Am Tag der Deutschen Einheit haben wir uns bei Kaiserwetter aufgemacht, um auf kaiserlichen Spuren zu wandern: In Possenhofen am Starnberger See fühlte sich schließlich schon Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sissi, pudelwohl!

Vom Bahnhof in Possenhofen, auf dessen Vorplatz man die brandneue Bronzestatue von Sissi bewundern kann, geht es dann auch gleich auf den Elisabethweg, dem wir auf der ganzen Tour grob gefolgt sind. Auf dem Weg zum See kommt man gleich an den ersten Highlights vorbei: die Fischmeister-Kapelle und das Schloss Possenhofen, in dem Sissi ihre Kindheit verbrachte. Als Hundemensch ist man ja daran gewöhnt, kulturell interessante Gebäude nur von außen zu bewundern, daher machte es auch nichts, dass das Schloss nicht besichtigt werden kann. Also nur schnell die Kamera gezückt, geknipst und weiter ging’s – schließlich wollte Mika auch endlich zu seinem erhofften Bad im Starnberger See kommen!

Man muss ja nicht überall seine Nase reinstecken: Schloss Possenhofen
Man muss ja nicht überall seine Nase reinstecken: Schloss Possenhofen

Der See hat sich dann auch passend zum Feiertag von seiner allerschönsten Sonnenseite gezeigt. Glitzerwellen, jede Menge Segelboote und eine wunderschöne Aussicht auf die Berge! Mika, der Seehund, nutzte die günstigen Wetterverhältnisse natürlich sofort für ein kühles Bad – auch wenn der Wellengang des Sees zuerst ein kleines bisschen unheimlich war.

Was gibt es schöneres als ein erfrischendes Bad im Starnberger See? Wenn man Mika fragt, nicht viel...
Was gibt es Schöneres als ein erfrischendes Bad im Starnberger See? Wenn man Mika fragt, nicht viel…

Ab jetzt geht es auf dem Hauptuferweg, meist tatsächlich in direkter Seenähe (nur unterbrochen von dem ein oder anderen Jachthafen, den man umgehen muss), südwärts in Richtung Roseninsel / Feldafing. Abgesehen von kleinen Badeeinheiten für den Hund im See, ist es hier empfehlenswert, den Hund an der Leine zu lassen, da die Strecke stark frequentiert ist. Auch die Parkordnung verbietet meines Wissens nach das Freilaufenlassen von Hunden, was allerdings viele Spaziergänger mit Hund nicht besonders zu stören scheint.

Gleich nach dem Yachthafen Goetzke wartet das Forsthaus am See
Gleich nach dem Yachthafen Goetzke wartet das Forsthaus am See

Im „Forsthaus am See“ kurz vor dem Strandbad Feldafing kann man bei schönem Wetter wunderbar eine Rast im Biergarten machen, die Segler auf dem See beobachten und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Ein schöner Flecken, aber auch immer sehr gut besucht, gerade an Tagen wie diesem, sodass wir lieber weiterzogen.

Ein traumhafter Tag am Starnberger See...
Ein traumhafter Tag am Starnberger See…
... aber für unseren Geschmack war etwas zu viel los
… aber für unseren Geschmack war etwas zu viel los

Also weiter am See entlang zur Roseninsel. Auch hier gilt: Als Hundehalter leider nur von Ferne zu betrachten, denn Hunde sind auf der Insel nicht erlaubt. Wer ohne Hund unterwegs ist, kann aber von Mai bis Mitte Oktober mit der Fähre übersetzen und die Blumenpracht bewundern.

Wasservogelschwarm vor der Roseninsel
Wasservogelschwarm vor der Roseninsel

Ein Stückchen weiter in Richtung Tutzing haben uns unsere Füße noch getragen, dann haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Da das ursprüngliche Ziel die Wolfschlucht war, haben wir uns erst einmal durch den Feldafinger Golfplatz westwärts Richtung Tutzinger Straße durchgeschlagen. Von oben hat man noch einmal einen schönen Blick über den See. Nach einem kurzen Stück die Tutzinger Straße entlang, biegen wir links in die Bahnhofstraße, von der wir nach rechts in den Dr.-Hans-Appel-Weg / Schluchtweg abzweigen.

Blick über den Starnberger See und den Golfplatz Feldafing
Blick über den Starnberger See und den Golfplatz Feldafing

Wir halten uns auf dem Schluchtweg links und gelangen auf einen Fußweg, der sich hinunter in die Wolfschlucht zum Starzenbach schlängelt. Über eine kleine Brücke geht es jetzt in die Schluchtweg, ein breiter, geschotterter Waldweg, der unproblematisch zu gehen ist. Hier kann der Hund dann auch endlich wieder von der Leine! Mika hat das natürlich gleich für eine neuerliche Abkühlung genutzt und munter den Starzenbach erkundet. Für interessierte Zweibeiner gibt es auf dem Weg allerlei Wissenswertes auf einem Wald- und Naturlehrpfad zu entdecken.

Mika in der Starzenbachschlucht
Mika in der Starzenbachschlucht

Der Weg durch den Wald entlang des Starzenbachs war ruhig und erholsam nach dem „wimmeligen“ Uferweg am Starnberger See – aber fast schon etwas zu kurz. Da im Herbst die Tage aber ja sowieso nicht mehr so lang sind, hat es sich gut getroffen, dass wir kurz darauf schon wieder auf dem Weg zum Bahnhof Possenhofen ankamen.

Fazit: Normalerweise trifft man uns am Starnberger See nicht so häufig, schon gar nicht an Feiertagen bei schönem Wetter. Das hat den einfachen Grund, dass an solchen Tagen halb München sowie eine ganze Menge Touristen am Ufer des Starnberger Sees flanieren. Mangels getrenntem Fahrradweg teilt man sich die Strecke zudem noch mit Bikern aller Art. Da aber die Wiesn-Zeit noch in vollem Gange ist, sind wir davon ausgegangen, dass sich halb München sowie eine ganze Menge Touristen eher auf der Theresienwiese aufhalten. Das traf leider nicht ganz zu, sodass die Strecke am Ufer entlang nicht ganz so entspannt wie erhofft war. Der tolle Blick auf den Starnberger See und die Alpen sowie der ruhige Weg durch die Wolfschlucht machten das aber wett.

Die Runde ist mit ca. 8 km, die wir in ca. 2,5 Stunden zurückgelegt haben, nicht besonders lang und auch für Kinder prima zu gehen, alle Wege sind sehr gut ausgebaut. Für einen gemütlichen Familienspaziergang also durchaus empfehlenswert, mit Hund immer mit der Einschränkung, dass man nicht bedenkenlos das Kommando „Leinen los!“ geben kann.

Die Karte zur Tour:

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

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