Zwischen 50.000 und 70.000 Menschen sterben jedes Jahr an Tollwut. Dabei ließe sich diese Zahl ganz einfach reduzieren: durch Tollwut-Impfungen! Besonders betroffen sind dabei Entwicklungsländer wie in Afrika und Asien, etwa Indien oder die Philippinen. Jedes Jahr am 28. September veranstaltet die Global Alliance for Rabies Control (GARC) den Welt-Tollwut-Tag / World Rabies Day, um für dieses Thema zu sensibilisieren.

Me and My Dog #TogetherAgainstRabies
Me and My Dog #TogetherAgainstRabies
In diesem Jahr stehen Hunde im Fokus der Kampagne zum Welt-Tollwut-Tag. Hunde sind nach wie vor die häufigsten Überträger der tödlichen Krankheit. Bis zu 99% der Infektionen gehen auf Hunde zurück. Da wundert es wenig, dass Hunde auch häufig das Ziel von Angriffen werden: Die Angst vor einer Infektion führt leider zu manch „Hexenjagd“, der viele Straßenhunde zum Opfer fallen. Und auch hier wäre die Lösung einfach und humaner zu erreichen – durch Kastrations- und Impfaktionen. Doch diese sind bekanntlich kostspielig. Die mit der World Rabies Day-Kampagne von GARC verbundene Spendenaktion geht in diesem Jahr folgerichtig an ein Impfprojekt auf den Philippinen.

Außer um Spenden wirbt die diesjährige World Rabies Day-Kampagne „Me & My Dog #TogetherAgainstRabies“ natürlich um Aufmerksamkeit für das Thema. Und dabei kann jeder mithelfen: So ruft GARC dazu auf, Selfies von euch und eurem Hund auf der Kampagnenseite, auf Facebook oder Twitter mit dem Hashtag #TogetherAgainstRabies zu posten mit .

In Deutschland ist Tollwut dank flächendeckender Impfköderaktionen bei Wildtieren und gewissenhafter Impfung von Haustieren so gut wie ausgerottet. Ansteckungen von Menschen sind selten geworden. Die größte Gefahr geht derzeit nicht mehr von Füchsen oder Hunden, sondern von Fledermäusen aus. Die Fledermaustollwut ist in ganz Europa verbreitet. Ansteckungsgefahr geht sowohl von lebenden als auch von toten Tieren aus. Hier solltet ihr also besonders vorsichtig sein und etwa verletzte Fledermäuse nicht ohne Schutz (z.B. durch dicke Handschuhe) anfassen.

Nicht zuletzt die Krankheitsübertragung durch Fledermäuse ist ein Grund, seinen Hund weiterhin gegen Tollwut impfen zu lassen. Die Krankheit kann aber auch durch aus dem Ausland mitgebrachte, ungeimpfte Tiere eingeschleppt werden. Da die Inkubationszeit in der Regel zwischen zwei Wochen zehn Wochen beträgt, aber durchaus auch erst nach einem Jahr (!) ausbrechen kann, sind Tiere ohne Impfschutz aus dem Ausland, vielleicht sogar noch aus häufiger von Tollwut betroffenen Gebieten etwa auf dem Balkan, besonders heikel. Achtet hier bitte darauf, nur Tiere aus seriösen Tierschutz-Organisationen zu übernehmen – natürlich nicht nur wegen der Tollwutgefahr!

Und damit Deutschland weiterhin als tollwutfrei gilt, muss eben auch weiterhin auf eine gute Impfprävention geachtet werden – gegen den Trend der „Impfmüdigkeit“. Natürlich plädiere ich nicht für kopfloses Impfen gegen alles, was geht. Bei jeder Impfung sollte abgewogen werden, was der Nutzen ist im Verhältnis zum Risiko. Und selbstverständlich sollte der individuelle Gesundheitszustand eures Hundes dabei beachtet werden. Aber mit Tollwut ist einfach nicht zu spaßen.

Für Haustiere empfehlen sich 3-Jahres-Impfungen. Sprecht am besten euren Tierarzt direkt darauf an, damit dieser den passenden Impfstoff einsetzt (manche Praxen haben diese nicht vorrätig, sondern nur die 2-Jahres-Varianten(. Übrigens können sich auch Menschen gegen Tollwut impfen lassen. Dies ist vor allem dann empfehlenswert, wenn man viel in gefährdete Gebiete reist. Beim Friedrich-Löffler-Institut gibt es dynamische Karten, auf denen euch ansehen könnt, welche Länder und Gebiete in Europa besonders von Tollwut betroffen sind. Hier habe ich euch mal eine Übersicht zu den registrierte Fällen in 2013 erstellt:

RABIES_DataBase_Map
RABIES_DataBase_Legend_Points_WithCaseCount

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

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