Der Hund ist der beste Freund des Menschen, das weiß jedes Kind. Und Kinderbuchmacher wissen sich die Faszination, die von den schnüffelnden Vierbeinern ausgeht, zu Nutze zu machen: So weit das Auge reicht, tummeln sich Hunde in Kinder- und Bilderbüchern.

Welches Kind wünscht sich nicht irgendwann einmal ein Haustier. Bei den meisten stehen dabei Hunde ganz oben auf der Wunschliste. Und so gibt es zahlreiche Kinderbücher, die den jungen Hundefan beziehungsweise den potentiellen Hundehalter mit Sachinformationen versorgen, etwa „Der Hund“ von Claudia Toll und Ilka Sokolowski. Wer es aber lieber etwas verspielter und weniger sachlich mag, dem sei das „Hunde-WARUM?“ von Lila Prap empfohlen. Dieses Sach- und Spaßbuch ist ein humorvoll und ansprechend gestalteter Einstieg in die Welt der Hunde und Hunderassen.

Das Who’s Who der Hunderassen

Mit sprühendem Sprachwitz setzt sich das Künstlerpaar Ernst Kahl und Eva Muggenthaler in seinem Bilderbuch „Papa, ich will einen Hund!“ mit den unterschiedlichen Hunderassen und deren Eigenarten auseinander. „Papa, ich will einen Hund!/Du kriegst einen Zierfisch, und Ruhe ist am Biertisch.“ Mit diesen Sätzen nimmt das fröhliche und nicht ganz ernst zunehmende Reimspiel seinen Lauf: „Der Labrador steht hinterm Tor. Der Shibainu pupst und macht die Augen zu.“ Mit liebevoller Hingabe porträtiert Muggenthaler in unterschiedlichsten Zeichen- und Malstilen bekannte und weniger bekannte Hunderassen. „Flecken ziern den Dalmatiner. Fässer schleppt der Bernadiner. Er ist bekannt als Lebensretter. Trends der Mode setzt der Setter.“ Die Hunde, die Muggenthaler zu den Versen malt, sind ein absoluter Augenschmaus für Hundeliebhaber. Und wer jetzt wissen will, ob das Mädchen am Ende einen Hund oder doch einen Zierfisch von seinem Papa bekommt, darf gespannt sein.

Der Hund als Held

Abgesehen von Büchern, die auf informative oder witzige Weise (Fakten-)Wissen über die geliebten Fellnasen vermitteln wollen, gibt es eine große Anzahl Kinder- und Bilderbücher mit tierischen Protagonisten. Hunde haben – und das wissen wir nicht erst seit Lassie – das Zeug zum Helden. Sie sind dank ihrer Spürnasen perfekte Detektive, sind Retter in der Not, geben ihren kindlichen Freunden und Begleiterinnen Kraft, Selbstbewusstsein und Mut. Nicht zu vergessen jene Bücher, die sich mit der kindlichen Angst vor Hunden (und deren Überwindung) beschäftigen. So auch das Wendebuch von Gudrun Likar und Manuela Olten „Keine Angst vor gar nichts“. Hier wird die Angst von zwei Standpunkten aus beleuchtet: Auf der einen Seite steht der Junge, der sich vor Hunden fürchtet. Auf der anderen der Hund, dem Jungs schreckliche Angst machen. Unterhaltsam und charmant erzählen Wort und Bild von der gegenseitigen Annäherung und davon, dass es gut tut, seine Vorurteile in Frage zu stellen: Wer seine Angst überwindet, wird belohnt.

Wie Hund und Katz

Schreiben Mutmachbücher wie „Keine Angst vor gar nichts“ gegen das Vorurteil vom bösen Hund an, spielen Bücher wie „Hund & Hase“ (Rotraut Susanne Berner), „Hund & Katze“ (Constanze Spengler) oder das in diesem Frühjahr erschienene „Saß ein Ungeheuer auf dem Dach“ mit dem Klischee, dass sich bestimmte Tierpaare einfach nicht verstehen (können).

Bei Spengler streiten Hund und Katze zwar nicht, dennoch wird gleich auf der ersten Doppelseite klar: Die beiden haben nicht viel gemeinsam. „Der Hund mag Streifen. Die Katze mag Punkte.” Doppelseite für Doppelseite werden nach diesem Schema in liebevoll verschmitzten Bildern und mit wohltuendem Augenzwinkern Eigenarten von Hund und Katze aufgegriffen. Dabei wird gezeigt, dass sich Gegensätze auch anziehen können.

Dorothea Lachner und Stefanie Harjes gehen in ihrem Bilderbuch „Saß ein Ungeheuer auf dem Dach“ noch einen großen Schritt weiter. Hier streiten Hund und Katz verbittert miteinander: Der Hund knurrt und kläfft die Katze an, die Katze zerkratzt die Schnauze des Hundes. Keiner kann es dem anderen Recht machen, die beiden sind sich spinnefeind – und mit jeder Auseinandersetzung wächst das schwarze Ungeheuer auf dem Dach des gemeinsamen Hauses. Die bedrohte Freundschaft von Hund und Katz findet in ihm seine düstere und bedrohliche Visualisierung. Erst, als sich die beiden wieder vertragen, verschwindet auch das Ungeheuer vom Dach. So macht dieses Buch deutlich, dass sich Streiten einfach nicht lohnt und dass eine friedliche Versöhnung und ein harmonisches Miteinander definitiv die bessere Wahl sind. Und so viel steht am Ende fest: Hunde sind wirklich gute Freunde, die ihr Lesepublikum durch Dick und Dünn des Bücherwalds begleiten.

Lila Prap
Das Hunde-WARUM*
Bajazzo, 2011
ISBN: 978-3-905871-25-8
40 Seiten, Hardcover
14,90 Euro (D)

Ernst Kahl
Papa, ich will einen Hund!*
Illustriert von Eva Muggenthaler
Kein & Aber, 2008
ISBN: 978-3-0369-5251-2
96 Seiten, Hardcover
16,90 Euro (D)

Gudrun Likar
Keine Angst vor gar nichts*
Illustriert von Manuela Olten
Tulipan, 2009
ISBN:978-3-939944-26-3
32 Seiten, Hardcover
12,90 Euro (D)

Rotraut Susanne Berner
Hund & Hase*
Jacoby & Stuart, 2009
ISBN: 978-3-941087-42-2
80 Seiten, Hardcover
14,95 Euro (D)

Dorothea Lachner
Saß ein Ungeheuer auf dem Dach*
Nilpferd in Residenz, 2011
ISBN: 9783701720804
32 Seiten, Hardcover
14,90 Euro (D)

Constanze Spengler
Hund und Katze*
Hinstorff, 2010
ISBN:  978-3-356-01357-3
32 Seiten, Hardcover
12,90 Euro (D)

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