Der Winter meint es in diesem Jahr gut mit uns: Viel Schnee, aber auch viel Sonne – so kann man es auch bei knackigeren Temperaturen gut draußen aushalten. Zumindest so lange man sich bewegt. Also den Rucksack geschultert und an einem – wettertechnisch zugegebenermaßen zunächst etwas fragwürdigen – Sonntag ab in Richtung Ammersee.

Unser Ziel ist Schondorf am Ammersee-Westufer, von München aus sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto schnell erreichbar. Wir starten in der Nähe der Pfarrkirche St. Anna (hier finden sich auch Parkplätze), die oberhalb von Schondorf thront. Der Höhenweg ist hier auch schon ausgeschildert, sodass die Orientierung leicht fällt. Bald nach der Kirche führt uns der Weg schon aus der Ortschaft und in die Feld- und Wiesenlandschaft, die um die 150 Meter über dem Seespiegel liegt.

Alles so schön weiß hier: Schnee von allen Seiten auf dem Ammersee Höhenweg
Alles so schön weiß hier: Schnee von allen Seiten auf dem Ammersee Höhenweg

Ein Traum in Weiß liegt vor, neben und, ja, über uns. Ab hier heißt es: Sich durch die zugeschneiten Wege kämpfen. Über weite Strecken ist dies auch völlig problemlos: Es scheint, als wären zumindest vor einigen Tagen die Wege geräumt worden. An einigen Stellen hat sich der Schnee aber doch ganz schön aufgehäuft – macht nichts, die Zweibeiner schnaufen ein bisschen, der Vierbeiner hüpft fröhlich über die leicht angeeiste Schneeoberfläche hinweg.

So ein paar Flöckchen fallen auf einem gescheckten Hund doch eigentlich gar nicht auf, oder?
So ein paar Flöckchen fallen auf einem gescheckten Hund doch eigentlich gar nicht auf, oder?

Je nach Wetterlage sind von hier oben schöne Ausblicke auf den Ammersee möglich. Uns machte das Wetter da einen Strich durch die Rechnung. So ging es zügig weiter: Wir kreuzen nach einer Weile eine Landstraße und gehen weiter Richtung Gut Achselschwang. Dort gibt es allerlei Tiere zu bestaunen, allen voran natürlich Pferde.

Wem der Sinn nach einer Einkehr steht, kann sich hier in der Gaststätte Achselschwang verköstigen lassen. Alle anderen biegen links ab und können auf der kleinen Anhöhe die Bank belagern, um es sich bei einer Brotzeit gemütlich zu machen oder sich mit heißem Tee ein wenig aufzuwärmen.

So viel Zeit muss sein: Da wird die Pause auch mal für eine kleine Flugstunde genutzt. Mika hat das Flugobjekt natürlich genau im Blick.
So viel Zeit muss sein: Da wird die Pause auch mal für eine kleine Flugstunde genutzt. Mika hat das Flugobjekt natürlich genau im Blick.

Der schönste Teil der Strecke liegt nun schon hinter uns: Kurz nach dem Gut Achselschwang führt uns der Weg schon in Richtung Utting. Nach den Feldwegen, die man bis hier bewandert hat, folgt man nun einem Teerweg, auf dem zumindest hin und wieder auch Autos fahren, in Richtung Utting.

Wenn man Gut Achselschwang hinter sich gelassen hat, führt der Weg bald hinab nach Utting.
Wenn man Gut Achselschwang hinter sich gelassen hat, führt der Weg bald hinab nach Utting.

Der Weg führt sacht hinab und eröffnet bald den Blick auf Utting und den Ammersee. In Utting schlagen wir uns entlang des Mühlbachs zum See hinab, jedoch bleibt uns das Ufer versperrt: Wie an so vielen Seen ist das Westufer des Ammersees zu sehr großen Teilen von Privatgrundstücken gesäumt, wir kommen nur an einer kleinen Badestelle vorbei, die jetzt im Winter sogar mit Hund betretbar ist (jedoch nicht in der Badesaison).

Wer sagt denn, dass man bei Minusgraden nicht zumindest ein kleines Pfotenbad einlegen kann? Mika im Mühlbach in Utting.
Wer sagt denn, dass man bei Minusgraden nicht zumindest ein kleines Pfotenbad einlegen kann? Mika im Mühlbach in Utting.

Weiter geht’s in Richtung „Alte Villa„: Wen jetzt noch der Hunger plagt, kann sich hier kulinarisch verwöhnen lassen. Bei wärmeren Temperaturen lockt vor allem der schöne Außenbereich gleich am See.

Der Rückweg in Richtung Schondorf verläuft parallel zum See, von dem man aber nicht sonderlich viel sieht. Dafür gibt es jede Menge imposante Häuser zu bestaunen. Orangenbaumblätter habe ich aber umsonst gesucht… 😉

Zurück in Schondorf schlagen wir uns durch die Ortschaft vorbei am Pfarramt wieder in Richtung St. Anna.

