Nachdem der Frühling in diesem Jahr nochmal einen Rückzieher gemacht und uns mit Schnee und Sturm, schwupps, wieder in den Herbst/Winter katapultiert hat, sollte man erst recht jeden schönen Tag zwischendurch ausnutzen. Und so ging es am Karfreitag bei Sonne und angenehmen Temperaturen in Richtung Süden, um sechsbeinig das Murnauer Moos zu erkunden. Immerhin ist es das größte zusammenhängende naturnahe Moorgebiet in Mitteleuropa – und das ist doch einen Besuch wert!

Los geht’s am Wanderparkplatz (kostenpflichtig: 1 Euro für 4 Stunden, 2 Euro für den ganzen Tag) an der Ramsachstraße, der schon gut gefüllt. Wir folgen der Ramsach vorbei am Ramsachkircherl bis zur Gaststätte Ähndl. Der Biergarten ist voll besetzt und ich stelle mich schon mal darauf ein, unterwegs Unmengen an Wanderern zu begegnen.

Schon wechseln wir auf die andere Seite der Ramsach, die wir die nächsten Kilometer als ständige Begleiterin neben uns haben. Tatsächlich sind auf diesem Teilstück einige Spaziergänger, vereinzelt Fahrradfahrer und auch Reiter unterwegs, aber bald verläuft es sich und wir haben ein wenig Freiraum, der sich immer wieder mit spektakulären Blicken auf die noch schneebedeckten Berggipfel rundum füllt.

Los geht's auf der Moos-Runde
Los geht’s auf der Moos-Runde

Auf den Wegen lässt sich gut laufen und Mika genießt es, ab und an seine Schnauze in Ramsach oder Lindenbach zu stecken. Manchmal auch mehr als nur die Schnauze. Ja, dem Fellmonster war es schon fast ein bisschen zu warm… ;-). So vergeht der erste Teil der Runde schnell.

Und immer wieder wird der Blick wie magisch Richtung Süden zur wunderschönen Bergkulisse gezogen.

Über eine Brücke biegt unser Weg nach rechts ab und führt uns jetzt leicht aufwärts in den Wald. Der Schattenabschnitt kommt wie gerufen!

Wir folgen der Ausschilderung weiter auf der „Murnauer Moosrunde“ (nicht der Strecke für Radler) und gelangen kurz darauf auch schon zum Highlight der Strecke: dem Bohlenweg durch das Hoch-Moor Lange Filz! Hier ist die Vegetation ganz anders als in der (zumindest zu dieser Jahreszeit) karg wirkenden Senke, durch die uns der erste Teil des Wegs geführt hat: fast ein bisschen verwunschen gibt sie auch immer wieder den Blick frei auf die Berge – einfach schön!

Gleich am Bohlenweg und ziemlich genau auf halber Strecke der Tour findet sich auch eine kleine Schutzhütte, wo man prima Brotzeit machen kann. Wer dort ist, sollte auch mal einen Blick ins Hüttenbuch werfen und sich auch darin verewigen: Es ist immer wieder schön, wie viel Herzblut manch Wanderer dort hineinsteckt.

Das Hüttenbuch in der Schutzhütte - die Hälfte des Weges ist nun geschafft
Das Hüttenbuch in der Schutzhütte – die Hälfte des Weges ist nun geschafft

Noch ein Stück weiter geht es durch das verwunschene Moor und über die Bretter, die hier nicht unbedingt die Welt, aber doch trockene Füße bedeuten.

