Vergangene Woche tagte der Münchner Bezirksausschuss 19 (Thalkirchen – Obersendling – Forstenried – Fürstenried – Solln). Auf der Tagesordnung stand dabei auch ein Antrag eines Mitglieds der SPD-Fraktion: Diskutiert werden sollte eine Leinenpflicht für Hunde in den Isarauen – so zumindest drang das Thema nach außen und verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Münchner Hundehaltern. Von denen waren dann auch einige bereit, als am Dienstagabend die Sitzung stattfand: Sie kamen dem Aufruf nach, sich in die Diskussion einzubringen, der über soziale Netzwerke und per Aushang in den Isarauen verbreitet wurde.

Damit hatte der Ausschuss möglicherweise nicht gerechnet. Die Diskussionen um die vorgeschlagenen Maßnahmen waren dementsprechend kontrovers und emotional: Die Aussagen von ob der Aussicht auf weitere Einschränkungen verärgerter bis aufgebrachte Hundebesitzer (einige kritische Hundehalter fanden sich übrigens auch unter den Politikern) standen den Beschwerden von Nicht-Hundehaltern gegenüber. Es klärte sich zumindest, dass es bei dem Antrag nicht um eine generelle Leinenpflicht an der Isar gehen soll, sondern darum, einen einzelnen Weg zwischen Thalkirchen und Stadtgrenze mit Leinenpflicht zu belegen, um beispielsweise Joggern und Radfahrern einen ‚freien Weg‘ zu garantieren. Zur Debatte steht dabei der Dammweg.

Aller kritischen Stimmen gegenüber diesem Antrag zum Trotz wurde er schließlich mehrheitlich angenommen. Das bedeutet nun erst einmal, dass die Einführung der Leinenpflicht auf dem Dammweg ‚geprüft‘ wird. Dann wird das Thema an den Stadtrat übergeben, der darüber zu entscheiden hat.

Es besteht also noch kein Grund zur Panik! Dennoch: Auch wenn die meisten Hundehalter wegen der vielen (zum Teil wirklich rücksichtslosen) Radfahrer den Damm sowieso meiden wie der Teufel das Weihwasser und von daher mit einer Leinenpflicht dort im Alltag wenig Probleme haben werden, halten wir die Ausweitung der Leinenpflicht-Gebiete für bedenklich. Das Beispiel könnte in anderen Stadtbezirken Schule machen, sodass letztlich die Freilaufflächen immer kleiner und abgelegener werden. So ist etwa im Zuge der Sanierung auch im Englischen Garten jetzt wieder die Durchsetzung der (schon lange bestehenden, aber in der Umsetzung ‚ignorierten) Leinenpflicht in der Diskussion.

Unser Appell lautet daher an alle Hundebesitzer: Bitte beachtet bestehende Regeln und versucht euer Bestes, Konflikte zu vermeiden und euch rücksichtsvoll zu verhalten! Ein tolerantes Miteinander ist immer eine Verpflichtung für beide Seiten oder anders gesagt: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Natürlich kann man nicht in jeder Situation alles kontrollieren, sowohl ihr als auch eure Hunde sind ja Lebewesen und keine Maschinen, aber ein wenig vorausschauendes Verhalten kann helfen, Ärger zu vermeiden. Und je weniger Ärger mit unseren Mitmenschen es gibt, desto mehr Freiheiten bleiben uns und unseren Vierbeinern im besten Falle erhalten!

Und hier kommt wie immer die Übersicht der Termine in München.

Workshops:

  • Mantrailing Schnupperworkshop
  • Gegenstandssuche Turniervorbereitungs-Workshop
  • Clickertraining – Einführung
  • Scent Hurdle Racing Turniervorbereitungs-Workshop
  • Tricktraining
  • Kinderseminar für Kinder ab 6 Jahren

Seminare und Vorträge:

  • Was tu ich nur mit diesem Hund
  • Therapiehunde-Team-Ausbildung
Feste:
  • Sommerfest im Tierheim Riem

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

4 Comments

  1. ba-mitglied Sagt Antworten

    vielleicht sollten Sie in Ihrem Bericht noch erwähnen, dass sich die Hundehalter in der Sitzung so aufgeführt haben, wie ich es in 11 Jahren (!!!) noch nie erlebt habe und so für eine 2/3 Mehrheit für den Leinenzwang selbst sorgten.
    und was sind bitte rücksichtslose Radfahrer auf dem Isardamm? Etwa solche, die nicht bei jedem Hund bremsen wollen, sondern einfach nur vorankommen wollen mit ihrem Verkehrsmittel Rad (30% aller Haushalte in München besitzen inzwischen überhaupt kein Auto mehr…)

