Spätsommer und Herbst sind – solange das Wetter mitspielt – die idealen Jahreszeiten für ausgiebige Wanderungen mit dem Hund: Endlich sind die Temperaturen auch für Fellträger wieder angenehm und auch mit zwei Beinen läuft es sich nach der Sommerhitze gleich viel leichter. Ein sonniger Septembertag bot eine gute Gelegenheit, die Tore der Stadt hinter sich zu lassen und Richtung Berge zu fahren, genauer gesagt nach Garmisch-Partenkirchen.

Da es seit diesem Jahr möglich ist, das BayernTicket der Bahn auch mit Hund nutzen zu können, sind wir mit dem Zug gefahren: Etwa 1,5 Stunden dauert die Fahrt bis zum Bahnhof Garmisch-Partenkirchen, von dort aus geht es mit dem Bus bis zum Skistadion, das der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist.

Große Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen
Die freischwebende Große Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen ist auch bei sommerlichem Wetter beeindruckend.

Vom Skistadion aus geht es rechts entlang Richtung Partnachklamm. Der erste Teil der Strecke führt über eine (wenig befahrene) Asphaltstraße. Schon hier begleitet uns die Partnach auf unserem Weg, durstige Hunde können an der ein oder anderen Stelle auch die Nase ins kühle Nass stecken. Eine knappe halbe Stunde geht es nun mit leichter Steigung bergan, bis man den Eingang zur Partnachklamm erreicht.

Abkühlung auf dem Weg zur Partnachklamm
Kleinere Zuflüsse zur Partnach bieten Gelegenheit für eine kurze Erfrischung auf dem Weg zur Klamm.

Der Eintritt in die Klamm kostet für Erwachsene 3,00 Euro, für Kinder und Jugendliche (6 – 16 Jahre) 1,50. Hunde dürfen kostenlos mit! Draußen bleiben müssen hingegen sperrige Gegenstände wie Fahrräder oder Kinderwagen. Spätestens nach dem Tickethäuschen ist es an der Zeit, sich dick und wasserdicht einzupacken: In der Klamm ist es sehr feucht und ziemlich kühl, ich war froh um Fleecejacke und Hut.

Berghänge Partnachklamm
Noch ist es hell und sonnig, doch in der Klamm wird es nass-kalt: Für diese Tour solltet ihr unbedingt eine Regenjacke einpacken.

Damit auch euer Hund froh und munter durch die Klamm kommt, solltet ihr ein paar Dinge beachten: Der Weg durch die Klamm ist recht eng und kann durchaus rutschig sein. Zudem ist der steile Abhang zur Partnach nur durch Stahlseile abgesichert, sodass es durchaus möglich ist, dass der Hund dort hindurchspringen oder -rutschen kann. Ich würde daher zumindest für die Durchquerung ein stabiles Geschirr empfehlen und die Leine nicht zu lang lassen. Außerdem sollte euer Hund nicht ängstlich in eher dunklen, teils engen und lauten (durch das Rauschen der Partnach) Umgebungen sein.

Mika lief den Weg äußerst gelassen und zeigte sich angesichts des Naturschauspiels unbeeindruckt, lediglich das Ausweichen für den „Gegenverkehr” war an manchen Stellen etwas schwierig. Für menschliche Augen ist das Fels- und Wasserspektakel in der Klamm aber wirklich sehenswert:

Partnachklamm
Wenn ein paar Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigt werden, können Mensch und Hund den Weg durch die Klamm beruhigt antreten.

Weitere Impressionen aus der Klamm:
[nggallery id=2]

Nach der Durchquerung der Klamm legen wir erstmal eine kleine Brotzeit am Ufer der Partnach ein, die sich vor Eintritt in die Klamm noch verhältnismäßig unschuldig durch ihr Bett schlängelt. Auch Mika hat hier die Gelegenheit, einen Schluck Wasser zu trinken oder die Pfoten zur Abkühlung in den Fluss zu tauchen.

Die Sonne taut uns wieder etwas auf und wärmt schon mal die Muskeln vor für den nächsten Teil unserer Tour: Der Aufstieg zum Graseck, über Treppenstufen den Steilhang zu unserer Linken hoch. Für diesen Streckenabschnitt sollten Zwei- und Vierbeiner etwas Trittsicherheit mitbringen, da es auch die ein oder andere Holzbrücke zu überqueren gilt.

Oberhalb vom Graseck
Freilaufende Kühe sind im ersten Abschnitt vom Graseck aus das größtmögliche Problem: Die Wege sind sehr gut ausgebaut und die Steigung moderat.

Die Anstrengung wird belohnt: Wenig später erreicht man über asphaltierte Wege das Forsthaus Graseck (das man übrigens per Seilbahn auch direkt ansteuern kann), wo man bei Bedarf eine Rast einlegen kann. Von dort aus geht es an den Aufstieg zum Eckbauer: Ein kurzes Stück führt noch über Kuhweiden, danach verläuft der Weg durch schattenspendenden Wald.