Sonne genießen - wer weiß, wann sie sich wieder zeigt
Sonne genießen – wer weiß, wann sie sich wieder zeigt

Nachdem wir sicher über die Holzbohlen balanciert sind, folgt noch ein kurzes Stück Waldweg und schon sind wir wieder in der Zivilisation: Die Örtchen Westried und Moosrain sind nett anzusehen, jedoch müssen wir hier an, teilweise auch auf der Straße entlanglaufen. Gut, dass es bald wieder in den Wald geht: Wir schlagen uns ein Stückchen hochwärts, wieder begleitet von einem kleinen Bach. Der Weg verläuft nun auf einer Anhöhe, die uns freie Sicht über das Moos und in Richtung Alpen gewährt. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Er verläuft direkt an ungesicherten Bahnschienen, die wir später noch zweimal überqueren müssen. Auch wenn hier nicht dauernd Züge durchrasen, empfiehlt es sich, den Hund sicherheitshalber angeleint zu lassen.

Unser Weg schlängelt sich langsam, aber sicher wieder hinab in die Senke. Wer noch einen kleinen Abstecher machen will, kann sich rechts über eine Brücke wieder auf den Hinweg begeben und noch ein bisschen an der Ramsach entlang spazieren. Ansonsten geht es auf direktem Weg auf der Ramsachstraße wieder zurück in Richtung Ähndl und Parkplatz.

Die Moosrunde erstreckt sich auf gute 12 Kilometer mit nur wenigen Höhenmetern und ist sehr gut ausgeschildert. Unterwegs lässt sich auf Infotafeln immer wieder Wissenswertes über Flora, Fauna und Geologie der Gegend erfahren. Der erste Teil ist komplett flach und verläuft auf breiten, ausgebauten Wegen: Kein Problem, hier auch mit älteren oder kleineren Hunden, Kindern oder Kinderwagen zu wandern. Lediglich auf dem Bohlenweg könnte es mit einem Kinderwagen problematisch werden. Die Pausen herausgerechnet haben wir dafür knapp unter 3 Stunden für den Rundweg benötigt.

Zwar finden sich unterwegs sehr viele Wasserstellen, trotzdem würde ich die Runde für den Sommer nur sehr bedingt empfehlen: Weite Teile der Runde sind praktisch schattenlos, hinzu kommt der Teil durch die Ortschaften, der auf Asphalt verläuft. Das Murnauer Moos ist Landschaftsschutzgebiet, das heißt, der Hund muss auf den Wegen bleiben – gerade jetzt in der Brut- und Setzzeit sollte man darauf streng achten. An der Seite, wo wir das Lange Filz verlassen haben, stand ein Naturschutzgebiet-Schild: Das bedeutet natürlich Leinenpflicht. Jedoch habe ich auf der Seite, von der aus wir hineingegangen sind, keinen entsprechenden Hinweis gesehen. Der Bohlenweg mag den ein oder anderen Hund, der sich auch z.B. mit offenen Treppen, Brücken oder Gittern schwertut, verunsichern. Wer mit den kleinen Einschränkungen leben kann, wird auf dieser Runde durch wirklich sehenswerte Aussichten auf die Berge und eine interessante Pflanzenwelt belohnt!

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

3 Comments

  1. Chris Sagt Antworten

    Das klingt nach einer Strecke ganz nach meinem Geschmack und hey, auch kleinere Hunde können ohne breite Wege laufen, keine Sorge 😀 So Bohlen zum Balancieren sind doch toll, ich mag die sehr gerne…

    Wuff-Wuff und frohe Ostern

    dein Chris

    • Alexandra Sagt Antworten

      Hihi, ich fürchte, ich habe da etwas schlecht formuliert: Natürlich können kleine Hunde auch ohne breite Wege laufen, auf schmalen sogar noch besser als das große Hunde können 😉 (und dich, lieber Chris, würde ich ja auch gar nicht als kleinen Hund einordnen, du hast ja sozusagen Model-Beine, die dich über Stock und Stein tragen 🙂 ) . Ich meinte natürlich: Alle Vier- oder Zweibeiner, die nicht (mehr) so gut zu Fuß sind und nicht gerne kraxeln, sind hier gut aufgehoben 🙂 !

      Euch auf jeden Fall auch noch schöne Ostern und liebe Grüße
      Alexandra

  2. Links KW 14 - Canistecture Sagt Antworten

    […] Isarhunde erkunden das Murnauer […]

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