Wo sind die hundefreundlichen Vermieter?

Der Münchner Wohnungsmarktwahnsinn: Als ich vor über 10 Jahren hierher zog, war das echt abschreckend für mich und ich habe mir die wildesten Horrorszenarien ausgemalt. Schließlich war es aber doch ganz einfach: ein ausgebautes Dachgeschoss mit kleiner Küche und eigenem Bad zur (absolut bezahlbaren) Untermiete gefunden und das Ganze per Telefon fix gemacht. Ok, schon etwas gewagt, so ohne Besichtigung vorher, aber dafür total entspannt.

Ein paar wenige Umzüge später und um einen vierbeinigen Mitbewohner reicher, noch dazu in einem (nach kurzfristiger Besserung mittlerweile wieder) völlig angespannten Immobilienmarkt, schiele ich jetzt schon einige Zeit nach einer neuen Wohnstätte. Das Hauptanliegen dabei: ein Garten muss her! Natürlich soll das Ganze möglichst nah an der Stadt sein, mindestens mit S-Bahn-Anschluss, unbedingt im Westen / Südwesten gelegen. Idealerweise 3-4 Zimmer. Der Traum wäre natürlich ein klitzekleines, schnuckeliges, freistehendes Häuschen. Und bezahlbar muss es sein.

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Jeder, der in München schon mal nach einer passenden Wohnimmobiliegesucht hat, weiß, wie utopisch sich das schon liest. Vor allem der Punkt „bezahlbar“. Da muss man schon ganz schön weit rausziehen…
Trotzdem tauchen immer mal wieder Objekte in meinem Suchagenten auf, die sich gut lesen: bezahlbar, ausreichend groß, netter Garten, ländlich gelegen, aber immerhin noch so gut angebunden, dass man zumindest mit dem Auto schnell in der Stadt ist (jaaa, man muss eben Abstriche machen). Dann leckt man Blut und liest weiter und siehe da: Selbst wenn in den Basisangaben bei „Haustierhaltung“ noch „Nach Vereinbarung“ angegeben ist (was ja meist schon nicht mal mehr der Fall ist), lese ich immer häufiger Sätze wie „Ihre Katze darf mit einziehen, Hunde sind nicht willkommen.“ oder „Die Mieterschaft des Objekts hat gemeinschaftlich beschlossen, dass Hundehaltung nicht erlaubt ist.“ Bam!

Ich sage ja nicht, dass es Unmöglich ist, etwas zu finden. Immerhin lebe ich ja jetzt auch in einer Mietwohnung mit Hund. Allerdings habe ich da auch wirklich Glück gehabt: Neue Mieter haben auch in unserem Haus keine Chance mehr, mit Hund einzuziehen (aber, hey, Katzen sind wohl weiterhin erlaubt)!

Und tatsächlich trügt mich mein Eindruck nicht, dass es unglaublich schwierig ist in München ein passendes Mietobjekt mit Hund zu finden: Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp AG hat sich einmal die Mühe gemacht und Immobilienangebote für fünf deutsche Großstädte auf den Internetportalen Immobilienscout24, immonet und immowelt in Bezug auf Haustierhaltung ausgewertet. Und siehe da: Am schlechtesten (aus Haustierhaltersicht) schnitt dabei München ab!

Lediglich bei vier Prozent des Angebotes in München ist die Haustierhaltung als „erlaubt“ angegeben. Ich vermute mal, dass sich darunter auch noch ein paar „… aber nicht für Hunde!“-Angebote befinden. Und man kann sich ja vage ausmalen, wie viele Interessenten bei rund 45000 Hunden in Stadt und Landkreis für die 4 % der angebotenen Objekte zusammenkommen…
Alle Infos zu der Interhyp-Untersuchung findet ihr übrigens hier.

Was kann man tun? Doch kaufen? Den Makler oder Vermieter bestechen? Den Hund immer heimlich rein- und rausschmuggeln?
Ich würde gerne einmal an die Vermieter appellieren (und zwar doppelt an diejenigen, die freistehende Häuser vermieten, denn hier gibt es ja noch nicht einmal Wand-an-Wand-lebende Nachbarn, die sich durch etwaiges Bellen oder das ein oder andere Hundehaar im Treppenhaus gestört fühlen könnten): Denkt doch noch einmal über eure Entscheidung nach, Hundehalter kategorisch auszuschließen, und tragt stattdessen vielleicht ein bisschen dazu bei, dass München weiterhin als hundefreundliche Stadt gilt!

Möglicherweise wird euch nämlich der ein oder andere Hundehalter als toller Mieter mit vierbeiniger Verstärkung überraschen:

  • Hundehalter sind selten „Mietnomaden“ und suchen häufig einen langfristigen Wohnraum für sich und ihren Vierbeiner
  • Nicht alle Hunde sind Dauerkläffer – und außerdem sollte ein bisschen bellende Einbrecherverschreckung doch gerade in abseits gelegenen Häusern ganz in Ordnung sein?
  • Hunde sind auch keine Vandalen, die eure Fensterscheiben einschmeißen, Hauswände abreißen oder Briefkästen anzünden – im schlimmsten Fall zerkauen sie Frauchens Schuh oder knabbern mal das Tischbein an, aber das sollte euch nicht kümmern
  • Ein Hund kann ein guter Kommunikationsanlass für die Mieter untereinander sein und so zu einem besseren Miteinander beitragen
  • … und die meisten Hundehalter-Mieter können sich sicherlich auch damit arrangieren, etwas häufiger mit Besen, Staubsauger oder Feudel durch den Hausflur zu gehen, wenn dies das einzige Bedenken ist

Fallen euch noch Argumente Pro tierische Mieter ein? Dann immer gerne her damit :-)!

3 Antworten auf „Wo sind die hundefreundlichen Vermieter?“

    1. Hallo Adrian,

      ja, wir sind zwischenzeitlich umgezogen – wenn auch nicht in unser Traum-Wohn-Szenario ;-). Haus-WG habe ich auch schon drüber nachgedacht, aber da muss man ja auch erst mal etwas Passendes finden… 🙂

      Liebe Grüße
      Alexandra

      1. Meine Frau und ich ziehen demnächst von Chile nach Deutschland. Hier haben wir einen Hündin und eine Katze. Wir suchen auch etwas für unseren kleinen Zoo. Im Münchner Umland gibt es schöne Häuser, die man zu dritt oder zu viert gut mieten könnte. Kosten ungefähr das gleiche wie eine drei Zimmerwohnung in der Innenstadt 🙂 Wenn ich im März vorfliege werde ich mich mal umschauen. Eventuell können wir was zusammen finden….meine mail ist adrianpaulus@hotmail.de können ja Kontakt halten! Grüsse aus Chile 🙂

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