Isarhunde-Adventskalender Türchen 20: Tierphysiotherapie Ina Planer

Wellness und Massagen für Hunde? Das ist nicht nur etwas für verwöhnte Vierbeiner, sondern tut Jederhund gut. Wie’s richtig geht, erfahrt ihr heute von Tierphysiotherapeutin Ina Planer!

Wohltuende Massage für unsere Vierbeiner – Besitzer lernen für ihre Tiere

Eine gute Massage baut Vertrauen auf und wirkt beruhigend zugleich. Jeder, der schon einmal gut massiert wurde, weiß das und lässt sich gern wieder massieren.

Wenn die Massage beim Tier dann noch vom Besitzer durchgeführt wird, genießen die Tiere die sicheren Hände von Herrchen oder Frauchen.

Eine Massage darf dem Tier niemals wehtun! Der so genannte Wohlschmerz darf sein, aber niemals eine Grenze überschreiten.

Mit Übung und mit der Zeit kann jeder ein Händchen und das Gefühl für eine richtig dosierte Massage bekommen.

Eine Massage lockert verspannte und verkrampfte Muskeln. Sie kräftigt schwache Muskeln und wirkt dabei schmerzlindernd. Sie stimuliert Nerven und regt den Kreislauf an.

Mit kräftigen, trainierten Händen massiert es sich leichter.

Bei Entzündungen, Geschwüren, Knochenbrüchen, Fieber, Krebs und Herzschwäche darf nicht massiert werden.

Ihre Hände sind Ihr wichtigstes Massageinstrument.

Nur wenn Ihre Hände kräftig genug sind, wenn Sie die Massage nicht anstrengt, macht sie auch Spaß.

Um die Geschicklichkeit beider Hände zu üben, beziehen Sie Ihre inaktivere Hand mehr in den Alltag ein (machen Sie als Rechtshänder mehr mit links, wie Zähneputzen, Hundefutterdosen öffnen etc.).

Setzen Sie sich nie unter Zeitdruck. Sind Sie nicht entspannt, wird es Ihr Tier auch nicht sein und auch während der Massage nicht werden.

  • Arbeiten Sie anfangs mit der Druckskala 1 – 10
  • 1 = ganz leichte Berührung, die man gerade mal spürt
  • 3 = normale Berührung, wenn man die Hand einfach auflegt
  • 5 = deutlicher Druck ohne jeglichen Schmerz
  • 7 = deutlicher Druck mit leichtem Schmerz = Wohlschmerz
  • 9 = Schmerz
  • 10 = unerträglicher Schmerz
  • mit 9 + 10 wird nie gearbeitet
Die Streichung wird zu Beginn und am Ende der Massage angewendet.

Probieren Sie die Skala an sich aus – mehrfach, um ein Gefühl für den Druck zu bekommen.

Probieren Sie es danach an anderen Menschen aus. Diese können sich äußern, was Wohlbefinden, unangenehme Gefühle oder Schmerz angeht.

Die Streichung wird immer zu Beginn und zum Ende einer Massage eingesetzt, denn sie ähnelt dem Streicheln, dient als Kontaktaufnahme.

  • Die Hand bleibt während der Massage stets am Tier.
  • Man kann mit der flachen Hand streichen
  • Finger flach auf die Haut auflegen, leichten Druck ausüben und die Muskulatur und Haut vor den Fingern herschieben
  • Streichungen erfolgen mal mit dem, mal gegen den Haarstrich
  • Nur zum Abschluss werden die Pfoten von unten nach oben massiert, um venöse Stauungen zu vermeiden
  • Druckstärke 3 – 5, also eine normale Berührung bis deutlicher Druck ohne Schmerz
Knetungen wirken durchblutungsfördernd, anregend auf den Stoffwechsel, lösen Schlacken und fördern deren Abtransport.
  • Die Knetung erfolgt immer nach der Streichung.
  • Knetungen wirken durchblutungsfördernd, anregend auf den Stoffwechsel, lösen Schlacken und fördern deren Abtransport.
  • Bei der Daumenknetung liegen beide Daumen mit ihren Kuppen nebeneinander und führen halbkreisförmige Bewegungen mit Druck nach außen und auf die darunter liegenden Knochen aus
  • Die Daumen können einzeln, aber auch abwechselnd arbeiten
Bei der Walkung soviel Haut wie nur möglich mit der Arbeitshand gefasst und dann mit den Fingern Richtung Handballen gezogen.
  • Bei der Walkung wird mit den flachen Händen gearbeitet
  • Beide Hände werden aufgelegt, obwohl nur mit einer Hand gearbeitet wird
  • Sie versuchen mit Ihrer Arbeitshand soviel Haut wie nur möglich zu fassen und ziehen sie dann mit den Fingern Richtung Handballen
  • Anschließend drücken Sie kräftig mit dem Daumen und dem Handballen Richtung Finger
  • Druckstärke 4 – 6, also wieder eine festere Berührung bis deutlichem Druck mit ab und zu Wohlschmerz
  • Achtung! Niemals starke Knetungen im Nierenbereich, sonst kann man Nierenschmerzen hervorrufen

Als Letztes möchte ich eine recht einfache Massagetechnik ansprechen, die Bürstenmassage.

