Der Englische Garten: Hierhin verschlägt es früher oder später jeden Münchner, ob mit oder ohne Hund. Klar, eine der größten Parkanlagen der Welt (und noch dazu mitten in der Stadt und damit perfekt erreichbar) sollte man sich als „Sechsbeiner” nicht entgehen lassen! Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: Hunde dürfen nämlich im Englischen Garten offiziell nicht von der Leine. Da der Münchner als solcher aber in vielerlei Hinsicht entspannt durch’s Leben geht (und vielleicht auch weil Zuwiderhandlung nicht mit Geldstrafen belegt ist), sieht man im gesamten Parkgebiet jede Menge Vierbeiner fröhlich und leinenlos über die Wiesen streifen.

Dabei zeichnet sich aber ein Trend ab: Während der Südteil des Englischen Gartens, beginnend mit dem Hofgarten, über die großen Wiesen bei der Uni bis zum Kleinhesseloher See, primär von Sonnenbadern, Fußballspielern, Jongleuren, Trommlern und Touristen bevölkert wird,  ziehen sich die Hundehalter mit ihren Vierbeinern in die nördlichen Gefilde zurück. Deshalb startet unsere Tour an der Münchner Freiheit (erreichbar mit U-Bahn U3 und U6, Tram 23 oder diversen Buslinien): Von dort geht es die Feilitzschstraße entlang, die am Kleinhesseloher See in den Englischen Garten mündet. Natürlich ist aber auch ein Start weiter südlich, etwa von der Haltestelle Universität oder Giselastraße (U3, U6), oder weiter nördlich, etwa von Haltestelle Nordfriedhof (U6), möglich.

An einem sonnigen Tag sind um den See viele Spaziergänger, auf dem See jede Menge Tret- und Ruderboote und im Biergarten eine Menge Brotzeitler. Mika lässt sich davon nicht irritieren und hüpft erst mal ins kühle Nass – sehr zur Freude der vorbeilaufenden Ausflügler. Gelegenheit zum Abkühlen finden „Seehunde” unterwegs immer wieder.

Abkühlung muss sein, da stören auch die Boote nicht – findet jedenfalls Mika

Der Weg führt nach links, sodass der See rechter Hand liegt. Kurz nach dem Bootsverleih biegen wir auch schon wieder links ab über die Brücke, die den durch den Mittleren Ring getrennten Süd- und Nordteil verbindet. Der Nordteil (auch unter dem Namen Hirschau bekannt) besticht durch seine weitläufigen Wiesen, die von Bächen durchzogen sind und immer wieder kleine und größere Waldgebiete. Vor allem aber bringt der Wechsel in den Nordteil eines mit sich: deutlich mehr Ruhe! Wir nutzen die Gelegenheit und legen an der erstbesten Wiese erst mal eine kleine Dummy-Session ein.

Mika darf sich in der ruhigen Hirschau erst mal mit dem Dummy austoben

Weiter geht es durch den Park. Hier gilt: „Viele Wege führen zum Ziel”, ein verzweigtes Wegenetz schlängelt sich durch die Hirschau. Wir versuchen auf unserem Weg Richtung Norden auf den Fußgängerwegen zu bleiben, um nicht zu vielen Radlern ins Gehege zu kommen. Mika genießt vor allem seine Badeausflüge in die diversen Bachläufe.

Wenn kein See in der Nähe ist, tut es auch ein Bach: Wasserbegeisterte Hunde haben im Englischen Garten ihre helle Freude

Je weiter wir in den Nordteil vordringen, desto großflächiger werden die Wiesen und desto mehr Hundebesitzer treffen wir. Einem gepflegten Über-die-Wiese-toben zum krönenden Gassi-Abschluss steht also nichts im Weg.

Besonders viele Hunde und ihre Besitzer trifft man im Bereich Nordfriedhof / Mini-Hofbräuhaus und bei der StuSta / Aumeister

Auch Herrchen und Frauchen haben sich natürlich nach so einem Spaziergang eine Erfrischung verdient. Und wer sie sich nicht bei einem Sprung in den Schwabinger Bach holen will, auf den wartet am Ende der Strecke der Biergarten Aumeister, der vor allem für Hundehalter ein beliebter Treff- und Anlaufpunkt ist.

Erschöpfte Gassigeher können sich am Ende der Tour im Aumeister eine wohlverdiente kulinarische Belohnung holen

Von dort aus ist es dann nur noch ein Katzen-, pardon: Hundesprung bis zur U-Bahn-Haltestelle Studentenstadt, wo die Linie U6 wieder Richtung Innenstadt fährt.

Die Strecke ist prinzipiell für jeden geeignet, die Wege sind gut ausgebaut und haben kaum Steigungen. Unsere Tour ist knapp 7 Kilometer lang, lässt sich aber nach Belieben verkürzen oder verlängern. Hundehalter sollten im Englischen Garten ganz besonders auf ein harmonisches Miteinander ihren (hundelosen) Mitmenschen achten, damit auch in Zukunft freilaufende Hunde wohlwollend „ignoriert” werden 🙂 .

 


Englischer Garten von Münchner Freiheit bis StuSta auf einer größeren Karte anzeigen

Hallo, mein Name ist Alexandra. Vor sechs Jahren zog Mika, ein ungarischer Mischling, aus dem Münchner Tierheim zu mir in die Stadtwohnung. Seitdem machen wir auf sechs Beinen die Stadt und das Umland unsicher. Als Hundenärrin möchte ich auf Isarhunde.de andere Münchner Hundehalter über die "Hundeszene" der Stadt auf dem Laufenden halten, von Erlebnissen berichten und tierische Fundstücke vorstellen.

3 Comments

  1. Susa Sagt Antworten

    Hallo Alexandra, du hat mich sehr überrascht: warum seid ihr denn ausgerechnet auf dieser Strecke zum Aumeister und nicht zum Mini-Hofbräuhaus? Da tobt doch der Hunde-Bär.

    • Alexandra Sagt Antworten

      Hallo Susa, da hast du vollkommen Recht – und das ist auch der Grund, weshalb ich darum lieber einen kleinen Bogen mache :D. Mir ist es meist einfach zu wuselig, Mika kann ich dort nicht gut von der Leine lassen, weil er sonst gleich auf die Suche nach Fressbarem geht, und angeleint ist es mit den anderen Hunden nicht so toll ;). Aber wir legen natürlich trotzdem immer mal wieder dort einen Kaffee-Stop ein, gehen dann bloß meist gleich weiter ;). Daher passt es für uns mit Aumeister für eine längere Einkehr besser, aber klar, das Mini ist natürlich auch eine sehr beliebte Anlaufstelle für viele Menschen-mit-Hund :)!

  2. Pöllmann Andi Sagt Antworten

    Hier sind wir jeden Tag anzutreffen. Ideal bei jedem Wetter !!!

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