Ich bin vor längerer Zeit den Weg bereits einmal im Sommer gegangen: Das empfiehlt sich nur sehr bedingt zur Wiederholung, da auf dem Höhenweg längere Teile schattenlos sind und auch der Teerweg Richtung Utting im aufgeheizten Zustand nichts für Hundepfoten ist. Zudem herrscht auf dem Weg entlang des Sees im Sommer äußerst reger Betrieb, inklusive Fahrradverkehr – das macht dann nicht mal mit angeleintem Hund Spaß. Last but not least sind auch der Aussicht auf Badevergnügen im Ammersee Grenzen gesetzt, da, wie erwähnt, kaum Zugänge zum Wasser zu finden sind.

Bei unserer Schneetour hingegen haben wir kaum Menschen getroffen und konnten die Runde völlig entspannt zurücklegen. Schwierigkeiten gibt es auf der Tour keine, sie sollte auch wunderbar mit kleineren Kindern / Kinderwagen machbar sein.

Zum Abschluss eine Sauserunde: Schön, wenn man unter den wenigen Hunden, denen wir begegnet sind, auch noch einen passenden Spielpartner findet.
Zum Abschluss eine Sauserunde: Schön, wenn man unter den wenigen Hunden, denen wir begegnet sind, auch noch einen passenden Spielpartner findet.

Für die etwas über 13km langen Tour solltet ihr circa 3 Stunden einplanen. Wer verlängern möchte, kann den Höhenweg auch weiter bis nach Dießen gehen, wer verkürzen will, den bringt die Bahn (oder im Sommer auch: das Schiff) von Utting wieder nach Schondorf.

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

8 Comments

  1. Johannas Rudel Sagt Antworten

    Wow eine klasse Tour.
    Und Foto Nr.2 hat eine zauberhafte Strahlkraft.
    Aber auch die Landschaften und der See sehen so stimmungsvoll aus.Ich bekomme gerade hunger,hier ist Selbstbeköstigung angesagt,hm ;-).
    Liebe Grüße
    Johanna

    • Alexandra Sagt Antworten

      Danke für die lieben Worte, liebe Johanna :-)! Ich war in der letzten Zeit immer so unzufrieden mit meinen Fotos, aber jetzt habe ich mal wieder ein anderes Objektiv auf die Kamera gemacht (mein geliebtes 50er) und siehe da, zumindest dieses Bild finde ich auch ganz gut gelungen 😉 (bei den anderen muss ich zugeben, dass ich doch ein wenig mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen hatte 😀 ).

      Ich hoffe, das Essen hat gemundet 🙂

      Liebe Grüße
      Alexandra

  2. Chris Sagt Antworten

    Was für eine Tour, da werden meine Augen gaaanz groß. Bergauf, bergab, ein See, eine Badestelle und gaaanz viel Schnee. Hach, da wäre ich zu gerne mitgehopst, zumindest durch den Schnee, ansonsten wäre ich geflitzt. Und die Schneeflocken fallen überhaupt nicht auf, die geben dem gescheckten Hund sogar etwas toll Verwegenes. Wenn ich nicht selbst so schön wohnen würde, ich würde glatt neidisch werden.

    Wuff-Wuff dein Chris

    • Alexandra Sagt Antworten

      Lieber Chris, vielen Dank für dein tierisches Lob :-)! Zum Glück ist es im Thüringer Wald bei euch auch wunderschön (ich habe gespickt in deinem Blog 🙂 )! Hier in München ist es ja nicht ganz so idyllisch, aber zumindest haben wir es nicht weit bis zu den schönen Ausflugszielen im Umland :-). Und wenn du dein Frauchen gaaaaanz lieb anschaust, vielleicht kannst du sie ja auch mal zu einem Ausflug in diese Gegend überreden ;-).
      Liebe Grüße
      Alexandra

      • Chris Sagt Antworten

        Na, vielleicht kriege ich sie mal in Münchens Umland, aber in die Stadt selbst? Nee, sie hat doch Angst vor dem Fahren in Großstädten. Aber die Gegend würde mich schon reizen, mal sehen, ob ich sie überzeugen kann.

        Wuff-Wuff dein Chris

  3. Linkempfehlungen: Reisetipps auf anderen Hunde-Blogs - Urlaubstipps mit Hund Sagt Antworten

    […] Der Ammersee Höhenweg im Schnee Alexandra und Mika haben einen schneereichen Ausflug zum Höhenweg oberhalb des Ammersees im […]

  4. Leopold Ploner Sagt Antworten

    Sehr schön beschriebene Tour mit tollen Bildern. In Schondorf hättet ihr am See entlang noch bis zur Kirche St. Jakob weitergehen können. Hier sind die Gaststätten Seepost und Steghaus, beide mit schönen Terassen zum See auf denen man die Tour gut ausklingen lassen kann.

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