in den Wald geflüchtet, sind durchs Dickicht gestürzt und meiden seitdem Kuhweiden, wo es nur geht 🙂

        Wuff-Wuff dein Chris

        • Alexandra Sagt Antworten

          Auweia, das ist natürlich gar nicht schön 🙁 . Und vor allem: Manchmal braucht’s nicht mal ein freundliches Kontaktaufnahme-Bellen ;-), um die Kühe – sagen wir mal – auf einen aufmerksam zu machen… Also, wenn wir nur zu zweit unterwegs sind, möchte ich eigentlich auch gar nicht mehr über Weiden gehen, aber es lässt sich halt echt nicht immer vermeiden *seufz*. Von daher sind schöne Tage im April quasi Gold wert, da sind ja eigentlich alle Rindsviecher noch im Tal 😀

Antwort hinterlassen