    • Alexandra Sagt Antworten

      Liebes BA-Mitglied,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Wie Sie meinem Artikel entnehmen können, plädiere ich deutlich für die Einhaltung von Regeln sowie rücksichtsvolles Verhalten seitens der Hundehalter – denn mir ist durchaus bewusst, dass sich auch in dieser Gruppe zum Teil rücksichtslose Individuen finden lassen, was man allerdings nicht den Hunden zum Vorwurf machen kann, denn diese suchen sich ihre Menschen ja nun einmal nicht selber aus.

      Ich finde es schade, dass die Diskussion im BA so eskaliert ist. Es ist ein hochemotionales Thema für uns Hundehalter, und sicher habe nicht nur ich den Eindruck, dass sich die Fronten gegenüber den Hundemenschen derzeit „verhärten“, was bei dem ein oder anderen zu erhitzten Gemütern führt. Das soll keine Entschuldigung sein für das „überhitzte“ Verhalten einzelner. Doch bin ich der Meinung, dass der BA sich von diesem Verhalten nicht maßgeblich in seiner Entscheidung beeinflussen lassen sollte, sondern eben die Sachargumente abwägen. Ich gehe davon aus, dass die Mitglieder des BA das nach ihrem besten Wissen und Gewissen getan und sich in ihrer Entscheidung nicht von negativen Gefühlen gegenüber anwesenden Bürgern haben leiten lassen.

      Mein Hinweis auf die zum Teil (!) rücksichtslosen Radfahrer (es gibt nämlich durchaus auch solche, die sehr rücksichtsvoll sind) gilt übrigens keineswegs nur für Situationen mit Hund, sondern schließt ebenso mein Erleben als Mensch mit ein – auch wenn ich ohne Hund draußen unterwegs bin (und da ich zu den 30% ohne Auto gehöre, bewege ich mich recht häufig zu Fuß). Möglicherweise ist der Isardamm auch nicht der eklatanteste „Brennpunkt“, was negative Erlebnisse in der Beziehung angeht. Aber manch einem Radler würde ein Stück mehr Achtsamkeit gegenüber seinen Mitmenschen gut tun. Und schließlich soll der Weg dort ja nicht „fußgängerfrei“ werden, wenn ich es richtig verstehe, sodass die Radler auch weiterhin nicht darum herumkommen werden, ab und an die Bremse zu betätigen.

      Um es noch einmal deutlich zu sagen: Mir ist bewusst, dass Rücksichtnahme eine gegenseitige Sache sein sollte, das heißt, ich sehe da alle Parteien „in der Pflicht“ und wünsche mir, dass ein entspanntes Miteinander möglich ist.

  2. Josef Sagt Antworten

    Warum kümmern die Hundebesitzer sich untereinander nicht darum, dass der alle den Kot wegmachen oder dass nicht gebuddelt wird etc? Ich sehe nie Hundebesitzer die andere auf solche Problematiken ansprechen. So werden die Probleme nie gelöst werden.

    • Alexandra Sagt Antworten

      … um eine provokante Gegenfrage zu stellen: Warum kümmern sich Nicht-Hundebesitzer untereinander nicht darum, dass niemand seine Bierflaschen an der Isar zerdeppert und jeder seinen Müll in den Mülleimer entsorgt?

      Generell finde ich es aber einen guten Ansatz und Vorschlag, als (verantwortungsbewusster) Hundehalter andere Hundehalter darauf aufmerksam zu machen, was sich gehört – wie eben den Hundekot einzusammeln! Sicher gibt es auch schon ein paar achtsame Hundehalter, die das tun, so wie es natürlich auch achtsame Mitmenschen gibt, die andere darauf hinweisen, dass Müll und Glasscherben nichts am Isarufer (oder sonstwo in der Natur) zu suchen haben – ganz unabhängig davon, ob mit oder ohne Hund. Und sicher ist das noch ausbaufähig – ich nehme mir jedenfalls vor, das auch in die Tat umzusetzen!

Antwort hinterlassen