Für die Bürstenmassage kann eine Pferde- oder auch eine Gemüsebürste verwendet werden.

Benutzen Sie z.B. eine Wurzelbürste für Pferde oder eine Waschbürste für Gemüse und bürsten Sie damit Ihr Tier. Trotzdem sollten Sie auf Größe, Empfindsamkeit und auch Fellbeschaffenheit Ihres Tieres achten. Einen Bernhardiner können Sie wegen seiner Größe und Fellbeschaffenheit mit einer härteren Bürste massieren, als z.B. einen Rehpinscher. Auch bei den Katzen gibt es diese Unterschiede. Sollte Ihr Hund oder Ihre Katze das Kämmen oder Bürsten generell nicht mögen, wenden Sie diese Massageart nicht unbedingt an.

Das Bürsten erfolgt immer in Strichrichtung, es gibt keine besondere Technik. Sie dient hauptsächlich der vermehrten Hautdurchblutung und Entspannung.

Nach Theorie und Massagepraxis hoffe ich, dass Ihnen ordentlich die Hände weh tun und Sie etwas Muskelkater haben. Wenn das der Fall ist, haben Sie sehr gut gearbeitet.

Die ersten Massagen werden etwas holprig sein und es kann passieren, dass Ihr Tier dezent Ihren Schoss verlässt. Nehmen Sie ihm das nicht übel.

Und noch etwas: Geben Sie nie auf!

Es kann sein, dass Ihr Tier heute die Massage genießt und morgen mit angelegten Ohren davonläuft, wenn es Sie nur sieht. Respektieren Sie dies, vielleicht ist ihm heute nicht danach. Vielleicht hat es Muskelkater von der letzten Massage, vielleicht der kleine Kampf unter Artgenossen oder oder oder.

Üben Sie öfter die Druckskala an sich selbst, mit der Zeit vergisst man das Maß. Trauen Sie sich zu massieren!

Fassen Sie Ihr Tier vorsichtig, aber mit sicherem Griff, also beherzt an. Tiere spüren Ihre Unsicherheit sofort und reagieren entsprechend.

Noch eine Bemerkung am Rande: Massage- oder ätherische Öle sind vielleicht für uns Menschen eine nette und angenehme Massagebegleitung, aber für unsere Tiere absolut unangenehm, ja sogar gefährlich!

© Text und Fotos: Ina Planer

Mit dem 20. Türchen könnt ihr eurem Hund mit Hilfe von Tierphysiotherapeutin Ina Planer etwas richtig Gutes tun!

Ina Planer ist Tierphysiotherapeutin mit Zusatz Chiropraktik, Osteopathie sowie Kranio-Sacral-Therapie. Sie betreibt eine Praxis mit eigenem Unterwasserlaufband für Hunde.

In ihrer Praxis steht die Nachbehandlung von Verletzungen durch physiotherapeutische Maßnahmen im Vordergrund. Aber auch ältere Tiere, die unter Gelenks- und Muskelerkrankungen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit leiden, proftieren von ihren Behandlungen. Der Praxisraum liegt ebenerdig, so dass auch Tiere, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind oder an Schmerzen leiden, den Behandlungsplatz leicht erreichen.

Ina Planer hält auch Seminare für Tierbesitzer und Tierheilpraktiker und -therapeuten, in denen sie etwa Massagetechniken oder Erste Hilfe für Hunde vermittelt. Sie ist Mitglied im Verband Deutscher Tierheilpraktiker.

Euer Gewinn:

1 Gutschein für eine physiotherapeutische Behandlung eures Hundes von Ina Planer

Viele unserer Vierbeiner (vor allem ältere) haben Probleme mit dieser Witterung. Dies äußert sich in schwerem Aufstehen, Bewegungsunlust, Gelenkschmerzen und damit auch in Verhaltensänderungen. Ina Planer bietet eurem Vierbeiner eine kostenlose Befunderhebung und Behandlungssitzung an. Der Gutschein ist gültig bis 28. Februar 2011.

Zusätzlich verlosen wir wieder einen Gutschein von snackDOGS im Wert von 5,00 Euro.

Für die Auslosung des Gutscheins für die Tierphysiotherapie habt ihr drei Tage Zeit: Hinterlasst einfach bis einschließlich 22.12.2010 unter diesem Beitrag einen Kommentar und ihr nehmt automatisch an der Verlosung teil.

Der snackDOGS-Gutschein wird bereits morgen ausgelost, unter allen, die noch heute einen Kommentar schreiben.

Hinweis: Mit der Teilnahme erklärt ihr euch einverstanden, dass ihr im Gewinnfall per E-Mail kontaktiert werdet (denkt daran, eine gültige E-Mail-Adresse im Kontaktformular anzugeben) und eure Kontaktdaten an Ina Planer und / oder snackDOGS weitergegeben werden.

14 Antworten auf „Isarhunde-Adventskalender Türchen 20: Tierphysiotherapie Ina Planer“

  1. bela liebt es, massiert zu werden! Da wären ein paar
    fachkundige und sachkundige handgriffe bestimmt sehr hilfreich ;-)) experimentieren schon mit igelball, nun muss unbedingt eine wurzelbuerste her!! ein tolles tuerchen!!

    gruss

    gabi

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