Aufstieg zum Eckbauer
Der letzte Teil des Aufstiegs zum Eckbauer führt über Waldwege: Bei strahlendem Sonnenschein bietet der Schatten willkommene Abkühlung.

Bald erreicht man den letzten Teil des Aufstiegs: Immer noch durch den Wald geht es nun über großzügige Serpentinen zum Gipfel. Insgesamt ist die gesamte Strecke eher stark frequentiert, wenn man aber an weniger gut besuchten Tagen unterwegs ist, kann man hier den Hund (sofern er auf den Wegen bleibt) auch einmal von der Leine lassen. Vergesst nicht, zwischendurch euch und eurem Hund kurze Pausen zu gönnen und vor allem etwas zu trinken anzubieten: Je nach Wetterlage gibt es unterwegs auch Rinnsale, aus denen der Hund trinken kann, eine Sicherheitsration Wasser für die Fellnase gehört aber auf jeden Fall ins Wandergepäck.

Aussicht vom Eckbauer
Die einmalige Aussicht vom Eckbauer ist der Lohn für die Mühen des Aufstiegs.

Auf dem Eckbauer (1238 m) angelangt haben sich zwei- und vierbeinige Wanderer eine Stärkung verdient: Der Berggasthof und Kiosk laden zur Rast ein, der wunderschöne Blick auf die Wettersteinwand lohnt die Mühe.

Mika rastet
Mika macht es sich im Schatten einer der Bänke auf dem Gipfel bequem.

Für den Weg zurück ins Tal gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Eckbauerbahn bringt euch vom Gipfel wieder zurück zum Skistadion. Erwachsene fahren für 8,00 Euro, Jugendliche zahlen 6,00 Euro, Kinder 5,00 Euro. Hunde dürfen kostenlos mitfahren. Die Gondeln sind jedoch offen, sodass ihr euren Hund gut sichern solltet.

Alternativ könnt ihr den gleichen Weg zurückgehen bzw. vom Graseck aus mit der Graseckbahn talwärts fahren (Erwachsene 3,50 Euro, Kinder ab 6 Jahre 2,50 Euro). Die Gondeln der Graseckbahn sind geschlossen, was die Fahrt mit Hund vermutlich stressfreier macht.

Oder ihr wandert auf der anderen Seite des Eckbauers zurück Richtung Skistadion. Dabei empfehle ich allerdings nicht den kürzesten Weg (der zunächst parallel zur Eckbauerbahn verläuft) zu nehmen, denn dieser ist zu großen Teilen sehr steil und entsprechend unangenehm zu gehen. Es führt jedoch auch ein etwas längerer Weg über das Bergdorf Wamberg zurück zum Skistadion, der einfacher zu begehen sein soll.

Zurück im Tal bietet sich noch ein Bummel durch die Stadt an, wo natürlich auch gastronomisch alles geboten wird, was das Herz begehrt.

Alle Wege dieser Tour sind sehr gut ausgeschildert und ausgebaut, sodass die Tour auch für ungeübtere Wanderer machbar ist. Insgesamt sollte man für den Weg ab Skistadion bis zum Gipfel etwa 3 – 3,5 Stunden einplanen (in denen man knapp 550 Höhenmeter überwindet).

Leider hat die Höhenluft mein GPS verwirrt, deshalb ist mein aufgezeichneter Track nicht besonders zuverlässig. Ich habe mir deshalb die Karte von www.auf-den-berg.de ausgeliehen, um euch einen Einblick in die Strecke geben zu können:


Partnachklamm und Eckbauer auf einer größeren Karte anzeigen

Mehr Touren rund um Garmisch-Partenkirchen könnt ihr übrigens im GaPa Tourenplaner finden – schöne Sache!

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

5 Comments

  1. ChiTac Sagt Antworten

    Ach was für tolle Bilder und ein toller Bericht. Ich war selber schon dort mit meinen Hunden und jetzt packt mich das Fernweh.
    Ganz liebe Pfotengrüße, Dani mit ihrem Rudel.

  2. Uli Sagt Antworten

    Hallo Alexandra,
    das ist wirklich eine tolle Tour, die ich schon mehrfach gegangen bin, wenn auch ohne Hund. Es ist immer wieder eine super Gegend und eine abwechslungsreiche Wanderung! Ein kurzer Hinweis noch: Der Weg, den ich in die Google Maps Karte eingezeichnet habe, ist auch kein GPS-Track, sondern per Hand eingezeichnet, gewisse Ungenauigkeiten wird es also sicher geben!
    Viele Grüße,
    Uli

  3. Patricia Sagt Antworten

    Super Bericht. DANKE! Wir sind gestern die gleiche Strecke, nur andersrum,also mit der Bahn zum Eckbauer hoch gefahren. Hätte ich deinen Post gestern schon gelesen,hättte ich meinem Comso und mir die Fahrt in der offenen Gondel erspart.
    Herzlichst Patricia

Antwort hinterlassen